Christiane Kuntz-Mayr

Christiane Kuntz-Mayr ist uns sozusagen in der “Szene” begegnet. Mit ELvisory hat sie bereits gemeinsam mit ihrer Partnerin Nadja Alber ein Unternehmen rund um das Thema “Vereinbarkeit meistern” gegründet. Das Angebot ergänzt sich super mit elterngarten, so dass sie ihre umfangreichen Kompetenzen und ihre Erfahrungen nun auch als elterngarten Coach einbringen wird. Willkommen Christiane, wir freuen uns über Deine Basecamps in Ludwigshafen und in der Vorderpfalz!

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Hallo! Ich bin Christiane Kuntz-Mayr und lebe mit meinem Mann in Limburgerhof, einer größeren, sehr familienfreundlichen Gemeinde im Herzen der Metropolregion Rhein-Neckar. Meine Söhne (geb. 1993 und 1998) sind mittlerweile flügge und leben nicht mehr bei uns zu Hause.

Anfang 2017 habe ich mit meiner Geschäftspartnerin Nadja Alber das Start-Up elvisory – Vereinbarkeit meistern gegründet. Wir unterstützen mit unserer langjährigen Erfahrung Unternehmen und Eltern dabei, Familie und Beruf besser miteinander in Einklang zu bringen.

Die Geburt meiner Kinder liegt schon viele Jahre zurück. Zu dieser Zeit war Vereinbarkeit von Familie und Beruf eigentlich noch ein Fremdwort. Mütter, die wie ich gerne nach der Geburt schnell wieder in den Job einsteigen wollten, waren noch oft damit konfrontiert, als Rabenmütter zu gelten.

Trotzdem habe ich den Schritt gewagt und bin wenige Wochen nach der Geburt meines ersten Sohnes wieder zurück in den Job. Möglich war mir das, weil mein Arbeitgeber mir schon im Jahr 1994 einen Heimarbeitsplatz zur Verfügung gestellt hat. Meine Argumente waren schlagkräftig: die Software, die ich mitentwickelt hatte, wurde von immer mehr Unternehmen eingeführt und mein Wissen wurde dringend benötigt. Das Schöne daran: ich war Vorreiterin für viele andere, die in den Folgejahren ebenfalls die Möglichkeit bekamen, im Homeoffice zu arbeiten. Da ich jedoch immer Wert daraufgelegt habe, mein Team zu sehen, war ich von Beginn an einen Tag im Büro. Vertraute Menschen aus meinem Netzwerk haben an diesem Tag meinen Sohn betreut. So zum Beispiel die Patin meines Sohnes, die ebenfalls ein Kind im gleichen Alter hat – und in der gleichen Firma arbeitete. Wir haben damals so etwas wie Job Sharing und Baby Sharing gelebt. Da es in Limburgerhof schon in den 90ziger Jahren einen Ganztageskindergarten mit Öffnungszeit bis 17 Uhr – ohne Schließzeit über Mittag – gab, haben wir uns diesen Ort als Wohnort ausgesucht. Zudem gab es in unserem Ort auch eine der ersten Ganztages-Grundschulen. Bis zur Geburt meines jüngeren Sohnes 1998 habe ich meine Arbeitszeit nach und nach erhöht; je nachdem wie gut die Betreuung funktioniert hat. Schon vor der Geburt meines zweiten Sohnes war klar, dass ich erneut schnell in den Job zurückkehren möchte, weil mir meine Arbeit viel Freude gemacht hat. Zur Unterstützung haben wir acht Jahre lang Au-Pairs in unsere Familie aufgenommen und mein Mann und ich haben beide 80 % gearbeitet. Im Jahr 2000 wurde mir dann trotz Teilzeitstelle eine Führungsposition angeboten, die ich gerne angenommen habe. Auch hier war ich wieder gewissermaßen Vorreiterin für andere Kolleginnen und Kollegen. Meine Erfahrungen und der Wunsch diese weiterzugeben haben mich motiviert, mich in der Mitarbeitervertretung zu engagieren. Rückblickend kann ich sagen, ein bewusstes Innehalten und eine Reflektion der eigenen oder familiären Bedürfnisse hätten mir und meiner Familie sicher gutgetan. Eltern dabei zu unterstützen, dies für sich und ihre Familie zu tun, ist mir daher ein Herzensanliegen.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Ich habe bei beiden Kindern keine längere Auszeit bzw. Elternzeit genommen. Geprägt hat mich in der Zeit eher der Gedanke, dass ich es schaffen muss, sowohl meiner Familie als auch meinem Job gerecht zu werden. Das war oft extrem belastend und ich habe mich selbst darüber nicht selten vergessen. Ich bedaure manchmal, dass ich die Zeit nicht genutzt habe, um mich mehr auf meine Kinder und auch auf mich selbst einzulassen. Umso höher ist meine Motivation, Eltern dabei zu unterstützen, ihren Bedürfnissen Raum zu geben.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Die Erfahrung, wie hart es sein kann, Familie und Karriere einigermaßen unter einen Hut zu bringen, hat mich dazu bewegt, sowohl einen Elternverein als auch zwei Kindertagesstätten auf den Weg zu bringen. Ich wollte dazu beitragen, dass andere Eltern mehr Entlastung erleben und so eine bessere Balance von Familie und Beruf hinbekommen. Ich habe auch über Jahre hinweg sehr viele Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen geführt, die mich um Unterstützung gebeten haben. Dabei ging es meist darum, einen guten Weg für das eigene Leben und die Familie zu finden – im Sinne von: was passt jetzt zu mir und zu meiner Familie? Und wie kann ich das mit den Wünschen meines Arbeitgebers in Einklang bringen. Oder vielleicht auch nicht. Und was folgt daraus.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Durch die Errungenschaften hinsichtlich Elternzeit und Elterngeld ist es eine tolle Möglichkeit, diese Lebensphase zu nutzen, um inne zu halten.

Ich möchte Müttern und Vätern in Elternzeit dabei unterstützen, dass sie diese Zeit mit den Kindern genießen. Und gleichzeitig in sich selbst hineinzuhören. Zu verstehen, was sich für sie verändert hat damit, Mutter oder Vater zu sein. Wie es ihnen als Paar damit geht, Eltern zu sein. Womit geht es ihnen und ihrem Kind gut geht, was ihnen dabei wirklich wichtig ist. Das für sich und seine Familie herauszufinden ist eine wichtige Erkundungsreise, auf denen ich die Eltern begleiten möchte.

Das Basecamp bietet eine Möglichkeit, diesen Fragen nachzuspüren, Ideen zu entwickeln und den passenden Weg einzuschlagen. Die gewonnene Klarheit hilft auf dem Weg in eine erfüllte und sinnstiftende Zukunft.

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