Category Archives: Vereinbarkeit

elterngarten wird digital – happy and rebellisch!

Gibt’s das Eltern-Basecamp auch digital?

Bisher muss wir da immer beschämt auf den Boden schauen und sagen: „Planen wir, aber bisher haben wir es noch nicht auf die Kette gekriegt“. Für uns war das mit der Digitalisierung des Coaching-Angebotes oft ein Thema. Für viele Eltern ist ein Direktcoaching zeitlich und örtlich nicht passend oder zu teuer, doch der Bedarf einer neuen Ausrichtung während der Elternzeit ist so riesig! Digital hätten wir da ganz andere Möglichkeiten! Natürlich ist es nicht direkt vergleichbar mit einem richtigen Coaching. Jedoch: ich habe selbst auch schon an Online-Programmen teilgenommen und habe gute Erfahrungen gemacht. Ich werde durch einen Prozess durchgeführt, der meine Gedanken kanalisiert und mir bei der Ausrichtung hilft. Ich bekomme Impulse, die ich sonst nicht gewonnen hätte. So kann ich mir neue Wege vorstellen, die mir sonst nicht in den Sinn gekommen wären. Ich lerne von Geschichten über andere, die für mich zusammengefasst wurden und mich inspirieren. „Best Practice“ sozusagen. Ich gehe neue Schritte, weil ich mir selbst durch die Teilnahme am Programm ein Versprechen gegeben habe. Ein Online-Kurs macht die Veränderung JETZT möglich – nicht irgendwann mal. Nicht zuletzt: es macht Spaß diesen Prozess in den Alltag zu integrieren. Mindestens unbewusst denkt man die Gedanken ständig weiter und begibt sich tatsächlich auf eine schöne Reise mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Das hat eine ganz andere Qualität als die üblichen Alltags-Grübeleien.

Wir hatten als Coaches nie genug Mumm uns wirklich richtig mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Und jetzt platzen wir fast vor Aufregung. Ab Februar/März werden wir ein Eltern-Basecamp digital anbieten mit allem was dazu gehört: Videos, Audios, Workbook, Reflektions-Übungen für zu Hause, Live-Sessions online, geteilte Erfahrungen anderer, eine Online-Community…

Wie haben wir das doch auf die Kette gekriegt?

Foto: Felicitas von Imhoff

Vor einigen Monaten kam eines zum anderen, wie es oft so ist, wenn die Dinge einfach so offensichtlich reif sind. Wenn Ideen einfach realisiert werden WOLLEN. Es ist wie diese Bestellung im Universum: „Wenn wir digital werden sollen, dann schick uns jemanden, mit dem wir das hinbekommen. Nicht irgendwen. Jemand, der zu uns passt, mit Herzblut, der uns ergänzt und auf der gleichen Mission ist wie wir.“

Und dann treffe ich Miriam… Wir beiden haben früher in der gleichen Unternehmensberatung gearbeitet. Das ist jetzt schon 10 Jahre her. Zwischendurch vielleicht einmal getroffen? Damals mit den fast gleichaltrigen Erstgeborenen auf dem Schoß und ganz übliche Gespräche für die neue Lebensphase: Wie man denn so weiter macht mit Familie und Job? Unsere Wege verloren sich und kreuzten sich immer mal wieder über geteilte Artikel in den Social Media. Da ging es meist um gemeinsame Themen: Achtsamkeit, Vereinbarkeit, Frauen und Karriere, das eigene Ding machen, Selbstbestimmung…

Und dann las ich irgendwo, dass Miriam sich vom Konzern verabschiedet und Ihr eigenes Start-up gründet. Natürlich war ich total neugierig worum es ging!

Wer sind die Happy Rebels?

Hier ist ein wunderschöner glasklarer Text der neuen Website des besagten Start-ups „Happy Rebels“, das Miriam mit ihrer Freundin Meike zur Welt bringt:

„Mit Happy Rebels starten wir ein Movement.
Indem wir euch dabei unterstützen euren eigenen Weg zu gehen und eurem Herzen zu folgen. Eure Stärke zu leben und eure Fähigkeiten voll und ganz auszuschöpfen. Zufriedener zu sein und mehr geben zu können.
Wir glauben daran, dass jeder einen Beitrag zu einer friedlicheren, menschlicheren und nachhaltigeren Welt liefern kann.
Als Happy Rebel startet ihr den Veränderungsprozess bei euch selbst. Ihr kommt ganz bei euch an. Und könnt anderen so das Beste von euch schenken.“

Als Miriam mir zum ersten Mal davon erzählte, war ich gleich total begeistert. Genau dafür waren wir auch unterwegs, eben nur für eine kleiner gefasst Zielgruppe. Ob wir da irgendwie irgendwas zusammen machen können? Ob wir mit elterngarten einen Beitrag leisten könnten? Wie wir das Movement vielleicht gemeinsam stark machen können?

So starteten wir dann unsere gemeinsame Zusammenarbeit…

Und yes yes yes, so ging es weiter. Immer wieder telefoniert, immer konkreter geworden, ko-kreativ in die Zukunft gelaufen, gemeinsam gedacht, konzipiert, geplant und produziert. Und nicht ganz nebenbei dieses Gefühl: wir kannten uns als Kolleginnen, wir konnten uns aufeinander verlassen, wir brannten für die gleiche Sache. Das kann nur gut werden.

Ich bin so dankbar und glücklich über das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit während der letzten Monate. Happy Rebels ermöglicht nun ein neues Eltern-Basecamp als Online-Kurs. Wir haben von elterngarten aus alles an Erfahrungen aus unseren „Offline-Coachings“ in das neue Format herein gekippt. Von den Grundzügen her ist der Aufbau ähnlich wie das Elternzeit Basecamp. Wir haben es insofern angepasst, dass es nicht unbedingt nur für Eltern in Elternzeit gedacht ist. Es passt für alle berufstätigen Eltern, die sich einen realistischen Plan für Ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung mit Job und Familie machen möchten. Die Dauer des Programms bleibt bei 5 Wochen. Doch statt der 90-minütigen intensiven Gruppencoachings gibt es Videos und Reflektionsübungen für zu Hause, die mit Live-Sessions begleitet werden. Wir hoffen so, dass wir denjenigen Eltern damit gerecht werden, die nicht in der Nähe von elterngarten Coaches wohnen oder denen ganz einfach ein Direkt-Coaching zu teuer ist.

Jetzt sind wir mega-gespannt auf die Resonanz.

Hier erfährst Du die ersten Infos zum neuen Programm “Lebe wie du es willst mit Job und Kind“. Meldet Euch einfach unverbindlich und kostenlos an, um Euch schon mal einen Platz zu sichern und weitere Infos in Kürze zu erhalten.

Herzlich, Eure Tanja

PS: Hier erzähle ich im Happy Rebels Podcast über elterngarten und dessen Geschichten dahinter!

Eine besondere Empfehlung über die “klassischen” Elternzeit Basecamps hinaus gehen an:

Stresskompetenz im Job- und Familienalltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden fürs Selbst-Coaching zur Stressprävention kennen, die Du mitten im Alltag weiter anwenden kannst.

Zeitmanagement im Alltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden kennen, die Euer Familienleben entschleunigen und dadurch wieder Gelassenheit und Freude in Euren Alltag bringen.

Eltern im Jetzt mit Sascha Schmidt: 3-stündiger Workshop samstags zur Reflexion des Jetzt und Hier zwischen Beruf und Familie.

Innere Selbstführung mit Tanja Misiak: Nutze Deine Elternzeit für Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – 5-teilige Serie im Basecamp-Format.

 

Erste Klausur der elterngarten Coaches – live und in Farbe!

Mittlerweile begleiten wir ja bundesweit Eltern in Elternzeit, die ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung mit der Familiengründung neu aufstellen möchten.

Erstmals nicht virtuell

Unser Team ist ganz ungeplant und organisch gewachsen – aktuell sind wir 13. Immer wieder kommen Coaches auf elterngarten zu, weil sie ebenfalls Eltern professionell begleiten und nicht mehr als Einzelkämpfer unterwegs sein möchten. Bei elterngarten tauschen wir uns im Team fachlich aus, geben uns gegenseitig Tipps rund um unsere Selbstständigkeit, schauen voneinander ab und entwickeln uns gemeinsam weiter. Dafür gab es bisher immer wieder virtuelle Treffen. Der Großteil unseres Austauschs fand jedoch meistens bilateral oder schriftlich in einer virtuellen geschlossenen Gruppe statt.

So war der letzte Samstag eine besondere Premiere bei elterngarten, auf die wir nun Monate hingefiebert hatten: wir trafen uns persönlich und direkt. Kurzfristig mussten leider noch Coaches abspringen, jedoch waren wir immerhin zu neunt und nahmen uns einen ganzen Tag Zeit fürs gemeinsame persönliche Kennenlernen und Weiterentwickeln unserer Pläne.

Wir denken Karriere neu

Jetzt sitze ich hier und lasse das Wochenende nachwirken. Zuerst erfüllt mich tiefe Dankbarkeit, dass dieses Treffen möglich war. Immerhin bedeutete das für viele von uns eine weitere Anreise und entsprechend viel Zeit. Ich weiß das äußerst zu schätzen. Wir wissen alle, wie wertvoll ein Wochenende auch immer für die Familien ist! Umso mehr legte jede einzelne von uns mit ihrer Anwesenheit offensichtlich ein eindeutiges Commitment ab, wie wichtig uns die Arbeit für elterngarten ist.

Wir waren natürlich alle total neugierig aufeinander und hätten sicher auch schon ohne Agenda genug Gesprächsstoff gehabt. Jede von uns war beeindruckt über unsere Runde und darüber, wieviel Erfahrung wir jeweils mit- und einbringen konnten. Das war nun so direkt und live spürbar! So hat jede von uns ein interessantes Studium abgeschlossen, Auslandserfahrungen gemacht und natürlich nicht zuletzt diverse Coaching-Weiterbildungen absolviert. Und jede von uns hat mit dem ersten, zweiten oder dritten Kind einen Umbruch erlebt, der uns dazu brachte „Karriere“ neu zu denken und einen anderen Weg einzuschlagen. Wir hatten alle trotz der unterschiedlichen fachlichen, persönlichen und beruflichen Hintergründe einiges gemeinsam: wir haben unser Ding gemacht und für uns ganz persönlich den Begriff „Karriere“ neu definiert. Dabei ging es jeder von uns Anwesenden vor allem um ein glückliches und erfülltes Leben – was auch immer jeweils individuell für uns dazu gehört.

Uns ist es wichtig unsere beruflichen Aus- und Weiterbildungen wegen der Familie nicht an den Nagel zu hängen. Wir lieben das Arbeiten und professionelle Kontexte. Doch genau so lieben wir auch unsere Familien und so hat jede von uns einen kreativen Weg hinter sich, das eine mit dem anderen zu verbinden. Wir wissen aus unserer beruflichen Tätigkeit sehr gut, wie vielen anderen Eltern es ebenso geht, wie viele Eltern hier auf der Suche nach Inspiration sind und sich eine Begleitung auf ihrer Suche wünschen. Für uns ist es wirklich eine Herzensangelegenheit andere Eltern bei ihrer Suche zu unterstützen. Meist ist viel mehr möglich, als man am Anfang zu denken wagt. Das wissen wir aus eigener Erfahrung und natürlich auch aus unseren Basecamps.

Teamliebe

Ich habe so einen riesigen Respekt vor der geballten Erfahrung und Professionalität, mit der wir uns den Samstag im und am Seminarraum mit wunderschönem Ausblick auf die fernen Alpen gestaltet haben. Unser Team ist getragen von diesem herzlichen wertschätzenden Augenzwinkern unter uns allen nach dem Motto „Ich weiß um Deinen Weg, ich finde Deinen Mut echt cool. Schau, was Du aufgebaut hast. Schaut, was wir hier mit elterngarten weitergeben können. Ist das nicht schön?“

Der gegenseitige Respekt vor den persönlichen Hintergründen jeder einzelnen stärkte immens eine unglaublich schöne, achtsame und wertschätzende Zusammenarbeitskultur, die uns jetzt umso stärker über den produktiven Samstag hinaus tragen wird.

Wir freuen uns auf kleine und große Neuerungen bei elterngarten in den kommenden Monaten. Hier halten wir Euch natürlich weiter auf dem Laufenden. So viel kann ich schon mal verraten: wir werden auch explizit mehr Angebote für berufstätige Eltern unabhängig von der Elternzeit ausschreiben und unsere Website wird übersichtlicher werden, angereichert mit weiteren Formaten.

Wir freuen uns auf die kommenden Schritte und laden Euch – auch die Basecamp Alumni! – herzlich dazu ein, demnächst mal wieder bei elterngarten vorbeizukommen.

Liebe Grüße
Eure Tanja

Eine besondere Empfehlung über die Elternzeit Basecamps hinaus gehen an:

Stresskompetenz im Job- und Familienalltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden fürs Selbst-Coaching zur Stressprävention kennen, die Du mitten im Alltag weiter anwenden kannst.

Zeitmanagement im Alltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden kennen, die Euer Familienleben entschleunigen und dadurch wieder Gelassenheit und Freude in Euren Alltag bringen.

Eltern im Jetzt mit Sascha Schmidt: 3-stündiger Workshop samstags zur Reflexion des Jetzt und Hier zwischen Beruf und Familie.

Innere Selbstführung mit Tanja Misiak: Nutze Deine Elternzeit für Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – 5-teilige Serie im Basecamp-Format.

Gemischte Gefühle nach dem Podium „Karriere und Kind(er)“

Am 27.4. nahm ich im Rahmen der WoMenPower 2018 in Hannover an einem Podium unter der Überschrift “Karriere und Kind(er) – Wie geht’s?” teil. Das Podium wurde von Nicole Beste-Fopma vom Lob-Magazin moderiert. Die anderen Teilnehmenden kamen von namhaften Arbeitgebern und waren direkte Verantwortliche für Vereinbarkeit oder Eltern in Führungspositionen mit guten Erfahrungen rund um Vereinbarkeit in ihrem Unternehmen: Porsche, Bahlsen, CMS, PWC und Bosch. Ich stand da als Gründerin von elterngarten und diejenige, die tagtäglich “auf neutralem Grund” mit der aktuellen Elternzeit-Generation zu tun hat. Die Spannung steigt mit den Inhalten…

Karriere und Kind(er) – “Wie geht’s?” wirft weitere Fragen auf…

Die Unternehmensvertreter erzählten über gute Erfahrungen rund um Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit: flexible Arbeitszeiten, Teilzeit sogar für Führungskräfte, HomeOffice, Frauenförderung, Kinderbetreuung in der Nähe, faire Bezahlung, etc. Die Antwort auf die Frage “Wie geht’s?” war kurz zusammengefasst:

  • Unternehmen arbeiten an den Rahmenbedingungen (s.o.), die Politik hat hier jedoch auch noch einiges zu tun (z.B. zum Thema Betreuungsplätze).
  • Vor allem liegt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit am eigenen Engagement.
  • Man sollte sich um UnterstützerInnen und MentorInnen kümmern und gerade rund um Familiengründung Unterstützung in Anspruch nehmen – privat und beruflich.

Soweit, so gut. Ich finde diese Maßnahmen – vor allem im umgesetzten Stadium – richtig gut und damit sind diese Unternehmen schon einmal weiter als der Durchschnitt der deutschen Unternehmen. Trotzdem verließ ich das Podium mit gemischten Gefühlen, die ich zuerst einmal sortieren musste.

Da fehlt etwas!

Die Unternehmen repräsentierten leider nicht das, was wir tagtäglich in unseren Basecamps erleben (und was die Struktur der Podiumszuhörenden potenziell widergespiegelt hatte). Klar, es handelte sich um Arbeitgeber, die Vereinbarkeit als Teil ihrer Employer Branding Strategie erfasst haben (und deswegen auch gerne im Podium standen). Doch auch Eltern von solchen Arbeitgebern sitzen in unserem Workshop (Elternzeit Basecamp) und haben das große Bedürfnis innezuhalten und zu reflektieren. Denn irgendetwas scheint an diesen Maßnahmen zu fehlen…

Zuhören empfohlen: Was sagen die Eltern?

Ich hatte das Gefühl, dass die Unternehmen absolut überzeugt sind auf dem richtigen Weg zu sein, wenn es um Vereinbarkeit geht. Warum genau hatte ich jedoch ein anderes Bild der Eltern aus unseren Basecamps?

Mir wurde erst im Nachhinein ein wichtiger Punkt klar. Die Unternehmen kennen vielleicht die beruflichen Ambitionen und Wünsche ihrer Eltern. Das reicht allerdings nicht für ein ganzes Bild und nachhaltige Lösungen. Aus diesem Grund war mein Bild der Eltern auch so anders als das, was mir hier vorgestellt wurde.

Wo ist das Mindset der neuen Arbeitswelt?

Ich erhoffe mir eine noch ganzheitlichere Einstellung zum Thema Vereinbarkeit. Vereinbarkeit ist nicht nur die Organisation von Fremdbetreuung und sie hört auch nicht bei Teilzeit auf. Vereinbarkeit ist vor allem ein Mindset. Ist man wirklich wirklich am Menschen und dessen Potenzialentfaltung interessiert? – Das wünsche ich mir für die neue Arbeitswelt. Oder bin ich noch in der Homo Oekonomikus Denke gefangen? Dann brauchen wir tatsächlich auch keine Fragen zu stellen. Die neue Arbeitswelt bedeutet für mich bzgl. Vereinbarkeit:

  • Unsere aktuelle Elternzeit-Generation ist vor allem dadurch charakterisiert, dass sie alles möchte. Und zwar möglichst perfekt. Das bringt uns jedoch regelmäßig in die Bredouille, denn privates und berufliches Vollgas reißt uns aus dem Gleichgewicht. Das macht innere Verhandlungen zwischen privaten und beruflichen Bedürfnissen umso mehr notwendig. Ein unreflektiertes “Ja” zu einem verlockenden beruflichen Angebot rund um den Wiedereinstieg ist unter Umständen verheerend und viel zu einfach gedacht. Erfolg ist dann nur oberflächlich. Am Ende steht dann vielleicht sogar ein gefühlter Selbstverrat und/ oder das Burnout – mindestens aber ein schlechtes Gewissen gegenüber KollegInnen und/ oder der Familie sowie Stress in Leben und Arbeit.
  • “Karriere ist… wenn die Beziehung hält”: das sagte tags zuvor Volker Baisch der Väter gGmbH auf dem Event “Arbeit und Leben 4.0″ in München. Gute Energie sowie Stress übertragen sich vom Privaten ins Berufliche und andersherum. Es ist daher in Maßen auch das Interesse des Arbeitgebers, dass die privaten Rahmenbedingungen passen.
  • Das Verschwimmen von Arbeiten und Leben ist heute bereits Fakt und für die Zukunft sicher noch selbstverständlicher. Das sollte ko-kreativ aufgenommen werden.
  • Gedanken und Gespräche über die reine Gestaltung der beruflichen Karriere sind zu wenig, denn sie stehen unter Umständen im inneren Konflikt mit den Bedürfnissen im privaten Bereich. Wenn dieser nicht erkannt und benannt ist, wird er stetig für Unruhe sorgen.
  • Für eine wirkliche Vereinbarkeit muss die Person mit beruflichen und privaten Zielen und Träumen gesehen und auch gewertschätzt werden. D.h. auch die Perspektive der Kinder und die der Eltern in genau dieser Rolle sind wesentlich.
  • Nicht weiter machen wie bisher. Ein Kind oder Kinder verändern die Bedürfnisse der neuen Eltern – immer! Im Rahmen entsprechender Rahmenbedingungen können sie Ideen auf der Basis der (neuen) persönlichen und beruflichen Ziele generieren. Dafür muss der Arbeitgeber offen genug sein: Zuhören – auf Augenhöhe.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt. Ist er glücklich, gesund und zufrieden, engagiert er sich gerne im Job und in der Familie. Karriereentwicklung ist nur ein Baustein, Persönlichkeitsentwicklung dagegen übergeordnet. Der Arbeitgeber sollte zur Frage ermutigen: “Wie willst Du wirklich wirklich leben und arbeiten?”
  • Ein neutraler Raum für die Gedanken zur Gestaltung von Leben und Arbeit ist unersetzbar. Diesen Raum sollte sich jede(r) je nach Geschmack organisieren. Wir bieten hier seitens elterngarten sicher eine gute Option.

Konflikt der Haltungen – Woher die gemischten Gefühle kamen

Ich ziehe hier zwei Situationen aus dem Podium, mit denen ich am meisten gehadert habe. Sie sollten aus der Sicht der neuen Arbeitswelt überdacht werden und meine oben aufgelisteten Punkte etwas mehr mit Gedanken und Leben füttern.

Erstes Beispiel: Umgang mit persönlichen Interessen

Die anwesenden Personaler im Podium bieten ihren Eltern ein Gespräch während der Schwangerschaft an, um die Möglichkeiten für Elternzeit und Wiedereinstieg durchzusprechen. Selbstverständlich wird während der Schwangerschaft, dem Mutterschutz und der eventuellen Elternzeit Kontakt gehalten.

Gespräch und Kontakthalten finde ich sehr wichtig. Allerdings birgt es aus ganzheitlicher Sicht eine Gefahr: die Mutter sagt “ja” mit bitterem Beigeschmack. Das schreibe ich aus Erfahrung in unseren Basecamps. Die werdenden Eltern sind bei uns, weil sie sich im Unternehmenskontext nicht ganz treu geblieben sind. Es ist systembedingt schwer, unmöglich oder einfach auch nicht gewünscht, mit der personalverantwortlichen Person die eigenen privaten Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Dies gehört zur alten Arbeitswelt und hat zu viel mit Leben und zu wenig mit Arbeiten zu tun. Daher haben wir schon oft Eltern bei uns sitzen, die einen bewusst ganzen Blick auf Kinder und Karriere werfen möchten.  Natürlich muss der Mitarbeitende nicht alle privaten Geschichten auspacken. Doch der Arbeitgeber sollte auch daran interessiert sein, dass die Beschäftigten ihre Entscheidungen auf eine stabile Basis gestellt haben – und dazu gehören sowohl private als auch berufliche Faktoren. Nur so kann Stressübertragung vermieden werden und Leben und Arbeiten mit Kindern und Karriere stehen auf gesundem Grund.

Zweites Beispiel: Umgang mit Elternzeit

Eine Unternehmensvertreterin erzählte im Podium mit einer Spur von Stolz, dass in ihrem Unternehmen viele Mütter keine oder wenig Elternzeit nehmen möchten. Natürlich hier erst mal das Lob dafür, dass die Bezahlung hier voraussichtlich sehr gut ist und sich Eltern überhaupt für diese Konstellation entscheiden können. Doch trotzdem: Ich bin auf dem zweiten Blick skeptisch, wenn ein Unternehmen sich damit brüstet, dass die Eltern, bzw. speziell Mütter, dort wenig oder keine Elternzeit nehmen wollen. Mich würden die Motive dahinter interessieren. Ist es wirklich der Spaß am Job und die gute Bezahlung? Oder ist es die Angst davor für ein paar Monate nicht sichtbar zu sein? Etwas zu verpassen? Danach abgestempelt zu sein? Die Angst vor einem “Karriereknick”? Allgemein finde ich hier das “Problem” Elternzeit nur verlagert und nicht kreativ angegangen. Das Potenzial der Elternzeit, nämlich eine gesunde Basis fürs Arbeiten und Leben zu bauen, von der sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte profitieren, wurde unter Umständen konterkariert.

Fazit

Der Begriff “Vereinbarkeit” umfasst eigentlich das Leben und das Arbeiten, die Familie und den Beruf, Kinder und Karriere. Wenn Unternehmen von Vereinbarkeit sprechen, meinen sie jedoch bewusst überspitzt formuliert oft nur die berufliche Perspektive und das bestmögliche “Wegorganisieren” der privaten “Störfaktoren”.

Am Ende stehen die Eltern doch noch ziemlich alleine da, wenn es um den Bau einer gesunden und nachhaltigen Basis für Leben und Arbeit geht. Ich glaube, es hätten alle mehr davon, wenn die “Stakeholder” in einer so bedeutenden Lebensphase wie der Familiengründung mit offenen Karten spielen könnten. Ich hoffe, dass wir diesen ehrlichen und authentischen Weg finden – auf Augenhöhe und durchs Zuhören auf menschlicher Ebene. Mit elterngarten leisten wir hier einen ersten Beitrag.

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Unsere aktuellen Elternzeit Basecamps bundesweit.

Weitere Links:

Eine neue Generation geht in Elternzeit – das erwarten wir von Arbeitgebern

Arbeiten mit Baby – wie ich mich zerreiße.

Wieviel Beruf darf in die Elternzeit?

„New Work“ mit Familie verknüpfen

Link zum neuen Buch von Nicole Beste Forma: Beruf und Familie – Passt!

Unsere Broschüre für Arbeitgeber

 

Eine neue Generation geht in Elternzeit – das erwarten wir von Arbeitgebern

Was bedeutet Elternzeit in der neuen Arbeitswelt?

Die jungen Leute der berühmt-berüchtigten und viel diskutierten Generation-Y sind jetzt so weit, dass sie Familien gründen.

Dass das Thema Elternzeit im Unternehmen nun auch etwas anders angegangen werden sollte, ist hoffentlich klar. Nur wie?

Die sinn- und werteorientierte Generation leistet viel, solange der #Purpose klar ist, die Kollegen toll sind und das Arbeiten Spaß macht. Wie begegnen ihr Unternehmen, wenn sie sich in Elternzeit verabschiedet? Mit Formularen, Teilzeitstunden-Verhandlungen und Vertretungsregeln?

Nein, danke!

Die neue Elternzeit-Generation braucht an diesem wichtigen Punkt im Leben etwas anderes. Und dabei geht es wie immer um Werte, Sinn und Spaß am Job. Um Wertschätzung und Begleitung, ums Zuhören!

Die Zeiten sind vorbei, in denen Menschen, die gerne arbeiten, plötzlich für die Elternzeit einen Schalter umlegen und nur noch für die Familie da sein möchten. In Zeiten der Digitalisierung ticken die Uhren anders.

Foto: Felicitas von Imhoff

Das Schlimmste für viele junge Menschen unserer aktuellen Elternzeitgeneration ist eine #Sinnkrise. Und die ist schon fast vorprogrammiert, wenn Menschen, die sich immer gerne über ihren Job identifiziert haben, plötzlich nur noch zu Hause sind und sich um die Familie kümmern. Die Umstellung vom schnellen Arbeitsleben mit den vielen Herausforderungen und Erfolgen, Unterwegs-sein und After-Event-Partys auf das entschleunigte und extrem fremdbestimmte Leben mit Baby ist kein Zuckerschlecken. Besonders für die Generation-Y!

Genau das sollte von den Arbeitgebern der neuen Arbeitswelt aufgegriffen werden. Wenn Eltern gut durch ihre persönlich-berufliche Veränderung begleitet werden, dann entsteht eine nachhaltige Basis voller neuer Möglichkeiten! Kein Stress, kein schlechtes Gewissen gegenüber Familie oder Kollegen. Statt dessen neue Ideen und Energie.

Wie könnte diese Begleitung aussehen?

Für uns ganz klar: Fördern Sie die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter während dieses grundlegenden Veränderungsprozesses. Geben Sie Ihren Mitarbeitern den Raum und die Möglichkeit innezuhalten, die eigenen Bedürfnisse zu reflektieren, der “Sinnkrise” mit neuen, eigenen Antworten zu begegnen und sich auszurichten im neuen Leben mit Beruf und Familie. Sie brauchen als Unternehmen der neuen Arbeitswelt starke und klare Persönlichkeiten, getrieben und getragen von ihrem #Purpose. Geben Sie Ihren Beschäftigten die Möglichkeit die Elternzeit für eine neue Standortanalyse zu nutzen. Wie möchten sie sich im veränderten System weiterentwickeln? So kommen ihre Beschäftigten gestärkt, mit neuem Schwung und mit guten Ideen zurück aus der Elternzeit. Das gibt es sonst nur beim Sabbatical!

Und welche Möglichkeiten gibt es, sich während der Elternzeit weiterzuentwickeln, ohne dass die Familie zu kurz kommt?

Diese Fragen stellten wir uns bei unserer eigenen Elternzeit und fanden keine Antworten auf dem Markt da draußen. Dann kam die Ideenphase und schließlich die Gründung von elterngarten vor zwei Jahren.

elterngarten hat seine Formate komplett am Elternzeitalltag ausgerichtet. Das Baby darf für die 90 Minuten Präsenzzeit pro Woche dabei sein, der Rest des Formats baut auf Reflektionsübungen, die überall durchgeführt werden können. Das geht in Zeiten der Digitalisierung einfacher denn je. Und das Schöne: man hat auch neben der neuen Familienrolle weiter auch ein professionelles Leben.

“Ausgleich” im Familienalltag

Foto: Felicitas von Imhoff

Das muss man nämlich nicht vergessen. Im Gegenteil: gerade während der Elternzeit kann man es weiterdenken. Dieser “Ausgleich” im Familienalltag zapft Energiequellen an, die sonst brach liegen. Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir: vielen heutigen Eltern tut es richtig gut, neben dem Familienleben die eigenen Werte zu reflektieren, die Ausrichtung und den Sinn neu zu justieren, persönliche und berufliche Pläne anzupassen und sich darüber mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Liebe Arbeitgeber, wenn Sie die Elternzeit innovativ und kreativ angehen möchten, dann sprechen Sie mit uns. Ermöglichen Sie Ihren Eltern einen guten Elternzeitprozess. Wenn Sie mehr über unsere Erfahrungen mit der neuen Elternzeit-Generation wissen wollen oder direkt unser Angebot testen möchten: wir freuen uns über Ihre Nachricht!

Mehr Infos: elterngarten für Arbeitgeber.

Unsere Broschüre für Arbeitgeber

 

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Arbeiten mit Baby – wie ich mich zerreiße.

Oder auch nicht…

Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir, wie es vielen Eltern in Elternzeit geht: sie möchten die Babyzeit genießen und vermissen gleichzeitig schnell ihr professionelles Leben. Dass gerade im ersten Jahr das Baby im Vordergrund steht ist für viele selbstverständlich. Jedoch: wie lebt die professionelle Seite weiter, ohne gefühlt zu verkümmern und eine unterschwellige Unzufriedenheit auszulösen? Im Folgenden erzähle ich von meinen eigenen Erfahrungen mit Arbeit während der Elternzeit und teile ein paar Elternzeit-taugliche Tipps.

Dabei geht es mir nicht um Karrieretipps oder Druck aus dem Arbeitsmarkt. Dieser Blogbeitrag ist für die interessant, die ihre Arbeit einfach lieben – und ihre Familie. Wie kannst Du es schaffen, ohne das Gefühl durch die Elternzeit zu gehen, dass etwas völlig zu kurz kommt?

Blick nach Innen

Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen hilft mir sehr. Ich beobachte, welche unterschiedlichen “Stimmen” in mir sprechen, welche Motive sie haben, ohne mich allzu sehr mit einer Partei zu identifizieren. Diese Distanz hat einen “heilenden” Effekt: so können  beispielsweise die liebevolle Mutter und die professionelle Beraterin nebeneinander leben, ohne gegeneinander einen inneren Kampf zu vollziehen. Sie haben unterschiedliche Ansichten und das dürfen sie auch gerne. In “internen Verhandlungen” vereinbaren wir einen Weg – wenn es sein muss täglich neu – und das übergeordnete Glück muss nicht zerbrechen. Im Coaching gehe ich mit KlientInnen hier tiefer ein. Das bringt immer Erkenntnisse hervor – über diverse Beweggründe der polarisierten Parteien und gemeinsame Lösungen.

Ich bin nun während meiner dritten Elternzeit weiter beruflich aktiv. Alleine schon, damit elterngarten weiter laufen kann. Aber vor allem, weil es Spaß macht und mich auf eine Art auch sehr glücklich macht. So habe ich auch noch einen kleinen Ausgleich neben dem Baby- und Familienalltag und mache etwas “sinnvolles” nur für mich. So führe ich auch noch weiterhin ein Leben jenseits der Familie, was ja für den arbeitenden Elternteil immer der Fall ist. Für den Elternteil zu Hause ist dies jedoch nicht selbstverständlich. So war das für mich jedoch nicht schon immer.

Jede Elternzeit eine andere Erfahrung

Meine professionelle Seite hatte während der ersten Elternzeit eine ganz schön schwere Zeit. Im Job war ich vorerst draußen, aber ich (bzw. meine professionelle Seite) vermisste bei allem schönen Baby-Alltag doch sehr all das, was ich an meinem Beruf so liebte: Kreativität, tolle Projekte, Austausch mit Kollegen, Erfolgserlebnisse, das Gefühl etwas bewirkt zu haben, direktes Feedback, Herausforderungen. Das wirkte sich als Unzufriedenheit aus – nicht nur die der professionellen Seite. Diese Unzufriedenheit betraf mein ganzes inneres System! Ich freute mich wieder aufs Arbeiten, war aber auch nicht wirklich gut vorbereitet auf Vereinbarkeitsthemen – hilfreiche “interne Verhandlungen” hatte ich damals noch nicht geführt. Kind Nr.2 war dann auch schnell unterwegs.

Die zweite Elternzeit war dann anders. Ein Coaching brachte mich zu guten Ideen und nicht zuletzt ist daraus elterngarten geworden. Ich war “trotz Elternzeit” wieder im Flow und konnte brach liegende Energie wieder kanalisieren – mein inneres System war wieder ausgeglichen. Ich startete u.a. eine Coaching-Weiterbildung, die mich persönlich und beruflich unbeschreiblich weit gebracht hat.

Jetzt in der dritten Elternzeit weiß ich um die üblichen Elternzeit-Gefahren. Ich wusste direkt, wie ich diese unwohlige Unzufriedenheit gar nicht erst entstehen lasse. Ich bin mittels eines „inneren Dialogs“ in erfolgreiche Verhandlungen mit meinen professionellen Seiten getreten und nun zufriedener denn je. Ich genieße den Babyalltag und muss mein “Arbeitstier” in mir auch nicht verkümmern lassen. Meine Haupterkenntnis: ein kleines Elternzeit-Projekt tut gut, macht zufrieden und verbessert bestenfalls sogar noch ein bisschen die Welt. 

Kleine alltagstaugliche Päckchen packen

Dieser Blog-Beitrag ist genau so entstanden – hauptsächlich sogar am Smartphone mit einer Notiz-App. Ich schrieb zuerst die Gliederung und dann habe ich Stück für Stück weiter geschrieben – beim spazieren hauptsächlich, die Kleine im Tragetuch dabei. Ich liebe das Schreiben, und wenn ich sonst nicht dazu komme, dann so. So läuft aktuell mein überwiegendes Tun für elterngarten.

Wichtig für mich ist, dass ich hier einen Ausgleich sehe. Viele Leute fragen mich: Du bist ja verrückt, wann machst Du das denn alles? Jedoch: ich investiere meist nicht viel Zeit auf einmal. Läppert sich aber, wenn ich dran bleibe. Hauptsache es macht Spaß, gibt Energie, ist Ausgleich und kein zusätzlicher Stressfaktor.

Jeder kann sein persönliches Elternzeit-Projekt starten

Was ist *Dein* Elternzeit-Projekt? Kennst Du Deinen Ausgleich, Deine Energiequelle, Deinen roten Faden durch die Elternzeit, der Deine anderen inneren Anteile bedient, wo doch sonst die Rolle “Mama/ Papa” so konkurrenzlos im Vordergrund steht?

Das Schöne an der Elternzeit: keiner erwartet etwas von Dir, alle stempeln Dich erst mal als Mama/ Papa mit Baby ab. Du hast viel Zeit zum nachdenken. Das Elterngeld deckt das Nötigste  ab. Du darfst jetzt ideell getrieben sein, nicht finanziell. Das, was Du tust, soll Sinn machen, zu Deiner Familie und Deinen Werten passen. Und wenn Du eine einzige freie Stunde am Tag hast – während das Baby schläft – dann möchtest Du sie sinnvoll investieren.

Jetzt kannst Du experimentieren, ausprobieren, testen. Jetzt kannst Du die Weichen legen für einen Neustart nach der Elternzeit. Du kannst Pläne machen. Du kannst die Basis für Dein eigenes Business legen oder neue Ideen mit Deinem Arbeitgeber ausprobieren. Du kannst Dich weiterbilden mit dem, was Dich interessiert.

Was ist Dein Herzensprojekt? Gibt es eine Energiequelle für Dich, die gerade nicht angezapft wird? Schreibst Du eigentlich gerne, liest Du gerne, lernst Du gerne, bist künstlerisch aktiv, kreativ? Aber Du kommst zu nichts?

Und wie packst Du das in Elternzeit-alltagstaugliche Päckchen?

Wie arbeite ich mit Baby, ohne Fremdbetreuung?

Mein Elternzeit-Projekt ist offensichtlich die Weiterführung von elterngarten. Doch wie arbeite ich denn gerade – mit Baby dabei, so mitten im Alltag? Wie sehen meine Päckchen aus?

Meine geliebte Notiz-App habe ich oben bereits erwähnt. Hier entstehen nicht nur Blog-Beiträge, wie dieser hier. Ich schreibe alles auf, was für mich wertvoll ist oder werden könnte: Ideen, ToDos, Gedichte, kurze Artikel. Manchmal schreibe ich auch hier e-Mails vor, weil mir das in der App bequemer ist und ich beliebig oft drüber lesen und korrigieren möchte (und nicht ausersehen auf den Send-Button komme).

Telefonate führe ich hauptsächlich draußen beim spazieren. Meetings kann ich auch wunderbar beim spazieren halten. Das mache ich nicht nur intern bei elterngarten. Ich habe auch schon entferntere Kooperationspartner und Kollegen zu einem Spaziergang eingeladen. Die Kleine ist dann immer im Tragetuch dabei. Eine ehemalige Klientin macht das übrigens ähnlich. Sie veranstaltet Kunstführungen mit Baby in der Trage. Anders, unkonventionell, aber kommt nach meinen Erfahrungen immer gut an.

Viel Kommunikation läuft auch über Sprachnachrichten. Das geht viel schneller als tippen und ist trotzdem asynchron. So kann man antworten, wann es passt. So sind schon richtige Konzepte entstanden.

Diverse Einzelcoachings und ein Elternzeit Basecamp habe ich auch schon von zu Hause aus durchgeführt. Das geht mit Baby im Tragetuch oder mittlerweile auch gerne auf der Decke oder dem Schoß wunderbar. Darf nur nicht zu viel sein.

Mit unserer elterngarten Coach Christine in München, die ja auch einen ebenso kleinen Nachwuchs hat, treffe ich mich auch gerne immer wieder persönlich. So haben wir unseren kleinen “Coworking Space mit Baby”.

Unser elterngarten Team hinter den Kulissen nutzt ein Community-Tool, in dem wir täglich kommunizieren. Wir teilen Tipps, Erkenntnisse, Ideen und auch Bedenken. Im Zweifel packt auch immer jemand an und bietet Unterstützung.

Außerdem hat sich für mich die Wunderlist-App bewährt, sie ist für mich Gold wert. So verzettle ich mich selten, ich kann dann einfach draufschauen und entscheiden, was gerade geht – und was in der verfügbaren Zeit gerade das Wichtigste und Machbarste ist.

Auch hier wieder: Klarheit ist an erster Stelle. Qualität zählt. Ich mache keine Termine, die nicht wichtig sind. Dafür ist mir meine Zeit mit Baby und Familie zu wichtig.

Ich lasse mir gerne helfen und scheue mich auch nicht zu fragen. So kann ich mich wirklich fokussieren. Bestimmte Dinge können andere besser und schneller als ich. Das heißt für mich “Outsourcing”: wir haben z.B. eine Haushaltshilfe, für die Buchhaltung und die IT wird regelmäßig Unterstützung eingekauft. 

Wenn ich müde bin, weil die Nacht anstrengend war, dann ruhe ich. Wenn ich mir bzw. irgendeine meiner Antreiberinnen in mir etwas vorgenommen hatte, dann ist das echt schwer. Schon wieder Pläne verschieben! Aber für mich ist es nachhaltiger, wenn ich nicht im Funktionier-Modus sondern im Lebe-Modus bin.

Abschied vom Perfekten

Ich möchte hier nichts vorspielen. Vieles geht gerade nicht. Vieles bleibt auf der Strecke: gute Bücher und auch den ein oder anderen tollen Auftrag oder Einladungen zu Veranstaltungen gehen flöten. Diejenigen, die aktuell an einem Basecamp teilnehmen, haben gerade erfahren, dass die Rechnungen etwas später als angekündigt versandt wurden. Jedoch: Damit habe ich Frieden geschlossen, auch wenn das nicht einfach war. Ich habe gelernt, dass damit wirklich nicht die Welt untergeht.

Außerdem: Ich kann mein Sein und Tun in und für die Familie weit mehr wertschätzen als während der ersten Elternzeit. Die Zeiten sind vorbei, dass ich abends im Bett liege und frustriert denke, ich hätte “nichts gemacht”. Ich kann meine Arbeit im Haushalt auch wertschätzen. 

Sowas geht nicht auf Knopfdruck. Das ist ein Wachstumsprozess. Sich selbst zuhören, Innere Selbstführung, innere Verhandlungen – das kann man lernen. Und die Elternzeit ist bestens dafür geeignet. Ich komme mit dem langsamen Tempo zurecht und sehe auch Vorteile in dieser Entschleunigung. Alles wird intensiver und jeder Moment ist für mich noch wertvoller. Ich begegne dem Glück im Alltag und habe aufgehört auf den nächsten Urlaub zu warten um durchzuschnaufen. Innehalten und Energie tanken kann ich jederzeit!

Liebe

Das mag jetzt vielleicht alles sehr unentspannt und leistungsgetrieben sein. Und ja, sicher schwingt da auch ein Leistungsanteil mit. Aber es handelt sich am Ende doch nur um eine Stunde am Tag, eine kleine regelmäßige Dosis. Der Hauptteil ist für mich ganz klar die Baby- und Familienzeit. Ich bin völlig verliebt in meine kleine Tochter (und natürlich die beiden Geschwister und meinen Mann…). Ohne diese Liebe würde das alles nicht funktionieren. Und auch diese Liebe braucht viel Zeit und Fürsorge. Man glaubt es kaum, aber die Stillzeit nutze ich in 99% der Fälle nicht fürs Handy und Facebook, denn diese innige und am Ende doch so kurzweilige Zeit möchte ich mir nicht mit Ablenkung entzaubern. Wir leben so unseren Flow und sind getragen und gehalten von einem starken Band, das uns unzertrennlich macht. Diese Bindung ist so innig und unbeschreiblich. Nichts von dem, was ich oben beschrieben habe, wäre mir was wert ohne dieses Vertrauen, dass wir zusammen gehören und für immer füreinander da sind.

Siehe auch

New Work mit Familie verknüpfen.

Wieviel Beruf darf in die Elternzeit? Erfahrungen in einem Business-Spiel mit Baby dabei.

Perfekt in den Elternzeitalltag einbaubar: unsere Elternzeit Basecamps. Lass Dich unterstützen bei der Suche Deines Elternzeit-Projekts – nachhaltig und zukunftsweisend.

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Danke für die Fotos an: Felicitas von Imhoff

Wieviel Beruf darf in die Elternzeit?

Vereinbarkeit von Beruf und Familie – das habe ich in konzentrierter Form im Rahmen eines Workshops mit einem einstündigen Business-Spiel erlebt. Das Tolle an Business-Spielen ist ja das direkte Erleben und Erfahren in einem sonst künstlichen und ungefährlichen Terrain. Im Nachhinein finde ich das Erlebte total erhellend und auch irgendwie krass, welche Erkenntnisse so eine kurze Inszenierung hervorbringen kann.

Kurzer Hintergrund: schon vor der Geburt meiner Tochter im August kam eine interessante Einladung zu einem Expertendialog zum Thema “agiles Arbeitsumfeld” und ich wusste, dass hier ganz tolle Leute teilnehmen sollten. Die Kernthematik drehte sich um die Auswirkung von agilen Arbeitsformen/-prinzipien auf die Innenwelt von Menschen. Ich sagte schon vor der Geburt zu – unter Vorbehalt, weil ich das Töchterchen erst mal kennenlernen musste um abzuschätzen, ob sie auch bei diesem Workshop mitmachen würde. 

Zusage mit Einschränkung

Ich war mir bis kurz vor der Abfahrt noch nicht sicher. Dass ich 15-21 Uhr nicht komplett mitmachen werde war schon klar. Der Organisator – ganz agil – fand es gut, dass wir es einfach probieren wollten und uns vorerst nur für die ersten 2-3 Stunden eincheckten.

Für die normalerweise halbstündige Anfahrt nahm ich mir eine gute Stunde Zeit. Was auch gut war, denn die Kleine mag kein Autofahren. Und zwischendurch hielt ich an um zu stillen und zusätzlich gab es auch noch einen Stau. Das alles haute aber gerade so genau hin, dass sie pünktlich um 15 Uhr zum Start des Workshops im Tragetuch einschlief.

Wieviel kann ich erwarten?

Ich versuchte vorab ein Erwartungsmanagement mit mir selbst. Wichtig ist, dass sich die Kleine wohl fühlt, bei Mama sein darf und wenn dann noch was übrig bleibt, freue ich mich über eine aktive Teilnahme an der Runde. Das war zumindest die Oberfläche.

Tanja mit 2-monatiger Tochter im Tragetuch

Untendrunter hörte ich ein Stimmen-wirr-warr in mir: so ganz rein war das Erwartungsmanagement nicht. Da war schon jemand in mir, die gerne bis zum Schluss teilnehmen wollte. Darauf reagierte eine empörte Mutter in mir, die eigentlich alles von vornherein als Schnapsidee abtat und nur widerwillig mitkam. Dann gab es noch einen Teil in mir, der extrem neugierig auf die Leute in diesem Kreis war und so viel wie möglich Netzwerken und Mit-gestalten wollte – am besten alles nach- und vorholen, was aus seiner Sicht zu kurz kommt zurzeit. Auf dieses Stimmen-Wirr-Warr reagierte wieder ein Anteil, der unsicher über dieses Vorhaben war und lieber einfach außen vor stehen wollte mit dem Ergebnis, dass sich jemand meldete, die sich als Außenseiterin irgendwie hilflos und überflüssig fühlte. Meine Sonderrolle war einfach klar und ich hatte große Mühe, meine vielen Erwartungsträger zu sehen, zu hören und irgendwie ein Vorgehen auszuhandeln, das jedem gut tat und nach außen auch noch einen Beitrag leisten konnte. Vereinbarkeit live, und es kam noch besser… Was ich bis hierhin jedoch schon feststellen konnte: es ist nie ein entweder-oder. Die fürsorgliche Mama ist da UND die neugierige Netzwerkerin, die lernwillige Beraterin, die gewissenhafte Professionelle.

Es geht los, wie läuft’s?

Schon bei der Einführung und Vorstellungsrunde war ich unentspannter als normal. Jederzeit könnte die Kleine doch wach werden und dann würde ich spontan etwas anderes machen als teilnehmen.

Das Stimmen-Wirr-Warr setzt sich fort: die sich Absichernde (war es wirklich okay, das Baby dabei zu haben?), die Dankbare (ja es ist okay, die anderen fanden es sogar eher cool so ein kleines süßes Baby mit dabei zu haben), die Ungeduldige (lasst uns jetzt endlich loslegen, jetzt geht es noch, gleich eventuell nicht mehr)…

Und dann wurde es richtig spannend. Wir starteten mit dem “Ubongo Flow Game”. Das Spiel hat drei Durchläufe und simuliert pro Durchlauf unterschiedliche Unternehmenssysteme: ein klassisches, Kanban (also schon etwas agiler) und ein agiles Arbeitsumfeld. In unserer 10-köpfigen Runde in zwei Teams legten wir bei den Durchläufen neben den üblichen Spielerkenntnissen auch einen Fokus auf unsere Innenwelt. Wie erleben wir die jeweiligen Systeme innerlich, welche Auswirkungen hat das Erlebte auf unsere Emotionen und Reaktionen und Wechselwirkungen mit unseren KollegInnen.

Das Ubongo Flow Game

Schon bei der Rollenverteilung für die erste Runde wurde ich als Mama mit Kind einer Rolle zugeteilt, die nur am Ende den Stand des Teams kommunizieren sollte und (vorerst) keinen Einfluss auf den Erfolg des auf Zeit arbeitenden Teams hatte. Klar gab es in mir Anteile, die gerne eine aktivere Rolle gehabt hätten. Die Unsichere fühlte sich direkt abgestempelt und herabgesetzt. Jedoch war klar: geht nicht mehr, wenn sie wach wird… Und die aufgewachten Selbstwert hinterfragenden Anteile in mir beruhigten sich wieder. Ich hielt mich auch selbst zurück, die Mama in mir war zufrieden und relaxed und war dankbar für meinen unauffälligen Platz. Meine professionellen Anteile beobachteten jedoch sehr genau die anderen und ich bemerkte in mir auch einen Besserwisser (ich könnte es besser, kann der das Kind nicht mal kurz nehmen?) und Regelbrecher (können wir das hier nicht anders machen, das ist doch völlig ineffizient!). Großes Kino in mir!

Am Ende der ersten Runde kommunizierte ich den Teamstand, das Töchterchen war mittlerweile wach, was die fürsorgliche Mutter zunehmend stresste. Sie wollte einfach Ruhe für Mutter und Kind und wäre sofort nach Hause gefahren. Die Professionelle handelte aber ein Bleiben bis auf Weiteres erfolgreich aus. Das war dann okay, ich versprach der Mama in mir einen extra-kuscheligen Abend zu Hause. Insgesamt war ich unzufrieden mit meiner Leistung und auch der des Teams, fühlte mich eingeengt und spürte sogar eine Genervtheit gegenüber diesen starren Regeln der ersten Runde. Ich wusste, dass es ein Spiel wird und dachte, es kann nur besser werden. Wenn ich es noch erlebe…

Die zweite Runde startete. Ich war wieder in meiner hintergründigen Rolle, da das Team jedoch schon flüssiger arbeiten konnte, hatte ich am Ende immerhin etwas mehr zu rechnen. Gleichzeitig stillte ich die Kleine mittlerweile und passte auf, dass mein Tragetuch nicht auf den Boden fällt, das Mützchen nicht zu stark verrutscht und ausreichend viel meiner stillenden Aktivität einfach unsichtbar blieb. Die Mama in mir war weiterhin zunehmend gestresst. Die Professionelle in mir zunehmend ambitioniert. Mein innerer Konflikt spitzte sich zu. Denn das Team wuchs rasant schnell zusammen und meine Rolle wurde einfach wohlwollend akzeptiert. Ich wäre gerne aktiver für die Gruppe gewesen, doch war ich froh überhaupt dabei gewesen zu sein und kam damit klar, nicht high-performing aufzufallen, wie es sicher gerne eine meiner Professionellen Anteile getan hätte. Die Reflektionsrunde war interessant. Jeder Teilnehmer fühlte sich freier, das gab Kanban schon mal her. Mir fällt im Nachhinein aber stark auf, dass ich mein Feedback eigentlich nur aus der Perspektive der Professionellen gegeben hatte. Dabei hatte ich schon gefühlt einen großen wichtigen Anteil in mir ausgelassen, was mich verunsicherte und mir auch die Kraft für die Stimme der Professionellen nahm.

Dritter Durchlauf: nun konnten wir im Team unsere eigenen Regeln aufstellen. Der Energielevel stieg rasant nach oben. Auch wenn meine Kleine jetzt hellwach war, jetzt durfte ich auch aktiver werden. Die Mama in mir passte auf die Kleine auf, die Professionelle legte los und übernahm Aufgaben, die gerade dran waren. Mit Kind auf dem Arm war ich weniger beweglich zum Legen von Karten und Platten. Aber ich konnte Muster suchen und finden und mein Beitrag war hier sicher größer als bei den vorangegangenen Durchläufen. Bei der Reflektion des Durchlaufs wurde festgestellt, dass wir so agil die beste Leistung erbrachten. Das Team war froh um meinen Beitrag und niemand hatte bewusst gemerkt, dass ich nebenbei auch noch mit dem Töchterchen beschäftigt war.

So war es definitiv nicht geplant gewesen

Ich dachte meine Tochter würde länger schlafen und ich könnte mehr “Vollzeit” dabei sein. Statt dessen habe ich eine Teilzeit-Erfahrung während des Business-Spiels erlebt. Eigentlich wie im richtigen Leben. Da passiert mit Kindern ja auch immer etwas, was die Pläne kurzfristig ändert.

Ich war als Expertin eingeladen und wollte auch als solche teilnehmen. Damit war die Mutter in mir auch voll einverstanden. Das Baby dabei wollte ich jedoch unbewusst eher verstecken (“schläft ja nur, spielt keine Rolle”). Doch es spielte eine große Rolle. Ich wurde als Mutter UND Expertin herzlich begrüßt und wahrgenommen und auch das Baby hat schon während des Business-Spiels eine klare wichtige Rolle eingenommen. Während wir unsere Innenwelten reflektierten war IMMER auch die Mutter dabei, die sich gut oder schlecht fühlte. Diese Rolle befand sich neben der Expertin auf Augenhöhe, und spielte bei allen internen Verhandlungen eine wichtige Rolle.

Meine Erkenntnisse

Mein größter Beitrag war also im agilen Arbeitsumfeld möglich. Im Team verteilten wir uns so, wie wir uns im Moment am besten aufstellen konnten und ich machte das, was in meiner “Teilzeit” möglich war. Jeder im Team spürte den erhöhten Energielevel und uns allen machte die Arbeit Spaß. Jeder von uns übernahm in seinem/ ihren Rahmen Verantwortung fürs Ziel und – eine tolle Erfahrung – auch füreinander. Es wurde gar nicht erwartet, dass ich das Baby verstecke! Ich war einfach da, mit Baby, und wir konnten meine Rolle einfach im Dienste des Ziels anpassen.

Wir konnten uns alle mit dem gemeinsamen Ziel identifizieren und unser jeweiliger Eigenantrieb fügte sich gefühlt perfekt in die Zielerfüllung.

Eine weitere tolle Erfahrung war die offene Reflektion unserer jeweiligen Innenwelten. Jeder fühlte sich mal dumm oder unzureichend, ungeduldig oder überfordert. Durch unsere Offenheit miteinander wuchsen wir schnell zusammen, was unser Selbst- und das Gruppenbewusstsein steigerte. Dies hatte große Auswirkungen auf unsere Lernkurve und das Endergebnis unserer Gruppenarbeit.

Wieviel Beruf passt in die Elternzeit?

Jederzeit würde ich wieder ein solches “Experiment” wagen. Denn in der Elternzeit habe ich weiter meine professionellen Seiten, die auch ein bisschen Futter brauchen. Das tut der Mama in mir sicher nicht weh! Ich konnte einen Beitrag leisten, habe tolle Leute wiedergetroffen bzw. kennengelernt und auch die Erfahrung gemacht “trotz” Baby willkommen und integriert zu sein. In drei Wochen nehme ich an einem Zertifikationsmodul einer eineinhalbjährigen Coaching-Weiterbildung teil. Das Töchterchen kommt natürlich mit und ich bin gespannt, wie das funktionieren wird. Dankbar bin ich für die Möglichkeit meine Tochter nicht frühzeitig fremdbetreuen lassen zu müssen und trotzdem nicht ausgeschlossen zu werden von beruflicher Weiterentwicklung. Denn sowohl die Mutter als auch die professionellen Seiten haben in meinen internen Verhandlungen ihre Stimmen, zurecht. Sie dürfen gemeinsam kreativ werden, welche Möglichkeiten wir haben. Und Möglichkeiten gibt es! Ich wünsche allen Eltern in Elternzeit ähnliche Erfahrungen und Arbeitgeber und professionelle Kreise, die diese “Experimente” zulassen.

 

Danke Christian Macke für Deine Einladung. Danke an Dietz-Training für Eure Offenheit!

Siehe auch: New Work mit Familie verknüpfen.

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Über Partnerschaft, Elternzeit und Weiterentwicklung.

Was hat die Partnerschaft in unserem Blog verloren, wo es bei elterngarten doch um die persönliche und berufliche Weiterentwicklung geht?

In unseren Elternzeit Basecamps beobachten wir immer wieder, wie die Eltern (meist Mütter) beschreiben, wie wenig der (arbeitende) Elternteil präsent ist – nicht nur körperlich, sondern auch und vor allem in den vielen Überlegungen und Gedankenschleifen rund um die Frage „Wie geht es weiter mit mir?“. Alle Karten auf den Tisch: Im Alltag ruft die Arbeit, das Kind schreit, die Zeit drängt, Einkäufe müssen erledigt werden und nicht selten steht „ganz nebenbei“ noch ein Umzug an. In den ersten zwei Jahre nach der Geburt kann man von der Partnerschaft nicht allzu viel erwarten*. Es ist schon mal viel erreicht, wenn die Eltern als Team gut funktionieren. Doch „nur“ das Funktionieren reicht nicht, wenn beide Partner Ambitionen haben sich persönlich und beruflich weiterentwickeln zu wollen.

In unseren Elternzeit Basecamps und auch Einzelcoachings taucht immer wieder ein ähnliches Muster auf. Der zu Hause gebliebene Elternteil, meist eben die Mutter, verliert stetig an Selbstbewusstsein und wird zunehmend frustriert. Die Decke fällt auf den Kopf und der Mangel an Möglichkeiten für einen professionellen Austausch unter Erwachsenen tut sein Übriges dazu. Dabei spielt die Partnerschaft aus unserer Sicht eine tragende Rolle. Warum?

Vermisste Wertschätzung

Der Knackpunkt für zunehmende Frustration ist oft die vermisste Wertschätzung – wenn diese nicht vom Partner kommt, woher soll sie sonst kommen? Vom Kind zu Hause kann diese nicht erwartet werden. Da der Job wegfällt, fällt hier ein wesentlicher Feedbackkanal aus. Gerade engagierte und ambitionierte Eltern haben sich bisher stark über ihre Jobs identifiziert und ihren „Wert in der Welt“ am Beitrag für ihren Job und an ihren bisherigen Leistungen gemessen.

Oft haben die weiter arbeitenden Partner gar nicht auf dem Radar, dass das Thema „Wertschätzungsmangel“ so präsent ist. Und die betroffenen Eltern geben sich oft selbst zu wenig Wertschätzung für das, was sie tagsüber (und nachts) alles so wuppen. Wie oft haben wir das bei elterngarten schon gehört: „Haushalt, Baby und Co: das kann ja jeder, dafür habe ich nicht studiert.“ Und genau hier möchten wir einhaken, denn vielen Eltern könnte eine veränderte Haltung das Erleben der Elternzeit wesentlich verändern – und folglich eventuell das ganze Leben, denn Entscheidungen und Handlungen während und nach der Elternzeit sind entscheidend für alle weiteren Schritte und werden je nach Ausgangslage anders ausfallen.

Sich Freiräume schaffen

Die Qualität der Partnerschaft trägt also unserer Erfahrung nach wesentlich dazu bei, dass die Elternzeit als Feld der Möglichkeiten (für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung) und nicht als Sackgasse wahrgenommen wird. Partnerschaft sollte eine Energietankstelle sein*. Hier sollte Platz für Träume sein. Für gemeinsame – aber auch für persönliche und berufliche Träume. Hier sollten Freiräume geschaffen werden und Ermöglichung gelebt werden. Auf Augenhöhe, für Beide, dem Elternteil zu Hause und dem im Job. Doch wie soll das gehen im Elternzeit Alltag? Es ist viel leichter, dass der eine Elternteil den anderen Elternteil einfach „abhängt“.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Wertschätzung für die jeweiligen Rollen in der Familie sehr wesentlich ist für die erlebte Qualität der Elternzeit und nicht zuletzt für die Qualität der getroffenen Entscheidungen hinsichtlich weiterer Schritte mit der Familie und dem Beruf. Die Rolle der zu Hause bleibenden Person ist neu und die Partner müssen sich neu organisieren statt so weiterzumachen wie bisher nur gefühlt in eingeschränkter Form. Hier ist es gefährlich das Denken zu reduzieren auf die Aussage, dass ein Partner jetzt „zu Hause ist, nichts mehr leistet und weniger oder nichts mehr verdient“. Das ist zu kurz gesprungen. Der Partner zu Hause hat nun einen anderen Job mit einer anderen Vergütungslogik, er sollte sich auch über die neue Rolle definieren und identifizieren können, und nicht nur über das, was mal vor der Geburt war. Dabei sollten sich die Partner gegenseitig unterstützen.

Weiter denken: Sich ein eigenes System schaffen

Auch finanziell – denn in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem müssen wir uns in der Partnerschaft und vor allem in der Elternzeit unsere eigene Logik bauen. Oft erleben wir leider, dass Geld als implizites Machtmittel missbraucht* wird. Der Partner zu Hause, der nun weniger oder gar nichts mehr verdient, begibt sich in eine gefühlte Abhängigkeit vom arbeitenden Partner (was wiederum hinterlegt, dass der Elternteil zu Hause „nichts wert ist“…). Da das Basecamp bei uns auch etwas kostet und nicht alle Arbeitgeber eines zahlen, müssen TeilnehmerInnen sich oft die Teilnahme am Basecamp in der Familie „hart erkämpfen“ und haben zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen, da das ausgegebene Geld nicht ihres ist, sondern eine „Spende“ des Partners. Dass wir uns hier nur mit Glaubenssätzen beschäftigen und diese auch geändert werden können ist vielen nicht bewusst. Wie stark machen wir uns abhängig vom Wirtschaftssystem da draußen? Bzw. wie schaffen wir uns unser eigenes System, was besser zu unseren Werten passt – und sei es nur in unserem Mikrokosmos Familie.

Wenn die Partner wirklich daran interessiert sind sich gegenseitig in ihrer Entwicklung zu unterstützen, wenn sie trotz der finanziellen makro-systemisch bedingten schiefen Rahmenbedingungen auf Augenhöhe bleiben, dann entsteht ein anderes Selbstverständnis. Der weiter arbeitende Partner hat ein Kind und kann nur deswegen arbeiten und Karriere machen, weil der andere Partner ihm den Rücken freihält. Wieviel ist das dem arbeitenden Partner wert? Wieviel ist dem arbeitenden Partner wert, dass das Familienklima gesund ist? Dass Zufriedenheit überwiegt? Dass der Partner nicht gestresst ist? Die Kinder glücklich? Dass sich die Familie weiter gesund entwickeln kann? Dass alle zufrieden sind? Die meisten Partner würden sagen, dass das am allerwichtigsten ist. Und wenn sie tagsüber nicht dabei sind und nicht die kleinen und großen Wutanfälle, Küchenkatastrophen, durchgeschrienen Besorgungsfahrten oder verpatzten Mittagsschlafe erleben (was oft stressiger ist als die stressigsten Meetings im Office) dann ist Frage angebracht: „Was können wir wie füreinander tun, damit es uns gut geht?“ Aus unseren Erfahrungen können wir sagen, dass hier die Teilnahme an einem Basecamp oft schon mal ein großes Signal ist für das Leben auf Augenhöhe und das Interesse an der jeweiligen Weiterentwicklung des Partners – egal ob zu Hause oder im Job.

Die Partner sollten sich in den neuen jeweiligen Rollen erkennen und wertschätzen. Wenn sich die Partner ermöglichen, sich gegenseitig unterstützen mit den Ambitionen und Träumen und Plänen, dann kann auch die Elternzeit genutzt werden als Feld für Weiterentwicklung – für alle Beteiligten.

* Lesetipp, das neueste Buch unseres elterngarten Coach Sascha Schmidt:
„Wieder Paar sein – Erfüllte Zweisamkeit trotz Arbeit und Kind“

Dieser Artikel wurde in redigierter Form auch bei EditionF veröffentlicht:
Die Elternzeit stellt eine Beziehung auf Augenhöhe auf die Probe – das muss aber nicht sein

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Ein Blick hinter die Kulissen: erste Elternzeit bei elterngarten

Und was ist mit elterngarten? Diese Frage wurde mir in den letzten Monaten öfters gestellt. Der Unterton war dabei in meiner Wahrnehmung immer der gleiche: Geht das denn weiter nach der Geburt Deines dritten Kindes? Wie soll das gehen?

Jetzt ist sie da, unsere kleine Tochter, letzte Woche gesund und proper geboren. Während ich das hier schreibe, liegt sie auf und neben mir, schläft oder trinkt und schaut einfach nur zuckersüß aus.

Ich genieße unsere Startzeit ins neue Leben, ihr neues Leben als Mensch, mein neues Leben als dreifache Mutter, unser neues Leben als “Großfamilie”.

Und was ist mit elterngarten?

Na spannender kann es ja gar nicht werden. Wir sind diejenigen, die mittlerweile deutschlandweit Möglichkeiten bieten die Elternzeit mit persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung zu verbinden. Wir vertreten die Meinung, dass Weiterentwicklung und Elternzeit keine Widersprüche sind – im Gegenteil. Wir stehen für gute Ideen während dieser besonderen Zeit, statt “entweder oder” integrieren wir die Kinder in unser Leben und das was uns als Menschen ausmacht – nicht nur als Eltern. Wir laden gerne kreative und professionelle Gedanken ein, während wir gleichzeitig ein Baby stillen, spazieren gehen oder Brei zubereiten. Dafür müssen wir nicht bis zum Ende der Elternzeit warten. Meine beiden vorangegangenen Elternzeiten waren für mich jeweils immer inspirierend und besonders. Aus der zweiten Elternzeit ist elterngarten entstanden. In der dritten Elternzeit wird sich elterngarten sicher noch weiterentwickeln und wer weiß, vielleicht wird ja noch das ein oder andere ganz neue Projekt geboren. Prämisse für mich ist immer, dass es mit meiner Familie vereinbar ist, dass es uns allen gut geht, wir gesund und ungestresst bleiben. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Elternzeiten ist vor allem: sich wenig vornehmen und dann dabei bleiben, das Richtige irgendwie tun, nicht irgendwas richtig tun.

Das Baby ist immer dabei und gehört zu allem dazu, es bestimmt meine Rahmenbedingungen, auch wenn es im Alltag oft nicht einfach ist. Ich erlebe, dass ein bisschen Ausgleich, ein paar kleine Projekte, gute Ideen oder mal ein berufliches Telefonat den Babyalltag durchaus bereichern können. Denn wir werden daran erinnert, wer wir sonst noch sind – neben Mutter oder Vater. Und damit will ich keine Wertung implizieren. (Darüber, was der Elternteil zu Hause “wert” ist, hatte ich in unserem letzten Blogbeitrag geschrieben.) Alles in Maßen natürlich. Prioritäten sind klar. Doch wer vor der Geburt einen guten Job hatte, der möchte oft gar nicht komplett darauf verzichten: professioneller Austausch, denken, analysieren, Ideen generieren, umsetzen, netzwerken. Ich weiß, dass ich hier für viele Eltern in Elternzeit spreche und damit auch an die Arbeitgeber appelliere: Eltern sollten die Möglichkeit bekommen, kleinere Projekte auch während der Elternzeit fortführen oder neu starten zu dürfen – wenn es passt, gut vereinbar ist mit den familiären Rahmenbedingungen und inhaltlich reizvoll genug.

Walk the talk.

Wo, wenn nicht direkt bei elterngarten, kann die Elternzeit auch entsprechend gelebt werden? Ich bin ja auch nur eine, dieses Jahr folgen immerhin noch zwei weitere Babys intern bei elterngarten!

Jetzt liege ich hier im Wochenbett mit dem Tablet in der Hand und schreibe meinen ersten Blogartikel in meinem neuen Leben. Und ich kann nur sagen, und dabei natürlich auch nur von mir persönlich sprechen: es ist wunderschön im Wochenbett zu sein, das kleine Wunder dabei, und gleichzeitig die Fühler nach draußen auszustrecken, in wohldosiertem Maß, das ich selbst bestimme und das täglich variieren kann. Ich möchte mir nichts vornehmen, aber ich möchte doch gerne die Möglichkeit haben schreiben und veröffentlichen zu dürfen, wenn eine gute Idee da ist. Und damit vielleicht die ein oder andere Mutter (und gerne auch Väter) zu inspirieren, es ebenfalls auszuprobieren. Elternzeit ist natürlich die Zeit des neuen Erdenbürgers, aber es ist auch die Zeit für Dich. Die perfekte Zeit zum reflektieren, zum innehalten, Ideen zu bekommen und diese auszuprobieren.

Und elterngarten läuft natürlich weiter!

Das Timing für meine Elternzeit ist perfekt, denn die Basis von elterngarten steht. Wir sind ein tolles deutschlandweites Team aus kreativen, engagierten und selbstbestimmt arbeitenden Coaches und Trainern.

Interne Antwortzeiten verlängern sich eventuell hier und da, im Team nehmen wir schon immer viel Rücksicht auf unsere jeweiligen Familiensituationen. Dabei spielt vor allem das Vertrauen eine große Rolle. Hier und da übernimmt halt auch mal jemand etwas, was eigentlich nicht im eigenen Aufgabenbereich liegt. Dabei zieht vor allem die Kraft der elterngarten-Idee: wir haben einfach Lust die Idee nach vorne zu bringen. Wir stehen im Dienst der Idee und da unterstützt uns die flexible Arbeitsweise in unseren internen Reihen.

Selbstbestimmtes Arbeiten, Vertrauen, Rücksicht – das leben und erleben wir. Wir testen was geht und wie weit und laden alle Interessierten ein uns dabei zu begleiten!

 

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Bayern2 besucht elterngarten

In München findet ein Elternzeit Basecamp nach dem anderen statt. Weitere Städte übernehmen das Konzept und bieten zunehmend mehr Basecamps für “ihre” Eltern in Elternzeit an. Grund genug fürs Radio sich das mal genauer anzuschauen. Warum gehen Eltern mit ihren Babys zu elterngarten und nutzen ihre Elternzeit nicht nur für Krabbelgruppe und co, sondern auch für ein intensives Gruppencoaching?

Die Bayern2 Redakteurin durfte bei einer Basecamp-Session im Januar mitlauschen und befragte Teilnehmerinnen, Tanja als Gründerin von elterngarten und Christine als Basecamp-Coach zu ihren Erfahrungen. Es kam sogar eine ehemalige Teilnehmerin dazu, deren Basecamp bereits einige Monate zurück lag. Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit der Zeit danach und wie sie letztendlich ihren Wiedereinstieg organisiert hat. Ist sie ihrer Basecamp-Vision ein Stück näher gekommen? Auch eine aktuelle Teilnehmerin spricht darüber, warum sie am Elternzeit Basecamp teilnimmt und wie sie es aktuell erlebt. Christine erläutert unser Elternzeit Basecamp Konzept und Tanja erzählt davon, wie die elterngarten-Idee entstanden ist, wie die Anfänge vor mehr als einem Jahr waren und welchen Beitrag heute elterngarten für Eltern, Arbeitgeber und Gesellschaft leistet.

Wir sind sehr gespannt, was aus über einer Stunde Hör-Material letztendlich in den 3,5 Minuten gelandet ist, die im Rahmen des Bayern2 Notizbuchs am 21.02.2017 zwischen 10 und 12 Uhr ausgestrahlt werden. Hier geht es zum Radio-Streaming von Bayern2. Hier kannst Du Dich für einen Termin-Reminder eintragen und gemeinsam hören wir in unserer Facebook-Community, was Bayern2 über elterngarten berichtet.

Nachtrag: Beitrag auch als Podcast verfügbar!

Hier geht es zum Bayern2 Podcast.

elterngarten bei den New Work Families

„Wir lieben unsere Arbeit und wir lieben unsere Familie. Wir wollen uns im Beruf verwirklichen und Zeit für unsere Kinder haben. Wir sind die Familien der neuen Arbeitswelt – die New Work Families.“

Das ist unsere elterngarten-Liebeserklärung an eine neue Initiative in Deutschland, die sich perfekt mit unseren Aktivitäten ergänzt und der wir uns aus diesem Grund angeschlossen haben und unterstützen werden.

Warum wir bei den New Work Families dabei sind

Wir lieben unsere Kinder und genießen unsere Elternzeit, wir sind in Krabbelgruppen und später auf Spielplätzen unterwegs. Wir genießen den zeitlichen und räumlichen Abstand vom bisherigen Alltag, der stark durch den meist zeitintensiven und anspruchsvollen Job bestimmt war. Das finden wir inspirierend. Andere Leute nehmen Sabbaticals um auf neue Gedanken zu kommen, Dinge zu hinterfragen, Revue passieren zu lassen, Abstand zu gewinnen. Wir nutzen hierfür unsere Elternzeit und hinterfragen mit Baby auf dem Arm unser bisheriges Leben. Unsere Werte haben sich nochmals deutlich verschoben zur Geburt. Es geht für viele von uns tatsächlich nicht unbedingt um die Frage, wie schnellstmöglich eine Fremdbetreuung organisiert werden kann, um dann den Job zu machen, den wir vorher gemacht haben. Selbst wenn es der „alte Job“ bleiben soll: Es geht darum neue Wege zu finden, wie Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden können, in einen Flow, nicht in eine Zerrissenheit. Wir packen das ein, was uns wichtig ist: Kinder an erster Stelle, Familie, Partnerschaft UND das, was wir bisher in unserem Job gelernt haben, unsere Berufserfahrungen, unsere Ideen. Ganz klar wird aber nicht alles eingepackt. Wenn wir uns die Fragen im Elternzeit Basecamp beantworten, allen voran „Wie will ich wirklich wirklich leben (und arbeiten)?“, dann wissen wir auch sehr oft, was wir nicht mehr wollen.

In der Elternzeit New Work denken – Rahmenbedingungen schaffen

In unseren Elternzeit Basecamps erleben wir regelmäßig bei den TeilnehmerInnen so viel Leidenschaft und Engagement, so viel Lust zu arbeiten, was zu reißen, Lust auf tolle Projekte, Lust auf sinnvolle Arbeit, Lust darauf einen Beitrag zu leisten. Die Rahmenbedingungen unsere professionellen Seiten in unser Familienleben zu integrieren und andersherum liegen meistens leider nicht auf der Hand. Weder bei unseren Arbeitgebern noch sonst irgendwo. Wir müssen uns die Rahmenbedingungen selbst schaffen, wenn wir „trotz Baby und Kinder“ auch noch weiter anspruchsvoll und beitragsorientiert arbeiten und dabei unseren (neuen) Werten treu bleiben möchten. Dafür inspirieren die Elternzeit Basecamps speziell während der Elternzeit und die vielen weiteren Geschichten, die sich nun unter dem Dach der New Work Families sammeln. Wir sagen: Es lohnt sich gerade in der Elternzeit, „New Work“ zu denken und neue Wege einzuschlagen.

Denkblockaden aus der alten Welt, Möglichkeiten der neuen Denke

In erster Linie hindern uns jedoch die eigenen Denkblockaden, die noch aus der „alten Welt“ stammen: Elternzeit ist die Zeit zu Hause, eine Pause vom Job, da soll man sich 100% aufs Baby und die neue Situation einlassen. Geld verdienen sollte man lieber nicht, denn dann wird das Elterngeld gekürzt. Elternzeit-Angebote unserer Arbeitgeber sind selten und beschränken sich zu oft auf weniger spannende Geschichten, wie das ein oder andere Webinar zu neuen internen Systemen, etc. Wie wäre es denn, wenn wir „trotz“ Baby nicht ausgeschlossen werden, sondern auch unsere professionellen Seiten weiter sprechen lassen dürften, auf neue und passende Weise besser integriert? Wie wäre es, wenn wir in ko-kreative Prozesse einsteigen – mit unseren Arbeitgebern, mit anderen Eltern, mit neuen Initiativen… Und zwar schon während der Elternzeit. Genau das möchten wir ermöglichen.

Ausgleich als Eltern – die professionelle Seite ausleben (dürfen)

Immer wieder erleben wir, wie Eltern während der Elternzeit mit 100% Baby und Haushalt nach ca. 6-9 Monaten die Decke auf den Kopf fällt, manchmal später, manchmal früher. Der Ausgleich fehlt. Das hat nichts mit mangelnder Liebe und auch nicht mit dem Wunsch nach Fremdbetreuung zu tun. Sondern einfach mit dem, was wir sonst noch sind außer Eltern.

Als Teil der Initiative „New Work Families“ setzen wir uns für eine bessere Integration unserer unterschiedlichen Bedürfnisse sowie der Bedürfnisse unserer Kinder ein. Wir möchten anregen, dass die Elternzeit selbst nicht zu einer ungesunden Polarisierung unserer unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile führt – also unserer Elternseite und unseren professionellen Seiten. Bei elterngarten und bei den New Work Families dürfen wir unsere Kinder mitbringen und „trotzdem“ arbeiten, Teil toller Projekte sein, voneinander lernen, uns untereinander vernetzen, neue Perspektiven kennenlernen, neue Ideen entwerfen, inspirieren, Workshops machen, Events planen, bei denen die Kinder dabei sind und bei denen wir professionell sein „dürfen“. Die Kinder sind dabei und erleben, wie ihre Eltern Spaß am arbeiten haben. Und für die Kinder: Die Eltern verschwinden nicht einfach irgendwohin, Kinder lieben es dabei zu sein und Teil einer schönen Bewegung zu sein, die offensichtlich den Eltern so gut tut. Das heißt ja nicht, dass wir ausschließlich arbeiten. Jedoch: Arbeit kann in der Elternzeit tatsächlich auch als Ausgleich gesehen werden – das ist mit einer alten Denke nicht fassbar.

Jetzt freuen wir uns Teil einer tollen Initiative zu sein und auf die nächsten Schritte!

Siehe auch: Blogbeitrag “New Work mit Familie verknüpfen”.

Ein Interview mit der elterngarten-Gründerin Tanja Misiak und ihrem Chef Marc Wagner findest Du direkt bei den New Work Families: New Work und Elternzeit – Wenn der Chef die Frage erlaubt: Wie willst Du wirklich leben und arbeiten?

 

 

 

Blogbeitrag aus dem Hamburger Basecamp – Werde die, die Du bist

Melanie Couson ist unsere elterngarten Coach in Hamburg. Sie hat diesen Blogbeitrag nach der ersten Session des Hamburger Basecamps geschrieben. Im Original ist er auf der Seite von Melanie Couson nachzulesen. Danke Melanie für den tollen und energiegeladenen Blogbeitrag!

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Letzte Woche ist mein erstes Elternzeit Basecamp für den elterngarten in Hamburg gestartet. Die Idee dahinter ist, dass Mütter (und Väter) in Elternzeit sich in einem Gruppencoachingprozess mit ihren Wünschen und Zielen für ihr Familienleben auseinandersetzen. Zum ersten Mal begleite ich fünf Frauen dabei und schon der Start hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Vor mir saßen fünf kluge und hochqualifizierte Frauen, die vor der Elternzeit erfolgreich in ihren jeweiligen Berufen gearbeitet hatten – allerdings waren auch 70-Stunden-Wochen und Arbeit bis tief in die Nacht ganz normal. Mit Kind keine Option. In der ersten Session geht es darum sich die eigenen Stärken wieder bewusst zu machen, alte und neue. Wenn wir das Gefühl haben den ganzen Tag nur noch Windeln zu wechseln und unser Baby in den Schlaf zu schuckeln, wenn ein guter Tag einer ist an dem wir es geschafft haben zu duschen UND die Zähne zu putzen – dann geht uns nach einer Weile das Gefühl dafür verloren, was wir alles schon geschafft haben und weiterhin jeden Tag schaffen.

Als die Teilnehmerinnen so erzählten und auf Karten an der Wand immer mehr Stärken gesammelt wurden, da fand ich es mal wieder zum Haareraufen, was der Arbeitswelt da eigentlich an Potential verlorengeht. Und das nur weil sich die 40-Wochenstunden-Präsenz (Minimum) plus maximale Flexibilität so hartnäckig hält, obwohl es doch gerade in unseren heutigen Welt so viele andere Lösungen geben könnte. Obwohl längst allen klar ist, dass kein Mensch 8 Stunden am Tag – geschweige denn noch länger – produktiv sein kann, werden die Kraft, die Ideen und die frische Perspektive von Frauen verschenkt, bloß weil sie auch für ihre Kinder da sein wollen. Manche haben Glück, die allermeisten eher nicht. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus, denn daran können wir nur bedingt etwas ändern (darauf komme ich später zurück).

Mir ist mal wieder klargeworden, dass die Elternzeit viele in eine Krise stürzt. Und Krisen sind etwas Gutes (auch wenn ich jedem, der mir das in meiner eigenen Elternzeit-Krise hätte verkaufen wollen, wahrscheinlich eine Bratpfanne um die Ohren gehauen hätte). Aber wenn wir auf unser bisheriges Leben zurückblicken, woran sind wir am meisten gewachsen? An den Zeiten in denen alles fluffig war, alles superglatt lief? Oder an den Zeiten, in denen wir mit geplatzten Träumen, mit Rückschlägen und mit Verlusten konfrontiert waren? In der Krise haben wir das Gefühl, dass das, was unser Leben bisher zusammengehalten hat, um uns herum weg bricht. Uns war nicht bewusst, wieviel Stabilität und Sicherheit uns dieser Job gegeben hat – bis wir plötzlich von morgens bis abends allein mit Baby zu Hause sitzen und gar nicht so glücklich darüber sind wie wir uns das vorgestellt haben. Aber das Gute daran ist: wenn alles um uns herum weg bricht, bricht auch viel von dem weg, das eigentlich gar nicht richtig zu uns gehört hat. Übrig bleibt die, die wir wirklich sind.

Manche Teilnehmerinnen haben das schon vorsichtig angedeutet. Eigentlich war ich gar nicht so glücklich darüber 70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Eigentlich ist meine Partnerschaft schon damals viel zu kurz gekommen. Eigentlich hab ich mich mit dem Job viel zu sehr identifiziert. Eigentlich wollte ich immer was anderes machen, hab mich aber nicht getraut.

Darin liegt die große Chance in der Elternzeit. Für viele ist es nicht einfach auszuhalten, dieses Gefühl irgendwie „ausgebremst“ zu sein. Gerade wenn man vorher mit vollen Terminkalendern, beruflichen Erfolgen und vielleicht noch vielen Reisen gelebt hat. Aber wir müssen erst einmal – zumindest halbwegs – zum Stehen kommen, wenn wir Klarheit für unseren weiteren Weg gewinnen wollen. Wer macht das schon, wenn er gerade mitten im Hamsterrad steckt?

img_4532Wenn wir in der Krise langsam verstehen, was uns eigentlich immer so angetrieben hat, was wir wollen, was wir nicht mehr wollen, welche Sehnsüchte in uns schlummern, die wir nicht weiter unterdrücken können – dann bekommen wir auch eine ganz andere Verhandlungsposition. Mit der Klarheit in diesen Fragen können wir z. B. auf unsere Partner und auch auf unsere Arbeitgeber ganz anders zugehen. Wenn wir wissen, was uns wirklich wichtig ist, was verhandelbar ist und was nicht, treten wir ganz anders auf. Dann bedeutet das manchmal, dass der Arbeitgeber uns entgegenkommt, weil er merkt, dass wir nur so gut arbeiten können. Oder aber, dass man sich von einem Arbeitgeber trennt, einen neuen Job sucht oder doch den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Vielleicht bedeutet es, dass man mit dem Partner eine feste Zeit vereinbart in der man ungestört malen kann, einfach weil es so gut tut. Oder dass man sich doch die Babysitterin gönnt, nur um mal in Ruhe eine Runde im Park drehen zu können.

Und um auf die Veränderung der Arbeitswelt zurück zu kommen: ich glaube/hoffe, dass Arbeitgeber es sich in Zukunft nicht leisten können werden, auf familienunfreundlichen Arbeitsmodellen zu beharren. Ich glaube/hoffe, dass allein die demographische Entwicklung da ihr Übriges tun wird. Bis dahin allerdings ist das Beste, was wir tun können, uns selbst absolut klar darüber zu werden, wer wir sind, was wir wollen und was nicht. Und uns dann an die Aufgabe machen, unsere Lebensumstände dem anzupassen.

Und jetzt frage ich Dich: Wie erlebst Du/hast Du Deine Elternzeit erlebt? Was hast Du über Dich gelernt? Konntest Du Deine Wünsche nach der Elternzeit umsetzen? Wenn nein, was glaubst Du woran das lag?

Autorin: Melanie Couson, elterngarten Coach Hamburg

Erkenntnisse aus unseren Elternzeit Basecamps

161004_IMG_7544Heute fand die zweite Session unseres aktuell laufenden Elternzeit Basecamps statt. Einige „Muster“ wiederholen sich doch immer wieder, auch wenn der Teilnehmerkreis in jedem Elternzeit Basecamp ein anderer ist und jede Gruppe ihren eigenen Charakter hat. Wir haben bereits unglaublich viele „Learnings“ im ersten elterngarten-Jahr gesammelt, viele Begegnungen, persönliche Geschichten und ein zunehmender Erfahrungsschatz gehen in unsere Arbeit in den Basecamps ein. Und es ist kein Witz, im Hintergrund basteln wir schon an einem elterngarten-Buch, in dem wir unsere Erfahrungen in mehr Tiefe und Details beschreiben. Dieses Buch soll genauso wie elterngarten auch allen Eltern in Elternzeit eine Inspirationsquelle dafür sein, was in der Elternzeit jenseits von Haushalt und Kind auch noch dran sein könnte. Über einige diese „Muster“ reflektiere ich in diesem Beitrag und nehme damit gerne schon mal ein paar Geschichten vom Buch vorweg.

Geteilte Erfahrungen sind halb so schlimm, z.B. die: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag “nichts geschafft” – was sagt uns das?

Das ist schon harter Tobak. Doch so Gedanken treiben uns. Und das darf auch mal angesprochen werden. “Unsere” Frauen sind teilweise schon ziemlich deprimiert mit den sonstigen Angeboten für die Elternzeit und wir bekommen so viele dankbare Rückmeldungen, dass es uns “endlich” gibt. Wir möchten ja gar nichts gegen Pekip und Krabbelgruppen sagen, aber Elternzeit ist eben nicht „nur das“, nur „auch das“. Nicht nur Baby, nicht nur Haushalt, nicht nur Familienalltag.

“Unsere” Frauen haben meistens schon viel Berufserfahrung, sind beruflich aufgestiegen, haben Studium und Weiterbildungen erlebt, Führungsverantwortung übernommen, 60+-Wochenstunden erlebt, tolle Projekte gerissen und den Kick von Erfolg genossen. Sie würden sich vielleicht nicht als „Karrierefrauen“ bezeichnen mit ihrer typisch weiblichen Bescheidenheit. Aber die Ansprüche, die die Frauen antreiben, lassen „objektiv“ oft anderes implizieren.

“Unsere Frauen” sind engagiert und ambitioniert. Jede auf ihre eigene Art, in ihrem eigenen beruflichen Umfeld. Pläne sind groß, an Ideen mangelt es meist nicht. Der Knackpunkt ist die Umsetzung. Mit Kind ist das alles schwieriger. Denn man ist eben jetzt nicht nur Unternehmensberaterin, Trainerin, Führungskraft, etc. Sondern man ist auch Mutter. Und zwar von einem kleinen bedürftigen Kind, das viel Zeit beansprucht und diese auch bekommen soll.

IMG_3599So gerät einiges außer Kontrolle, und genau darüber haben wir heute auch gesprochen. Baby krank, unruhige Nacht gehabt, schlecht gelauntes Kind? Und mal wieder die Enttäuschung: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag “nichts geschafft”. Eine Mutter schilderte heute wie frustrierend es ist eine Business Idee zu haben und keine Möglichkeit zu finden, das „mal endlich richtig anzugehen“. Denn das Mittagessen muss gekocht werden und die Wäsche gewaschen. Mann unterwegs, Großeltern wohnen nicht in der gleichen Stadt. Das Chaos breitet sich im Haushalt so schnell aus, dass einem die eine Stunde, die man doch mal in eine Recherche gesteckt hat, direkt wieder auf die Füße zu fallen droht. Reaktion in unserer Runde: Keine schiefen Blicke der anderen Frauen, einfach nur Verständnis und Mitgefühl.

Glaubenssätze benennen entzieht ihnen die Kraft und macht Raum für neue Möglichkeiten

In unseren Elternzeit Basecamps hat all das Platz. Wir reden offen über unsere verlorene Kontrolle, Karrierepläne, kreative Ideen und Selbstverwirklichungsträume. Und die garantierte Erkenntnis: anderen geht es auch so. Und es gibt Möglichkeiten, mit all dem gefühlten “Chaos” besser umzugehen, mit den eigenen Ansprüchen selbstbewusster zu jonglieren. Meist sind es nicht nur äußere Stellschrauben. Wir haben hier einen Rahmen über unsere inneren Glaubenssätze zu reflektieren und innere Antreiber zu erkennen, die uns bis zu ihrer Benennung fest im Griff hatten. Jetzt haben wir die Möglichkeit sie bewusster einzusetzen und schaffen uns vor allem auch mehr innere Freiheiten. Das kann ganz grundsätzliche Veränderungen anstoßen. Alles auf dem Weg zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit im täglichen Spagat zwischen Familie und Beruf.

Elternzeit für sich nutzen – ein Tabu wird zu einer Kraft spendenden Energiequelle

Was für mich wirklich die schönste Erfahrung ist sind die strahlenden Augen der Frauen – vor allem in der vierten Session, in der es um die Vision von Beruf und Familie geht. Die Frauen bekommen jetzt den Raum, die Zeit und die Tools geschenkt, sich ganz bewusst mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Zielen und Plänen auseinanderzusetzen, sowie mit inneren Glaubenssätzen und Blockaden, mit denen wir uns oft selbst im Weg stehen. Trotz oder gerade mit Kind. Denn die Elternzeit ist die perfekte Zeit fürs Innehalten und zu hinterfragen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder doch etwas verändern möchte. Wie gesagt, trotz oder gerade wegen Kind.

Bewusste Entscheidungsprozess während der Elternzeit – nicht erst danach

IMG_3601Oft sind bei uns auch die Zweifach-Mütter. Auch wieder eine Erzählung von unserer heutigen Session. Eine Zweifachmama, die bisher einen verantwortungsvollen Job im Online-Marketing Bereich inne hatte, erzählte heute von ihrer Erfahrung mit dem ersten Kind. Karriere ging nach der ersten Elternzeit weiter, Wiedereinstieg im siebten Monat, Kind bis 19 Uhr in Fremdbetreuung. „Das will ich nicht mehr machen“. Wie möchte ich wirklich leben mit Familie und Karriere? Sehr oft kommen auf uns Mütter zu, die bedauern, dass es elterngarten „zu ihrer Elternzeit“ noch nicht gegeben hat. Es ist vergleichslos wertvoll, bewusste Entscheidungsprozesse zur persönlichen und beruflichen Veränderung in die Elternzeit zu legen – und diese nicht auf die Zeit danach zu verschieben, wenn das Hamsterrad schon wieder angesprungen ist.

Daher arbeiten wir gerade daran, das elterngarten-Konzept auch Eltern jenseits von München zur Verfügung zu stellen. Es hakt noch etwas an der Bekanntheit. Doch unsere Ausrichtung ist klar. Wir möchten deutschlandweit jeder Frau, die sich hier angesprochen fühlt, die Möglichkeiten von elterngarten bieten. Das Elternzeit Basecamp gehört für sie vielleicht in ein paar Jahren genauso selbstverständlich zur Elternzeit wie der Rückbildungskurs.

Daher, wir bedanken uns für Euer Vertrauen und Eure dankbaren Rückmeldungen und freuen uns natürlich übers teilen und weitererzählen: an alle, die gerade das Glück haben in Elternzeit zu sein!

PS: Willst Du über Veranstaltungen, neue Blogbeiträge und Interviews auf dem Laufenden bleiben? Dann melde Dich zu unserem Newsletter an.

PPS: Wir bedanken uns bei den derzeitigen Teilnehmerinnen für die Erlaubnis, die Fotos aus der Session nutzen zu dürfen!

 

Saison-Start elterngarten bundesweit – Neues Video!

Wir sind total gespannt auf die neue Saison. Unseren Urlaub und die Kindergartenferien haben wir nicht nur für Ausflüge mit der Familie genutzt. Wir, Tanja und Tanja, waren kreativ und haben ein Video für elterngarten gebastelt. Wir wollten in 90 Sekunden erklären, warum wir die Elternzeit für so eine besondere Zeit halten und wie wir Eltern die Elternzeit durch ein Angebot bereichern, das es bisher in dieser Form bundesweit noch nicht gibt. Wir freuen uns auf Feedbacks zum Video!

Was jetzt definitiv noch fehlt ist der explizite Verweis darauf, dass wir nach und nach in immer mehr Städten in Deutschland zu finden sind. Offiziell sind ja schon München, Bonn, Bochum, Dortmund und Berlin mit am Start. Hamburg, Leipzig und Köln begeben sich gerade Richtung Startlöcher. Die Städte haben wir weniger nach den Eltern in Elternzeit ausgesucht. Das hat sich ganz ehrlich gesagt einfach ergeben durch unser Netzwerk und bekannte Coaches, die gerne die elterngarten-Idee mit voran treiben möchten.

Im Hintergrund laufen daher gerade die “Train-the-Trainer-Sessions” zum Elternzeit Basecamp. Das Konzept geben wir an die mitmachenden Coaches weiter inklusive aller Arbeitsblätter, die wir in München erstellt haben und Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben. Wir hatten letzte Woche den ersten Call “in der großen Runde” und freuen uns auch auf den gemeinsamen Austausch rund um unsere Erfahrungen mit den Elternzeit Basecamps in den jeweiligen Städten. Das heißt mal wieder beginnt eine neue spannende Phase bei elterngarten und wir sind gespannt auf die nächsten gemeinsamen Schritte.

Interesse am Elternzeit Basecamp in Deiner Nähe? Hier sind die aktuellen Angebote. Und es lohnt sich das mitzuverfolgen, denn es kommen ja stetig neue Standorte dazu! Hier kannst Du Dich zu unserem Newsletter anmelden.

Na, wie war’s? Spannend: Fünfte und letzte Session Elternzeit Basecamp

10. Mai 2016, letzte Session! Und sicher die spannendste von allen, darauf haben wir jetzt fünf Wochen hingearbeitet! Die ersten vier Sessions haben wir übrigens hier beschrieben.

Tanja und Christine haben durch das Basecamp durchgeführt.
Tanja und Christine haben durch das Basecamp durchgeführt.

Wir haben uns direkt in der Zukunft getroffen, im Jahr 2020. Darauf hatte sich jede Teilnehmerin mit ihrer Hausaufgabe vorbereitet. Wie leben wir in vier Jahren? Viele strahlende Gesichter gab es heute. Inspiriert und voller Drive, genau das, was wir uns als Planer des Basecamps erhofft hatten! Die Teilnehmerinnen haben für heute alles, was sie sich während der letzten Sessions und dazwischen erarbeitet haben, in ihrer Vision zusammengebracht. Jetzt treffen wir uns tatsächlich im Jahr 2020 und erzählen wie wir jetzt wo leben, wie alt die Kids sind (und wie viele?), wie das Familienleben so läuft und was wir beruflich tun. 

Wir tun so, als wären wir in 2020 und erzählen in der Gegenwart. Wir reden von den letzten vier Jahren und wie wir unterwegs waren, “seit wir uns damals beim Basecamp getroffen haben”. Es gibt sogar neue Gründungsideen! Aber auch Ideen, wie wir beim “alten” Arbeitgeber weiter machen möchten, sind dabei. Fast alle sind umgezogen, aber puh, alle leben noch in München. Ein paar Aus- und Weiterbildungen wurden absolviert, neue Hobbys angefangen und alte wieder ausgegraben. Teilzeitmodelle geändert, Vorstellungen klar formuliert, es wurde gereist, entdeckt, erkannt.

Wir gingen in uns und durften das Gefühl genießen, das entsteht, wenn man voller Dankbarkeit und Freude zurückblickt auf vier tolle Jahre, in denen “alles geflutscht” ist. Kurz noch mal genossen, dann zurück ins Jahr 2016 zurück gegangen. 

Wir bewegten uns entsprechend im Raum. Jetzt ist die letzte Phase des Basecamps erreicht. Wir machen uns einen individuellen Zeitplan und bewegen uns “geerdet” in Richtung Zukunft. Was sind die nächsten Schritte, heute, nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr,…?

Nach dem Basecamp - Wir haben es geschafft! :-)
Nach dem Basecamp – Wir haben es geschafft! 🙂

Klar, die Vision wird sich noch mal anpassen. Es flutscht ja oft dann doch nicht alles und geschieht, wie man es nicht vorhersehen kann. Aber das wichtigste ist unsere Ausrichtung und zu wissen, in welchen Bereichen wir welche Bedürfnisse haben. Darauf basierend können wir klare Entscheidungen treffen und gehen so Schritt für Schritt mit einem stimmigen Gefühl voran. Ich denke, so weit ist jetzt jede Teilnehmerin. Aber hey, Ihr dürft jetzt auch mal selbst kommentieren, liebe Teilnehmerinnen!

Danke, dass Ihr dabei ward! Ihr ward ja besonders mutig, immerhin war es jetzt die allererste Basecamp-Runde. Danke daher Euch 6 noch mal für Euer Vertrauen und das Sich-einlassen auf diesen Prozess! Und danke auch noch mal bei den Kids, Ihr habt toll mitgemacht und Euren Müttern einen impact-reichen Prozess ermöglicht, von dem Ihr sicher auch noch profitieren werdet.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und hoffen auch, dass Ihr untereinander ein wenig in Kontakt bleibt.

Liebe Grüße 

Tanja und Christine

Nächstes Basecamp ist schon terminiert.

Und für die, die heute nicht dabei sein konnten. Das nächste Basecamp ist bereits terminiert ab dem 31.05. Wir bieten wieder einen Frühbucherrabatt, also schaut doch mal rein.

Wer über weitere elterngarten Veranstaltungen auf dem Laufenden bleiben soll, der sollte unseren Newsletter abonnieren.

Impuls-Session in der Pinakothek der Moderne

Kunst mit Baby 3Unsere Impuls-Sessions werden von Eltern angeboten, die auf ihrem Gebiet “Experte” sind. Das kann durch den beruflichen Hintergrund gegeben sein – oder durch ein großes Hobby. Ich freute mich schon riesig auf die heutige Impuls-Session in der Pinakothek der Moderne mit Daniela. Sie ist eine große Kunstliebhaberin und war schon öfters bei elterngarten zu sehen. Als Teilnehmerin im ersten Elternzeit Basecamp war sie dabei und beeindruckte mich schon dann mit ihrer tollen Mischung aus BWLerin, Social Media Begeisterte, zweifache Mutter, Gruppenleiterin im Mütter-Väter-Zentrum Neuhausen und nicht zuletzt als absolute Kunst-Liebhaberin inklusive eigenem Blog “uNTERWEGSiNsACHENkUNST“. Wenn sie von der Kunst und ihrer Wirkung auf sie spricht (und schreibt), dann fühle ich mich per se schon inspiriert. Ich lasse ihre Welt auf mich wirken und denke: das ist spannend, erzähl mehr, was macht das mit mir?

 IMG_1972Perfekt für unser kleines erstes gemeinsames Projekt: Kunstführung mit Kind in der Pinakothek der Moderne. Daniela hat dort eh ihre Jahreskarte und ist beeindruckend gut im Bilde zu den Hintergründen der Werke, die wir dort sehen. Ihren Tipp sich für einen Besuch nur wenige Werke vorzunehmen befolgten wir erfolgreich. Fünf Werke hat sie für uns ausgesucht und konnte uns die historischen und persönlichen Hintergründe der Künstler vermitteln. Dazu zeigte sie uns auf ihrem Tablet die Fotos der Künstler oder andere Kunstwerke im Zusammenhang und ermutigte uns dazu die Werke auf uns wirken zu lassen. Wir konnten eintauchen in die Welt der Künstler, ließen Farben, Gesamteindruck und Details auf uns wirken und wurden dabei automatisch verführt den Alltag mal zur Seite zu bitten. Die Wirkung muss heute jede Besucherin für sich selbst verarbeiten. 😉

Kunst mit BabyIch habe diesen Ausflug in die Pinakothek sehr genossen und fühle mich inspiriert durch die Stimmungen und die Atmosphäre der heutigen Werke. Kunst ist ein toller Weg ins Innenleben und jedes Werk eine Einladung das Innenleben des Künstlers und das eigene Innenleben zu reflektieren und zu spüren, was dann passiert. Jenseits von diesem Punkt der Resonanz geht es in diesem Blogbeitrag nicht. Statt dessen die Einladung für die nächste Führung mit Daniela.

Liebe Daniela, danke für Deine Führung. Du bist, was Du redest, teilst souverän und begeisternd Deine Sicht mit den Zuhörerinnen. Du hast Dich gut vorbereitet, aber wir bekamen auch einen guten Eindruck davon, was Du neben den Schwerpunkten von heute auch noch alles “auf dem Kasten hast”. Das macht Lust auf mehr. Wir freuen uns auf eine nächste Session mit Dir. Termin wird in Kürze bekannt gegeben. Über unseren Newsletter bleibt man über neue Veranstaltungen immer auf dem Laufenden!

 

Das Elternzeit Basecamp geht in die erste Runde!

Die Sessions 1 bis 5 sind alle in diesem Beitrag zusammen gefasst und chronologisch von oben geschrieben. Für die Session 4 vom 03.05. bitte runterscrollen!

12.04.2016 Basecamp Session 1

Session 1 12.04.2016
Session 1 12.04.2016

Ein ganz besonderer Tag bei elterngarten! Das erste Basecamp startete heute Vormittag am Kapuzinerplatz mit einer vollen Runde: 6 Teilnehmerinnen treten mit uns die 5-wöchige Reise an und bauen in einem begleiteten Prozess in Form eines Gruppencoachings durch Christine Winnacker und Tanja Misiak an ihrem jeweils eigenen Modell für ein zufriedenes Leben mit Job und Familie.

Rein ins Arbeiten!

Die Kids waren zum größten Teil mit dabei und sind zwischen 7 Wochen und 14 Monaten alt. Die Teilnehmerinnen sind alle Mütter, in vier Fällen mittlerweile sogar zweifach. Womit wir schon mittendrin sind. Diese eine Rolle nimmt bei allen sehr viel Zeit in Anspruch – das hat die Elternzeit ja auch an sich. Jedoch, vielleicht braucht diese Rolle an der ein oder anderen Stelle auch gefühlt mal zu viel Zeit? Was sind wir denn alle sonst noch so?

Jetzt sind wir schon mittendrin im Arbeiten. Denn – da war jede Teilnehmerin vorgewarnt: wir haben die Tools, die Teilnehmerinnen sollen damit arbeiten. Deswegen hatte jeder schon im Vorfeld der ersten Session eine Hausaufgabe bekommen. Alle hatten sich bereits im Vorfeld über ihre aktuellen dominanten und auch “runtergefahrenen” Rollen Gedanken gemacht. Wir stellten uns gegenseitig unsere Rollen vor und lernten uns dabei auch ein bisschen besser kennen. Unsere BWLerin in der Runde hat sogar ein Excel-Sheet genutzt und ausgerechnet, dass sie aktuell bei ca. 170 % liegt, wenn sie ihre Rollen auf die zeitlichen Ansprüche verteilt… 🙂

Vielfalt der Gruppe

Erste Basecamp Session 12.04.16Super-bereichernd ist die Vielfalt unserer Gruppe, denn rein schon bezogen auf die  Ausbildungen bringen die Teilnehmerinnen bereits ein breites Spektrum an Hintergründen mit: zwei Unternehmensberaterinnen aus dem IT- und Finanzbereich, eine ehemalige Führungskraft mit Start-up in der Kunstbranche, eine selbstständige Graphikdesignerin, eine sportbegeisterte Lehrerin, eine Marketingangestellte und promovierte Biologin. Die Hobbys sind entsprechend bunt und vielfältig. Eine klare Gemeinsamkeit dieser Gruppe ist das Interesse an großen und kleinen und langen und kurzen Reisen.

Und natürlich: das Interesse an der bewussten Auseinandersetzung mit sich selbst in der neuen Rolle als ein- oder zweifache Mutter und dem Herausarbeiten an Möglichkeiten für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Und zwar so, dass es realistisch ist, dass man “nicht in ein Burn-Out rast wie einige meiner Kollegen”, dass “man der Mutterrolle gerecht wird” und auch den eigenen Ansprüchen an “Karriere und Beruf“. Es ist wirklich ein extrem anspruchsvoller Spagat, den wir da alle gehen. Den meisten/ allen mangelt es nicht an Ideen, sondern an Zeit und auch der körperlichen Verfassung den Ideen und Ansprüchen Raum zu geben. Hatte man vor der Geburt einen anspruchsvollen und auch irgendwie sehr erfüllenden Job (oder gleich vier…), nimmt jetzt eine Rolle so viel Zeit in Anspruch, dass eine Balance teilweise nicht erlebt werden kann. Diese teils schlummernden da nicht ausgelebten Energien analysierten wir gemeinsam und erschufen uns einen Überblick der ganzen Ressourcen im Raum, die teilweise ziemlich weit “runtergefahren” sind – aber (!) die trotzdem noch da sind und auch beizeiten reaktiviert werden können. „Synergien schaffen“ war heute vielleicht eine der schönsten Erkenntnisse.

Fazit der ersten Session

Vereinbarkeitscoach Christine Winnacker in ActionIch bin überwältigt im positiven Sinne von der Vielfalt und sicht- und unsichtbaren Power, die heute hier durch die Teilnehmerinnen repräsentiert war. Ich freue mich auf die nächsten gemeinsamen Schritte, bei denen sich nun jede Teilnehmerin um ihr eigenes Lebensmodell kümmert, Ansprüche formuliert, sortiert, priorisiert. Wir sind auf einem Weg in eine persönliche Klarheit, die im Basecamp entstehen soll – das ist unser Anspruch als Organisatoren! Wahrscheinlich werden nicht alle Ideen und Ansprüche ab sofort bedient, denn jeder Tag hat nur 24 Stunden, aber wir entscheiden für uns persönlich in Klarheit und ganz bewusst, was jetzt dran ist und was später.

Natürlich gab es wieder eine Hausaufgabe, die uns dann in die zweite Session überleitet. Wir treffen uns zwar jetzt nur dienstags vormittags, doch die Themen sollen auch zwischendrin unbewusst weiter arbeiten und bewusst bearbeitet werden. Ich bin gespannt auf die nächste Runde und freue mich schon darauf zu hören, wie bei uns jeweils die erste Session nachgehallt ist.

Ergänzt am 19.04.2016: Basecamp Session 2

Zweite Basecamp-Session! Heute Morgen kommen wir wieder zusammen, sehen uns zum ersten Mal zum zweiten Mal! Wir sind jeweils ganz interessiert, wie die erste Session nachklingt. Ich schreibe mit Respekt für jede Teilnehmerin, erzähle bewusst nicht zu viel – aber hoffentlich auch nicht zu wenig für interessierte LeserInnen!

Perspektivwechsel bereichert

Alle hatten ihre Hausaufgaben gemacht auf unterschiedlichste Art: direkt nach der letzten Session oder gestern Abend auf dem letzten Drücker. 🙂

Christine hat auch Spaß :-)
Christine hat auch Spaß 🙂

Wir widmen uns ganz dem Perspektivwechsel und ermutigten schon für die Hausaufgabe unsere Teilnehmerinnen dazu, mal andere als alltagsübliche Perspektiven einzunehmen. Dabei geht es immer noch um das Thema Stärken/ Ressourcen. Wir streckten nun die Fühler aus hin zu bekannten und unbekannten Größen von Heute und Früher, von nah und fern. Was sehen wir in ihnen, und noch spannender: was würden sie in uns sehen? Wir trauen uns uns darauf einzulassen. Das erfordert mal mehr oder weniger Überwindung. Uns besuchten im Raum (imaginär natürlich!) tolle Persönlichkeiten und inspirierten uns: Männer und Frauen, die Geschichte schreiben oder schrieben, genau so wie AlltagsheldInnen. Es gab Schnittmengen und Unterschiede. Alles zusammen häufte sich zu einem Schatz an Ressourcen an, aus denen sich dann gegen Ende der Session noch mal jede für sich persönlich ihre eigenen Erkenntnisse zum Thema “Meine Stärken” aufschreiben und sie auf eigene Erfahrungen herunter brechen konnte. 

Insgesamt war ich sehr beeindruckt von der Vielfalt und Fülle, die in dieser Gruppe zusammen kommt. Sorry, ich wiederhole mich, aber das passiert halt im Zustand der Beeindrucktheit! 

Stillarbeit - Reflektion am Ende der Session
Stillarbeit – Reflektion am Ende der Session

Diese Fülle kann niemand alleine erschaffen. Bei uns kommt oft die Frage an, ob Gruppen- oder Einzelcoaching besser wäre – es gibt ja beide Möglichkeiten. Es hat beides ganz eigene Vorteile, denen wir uns demnächst auch mal in einem eigenen Blogbeitrag widmen werden. Ein Vorteil des Gruppencoachings ist auf jeden Fall die Fülle und Vielfalt, die zusammen kommt. Daraus konnten heute alle Anwesenden schöpfen.

Sinn unserer Übung war den Blick zu erweitern. Was konnten sich die Teilnehmerinnen mit dem erweiterten Blick erarbeiten?

Überleitung zum Träumen

Ich hoffe, dass die Runde nun gut nachwirkt bei jeder Teilnehmerin. Es ist eine Überleitung zum nächsten Basecamp-Schritt, bei dem wir jetzt so langsam und begleitet mal den Boden verlassen und ins Träumen kommen. Keine Angst, die Teilnehmerinnen sind vorgewarnt. Alle werden wieder auf den Boden zurückgeholt, aber jetzt in der kommenden Hausaufgabe geht es ums Träumen. Wir haben empfohlen, sich schon ab sofort mit der Hausaufgabe zu beschäftigen: immer mal zwischendurch etwas ins Smartphone zu klimpern, Notizen zu machen, auch gerne mal dem Baby davon zu erzählen. So kann alles wirken und neue Strukturen annehmen. Wir locken ganz bewusst aus der Komfortzone heraus. Damit erzielen wir Ergebnisse oder Ideen und Erkenntnisse, die sonst nicht entstehen würden. Das kostet natürlich teilweise Überwindung, aber das macht nichts – gehört dazu! Wir freuen uns auf die nächste Session. Wir freuen uns träumen zu dürfen und sind gespannt, was dann passiert.

Die Kids

Die Kinder haben heute gut mitgemacht und wir finden es sehr nett, dass sie die Mamas auch mal um sich selbst drehen lassen. Diese 90 Minuten sind für alle voll okay. Und liebe Kids, die Mamas werden Euch sehr dankbar sein. Wer weiß, was bald anders/ besser (?) läuft als in Vor-Basecamp-Zeiten? Schauen wir mal, nicht zu viel vorwegnehmen, ich freue mich jetzt erst mal auf den nächsten Schritt unserer gemeinsamen Reise.

Ergänzt am 26.04.2016: Basecamp Session 3

Weiter geht’s mit unserer Reise und wir trauen uns nun so langsam vom Boden abzuheben. Über unsere Stärken wissen wir mittlerweile sehr gut Bescheid. Jetzt ging es um unsere Werte, die unsere zukünftigen kleinen und großen Entscheidungen beeinflussen. Sich deren bewusst zu werden macht so einige Entscheidungen klarer – was sich unter Umständen aufs ganze restliche Leben auswirken kann…

Wir arbeiten

Session 3 26.04.2016Mit einem einheitlichen Frageformat erarbeiteten sich die Teilnehmerinnen zwischen der letzten und der heutigen Session Aktivitäten in der Zukunft. Dabei ging es gar nicht unbedingt um die konkrete Aktivität und auch gar nicht um die konkrete Zukunft. Es ging mehr um die Bedürfnisse dahinter. Das, was uns wichtig ist und entlang dem wir zukünftig unsere Entscheidungen treffen möchten. Wir sammelten mit der ganzen Gruppe und profitierten wieder stark von der Vielfalt. Sehr viel kam zusammen, die komplette Wand war voll mit Karten. Alles Futter und Inspiration für das Wrap-up der Session: Mit einem Übungsblatt formulierten wir uns nun einen Auftrag an uns selbst und schöpften dabei aus der Fülle an Werten, Verben und Bereichen an der Wand.

Es machte heute riesigen Spaß ein bisschen in die Zukunft vorzufühlen. Am schönsten war der ein oder andere Blick, der dabei durch den Raum huschte: ganz verschmitzt und durchaus mal frech, oder sehr bestimmt, oder strahlend, hoffnungsfroh oder zuversichtlich, oder ganz tief ins eigene Innere schauend – alles Blicke jenseits des “normalen” Kind-Haushalt-Mama-Tunnelblicks. Wie schön :-). Ein “Darf ich das jetzt wirklich?”: klar, dafür gibt’s dieses Format. Um Pläne zu schmieden, die eine super Basis für ein zufriedenes Leben mit Beruf und Familie bilden. Das ist für Euch und Eure Kinder, Eure Familie und alle, die mit Euch arbeiten werden. Wenn Ihr zufrieden seid, dann ist das auch für Euer Umfeld eine gute Basis.

Gruppendynamik

So langsam kommen wir auch in der Gruppe an, wir haben uns schon ein wenig kennengelernt, es gibt die ersten Running Gags. Die Kinder schauen zu oder wuseln herum, auch sie scheinen schon Bescheid zu wissen. Wenn mal was quietscht, dann stört es nicht, das kennt man ja von zu Hause. Die Mütter arbeiten sehr konzentriert an ihren Themen. Das ist DIE Gelegenheit, wir nutzen die Zeit effektiv.

Wieder eine Hausaufgabe: eine Hinführung zu der Formulierung unserer Vision. Jetzt dürfen wir mal so richtig fliegen – bevor wir dann in der fünften Session auf den Boden zurück kommen und unsere Gärten ansäen. Wir freuen uns auf nächste Woche!

Ergänzt am 03.05.2016: Basecamp Session 4

Heute sind wir geflogen. Wir haben als Hausaufgabe Filme gedreht (keine Angst – nur die Regie geplant, keine Produktion), bei denen unsere früheren oder heutigen Traumberufe als Inspiration dienten. Dabei ging es mal wieder nicht um das, nach dem die Aufgabe auf dem ersten Blick klingt. 

Tanja in Session 4Christine konnte heute dank eines Magen-Darm-Virus bei ihrem Großen nicht dabei sein. Es hat sie unglaublich gefuchst, gerade bei den Filmen nicht dabei gewesen zu sein. Aber Sicherheit geht vor – und man sieht es zahlt sich für die Notfälle auch aus die Sessions zu zweit zu machen. Wir waren gut vorbereitet und hoffen auf Verständnis bei den Teilnehmerinnen, dass Tanja heute ausnahmsweise alleine durch die Session geführt hatte!

Notizen machen am Ende“Wenn Peter von Paul erzählt, verrät Peter mehr über sich als über Paul.” Der Vorteil einen Film zu drehen ist erst einmal, dass man nicht so direkt über sich redet und sich statt dessen denken kann: “es ist ja nur ein Film!”. Wir erzählten uns also heute einander lustige, spannende, ehrgeizige, verliebte, schöne oder soziale Geschichten und sammelten, was das wiederum mit uns zu tun hatte. Dabei sammelten wir unsere Lieblings-Zustände an der Wand und bauten einen großen Schatz auf, aus dem jede am Ende zwecks Zusammenfassung der eigenen Erkenntnisse schöpfen konnte. Dies alles war eine Hinführung zum Träumen. Denn die Hausaufgabe wird sicher die anspruchsvollste der bisherigen Hausaufgaben sein – aber auch die letzte! 🙂 Wir beschreiben unseren Alltag im Jahr 2020. Und zwar unter der Prämisse, das alles bis dahin einfach nur so “flutscht”. Dabei schöpfen wir von den heutigen Notizen und dem “Material”, das wir uns in den letzten vier Sessions erarbeitet haben. Unser nächstes Treffen findet dann im Mai 2020 statt. Zumindest mal für die nächste halbe Stunde, die wir uns sehen. Danach geht es zurück auf den Boden. Also Mädels, viel Spaß beim kreativ-sein!

Finale Session 5 (10.05.)

Die letzte Basecamp Session ist im neuen Blogbeitrag vom 10. Mai geschildert!

Nächstes Basecamp ist schon terminiert.

Und für die, die heute nicht dabei sein konnten. Das nächste Basecamp ist bereits terminiert ab dem 31.05. Wir bieten wieder einen Frühbucherrabatt, also schaut doch mal rein.

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Bude voll – Dominika’s Impuls-Session “Bloggen als Mama”

Erste Impuls-Session bei elterngarten

elterngarten Impuls-Sessions

Heute war die erste Impuls-Session. Nur ganz kurz, weil das ist neu: Impuls-Sessions sind für Eltern von Eltern in Elternzeit. Hier treffen wir uns als “Experten auf freiem Fuß” und tauschen uns interdisziplinär aus zu Themen, für die wir Experten sind bzw. über die wir mehr wissen wollen. Während die anderen alle im Büro sitzen und ihrem Alltagsalltag folgen, können wir unsere Elternzeit nutzen und über unseren bisherigen Tellerrand hinaus schauen. Und das alles mit Kind, denn das darf bei uns mitkommen. Mehr dazu gibt es in einem Blog-Beitrag vom März: Vielfalt und Kreativität in der Elternzeit.

Dominika startet in ihrer Elternzeit mit dem Bloggen

In der Elternzeit mit Bloggen angefangen

Heute drehte sich alles um das Thema bloggen. Dominika berichtete von ihrem Einstieg in die Bloggerwelt während ihren Elternzeiten. Sie erzählte vom Aufbau ihres polnischen Blogs (Polka w Monachium) in der ersten Elternzeit als reines Hobby und dann den Aufbau des zweiten Blogs (From Munich with Love) in der zweiten Elternzeit mit der Perspektive, sich damit auch konkrete berufliche und private Chancen aufzubauen.

Was wir heute lernen konnten

Dominika erzählte uns, was wir idealerweise brauchen für den Aufbau eines Blogs und welche Voraussetzungen ein erfolgreicher Blog erfüllen muss. Sie teilte mit uns ihre Erfahrungen mit dem Schreiben und der Wahl von guten Inhalten und was sie dabei alles gelernt hat (und das ist jede Menge!). Es ging um die Vereinbarkeit des Bloggens mit dem Familienalltag und Erfahrungen mit Aufbau und Design, mit technischem Support (den man unter Umständen doch mal braucht), mit Netzwerken, Anerkennung und Expertenstatus, Verlinkungen in Social Media, Besucherzahlen, Fans, Umgang mit Kooperationen und -oh- die spannende Frage: “Wie kann ich damit Geld verdienen?”.

Eine Feststellung stand klar im Raum: das geht alles nicht von allein, es ist “harte Arbeit”, Professionalität ist gefragt. Man muss sich Zeit einplanen und darf auch die vielen Aufgaben neben dem reinen Schreiben und Artikel online stellen nicht unterschätzen.

Resümee

Die Bude war voll: Dominika und Tanja plus 10 Gäste (inklusive der erste Mann bei elterngarten 🙂 und erste elterngarten-Wiederholungstäter) plus 5 Kids (die mal wieder ziemlich entspannt waren mit dem Wissen, dass die Mama jetzt mal was anderes tut als normalerweise dienstags vormittags…). Viele Fragen wurden gestellt, einiges diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und das Wichtigste: Impulse gab es so einige. Vielleicht entsteht ja nun der ein oder andere neue Blog oder neue Rubriken und Aktivitäten in schon aufgebauten Blogs oder sonstige Business-Ideen im Online-Bereich.

Ich als Tanja von elterngarten bin glücklich: Impulse geben und schauen was daraus entsteht, das ist ein wundervoller Job und so kann es weiter gehen. Die nächsten Impuls-Sessions sind schon in der Pipe und werden in den nächsten Tage online gestellt. Es wird um Wiedereinstieg gehen, Gesundheit und Ernährung, die Produktion von guten Videos. Weitere Ideen sind gerade am brodeln. Und dies ist auch ein Aufruf an die Eltern in Elternzeit dort draußen, die gerne auch mal eine Impuls-Session anbieten möchten. Meldet Euch gerne bei elterngarten. Ich freue mich von Euch zu hören!

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