Category Archives: New Work

elterngarten wird digital – happy and rebellisch!

Gibt’s das Eltern-Basecamp auch digital?

Bisher muss wir da immer beschämt auf den Boden schauen und sagen: „Planen wir, aber bisher haben wir es noch nicht auf die Kette gekriegt“. Für uns war das mit der Digitalisierung des Coaching-Angebotes oft ein Thema. Für viele Eltern ist ein Direktcoaching zeitlich und örtlich nicht passend oder zu teuer, doch der Bedarf einer neuen Ausrichtung während der Elternzeit ist so riesig! Digital hätten wir da ganz andere Möglichkeiten! Natürlich ist es nicht direkt vergleichbar mit einem richtigen Coaching. Jedoch: ich habe selbst auch schon an Online-Programmen teilgenommen und habe gute Erfahrungen gemacht. Ich werde durch einen Prozess durchgeführt, der meine Gedanken kanalisiert und mir bei der Ausrichtung hilft. Ich bekomme Impulse, die ich sonst nicht gewonnen hätte. So kann ich mir neue Wege vorstellen, die mir sonst nicht in den Sinn gekommen wären. Ich lerne von Geschichten über andere, die für mich zusammengefasst wurden und mich inspirieren. „Best Practice“ sozusagen. Ich gehe neue Schritte, weil ich mir selbst durch die Teilnahme am Programm ein Versprechen gegeben habe. Ein Online-Kurs macht die Veränderung JETZT möglich – nicht irgendwann mal. Nicht zuletzt: es macht Spaß diesen Prozess in den Alltag zu integrieren. Mindestens unbewusst denkt man die Gedanken ständig weiter und begibt sich tatsächlich auf eine schöne Reise mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Das hat eine ganz andere Qualität als die üblichen Alltags-Grübeleien.

Wir hatten als Coaches nie genug Mumm uns wirklich richtig mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Und jetzt platzen wir fast vor Aufregung. Ab Februar/März werden wir ein Eltern-Basecamp digital anbieten mit allem was dazu gehört: Videos, Audios, Workbook, Reflektions-Übungen für zu Hause, Live-Sessions online, geteilte Erfahrungen anderer, eine Online-Community…

Wie haben wir das doch auf die Kette gekriegt?

Foto: Felicitas von Imhoff

Vor einigen Monaten kam eines zum anderen, wie es oft so ist, wenn die Dinge einfach so offensichtlich reif sind. Wenn Ideen einfach realisiert werden WOLLEN. Es ist wie diese Bestellung im Universum: „Wenn wir digital werden sollen, dann schick uns jemanden, mit dem wir das hinbekommen. Nicht irgendwen. Jemand, der zu uns passt, mit Herzblut, der uns ergänzt und auf der gleichen Mission ist wie wir.“

Und dann treffe ich Miriam… Wir beiden haben früher in der gleichen Unternehmensberatung gearbeitet. Das ist jetzt schon 10 Jahre her. Zwischendurch vielleicht einmal getroffen? Damals mit den fast gleichaltrigen Erstgeborenen auf dem Schoß und ganz übliche Gespräche für die neue Lebensphase: Wie man denn so weiter macht mit Familie und Job? Unsere Wege verloren sich und kreuzten sich immer mal wieder über geteilte Artikel in den Social Media. Da ging es meist um gemeinsame Themen: Achtsamkeit, Vereinbarkeit, Frauen und Karriere, das eigene Ding machen, Selbstbestimmung…

Und dann las ich irgendwo, dass Miriam sich vom Konzern verabschiedet und Ihr eigenes Start-up gründet. Natürlich war ich total neugierig worum es ging!

Wer sind die Happy Rebels?

Hier ist ein wunderschöner glasklarer Text der neuen Website des besagten Start-ups „Happy Rebels“, das Miriam mit ihrer Freundin Meike zur Welt bringt:

„Mit Happy Rebels starten wir ein Movement.
Indem wir euch dabei unterstützen euren eigenen Weg zu gehen und eurem Herzen zu folgen. Eure Stärke zu leben und eure Fähigkeiten voll und ganz auszuschöpfen. Zufriedener zu sein und mehr geben zu können.
Wir glauben daran, dass jeder einen Beitrag zu einer friedlicheren, menschlicheren und nachhaltigeren Welt liefern kann.
Als Happy Rebel startet ihr den Veränderungsprozess bei euch selbst. Ihr kommt ganz bei euch an. Und könnt anderen so das Beste von euch schenken.“

Als Miriam mir zum ersten Mal davon erzählte, war ich gleich total begeistert. Genau dafür waren wir auch unterwegs, eben nur für eine kleiner gefasst Zielgruppe. Ob wir da irgendwie irgendwas zusammen machen können? Ob wir mit elterngarten einen Beitrag leisten könnten? Wie wir das Movement vielleicht gemeinsam stark machen können?

So starteten wir dann unsere gemeinsame Zusammenarbeit…

Und yes yes yes, so ging es weiter. Immer wieder telefoniert, immer konkreter geworden, ko-kreativ in die Zukunft gelaufen, gemeinsam gedacht, konzipiert, geplant und produziert. Und nicht ganz nebenbei dieses Gefühl: wir kannten uns als Kolleginnen, wir konnten uns aufeinander verlassen, wir brannten für die gleiche Sache. Das kann nur gut werden.

Ich bin so dankbar und glücklich über das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit während der letzten Monate. Happy Rebels ermöglicht nun ein neues Eltern-Basecamp als Online-Kurs. Wir haben von elterngarten aus alles an Erfahrungen aus unseren „Offline-Coachings“ in das neue Format herein gekippt. Von den Grundzügen her ist der Aufbau ähnlich wie das Elternzeit Basecamp. Wir haben es insofern angepasst, dass es nicht unbedingt nur für Eltern in Elternzeit gedacht ist. Es passt für alle berufstätigen Eltern, die sich einen realistischen Plan für Ihre persönliche und berufliche Weiterentwicklung mit Job und Familie machen möchten. Die Dauer des Programms bleibt bei 5 Wochen. Doch statt der 90-minütigen intensiven Gruppencoachings gibt es Videos und Reflektionsübungen für zu Hause, die mit Live-Sessions begleitet werden. Wir hoffen so, dass wir denjenigen Eltern damit gerecht werden, die nicht in der Nähe von elterngarten Coaches wohnen oder denen ganz einfach ein Direkt-Coaching zu teuer ist.

Jetzt sind wir mega-gespannt auf die Resonanz.

Hier erfährst Du die ersten Infos zum neuen Programm “Lebe wie du es willst mit Job und Kind“. Meldet Euch einfach unverbindlich und kostenlos an, um Euch schon mal einen Platz zu sichern und weitere Infos in Kürze zu erhalten.

Herzlich, Eure Tanja

Eine besondere Empfehlung über die “klassischen” Elternzeit Basecamps hinaus gehen an:

Stresskompetenz im Job- und Familienalltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden fürs Selbst-Coaching zur Stressprävention kennen, die Du mitten im Alltag weiter anwenden kannst.

Zeitmanagement im Alltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden kennen, die Euer Familienleben entschleunigen und dadurch wieder Gelassenheit und Freude in Euren Alltag bringen.

Eltern im Jetzt mit Sascha Schmidt: 3-stündiger Workshop samstags zur Reflexion des Jetzt und Hier zwischen Beruf und Familie.

Innere Selbstführung mit Tanja Misiak: Nutze Deine Elternzeit für Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – 5-teilige Serie im Basecamp-Format.

 

Erste Klausur der elterngarten Coaches – live und in Farbe!

Mittlerweile begleiten wir ja bundesweit Eltern in Elternzeit, die ihre berufliche und persönliche Weiterentwicklung mit der Familiengründung neu aufstellen möchten.

Erstmals nicht virtuell

Unser Team ist ganz ungeplant und organisch gewachsen – aktuell sind wir 13. Immer wieder kommen Coaches auf elterngarten zu, weil sie ebenfalls Eltern professionell begleiten und nicht mehr als Einzelkämpfer unterwegs sein möchten. Bei elterngarten tauschen wir uns im Team fachlich aus, geben uns gegenseitig Tipps rund um unsere Selbstständigkeit, schauen voneinander ab und entwickeln uns gemeinsam weiter. Dafür gab es bisher immer wieder virtuelle Treffen. Der Großteil unseres Austauschs fand jedoch meistens bilateral oder schriftlich in einer virtuellen geschlossenen Gruppe statt.

So war der letzte Samstag eine besondere Premiere bei elterngarten, auf die wir nun Monate hingefiebert hatten: wir trafen uns persönlich und direkt. Kurzfristig mussten leider noch Coaches abspringen, jedoch waren wir immerhin zu neunt und nahmen uns einen ganzen Tag Zeit fürs gemeinsame persönliche Kennenlernen und Weiterentwickeln unserer Pläne.

Wir denken Karriere neu

Jetzt sitze ich hier und lasse das Wochenende nachwirken. Zuerst erfüllt mich tiefe Dankbarkeit, dass dieses Treffen möglich war. Immerhin bedeutete das für viele von uns eine weitere Anreise und entsprechend viel Zeit. Ich weiß das äußerst zu schätzen. Wir wissen alle, wie wertvoll ein Wochenende auch immer für die Familien ist! Umso mehr legte jede einzelne von uns mit ihrer Anwesenheit offensichtlich ein eindeutiges Commitment ab, wie wichtig uns die Arbeit für elterngarten ist.

Wir waren natürlich alle total neugierig aufeinander und hätten sicher auch schon ohne Agenda genug Gesprächsstoff gehabt. Jede von uns war beeindruckt über unsere Runde und darüber, wieviel Erfahrung wir jeweils mit- und einbringen konnten. Das war nun so direkt und live spürbar! So hat jede von uns ein interessantes Studium abgeschlossen, Auslandserfahrungen gemacht und natürlich nicht zuletzt diverse Coaching-Weiterbildungen absolviert. Und jede von uns hat mit dem ersten, zweiten oder dritten Kind einen Umbruch erlebt, der uns dazu brachte „Karriere“ neu zu denken und einen anderen Weg einzuschlagen. Wir hatten alle trotz der unterschiedlichen fachlichen, persönlichen und beruflichen Hintergründe einiges gemeinsam: wir haben unser Ding gemacht und für uns ganz persönlich den Begriff „Karriere“ neu definiert. Dabei ging es jeder von uns Anwesenden vor allem um ein glückliches und erfülltes Leben – was auch immer jeweils individuell für uns dazu gehört.

Uns ist es wichtig unsere beruflichen Aus- und Weiterbildungen wegen der Familie nicht an den Nagel zu hängen. Wir lieben das Arbeiten und professionelle Kontexte. Doch genau so lieben wir auch unsere Familien und so hat jede von uns einen kreativen Weg hinter sich, das eine mit dem anderen zu verbinden. Wir wissen aus unserer beruflichen Tätigkeit sehr gut, wie vielen anderen Eltern es ebenso geht, wie viele Eltern hier auf der Suche nach Inspiration sind und sich eine Begleitung auf ihrer Suche wünschen. Für uns ist es wirklich eine Herzensangelegenheit andere Eltern bei ihrer Suche zu unterstützen. Meist ist viel mehr möglich, als man am Anfang zu denken wagt. Das wissen wir aus eigener Erfahrung und natürlich auch aus unseren Basecamps.

Teamliebe

Ich habe so einen riesigen Respekt vor der geballten Erfahrung und Professionalität, mit der wir uns den Samstag im und am Seminarraum mit wunderschönem Ausblick auf die fernen Alpen gestaltet haben. Unser Team ist getragen von diesem herzlichen wertschätzenden Augenzwinkern unter uns allen nach dem Motto „Ich weiß um Deinen Weg, ich finde Deinen Mut echt cool. Schau, was Du aufgebaut hast. Schaut, was wir hier mit elterngarten weitergeben können. Ist das nicht schön?“

Der gegenseitige Respekt vor den persönlichen Hintergründen jeder einzelnen stärkte immens eine unglaublich schöne, achtsame und wertschätzende Zusammenarbeitskultur, die uns jetzt umso stärker über den produktiven Samstag hinaus tragen wird.

Wir freuen uns auf kleine und große Neuerungen bei elterngarten in den kommenden Monaten. Hier halten wir Euch natürlich weiter auf dem Laufenden. So viel kann ich schon mal verraten: wir werden auch explizit mehr Angebote für berufstätige Eltern unabhängig von der Elternzeit ausschreiben und unsere Website wird übersichtlicher werden, angereichert mit weiteren Formaten.

Wir freuen uns auf die kommenden Schritte und laden Euch – auch die Basecamp Alumni! – herzlich dazu ein, demnächst mal wieder bei elterngarten vorbeizukommen.

Liebe Grüße
Eure Tanja

Eine besondere Empfehlung über die Elternzeit Basecamps hinaus gehen an:

Stresskompetenz im Job- und Familienalltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden fürs Selbst-Coaching zur Stressprävention kennen, die Du mitten im Alltag weiter anwenden kannst.

Zeitmanagement im Alltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden kennen, die Euer Familienleben entschleunigen und dadurch wieder Gelassenheit und Freude in Euren Alltag bringen.

Eltern im Jetzt mit Sascha Schmidt: 3-stündiger Workshop samstags zur Reflexion des Jetzt und Hier zwischen Beruf und Familie.

Innere Selbstführung mit Tanja Misiak: Nutze Deine Elternzeit für Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – 5-teilige Serie im Basecamp-Format.

Gemischte Gefühle nach dem Podium „Karriere und Kind(er)“

Am 27.4. nahm ich im Rahmen der WoMenPower 2018 in Hannover an einem Podium unter der Überschrift “Karriere und Kind(er) – Wie geht’s?” teil. Das Podium wurde von Nicole Beste-Fopma vom Lob-Magazin moderiert. Die anderen Teilnehmenden kamen von namhaften Arbeitgebern und waren direkte Verantwortliche für Vereinbarkeit oder Eltern in Führungspositionen mit guten Erfahrungen rund um Vereinbarkeit in ihrem Unternehmen: Porsche, Bahlsen, CMS, PWC und Bosch. Ich stand da als Gründerin von elterngarten und diejenige, die tagtäglich “auf neutralem Grund” mit der aktuellen Elternzeit-Generation zu tun hat. Die Spannung steigt mit den Inhalten…

Karriere und Kind(er) – “Wie geht’s?” wirft weitere Fragen auf…

Die Unternehmensvertreter erzählten über gute Erfahrungen rund um Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit: flexible Arbeitszeiten, Teilzeit sogar für Führungskräfte, HomeOffice, Frauenförderung, Kinderbetreuung in der Nähe, faire Bezahlung, etc. Die Antwort auf die Frage “Wie geht’s?” war kurz zusammengefasst:

  • Unternehmen arbeiten an den Rahmenbedingungen (s.o.), die Politik hat hier jedoch auch noch einiges zu tun (z.B. zum Thema Betreuungsplätze).
  • Vor allem liegt die Zufriedenheit mit der Vereinbarkeit am eigenen Engagement.
  • Man sollte sich um UnterstützerInnen und MentorInnen kümmern und gerade rund um Familiengründung Unterstützung in Anspruch nehmen – privat und beruflich.

Soweit, so gut. Ich finde diese Maßnahmen – vor allem im umgesetzten Stadium – richtig gut und damit sind diese Unternehmen schon einmal weiter als der Durchschnitt der deutschen Unternehmen. Trotzdem verließ ich das Podium mit gemischten Gefühlen, die ich zuerst einmal sortieren musste.

Da fehlt etwas!

Die Unternehmen repräsentierten leider nicht das, was wir tagtäglich in unseren Basecamps erleben (und was die Struktur der Podiumszuhörenden potenziell widergespiegelt hatte). Klar, es handelte sich um Arbeitgeber, die Vereinbarkeit als Teil ihrer Employer Branding Strategie erfasst haben (und deswegen auch gerne im Podium standen). Doch auch Eltern von solchen Arbeitgebern sitzen in unserem Workshop (Elternzeit Basecamp) und haben das große Bedürfnis innezuhalten und zu reflektieren. Denn irgendetwas scheint an diesen Maßnahmen zu fehlen…

Zuhören empfohlen: Was sagen die Eltern?

Ich hatte das Gefühl, dass die Unternehmen absolut überzeugt sind auf dem richtigen Weg zu sein, wenn es um Vereinbarkeit geht. Warum genau hatte ich jedoch ein anderes Bild der Eltern aus unseren Basecamps?

Mir wurde erst im Nachhinein ein wichtiger Punkt klar. Die Unternehmen kennen vielleicht die beruflichen Ambitionen und Wünsche ihrer Eltern. Das reicht allerdings nicht für ein ganzes Bild und nachhaltige Lösungen. Aus diesem Grund war mein Bild der Eltern auch so anders als das, was mir hier vorgestellt wurde.

Wo ist das Mindset der neuen Arbeitswelt?

Ich erhoffe mir eine noch ganzheitlichere Einstellung zum Thema Vereinbarkeit. Vereinbarkeit ist nicht nur die Organisation von Fremdbetreuung und sie hört auch nicht bei Teilzeit auf. Vereinbarkeit ist vor allem ein Mindset. Ist man wirklich wirklich am Menschen und dessen Potenzialentfaltung interessiert? – Das wünsche ich mir für die neue Arbeitswelt. Oder bin ich noch in der Homo Oekonomikus Denke gefangen? Dann brauchen wir tatsächlich auch keine Fragen zu stellen. Die neue Arbeitswelt bedeutet für mich bzgl. Vereinbarkeit:

  • Unsere aktuelle Elternzeit-Generation ist vor allem dadurch charakterisiert, dass sie alles möchte. Und zwar möglichst perfekt. Das bringt uns jedoch regelmäßig in die Bredouille, denn privates und berufliches Vollgas reißt uns aus dem Gleichgewicht. Das macht innere Verhandlungen zwischen privaten und beruflichen Bedürfnissen umso mehr notwendig. Ein unreflektiertes “Ja” zu einem verlockenden beruflichen Angebot rund um den Wiedereinstieg ist unter Umständen verheerend und viel zu einfach gedacht. Erfolg ist dann nur oberflächlich. Am Ende steht dann vielleicht sogar ein gefühlter Selbstverrat und/ oder das Burnout – mindestens aber ein schlechtes Gewissen gegenüber KollegInnen und/ oder der Familie sowie Stress in Leben und Arbeit.
  • “Karriere ist… wenn die Beziehung hält”: das sagte tags zuvor Volker Baisch der Väter gGmbH auf dem Event “Arbeit und Leben 4.0″ in München. Gute Energie sowie Stress übertragen sich vom Privaten ins Berufliche und andersherum. Es ist daher in Maßen auch das Interesse des Arbeitgebers, dass die privaten Rahmenbedingungen passen.
  • Das Verschwimmen von Arbeiten und Leben ist heute bereits Fakt und für die Zukunft sicher noch selbstverständlicher. Das sollte ko-kreativ aufgenommen werden.
  • Gedanken und Gespräche über die reine Gestaltung der beruflichen Karriere sind zu wenig, denn sie stehen unter Umständen im inneren Konflikt mit den Bedürfnissen im privaten Bereich. Wenn dieser nicht erkannt und benannt ist, wird er stetig für Unruhe sorgen.
  • Für eine wirkliche Vereinbarkeit muss die Person mit beruflichen und privaten Zielen und Träumen gesehen und auch gewertschätzt werden. D.h. auch die Perspektive der Kinder und die der Eltern in genau dieser Rolle sind wesentlich.
  • Nicht weiter machen wie bisher. Ein Kind oder Kinder verändern die Bedürfnisse der neuen Eltern – immer! Im Rahmen entsprechender Rahmenbedingungen können sie Ideen auf der Basis der (neuen) persönlichen und beruflichen Ziele generieren. Dafür muss der Arbeitgeber offen genug sein: Zuhören – auf Augenhöhe.
  • Der Mensch steht im Mittelpunkt. Ist er glücklich, gesund und zufrieden, engagiert er sich gerne im Job und in der Familie. Karriereentwicklung ist nur ein Baustein, Persönlichkeitsentwicklung dagegen übergeordnet. Der Arbeitgeber sollte zur Frage ermutigen: “Wie willst Du wirklich wirklich leben und arbeiten?”
  • Ein neutraler Raum für die Gedanken zur Gestaltung von Leben und Arbeit ist unersetzbar. Diesen Raum sollte sich jede(r) je nach Geschmack organisieren. Wir bieten hier seitens elterngarten sicher eine gute Option.

Konflikt der Haltungen – Woher die gemischten Gefühle kamen

Ich ziehe hier zwei Situationen aus dem Podium, mit denen ich am meisten gehadert habe. Sie sollten aus der Sicht der neuen Arbeitswelt überdacht werden und meine oben aufgelisteten Punkte etwas mehr mit Gedanken und Leben füttern.

Erstes Beispiel: Umgang mit persönlichen Interessen

Die anwesenden Personaler im Podium bieten ihren Eltern ein Gespräch während der Schwangerschaft an, um die Möglichkeiten für Elternzeit und Wiedereinstieg durchzusprechen. Selbstverständlich wird während der Schwangerschaft, dem Mutterschutz und der eventuellen Elternzeit Kontakt gehalten.

Gespräch und Kontakthalten finde ich sehr wichtig. Allerdings birgt es aus ganzheitlicher Sicht eine Gefahr: die Mutter sagt “ja” mit bitterem Beigeschmack. Das schreibe ich aus Erfahrung in unseren Basecamps. Die werdenden Eltern sind bei uns, weil sie sich im Unternehmenskontext nicht ganz treu geblieben sind. Es ist systembedingt schwer, unmöglich oder einfach auch nicht gewünscht, mit der personalverantwortlichen Person die eigenen privaten Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen. Dies gehört zur alten Arbeitswelt und hat zu viel mit Leben und zu wenig mit Arbeiten zu tun. Daher haben wir schon oft Eltern bei uns sitzen, die einen bewusst ganzen Blick auf Kinder und Karriere werfen möchten.  Natürlich muss der Mitarbeitende nicht alle privaten Geschichten auspacken. Doch der Arbeitgeber sollte auch daran interessiert sein, dass die Beschäftigten ihre Entscheidungen auf eine stabile Basis gestellt haben – und dazu gehören sowohl private als auch berufliche Faktoren. Nur so kann Stressübertragung vermieden werden und Leben und Arbeiten mit Kindern und Karriere stehen auf gesundem Grund.

Zweites Beispiel: Umgang mit Elternzeit

Eine Unternehmensvertreterin erzählte im Podium mit einer Spur von Stolz, dass in ihrem Unternehmen viele Mütter keine oder wenig Elternzeit nehmen möchten. Natürlich hier erst mal das Lob dafür, dass die Bezahlung hier voraussichtlich sehr gut ist und sich Eltern überhaupt für diese Konstellation entscheiden können. Doch trotzdem: Ich bin auf dem zweiten Blick skeptisch, wenn ein Unternehmen sich damit brüstet, dass die Eltern, bzw. speziell Mütter, dort wenig oder keine Elternzeit nehmen wollen. Mich würden die Motive dahinter interessieren. Ist es wirklich der Spaß am Job und die gute Bezahlung? Oder ist es die Angst davor für ein paar Monate nicht sichtbar zu sein? Etwas zu verpassen? Danach abgestempelt zu sein? Die Angst vor einem “Karriereknick”? Allgemein finde ich hier das “Problem” Elternzeit nur verlagert und nicht kreativ angegangen. Das Potenzial der Elternzeit, nämlich eine gesunde Basis fürs Arbeiten und Leben zu bauen, von der sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte profitieren, wurde unter Umständen konterkariert.

Fazit

Der Begriff “Vereinbarkeit” umfasst eigentlich das Leben und das Arbeiten, die Familie und den Beruf, Kinder und Karriere. Wenn Unternehmen von Vereinbarkeit sprechen, meinen sie jedoch bewusst überspitzt formuliert oft nur die berufliche Perspektive und das bestmögliche “Wegorganisieren” der privaten “Störfaktoren”.

Am Ende stehen die Eltern doch noch ziemlich alleine da, wenn es um den Bau einer gesunden und nachhaltigen Basis für Leben und Arbeit geht. Ich glaube, es hätten alle mehr davon, wenn die “Stakeholder” in einer so bedeutenden Lebensphase wie der Familiengründung mit offenen Karten spielen könnten. Ich hoffe, dass wir diesen ehrlichen und authentischen Weg finden – auf Augenhöhe und durchs Zuhören auf menschlicher Ebene. Mit elterngarten leisten wir hier einen ersten Beitrag.

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Unsere aktuellen Elternzeit Basecamps bundesweit.

Weitere Links:

Eine neue Generation geht in Elternzeit – das erwarten wir von Arbeitgebern

Arbeiten mit Baby – wie ich mich zerreiße.

Wieviel Beruf darf in die Elternzeit?

„New Work“ mit Familie verknüpfen

Link zum neuen Buch von Nicole Beste Forma: Beruf und Familie – Passt!

Unsere Broschüre für Arbeitgeber

 

Eine neue Generation geht in Elternzeit – das erwarten wir von Arbeitgebern

Was bedeutet Elternzeit in der neuen Arbeitswelt?

Die jungen Leute der berühmt-berüchtigten und viel diskutierten Generation-Y sind jetzt so weit, dass sie Familien gründen.

Dass das Thema Elternzeit im Unternehmen nun auch etwas anders angegangen werden sollte, ist hoffentlich klar. Nur wie?

Die sinn- und werteorientierte Generation leistet viel, solange der #Purpose klar ist, die Kollegen toll sind und das Arbeiten Spaß macht. Wie begegnen ihr Unternehmen, wenn sie sich in Elternzeit verabschiedet? Mit Formularen, Teilzeitstunden-Verhandlungen und Vertretungsregeln?

Nein, danke!

Die neue Elternzeit-Generation braucht an diesem wichtigen Punkt im Leben etwas anderes. Und dabei geht es wie immer um Werte, Sinn und Spaß am Job. Um Wertschätzung und Begleitung, ums Zuhören!

Die Zeiten sind vorbei, in denen Menschen, die gerne arbeiten, plötzlich für die Elternzeit einen Schalter umlegen und nur noch für die Familie da sein möchten. In Zeiten der Digitalisierung ticken die Uhren anders.

Foto: Felicitas von Imhoff

Das Schlimmste für viele junge Menschen unserer aktuellen Elternzeitgeneration ist eine #Sinnkrise. Und die ist schon fast vorprogrammiert, wenn Menschen, die sich immer gerne über ihren Job identifiziert haben, plötzlich nur noch zu Hause sind und sich um die Familie kümmern. Die Umstellung vom schnellen Arbeitsleben mit den vielen Herausforderungen und Erfolgen, Unterwegs-sein und After-Event-Partys auf das entschleunigte und extrem fremdbestimmte Leben mit Baby ist kein Zuckerschlecken. Besonders für die Generation-Y!

Genau das sollte von den Arbeitgebern der neuen Arbeitswelt aufgegriffen werden. Wenn Eltern gut durch ihre persönlich-berufliche Veränderung begleitet werden, dann entsteht eine nachhaltige Basis voller neuer Möglichkeiten! Kein Stress, kein schlechtes Gewissen gegenüber Familie oder Kollegen. Statt dessen neue Ideen und Energie.

Wie könnte diese Begleitung aussehen?

Für uns ganz klar: Fördern Sie die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter während dieses grundlegenden Veränderungsprozesses. Geben Sie Ihren Mitarbeitern den Raum und die Möglichkeit innezuhalten, die eigenen Bedürfnisse zu reflektieren, der “Sinnkrise” mit neuen, eigenen Antworten zu begegnen und sich auszurichten im neuen Leben mit Beruf und Familie. Sie brauchen als Unternehmen der neuen Arbeitswelt starke und klare Persönlichkeiten, getrieben und getragen von ihrem #Purpose. Geben Sie Ihren Beschäftigten die Möglichkeit die Elternzeit für eine neue Standortanalyse zu nutzen. Wie möchten sie sich im veränderten System weiterentwickeln? So kommen ihre Beschäftigten gestärkt, mit neuem Schwung und mit guten Ideen zurück aus der Elternzeit. Das gibt es sonst nur beim Sabbatical!

Und welche Möglichkeiten gibt es, sich während der Elternzeit weiterzuentwickeln, ohne dass die Familie zu kurz kommt?

Diese Fragen stellten wir uns bei unserer eigenen Elternzeit und fanden keine Antworten auf dem Markt da draußen. Dann kam die Ideenphase und schließlich die Gründung von elterngarten vor zwei Jahren.

elterngarten hat seine Formate komplett am Elternzeitalltag ausgerichtet. Das Baby darf für die 90 Minuten Präsenzzeit pro Woche dabei sein, der Rest des Formats baut auf Reflektionsübungen, die überall durchgeführt werden können. Das geht in Zeiten der Digitalisierung einfacher denn je. Und das Schöne: man hat auch neben der neuen Familienrolle weiter auch ein professionelles Leben.

“Ausgleich” im Familienalltag

Foto: Felicitas von Imhoff

Das muss man nämlich nicht vergessen. Im Gegenteil: gerade während der Elternzeit kann man es weiterdenken. Dieser “Ausgleich” im Familienalltag zapft Energiequellen an, die sonst brach liegen. Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir: vielen heutigen Eltern tut es richtig gut, neben dem Familienleben die eigenen Werte zu reflektieren, die Ausrichtung und den Sinn neu zu justieren, persönliche und berufliche Pläne anzupassen und sich darüber mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Liebe Arbeitgeber, wenn Sie die Elternzeit innovativ und kreativ angehen möchten, dann sprechen Sie mit uns. Ermöglichen Sie Ihren Eltern einen guten Elternzeitprozess. Wenn Sie mehr über unsere Erfahrungen mit der neuen Elternzeit-Generation wissen wollen oder direkt unser Angebot testen möchten: wir freuen uns über Ihre Nachricht!

Mehr Infos: elterngarten für Arbeitgeber.

Unsere Broschüre für Arbeitgeber

 

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Arbeiten mit Baby – wie ich mich zerreiße.

Oder auch nicht…

Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir, wie es vielen Eltern in Elternzeit geht: sie möchten die Babyzeit genießen und vermissen gleichzeitig schnell ihr professionelles Leben. Dass gerade im ersten Jahr das Baby im Vordergrund steht ist für viele selbstverständlich. Jedoch: wie lebt die professionelle Seite weiter, ohne gefühlt zu verkümmern und eine unterschwellige Unzufriedenheit auszulösen? Im Folgenden erzähle ich von meinen eigenen Erfahrungen mit Arbeit während der Elternzeit und teile ein paar Elternzeit-taugliche Tipps.

Dabei geht es mir nicht um Karrieretipps oder Druck aus dem Arbeitsmarkt. Dieser Blogbeitrag ist für die interessant, die ihre Arbeit einfach lieben – und ihre Familie. Wie kannst Du es schaffen, ohne das Gefühl durch die Elternzeit zu gehen, dass etwas völlig zu kurz kommt?

Blick nach Innen

Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen hilft mir sehr. Ich beobachte, welche unterschiedlichen “Stimmen” in mir sprechen, welche Motive sie haben, ohne mich allzu sehr mit einer Partei zu identifizieren. Diese Distanz hat einen “heilenden” Effekt: so können  beispielsweise die liebevolle Mutter und die professionelle Beraterin nebeneinander leben, ohne gegeneinander einen inneren Kampf zu vollziehen. Sie haben unterschiedliche Ansichten und das dürfen sie auch gerne. In “internen Verhandlungen” vereinbaren wir einen Weg – wenn es sein muss täglich neu – und das übergeordnete Glück muss nicht zerbrechen. Im Coaching gehe ich mit KlientInnen hier tiefer ein. Das bringt immer Erkenntnisse hervor – über diverse Beweggründe der polarisierten Parteien und gemeinsame Lösungen.

Ich bin nun während meiner dritten Elternzeit weiter beruflich aktiv. Alleine schon, damit elterngarten weiter laufen kann. Aber vor allem, weil es Spaß macht und mich auf eine Art auch sehr glücklich macht. So habe ich auch noch einen kleinen Ausgleich neben dem Baby- und Familienalltag und mache etwas “sinnvolles” nur für mich. So führe ich auch noch weiterhin ein Leben jenseits der Familie, was ja für den arbeitenden Elternteil immer der Fall ist. Für den Elternteil zu Hause ist dies jedoch nicht selbstverständlich. So war das für mich jedoch nicht schon immer.

Jede Elternzeit eine andere Erfahrung

Meine professionelle Seite hatte während der ersten Elternzeit eine ganz schön schwere Zeit. Im Job war ich vorerst draußen, aber ich (bzw. meine professionelle Seite) vermisste bei allem schönen Baby-Alltag doch sehr all das, was ich an meinem Beruf so liebte: Kreativität, tolle Projekte, Austausch mit Kollegen, Erfolgserlebnisse, das Gefühl etwas bewirkt zu haben, direktes Feedback, Herausforderungen. Das wirkte sich als Unzufriedenheit aus – nicht nur die der professionellen Seite. Diese Unzufriedenheit betraf mein ganzes inneres System! Ich freute mich wieder aufs Arbeiten, war aber auch nicht wirklich gut vorbereitet auf Vereinbarkeitsthemen – hilfreiche “interne Verhandlungen” hatte ich damals noch nicht geführt. Kind Nr.2 war dann auch schnell unterwegs.

Die zweite Elternzeit war dann anders. Ein Coaching brachte mich zu guten Ideen und nicht zuletzt ist daraus elterngarten geworden. Ich war “trotz Elternzeit” wieder im Flow und konnte brach liegende Energie wieder kanalisieren – mein inneres System war wieder ausgeglichen. Ich startete u.a. eine Coaching-Weiterbildung, die mich persönlich und beruflich unbeschreiblich weit gebracht hat.

Jetzt in der dritten Elternzeit weiß ich um die üblichen Elternzeit-Gefahren. Ich wusste direkt, wie ich diese unwohlige Unzufriedenheit gar nicht erst entstehen lasse. Ich bin mittels eines „inneren Dialogs“ in erfolgreiche Verhandlungen mit meinen professionellen Seiten getreten und nun zufriedener denn je. Ich genieße den Babyalltag und muss mein “Arbeitstier” in mir auch nicht verkümmern lassen. Meine Haupterkenntnis: ein kleines Elternzeit-Projekt tut gut, macht zufrieden und verbessert bestenfalls sogar noch ein bisschen die Welt. 

Kleine alltagstaugliche Päckchen packen

Dieser Blog-Beitrag ist genau so entstanden – hauptsächlich sogar am Smartphone mit einer Notiz-App. Ich schrieb zuerst die Gliederung und dann habe ich Stück für Stück weiter geschrieben – beim spazieren hauptsächlich, die Kleine im Tragetuch dabei. Ich liebe das Schreiben, und wenn ich sonst nicht dazu komme, dann so. So läuft aktuell mein überwiegendes Tun für elterngarten.

Wichtig für mich ist, dass ich hier einen Ausgleich sehe. Viele Leute fragen mich: Du bist ja verrückt, wann machst Du das denn alles? Jedoch: ich investiere meist nicht viel Zeit auf einmal. Läppert sich aber, wenn ich dran bleibe. Hauptsache es macht Spaß, gibt Energie, ist Ausgleich und kein zusätzlicher Stressfaktor.

Jeder kann sein persönliches Elternzeit-Projekt starten

Was ist *Dein* Elternzeit-Projekt? Kennst Du Deinen Ausgleich, Deine Energiequelle, Deinen roten Faden durch die Elternzeit, der Deine anderen inneren Anteile bedient, wo doch sonst die Rolle “Mama/ Papa” so konkurrenzlos im Vordergrund steht?

Das Schöne an der Elternzeit: keiner erwartet etwas von Dir, alle stempeln Dich erst mal als Mama/ Papa mit Baby ab. Du hast viel Zeit zum nachdenken. Das Elterngeld deckt das Nötigste  ab. Du darfst jetzt ideell getrieben sein, nicht finanziell. Das, was Du tust, soll Sinn machen, zu Deiner Familie und Deinen Werten passen. Und wenn Du eine einzige freie Stunde am Tag hast – während das Baby schläft – dann möchtest Du sie sinnvoll investieren.

Jetzt kannst Du experimentieren, ausprobieren, testen. Jetzt kannst Du die Weichen legen für einen Neustart nach der Elternzeit. Du kannst Pläne machen. Du kannst die Basis für Dein eigenes Business legen oder neue Ideen mit Deinem Arbeitgeber ausprobieren. Du kannst Dich weiterbilden mit dem, was Dich interessiert.

Was ist Dein Herzensprojekt? Gibt es eine Energiequelle für Dich, die gerade nicht angezapft wird? Schreibst Du eigentlich gerne, liest Du gerne, lernst Du gerne, bist künstlerisch aktiv, kreativ? Aber Du kommst zu nichts?

Und wie packst Du das in Elternzeit-alltagstaugliche Päckchen?

Wie arbeite ich mit Baby, ohne Fremdbetreuung?

Mein Elternzeit-Projekt ist offensichtlich die Weiterführung von elterngarten. Doch wie arbeite ich denn gerade – mit Baby dabei, so mitten im Alltag? Wie sehen meine Päckchen aus?

Meine geliebte Notiz-App habe ich oben bereits erwähnt. Hier entstehen nicht nur Blog-Beiträge, wie dieser hier. Ich schreibe alles auf, was für mich wertvoll ist oder werden könnte: Ideen, ToDos, Gedichte, kurze Artikel. Manchmal schreibe ich auch hier e-Mails vor, weil mir das in der App bequemer ist und ich beliebig oft drüber lesen und korrigieren möchte (und nicht ausersehen auf den Send-Button komme).

Telefonate führe ich hauptsächlich draußen beim spazieren. Meetings kann ich auch wunderbar beim spazieren halten. Das mache ich nicht nur intern bei elterngarten. Ich habe auch schon entferntere Kooperationspartner und Kollegen zu einem Spaziergang eingeladen. Die Kleine ist dann immer im Tragetuch dabei. Eine ehemalige Klientin macht das übrigens ähnlich. Sie veranstaltet Kunstführungen mit Baby in der Trage. Anders, unkonventionell, aber kommt nach meinen Erfahrungen immer gut an.

Viel Kommunikation läuft auch über Sprachnachrichten. Das geht viel schneller als tippen und ist trotzdem asynchron. So kann man antworten, wann es passt. So sind schon richtige Konzepte entstanden.

Diverse Einzelcoachings und ein Elternzeit Basecamp habe ich auch schon von zu Hause aus durchgeführt. Das geht mit Baby im Tragetuch oder mittlerweile auch gerne auf der Decke oder dem Schoß wunderbar. Darf nur nicht zu viel sein.

Mit unserer elterngarten Coach Christine in München, die ja auch einen ebenso kleinen Nachwuchs hat, treffe ich mich auch gerne immer wieder persönlich. So haben wir unseren kleinen “Coworking Space mit Baby”.

Unser elterngarten Team hinter den Kulissen nutzt ein Community-Tool, in dem wir täglich kommunizieren. Wir teilen Tipps, Erkenntnisse, Ideen und auch Bedenken. Im Zweifel packt auch immer jemand an und bietet Unterstützung.

Außerdem hat sich für mich die Wunderlist-App bewährt, sie ist für mich Gold wert. So verzettle ich mich selten, ich kann dann einfach draufschauen und entscheiden, was gerade geht – und was in der verfügbaren Zeit gerade das Wichtigste und Machbarste ist.

Auch hier wieder: Klarheit ist an erster Stelle. Qualität zählt. Ich mache keine Termine, die nicht wichtig sind. Dafür ist mir meine Zeit mit Baby und Familie zu wichtig.

Ich lasse mir gerne helfen und scheue mich auch nicht zu fragen. So kann ich mich wirklich fokussieren. Bestimmte Dinge können andere besser und schneller als ich. Das heißt für mich “Outsourcing”: wir haben z.B. eine Haushaltshilfe, für die Buchhaltung und die IT wird regelmäßig Unterstützung eingekauft. 

Wenn ich müde bin, weil die Nacht anstrengend war, dann ruhe ich. Wenn ich mir bzw. irgendeine meiner Antreiberinnen in mir etwas vorgenommen hatte, dann ist das echt schwer. Schon wieder Pläne verschieben! Aber für mich ist es nachhaltiger, wenn ich nicht im Funktionier-Modus sondern im Lebe-Modus bin.

Abschied vom Perfekten

Ich möchte hier nichts vorspielen. Vieles geht gerade nicht. Vieles bleibt auf der Strecke: gute Bücher und auch den ein oder anderen tollen Auftrag oder Einladungen zu Veranstaltungen gehen flöten. Diejenigen, die aktuell an einem Basecamp teilnehmen, haben gerade erfahren, dass die Rechnungen etwas später als angekündigt versandt wurden. Jedoch: Damit habe ich Frieden geschlossen, auch wenn das nicht einfach war. Ich habe gelernt, dass damit wirklich nicht die Welt untergeht.

Außerdem: Ich kann mein Sein und Tun in und für die Familie weit mehr wertschätzen als während der ersten Elternzeit. Die Zeiten sind vorbei, dass ich abends im Bett liege und frustriert denke, ich hätte “nichts gemacht”. Ich kann meine Arbeit im Haushalt auch wertschätzen. 

Sowas geht nicht auf Knopfdruck. Das ist ein Wachstumsprozess. Sich selbst zuhören, Innere Selbstführung, innere Verhandlungen – das kann man lernen. Und die Elternzeit ist bestens dafür geeignet. Ich komme mit dem langsamen Tempo zurecht und sehe auch Vorteile in dieser Entschleunigung. Alles wird intensiver und jeder Moment ist für mich noch wertvoller. Ich begegne dem Glück im Alltag und habe aufgehört auf den nächsten Urlaub zu warten um durchzuschnaufen. Innehalten und Energie tanken kann ich jederzeit!

Liebe

Das mag jetzt vielleicht alles sehr unentspannt und leistungsgetrieben sein. Und ja, sicher schwingt da auch ein Leistungsanteil mit. Aber es handelt sich am Ende doch nur um eine Stunde am Tag, eine kleine regelmäßige Dosis. Der Hauptteil ist für mich ganz klar die Baby- und Familienzeit. Ich bin völlig verliebt in meine kleine Tochter (und natürlich die beiden Geschwister und meinen Mann…). Ohne diese Liebe würde das alles nicht funktionieren. Und auch diese Liebe braucht viel Zeit und Fürsorge. Man glaubt es kaum, aber die Stillzeit nutze ich in 99% der Fälle nicht fürs Handy und Facebook, denn diese innige und am Ende doch so kurzweilige Zeit möchte ich mir nicht mit Ablenkung entzaubern. Wir leben so unseren Flow und sind getragen und gehalten von einem starken Band, das uns unzertrennlich macht. Diese Bindung ist so innig und unbeschreiblich. Nichts von dem, was ich oben beschrieben habe, wäre mir was wert ohne dieses Vertrauen, dass wir zusammen gehören und für immer füreinander da sind.

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New Work mit Familie verknüpfen.

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Danke für die Fotos an: Felicitas von Imhoff

“New Work” mit Familie verknüpfen

Was passiert, wenn wir „Familienfreundlichkeit“ mit den Konzepten der „Neuen Arbeitswelten“ zusammenbringen – und wie wir das tun

Teaser

Die Generation, die unsere Arbeitswelten zum Umdenken bringt, hat noch etwas zunehmend gemeinsam: Sie bekommen nun Kinder und gründen Familien. Eigentlich perfekt, denn familienfreundliche Maßnahmen lassen sich gut mit Konzepten der Neuen Arbeitswelt verbinden.

New Work

Foto: Felicitas von Imhoff

Mittlerweile schreiben etliche Studienergebnisse und Veröffentlichungen darüber, was Arbeitgeber der Zukunft tun und haben sollten, um ihre ArbeitnehmerInnen wirklich binden zu können. Der Grundtenor ist immer ungefähr der Gleiche: Identifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft ist Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Dafür ist ein Umdenken notwendig. Das Gehalt alleine zählt schon lange nicht mehr. Für die Leistungsträger sind Sinnhaftigkeit und Freude an der Tätigkeit wesentlich. MitarbeiterInnen möchten sich mit den Unternehmenszielen identifizieren können und im Job das tun, was sie auch „wirklich, wirklich wollen“ (vgl. Frithjof Bergmann). Sie fordern persönliche und berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten, eigenverantwortliches Handeln, Vertrauen und Wertschätzung, gesundes und stressfreies Arbeiten und einen hierarchie- und bereichsübergreifenden respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Mitarbeiter sind gerne überdurchschnittlich leistungsbereit, wenn das Team passt und geteilte Werte die Zusammenarbeit stärken. (vgl. bspw. Studie des Forums Arbeitsgesundheit mit der LMU München vom Herbst 2016)

New Work und Familie

Ein „Manko“ oder die „Chance“ kommt nun noch erschwerend oder herausfordernd hinzu: Die Arbeitnehmer-Generation, die dieses Umdenken in den Mainstream gebracht hat und die wesentlich an der Gestaltung der Neuen Arbeitswelt beteiligt ist, gründet gerade Familien. Denn auch das ist – auch wenn es gerne mal ausgeklammert wird – ein fester Bestandteil der Neuen Arbeitswelt und dessen, was ein großer Teil der aktuellen Generation der Leistungsträger „wirklich, wirklich will“. Deutschlandweit steigende Geburtenraten fordern die Arbeitgeber heraus – auch oder vielleicht gerade bei den so sehr vermissten Fachkräften im Auftrieb der Karriereleiter. Dabei genügt es offensichtlich nicht, sich „nur“ um die Ausweitung der Fremdbetreuungsmöglichkeiten zu kümmern. Eltern sind heute hier genau wie bei allen anderen Themen sehr werte- und sinngetrieben. Für viele Eltern kommt es selbst bei gegebener Möglichkeit nicht in Frage, das Kind mit einem halben Jahr in die Krippe zu geben oder die Fremdbetreuungszeit bis zum Abend auszuweiten. Das Herz der Eltern entscheidet hier offiziell mit, und das ruft nach Alternativen und möchte kompromissbehaftete Entscheidungen auf Kosten der Eltern-Kind-Bindung vermeiden.

Junge Eltern als Chance sich als Arbeitgeber weiterzuentwickeln

Arbeitgeber müssen daher über die Fremdbetreuung hinausdenken und dürfen hier aus einem Schatz an Ideen aus den zahlreichen (u.a. abgewandelten) Konzepten für die Neuen Arbeitswelten zurückgreifen. Wir begleiten als Berater und Coaches Eltern in Elternzeit, die diese besondere Zeit und den Abstand vom bisherigen Arbeitsleben nutzen, um innezuhalten und sich zu fragen, was sie „wirklich wirklich wollen“. Leider erleben wir immer wieder, dass die Eltern versucht sind während dieser Zeit über Selbstständigkeit nachzudenken oder wenigstens über den Wechsel ihres Arbeitgebers, da sie befürchten oder gar sicher sind mit ihren Vorstellungen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf taube Ohren zu stoßen.

Wie wäre es also, wenn Arbeitgeber junge Eltern als Chance sehen würden, um sich weiterzuentwickeln und in der Neuen Arbeitswelt zu positionieren? Der Arbeitgeber würde Leistungsträger und wertvolle Fachkräfte gewinnen und binden und erlebt statt Stress und Konflikten rund um den Eintritt in Elternzeit und den Wiedereinstieg einen Innovationsschub.

Wie Arbeitgeber die „Neue Arbeitswelt“ mit „Familienfreundlichkeit“ verbinden können

Viele Vorbilder gibt es in der Schnittmenge der „Neue Arbeitswelten“ und „Familienfreundlichkeit“ tatsächlich noch nicht. Folgende Möglichkeiten sehen wir für Arbeitgeber und Eltern.

Selbstverantwortung fördern

Eltern sollten nicht wie leider üblich weniger, sondern eher noch mehr Verantwortung zugeteilt bekommen. Sie entwickeln in ihrem Familienalltag automatisch ihre Fähigkeiten zu organisieren, effektiv und effizient zu sein. Am besten bekommen Eltern die Verantwortung für ein klar abgegrenztes Projekt zugeteilt – wenn dies nicht möglich ist, dann kann immer noch über Unterprojekte nachgedacht werden. Hier sollte man nie zu früh aufhören zu denken! Der unermesslich wertvolle Vorteil von Projektverantwortung ist die damit verbundene Freiheit zu entscheiden. Eltern entscheiden selbst über Meeting- und Bürozeiten und da meist sie der zeitliche Engpass sind, sollten sie die Planung einfach übernehmen. Auch Regeln, wie z.B. handy- oder e-mail-freie Zeiten, können selbstbestimmt zum Wohle aller vereinbart werden. So ersparen sie sich jede Menge Stress und Unmut unter Kollegen. Natürlich geht mit der Projektverantwortung auch eine klare Zielorientierung einher. Das Projekt wird nach Erfolg gemessen, nicht nach Stunden der Anwesenheit vor Ort. Gute Ideen für eine effizientere Umsetzung belohnen nicht nur die Eltern selbst, sondern sparen dem Arbeitgeber Kosten und Zeit. Voraussetzung für diese Art der Umsetzung ist ein Vertrauensvorschuss, der in der neuen Eltern-Generation mit Sicherheit dankend angenommen wird. Nicht ist motivierender als sich des Vertrauens des Arbeitgebers sicher zu sein und jeder würde sich bemühen vorzuzeigen, dass sich dieser Vertrauensvorschuss für alle Seiten lohnt.

Vernetzung fördern

Junge Eltern starten gerade neu durch: Sie sehen sich mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert und versuchen ihre neue Welt der Familie mit ihrem anspruchsvollen Job zu verbinden. Arbeitgeber sollten hier nicht nur den Austausch unter den jungen Eltern fördern – die treffen sich voraussichtlich auch gerne mal „privat“, denn Kinder verbinden. Hier kann ebenfalls weitergedacht werden: Eltern können interne Veranstaltungen planen und ihre Ideen für Familienfreundlichkeit direkt umsetzen. Ungeahnte Ideen werden über diese selbst organisierten Möglichkeiten Realität. Im Mittelpunkt der Vernetzungsaktivitäten steht der Austausch auf Augenhöhe. Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen auf jeweils unterschiedlichen Hierarchiestufen haben plötzlich etwas gemeinsam: Kinder und Familie. So entsteht Gesprächsstoff, der sich weiterentwickeln kann, und zwar business-mäßig formuliert: interdisziplinär und kreativ. Die Ideen werden weiterwachsen und das Business befruchten. Warum nicht auch die Kinder mitbringen?

Integration der Kinder fördern

Das geht für viele Arbeitgeber dann doch zu weit. Doch das Potenzial birgt ungeahnte Möglichkeiten. Nicht nur bei speziell organisierten Familientreffen der Unternehmen sollten Kinder dabei sein dürfen. Wir schauen auch in den „normalen“ Alltag: Was machen Eltern mit halb-kranken Kindern? Viele bringen sie doch in die KiTa mit der Folge, dass noch mehr Kinder angesteckt werden und sich das betroffene Kind auch nicht wirklich auskurieren kann. Dieser Kreislauf könnte für alle anders aussehen. Wenn sich Eltern mit deren Kindern angenommen und nicht falsch fühlen, werden neue Energien freigesetzt. Dinge entstehen, die anders nie entstanden wären.

Foto: Felicitas von Imhoff

Konkret heißt das: Kinderstimmen im Hintergrund bei Telefon- oder Videokonferenzen sollten erlaubt sein ohne verurteilende Blicke und Proteste. Wir haben wunderbare Erfahrungen gemacht mit unseren Kindern, die auch gut und gerne mal eineinhalb Stunden am Stück auf dem Schoß der Eltern sitzen, während diese fast ungestört über Video nicht nur am Geschehen teilhaben, sondern es auch tatkräftig mitgestalten konnten. Meine Kinder finden es mittlerweile normal, wenn ich skype, telefoniere oder mal am Laptop arbeite. Sie wissen, dass dies zum Alltag gehört genauso wie die Zubereitung des Mittagessens. Es ist alles eine Sache der Haltung. Wenn ich die Kinder nicht im Hintergrund verstecken muss, sondern sie ein offizieller und integrierter Bestandteil des ein oder anderen Arbeitstages sind, dann sind sowohl die Kinder als auch ich als auch die Auftraggeber entspannter. Kinder müssen nicht halbkrank fremdbetreut werden, können sich erholen und sind sogar tendenziell wieder schneller fit und gesund. Erfolgsrezept hierbei ist, dass ich mich für die Kinder nicht schämen muss, sondern offen damit umgehe. Das leistet sicher einen wesentlichen Beitrag zur Stressprophylaxe und lässt mich gegenüber meinen Kindern sowie gegenüber meinen Kollegen meistens ziemlich entspannt gegenübertreten. Durch den offenen Umgang mit der immer vorhandenen Schnittmenge aus „privat“ und „beruflich“ können wir Eltern mit der Energie gehen, statt viel Zeit und Nerven ins Verstecken und „weg organisieren“ zu investieren.

Persönlichkeitsentwicklung fördern

Das gilt natürlich allgemein, ist aber speziell während der Elternzeit und danach förderlich. Vielleicht ist die Stressgefahr in keiner anderen Lebensphase mehr so hoch, wie in der Zeit, in der junge Eltern das Leben mit kleinen Kindern und beruflichen Ambitionen zu verbinden versuchen. Wenn Arbeitgeber nun so weit gehen und Eltern eher mehr als weniger Verantwortung übertragen, dann hat dies offensichtlich hohe Ansprüche an die persönliche Weiterentwicklung. Viel Selbstverantwortung und Selbstorganisation setzt nicht zuletzt eine gute innere Selbstführung voraus. Das beugt garantiert einer oder mehreren Ladungen Stress vor, die gerne mal von einem Bereich in den nächsten überschwappen.

Elternzeit als ko-kreativen Prozess fördern

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt sind neben der Zeit mit dem Baby auch eine große Chance für Reflektion und zum Innehalten. Das ein oder andere New Work Unternehmen setzt bereits Sabbaticals um, in denen die „Auszeit“ der MitarbeiterInnen gefördert wird, um gerne auch mal Dinge zu hinterfragen und auf neue Ideen zu kommen. Die Elternzeit ist dabei noch völlig außerhalb des Radars, obwohl sie genauso viele Möglichkeiten des Abstand-gewinnens, Innehaltens und Hinterfragens bereithält. Die Elternzeit ist perfekt dafür, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen und sich zu fragen, was man „wirklich, wirklich will“. Mitarbeiter können hier ihre persönlichen und beruflichen Pläne erarbeiten und diese idealerweise auch offen mit ihrem Arbeitgeber besprechen und weiterentwickeln.

Querdenken fördern

Lineares Denken ist bei diesen ko-kreativen Prozessen während der Elternzeit oft eine Falle. Viele Eltern aus der Generation der Neuen Arbeitswelten kommen aus anspruchsvollen Berufen, die gerne auch mal mit viel Reisen zu tun haben oder mindestens eine hohe Flexibilität der zeitlichen Verfügbarkeit notwendig machen. Wir kommen dann nicht weiter, wenn wir fragen, wie man diesen gleichen Job nun mit weniger Wochenstunden ausüben könnte. Stattdessen könnte eine gute Frage sein: Was sind Deine Stärken, Deine (neuen) Bedürfnisse, Deine Wünsche und wie kannst Du uns unter den neuen Rahmenbedingungen einen neuen Mehrwert bringen?

Beispiele aus der Praxis

Foto: Felicitas von Imhoff

Während meiner erste Elternzeit war ich als Unternehmensberaterin zuerst mit dem üblichen Problem konfrontiert: Wie übe ich mit Kind denn meinen Beruf noch aus? Zum Glück ist mein Chef selbst Vertreter des Themas „New Work“ und wir hatten die Möglichkeit unser lineares Denken bewusst zur Seite zu legen. Statt festzustellen, dass ich als Beraterin wohl kaum ein Projekt oder einen Kunden finde, bei dem ich viel von zu Hause arbeiten kann und mein Kind um spätestens 15 Uhr in der Krippe abholen darf, bei dem ich nicht reisen werde und ich trotzdem anspruchs- und verantwortungsvoll arbeiten darf, haben wir einfach gemeinsam einen neuen Job für mich kreiert. Für eine begrenzte Zeit war ich zuständig für den Auf- und Ausbau eines Beratungsthemas und übernahm die interne Koordination. Ich koordinierte ein Team mit Beratern und leitete die Erstellung einer Studie und das Aufsetzen des Außenauftritts für das Thema. Es musste nie in Frage gestellt werden, ob meine Arbeit tatsächlich einen Mehrwert für meinen Arbeitgeber brachte. Und der Job passte perfekt zu meiner Lebensphase: mit kleinem Kind und Kind Nummer 2 war bereits unterwegs. Mein Arbeitgeber profitierte von seinem eigenen freien Denken. Wir hatten keine gesetzlich getriebenen Diskussionen zum Wiedereinstieg, sondern waren inhaltlich und kreativ unterwegs.

Meine zweite Elternzeit war nochmals ganz anders. Ich hatte eine konkrete Business-Idee, die mit sich brachte, dass ich sie unabhängig von meinem Arbeitgeber umsetze. Der ließ mich während meiner Elternzeit „dann mal machen“ und beobachtete und unterstützte sogar zeitweise meinen Gründungsprozess, da er die Idee selbst gut fand und auch teilweise in Anspruch nahm. Ich durfte erleben, wie ich das Gefühl haben durfte genug für meine Kinder da zu sein UND gleichzeitig einen anspruchsvollen Job zu haben. Das wünsche ich allen Eltern in Elternzeit und auch deren Arbeitgebern.

Fazit

Natürlich sind nicht alle Berufe geeignet für die Umsetzung dieser Vorschläge. Jedoch immer mehr, und vor allem die neu entstehenden, dienstleistungsintensiven und/ oder online-getriebenen Jobs der Neuen Arbeitswelt und aus der Industry 4.0. Alle Jobs, in denen gute Ideen und Ergebnisse (zunehmend) wichtiger sind als reine Präsenzzeit, können mit Familie noch weitergedacht werden. Denn denken können die „Eltern der Neuen Arbeitswelt“ extrem gut – egal wo, auch auf dem Spielplatz.

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New Work, Agile, Arbeiten 4.0, digitale Transformation – all das sind Entwicklungen in der Arbeitswelt, die Raum schaffen, Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit völlig neu zu denken. Die Kampagne New Work Families ruft zu einem deutschlandweiten Austausch auf, um zu neuen Ansätzen und Modellen für bedürfnisorientierte Vereinbarkeit zu inspirieren oder diese sichtbar zu machen.

 

 

Ein Blick hinter die Kulissen: erste Elternzeit bei elterngarten

Und was ist mit elterngarten? Diese Frage wurde mir in den letzten Monaten öfters gestellt. Der Unterton war dabei in meiner Wahrnehmung immer der gleiche: Geht das denn weiter nach der Geburt Deines dritten Kindes? Wie soll das gehen?

Jetzt ist sie da, unsere kleine Tochter, letzte Woche gesund und proper geboren. Während ich das hier schreibe, liegt sie auf und neben mir, schläft oder trinkt und schaut einfach nur zuckersüß aus.

Ich genieße unsere Startzeit ins neue Leben, ihr neues Leben als Mensch, mein neues Leben als dreifache Mutter, unser neues Leben als “Großfamilie”.

Und was ist mit elterngarten?

Na spannender kann es ja gar nicht werden. Wir sind diejenigen, die mittlerweile deutschlandweit Möglichkeiten bieten die Elternzeit mit persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung zu verbinden. Wir vertreten die Meinung, dass Weiterentwicklung und Elternzeit keine Widersprüche sind – im Gegenteil. Wir stehen für gute Ideen während dieser besonderen Zeit, statt “entweder oder” integrieren wir die Kinder in unser Leben und das was uns als Menschen ausmacht – nicht nur als Eltern. Wir laden gerne kreative und professionelle Gedanken ein, während wir gleichzeitig ein Baby stillen, spazieren gehen oder Brei zubereiten. Dafür müssen wir nicht bis zum Ende der Elternzeit warten. Meine beiden vorangegangenen Elternzeiten waren für mich jeweils immer inspirierend und besonders. Aus der zweiten Elternzeit ist elterngarten entstanden. In der dritten Elternzeit wird sich elterngarten sicher noch weiterentwickeln und wer weiß, vielleicht wird ja noch das ein oder andere ganz neue Projekt geboren. Prämisse für mich ist immer, dass es mit meiner Familie vereinbar ist, dass es uns allen gut geht, wir gesund und ungestresst bleiben. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Elternzeiten ist vor allem: sich wenig vornehmen und dann dabei bleiben, das Richtige irgendwie tun, nicht irgendwas richtig tun.

Das Baby ist immer dabei und gehört zu allem dazu, es bestimmt meine Rahmenbedingungen, auch wenn es im Alltag oft nicht einfach ist. Ich erlebe, dass ein bisschen Ausgleich, ein paar kleine Projekte, gute Ideen oder mal ein berufliches Telefonat den Babyalltag durchaus bereichern können. Denn wir werden daran erinnert, wer wir sonst noch sind – neben Mutter oder Vater. Und damit will ich keine Wertung implizieren. (Darüber, was der Elternteil zu Hause “wert” ist, hatte ich in unserem letzten Blogbeitrag geschrieben.) Alles in Maßen natürlich. Prioritäten sind klar. Doch wer vor der Geburt einen guten Job hatte, der möchte oft gar nicht komplett darauf verzichten: professioneller Austausch, denken, analysieren, Ideen generieren, umsetzen, netzwerken. Ich weiß, dass ich hier für viele Eltern in Elternzeit spreche und damit auch an die Arbeitgeber appelliere: Eltern sollten die Möglichkeit bekommen, kleinere Projekte auch während der Elternzeit fortführen oder neu starten zu dürfen – wenn es passt, gut vereinbar ist mit den familiären Rahmenbedingungen und inhaltlich reizvoll genug.

Walk the talk.

Wo, wenn nicht direkt bei elterngarten, kann die Elternzeit auch entsprechend gelebt werden? Ich bin ja auch nur eine, dieses Jahr folgen immerhin noch zwei weitere Babys intern bei elterngarten!

Jetzt liege ich hier im Wochenbett mit dem Tablet in der Hand und schreibe meinen ersten Blogartikel in meinem neuen Leben. Und ich kann nur sagen, und dabei natürlich auch nur von mir persönlich sprechen: es ist wunderschön im Wochenbett zu sein, das kleine Wunder dabei, und gleichzeitig die Fühler nach draußen auszustrecken, in wohldosiertem Maß, das ich selbst bestimme und das täglich variieren kann. Ich möchte mir nichts vornehmen, aber ich möchte doch gerne die Möglichkeit haben schreiben und veröffentlichen zu dürfen, wenn eine gute Idee da ist. Und damit vielleicht die ein oder andere Mutter (und gerne auch Väter) zu inspirieren, es ebenfalls auszuprobieren. Elternzeit ist natürlich die Zeit des neuen Erdenbürgers, aber es ist auch die Zeit für Dich. Die perfekte Zeit zum reflektieren, zum innehalten, Ideen zu bekommen und diese auszuprobieren.

Und elterngarten läuft natürlich weiter!

Das Timing für meine Elternzeit ist perfekt, denn die Basis von elterngarten steht. Wir sind ein tolles deutschlandweites Team aus kreativen, engagierten und selbstbestimmt arbeitenden Coaches und Trainern.

Interne Antwortzeiten verlängern sich eventuell hier und da, im Team nehmen wir schon immer viel Rücksicht auf unsere jeweiligen Familiensituationen. Dabei spielt vor allem das Vertrauen eine große Rolle. Hier und da übernimmt halt auch mal jemand etwas, was eigentlich nicht im eigenen Aufgabenbereich liegt. Dabei zieht vor allem die Kraft der elterngarten-Idee: wir haben einfach Lust die Idee nach vorne zu bringen. Wir stehen im Dienst der Idee und da unterstützt uns die flexible Arbeitsweise in unseren internen Reihen.

Selbstbestimmtes Arbeiten, Vertrauen, Rücksicht – das leben und erleben wir. Wir testen was geht und wie weit und laden alle Interessierten ein uns dabei zu begleiten!

 

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elterngarten bei den New Work Families

„Wir lieben unsere Arbeit und wir lieben unsere Familie. Wir wollen uns im Beruf verwirklichen und Zeit für unsere Kinder haben. Wir sind die Familien der neuen Arbeitswelt – die New Work Families.“

Das ist unsere elterngarten-Liebeserklärung an eine neue Initiative in Deutschland, die sich perfekt mit unseren Aktivitäten ergänzt und der wir uns aus diesem Grund angeschlossen haben und unterstützen werden.

Warum wir bei den New Work Families dabei sind

Wir lieben unsere Kinder und genießen unsere Elternzeit, wir sind in Krabbelgruppen und später auf Spielplätzen unterwegs. Wir genießen den zeitlichen und räumlichen Abstand vom bisherigen Alltag, der stark durch den meist zeitintensiven und anspruchsvollen Job bestimmt war. Das finden wir inspirierend. Andere Leute nehmen Sabbaticals um auf neue Gedanken zu kommen, Dinge zu hinterfragen, Revue passieren zu lassen, Abstand zu gewinnen. Wir nutzen hierfür unsere Elternzeit und hinterfragen mit Baby auf dem Arm unser bisheriges Leben. Unsere Werte haben sich nochmals deutlich verschoben zur Geburt. Es geht für viele von uns tatsächlich nicht unbedingt um die Frage, wie schnellstmöglich eine Fremdbetreuung organisiert werden kann, um dann den Job zu machen, den wir vorher gemacht haben. Selbst wenn es der „alte Job“ bleiben soll: Es geht darum neue Wege zu finden, wie Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden können, in einen Flow, nicht in eine Zerrissenheit. Wir packen das ein, was uns wichtig ist: Kinder an erster Stelle, Familie, Partnerschaft UND das, was wir bisher in unserem Job gelernt haben, unsere Berufserfahrungen, unsere Ideen. Ganz klar wird aber nicht alles eingepackt. Wenn wir uns die Fragen im Elternzeit Basecamp beantworten, allen voran „Wie will ich wirklich wirklich leben (und arbeiten)?“, dann wissen wir auch sehr oft, was wir nicht mehr wollen.

In der Elternzeit New Work denken – Rahmenbedingungen schaffen

In unseren Elternzeit Basecamps erleben wir regelmäßig bei den TeilnehmerInnen so viel Leidenschaft und Engagement, so viel Lust zu arbeiten, was zu reißen, Lust auf tolle Projekte, Lust auf sinnvolle Arbeit, Lust darauf einen Beitrag zu leisten. Die Rahmenbedingungen unsere professionellen Seiten in unser Familienleben zu integrieren und andersherum liegen meistens leider nicht auf der Hand. Weder bei unseren Arbeitgebern noch sonst irgendwo. Wir müssen uns die Rahmenbedingungen selbst schaffen, wenn wir „trotz Baby und Kinder“ auch noch weiter anspruchsvoll und beitragsorientiert arbeiten und dabei unseren (neuen) Werten treu bleiben möchten. Dafür inspirieren die Elternzeit Basecamps speziell während der Elternzeit und die vielen weiteren Geschichten, die sich nun unter dem Dach der New Work Families sammeln. Wir sagen: Es lohnt sich gerade in der Elternzeit, „New Work“ zu denken und neue Wege einzuschlagen.

Denkblockaden aus der alten Welt, Möglichkeiten der neuen Denke

In erster Linie hindern uns jedoch die eigenen Denkblockaden, die noch aus der „alten Welt“ stammen: Elternzeit ist die Zeit zu Hause, eine Pause vom Job, da soll man sich 100% aufs Baby und die neue Situation einlassen. Geld verdienen sollte man lieber nicht, denn dann wird das Elterngeld gekürzt. Elternzeit-Angebote unserer Arbeitgeber sind selten und beschränken sich zu oft auf weniger spannende Geschichten, wie das ein oder andere Webinar zu neuen internen Systemen, etc. Wie wäre es denn, wenn wir „trotz“ Baby nicht ausgeschlossen werden, sondern auch unsere professionellen Seiten weiter sprechen lassen dürften, auf neue und passende Weise besser integriert? Wie wäre es, wenn wir in ko-kreative Prozesse einsteigen – mit unseren Arbeitgebern, mit anderen Eltern, mit neuen Initiativen… Und zwar schon während der Elternzeit. Genau das möchten wir ermöglichen.

Ausgleich als Eltern – die professionelle Seite ausleben (dürfen)

Immer wieder erleben wir, wie Eltern während der Elternzeit mit 100% Baby und Haushalt nach ca. 6-9 Monaten die Decke auf den Kopf fällt, manchmal später, manchmal früher. Der Ausgleich fehlt. Das hat nichts mit mangelnder Liebe und auch nicht mit dem Wunsch nach Fremdbetreuung zu tun. Sondern einfach mit dem, was wir sonst noch sind außer Eltern.

Als Teil der Initiative „New Work Families“ setzen wir uns für eine bessere Integration unserer unterschiedlichen Bedürfnisse sowie der Bedürfnisse unserer Kinder ein. Wir möchten anregen, dass die Elternzeit selbst nicht zu einer ungesunden Polarisierung unserer unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile führt – also unserer Elternseite und unseren professionellen Seiten. Bei elterngarten und bei den New Work Families dürfen wir unsere Kinder mitbringen und „trotzdem“ arbeiten, Teil toller Projekte sein, voneinander lernen, uns untereinander vernetzen, neue Perspektiven kennenlernen, neue Ideen entwerfen, inspirieren, Workshops machen, Events planen, bei denen die Kinder dabei sind und bei denen wir professionell sein „dürfen“. Die Kinder sind dabei und erleben, wie ihre Eltern Spaß am arbeiten haben. Und für die Kinder: Die Eltern verschwinden nicht einfach irgendwohin, Kinder lieben es dabei zu sein und Teil einer schönen Bewegung zu sein, die offensichtlich den Eltern so gut tut. Das heißt ja nicht, dass wir ausschließlich arbeiten. Jedoch: Arbeit kann in der Elternzeit tatsächlich auch als Ausgleich gesehen werden – das ist mit einer alten Denke nicht fassbar.

Jetzt freuen wir uns Teil einer tollen Initiative zu sein und auf die nächsten Schritte!

Siehe auch: Blogbeitrag “New Work mit Familie verknüpfen”.

Ein Interview mit der elterngarten-Gründerin Tanja Misiak und ihrem Chef Marc Wagner findest Du direkt bei den New Work Families: New Work und Elternzeit – Wenn der Chef die Frage erlaubt: Wie willst Du wirklich leben und arbeiten?