Category Archives: Elternzeit

Im Jetzt und Hier: Glücksgefühle mitten im Alltag #Potenzialentfaltung

Die meisten Eltern, die zu uns kommen, möchten ihre Pläne für die berufliche Weiterentwicklung an ihre neue Familiensituation anpassen. In diesem Beitrag möchte ich jedoch den Schwerpunkt auf etwas legen, das viele über diesen “Umweg” neu entdecken: die Möglichkeit sich mitten im Job- und Familienalltag zu reflektieren, sich persönlich weiterzuentwickeln und mit diesem Wachstum innere Freiheiten trotz großer Fremdbestimmung zu entdecken. Wir können erleben, dass hinter all dem Alltagsgewusel ein großes Potenzial für unser Wachstum steckt. Man muss “nur” ein bisschen üben…

Viele Eltern spüren durch den Prozess der Reflexion und Klar-werdung das Gefühl von Glück, Liebe und Erfüllung neu – es ist wie ein Prozess der Er-innerung. Ein schönes Gefühl aus dem früheren Leben – man hat auf einmal wieder die Möglichkeit sich im neuen Setting neu zu entfalten. Trotz viel größerer Fremdbestimmung, trotz Müdigkeit, trotz quengelnder Kinder… – oder gerade deswegen?

Das Jetzt und Hier im Alltag neu entdecken

Während wir im Elternzeit Basecamp vor allem unsere Pläne für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung erarbeiten, führe ich hier aus diesem Anlass unsere Aufmerksamkeit weg von den Plänen ins Jetzt und Hier. Wie geht es Dir im Jetzt und Hier und was brauchst Du, jetzt, hier? Wie geht es Dir jetzt und hier im Angesicht Deiner Pläne für die Zukunft?

Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin, die im Basecamp plötzlich ganz erschüttert und gleichzeitig erlöst war: sie stellte gerade fest, dass ihre bisherigen Pläne komplett an ihren eigenen Bedürfnissen vorbei geplant waren. Unreflektierte Überzeugungen “So macht man es halt,” und “Das erwartet man eben von mir” waren so dominant, dass sie aufgehört hatte sich selbst zu spüren. Durch die Achtsamkeit auf das Jetzt und Hier bekam sie Zugang zu ihrem Körper, Emotionen, ihren eigentlichen Träumen und Wünschen. Und vor allem den Mut und die Gewissheit ihren eigenen Weg zu gehen. Liebe Eltern, bleibt bei Euch. Eure Kinder brauchen keine Vorbilder, die fremdgesteuert sind und eigentlich komplett neben sich stehen. 

Ich möchte dazu ermutigen nicht zu warten, bis Pläne in Erfüllung gehen. Pläne sollten wir regelmäßig aus dem Jetzt und Hier heraus hinterfragen. Wie oft haben wir das schon gehört und auch selbst gedacht: “In einem Jahr ist alles schon einfacher,” “wenn ich wieder arbeite, dann…,” “in ein paar Monaten haben wir Urlaub…” Natürlich sind unsere Pläne äußerst wichtig, sie geben uns eine Ausrichtung für aktuelle Entscheidungen. Doch das Allerwichtigste ist die Achtsamkeit auf das, was heute ist.

Und “heute” ist es bei uns Eltern in Elternzeit meist ziemlich stressig. Verabredungen, Einkäufe, Wäsche, große Geschwister, Verwandtschaft, der Chef… alles zieht und zerrt und wir bekommen gefühlt “nichts gebacken”.

Mitten im Alltag üben

Genau deswegen ist die persönliche Weiterentwicklung so wichtig. Zwei wesentliche Erkenntnisse nehmen viele unserer Teilnehmenden gerne mit. Sie sind vor allem deshalb gut, weil man sie jederzeit während der intensiven und zumeist fremdbestimmten Zeit mit kleinen Kindern, Haushalt und Job trainieren kann.

Erstens: Ich bin für mein Glück verantwortlich, niemand sonst.

Mein Innenleben bestimmt, ob ich unzufrieden oder glücklich und erfüllt lebe. Niemand ist Schuld, wenn ich leide und Stress habe: nicht meine quengeligen Kinder oder der Streit mit meinem Partner, nicht meine Eltern oder zu viel Arbeit. Die Verantwortung für meine Re-Aktionen im Innenleben habe ich und niemand anderes. Ob ich in der Küche stehe und Kartoffeln schäle oder am schönsten Strand der Welt: mein Inneres Glück ist stark abhängig von dem, wie ich mein Innenleben strukturiert habe. Ich kann lernen, die Verantwortung für mein Glück zu übernehmen und mein Innenleben erfüllt zu erleben. Wenn ich mein volles Commitment für meine Verantwortung beschließe, dann spare ich mir viele dysfunktionalen Wechselwirkungen mit meinem Partner, den Kindern oder Kollegen. Das Wunderbare: ich kann üben mein Innenleben “aufzuräumen”, verzerrende Überzeugungen und Glaubenssätze zu erkennen und mich von ihnen zu verabschieden. Ich erlebe mich anders, freier, klarer. Übung macht den Meister, mittendrin in meinem Alltag.

Zweitens: Selbstliebe ist mein Schlüssel zum Glück (und das meiner Familie)

Ich bin gestresst, genervt und zickig zu meinem Chef oder meinen Kindern? Das Schlimmste dabei ist jedoch nicht die Genervtheit, sondern die Genervtheit von der Genervtheit? Oder Stress mit meinem Stress? Oder der Ärger über meine Müdigkeit? Ich werte mich ab, weil ich Gefühle habe, die für mich zu unperfekt sind. Dabei steht hinter dem Stress oder der Wut meistens ein bestimmtes Bedürfnis. Oft hat es mit Liebe und Geborgenheit zu tun. Wenn ich mir meinen Stress nicht mehr übelnehme, sondern meinem Innenleben gegenüber mit Mitgefühl reagieren kann, dann verändert sich mein Lebensgefühl. Das ist eine unglaubliche Erfahrung, die ich jedem Elternteil wünsche. Ein erster Schritt ist die Frage: was brauche ich – jetzt und hier? Und wie kann ich mich um mich kümmern?

Lebe Dein Potenzial

Ich möchte hier dazu ermutigen dem Jetzt und Hier eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken – nicht trotz sondern gerade wegen unseres intensiven Alltags. Die tollsten Pläne, Hoffnungen und Erwartungen nutzen wenig, wenn sie nicht das berücksichtigen, was wirklich wirklich gerade ansteht und dran ist.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Arbeit an sich selbst die wichtigste Basis für ein glückliches und erfülltes Leben mitten im Job- und Familienalltag ist. Und da Eltern oft nicht so einfach die Möglichkeit haben auf mehrtägige Seminare oder Retreats zu gehen, sind unsere Angebote realistisch in den Alltag integrierbar.

Eine besondere Empfehlung über die Elternzeit Basecamps hinaus gehen an:

Kein Stress! Glücklich im Alltag: 3-stündiger Workshop samstags. Du lernst Methoden fürs Selbst-Coaching zur Stressprävention kennen, die Du mitten im Alltag weiter anwenden

Eltern im Jetzt mit Sascha Schmidt: 3-stündiger Workshop samstags zur Reflexion des Jetzt und Hier zwischen Beruf und Familie.

Innere Selbstführung mit Tanja Misiak: Nutze Deine Elternzeit für Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung – 5-teilige Serie im Basecamp-Format.

Danke für die Fotos an: Felicitas von Imhoff – VonImhoff-Fotografie

Eine neue Generation geht in Elternzeit – das erwarten wir von Arbeitgebern

Was bedeutet Elternzeit in der neuen Arbeitswelt?

Die jungen Leute der berühmt-berüchtigten und viel diskutierten Generation-Y sind jetzt so weit, dass sie Familien gründen.

Dass das Thema Elternzeit im Unternehmen nun auch etwas anders angegangen werden sollte, ist hoffentlich klar. Nur wie?

Die sinn- und werteorientierte Generation leistet viel, solange der #Purpose klar ist, die Kollegen toll sind und das Arbeiten Spaß macht. Wie begegnen ihr Unternehmen, wenn sie sich in Elternzeit verabschiedet? Mit Formularen, Teilzeitstunden-Verhandlungen und Vertretungsregeln?

Nein, danke!

Die neue Elternzeit-Generation braucht an diesem wichtigen Punkt im Leben etwas anderes. Und dabei geht es wie immer um Werte, Sinn und Spaß am Job. Um Wertschätzung und Begleitung, ums Zuhören!

Die Zeiten sind vorbei, in denen Menschen, die gerne arbeiten, plötzlich für die Elternzeit einen Schalter umlegen und nur noch für die Familie da sein möchten. In Zeiten der Digitalisierung ticken die Uhren anders.

Foto: Felicitas von Imhoff

Das Schlimmste für viele junge Menschen unserer aktuellen Elternzeitgeneration ist eine #Sinnkrise. Und die ist schon fast vorprogrammiert, wenn Menschen, die sich immer gerne über ihren Job identifiziert haben, plötzlich nur noch zu Hause sind und sich um die Familie kümmern. Die Umstellung vom schnellen Arbeitsleben mit den vielen Herausforderungen und Erfolgen, Unterwegs-sein und After-Event-Partys auf das entschleunigte und extrem fremdbestimmte Leben mit Baby ist kein Zuckerschlecken. Besonders für die Generation-Y!

Genau das sollte von den Arbeitgebern der neuen Arbeitswelt aufgegriffen werden. Wenn Eltern gut durch ihre persönlich-berufliche Veränderung begleitet werden, dann entsteht eine nachhaltige Basis voller neuer Möglichkeiten! Kein Stress, kein schlechtes Gewissen gegenüber Familie oder Kollegen. Statt dessen neue Ideen und Energie.

Wie könnte diese Begleitung aussehen?

Für uns ganz klar: Fördern Sie die Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter während dieses grundlegenden Veränderungsprozesses. Geben Sie Ihren Mitarbeitern den Raum und die Möglichkeit innezuhalten, die eigenen Bedürfnisse zu reflektieren, der “Sinnkrise” mit neuen, eigenen Antworten zu begegnen und sich auszurichten im neuen Leben mit Beruf und Familie. Sie brauchen als Unternehmen der neuen Arbeitswelt starke und klare Persönlichkeiten, getrieben und getragen von ihrem #Purpose. Geben Sie Ihren Beschäftigten die Möglichkeit die Elternzeit für eine neue Standortanalyse zu nutzen. Wie möchten sie sich im veränderten System weiterentwickeln? So kommen ihre Beschäftigten gestärkt, mit neuem Schwung und mit guten Ideen zurück aus der Elternzeit. Das gibt es sonst nur beim Sabbatical!

Und welche Möglichkeiten gibt es, sich während der Elternzeit weiterzuentwickeln, ohne dass die Familie zu kurz kommt?

Diese Fragen stellten wir uns bei unserer eigenen Elternzeit und fanden keine Antworten auf dem Markt da draußen. Dann kam die Ideenphase und schließlich die Gründung von elterngarten vor zwei Jahren.

elterngarten hat seine Formate komplett am Elternzeitalltag ausgerichtet. Das Baby darf für die 90 Minuten Präsenzzeit pro Woche dabei sein, der Rest des Formats baut auf Reflektionsübungen, die überall durchgeführt werden können. Das geht in Zeiten der Digitalisierung einfacher denn je. Und das Schöne: man hat auch neben der neuen Familienrolle weiter auch ein professionelles Leben.

“Ausgleich” im Familienalltag

Foto: Felicitas von Imhoff

Das muss man nämlich nicht vergessen. Im Gegenteil: gerade während der Elternzeit kann man es weiterdenken. Dieser “Ausgleich” im Familienalltag zapft Energiequellen an, die sonst brach liegen. Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir: vielen heutigen Eltern tut es richtig gut, neben dem Familienleben die eigenen Werte zu reflektieren, die Ausrichtung und den Sinn neu zu justieren, persönliche und berufliche Pläne anzupassen und sich darüber mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Liebe Arbeitgeber, wenn Sie die Elternzeit innovativ und kreativ angehen möchten, dann sprechen Sie mit uns. Ermöglichen Sie Ihren Eltern einen guten Elternzeitprozess. Wenn Sie mehr über unsere Erfahrungen mit der neuen Elternzeit-Generation wissen wollen oder direkt unser Angebot testen möchten: wir freuen uns über Ihre Nachricht!

Mehr Infos: elterngarten für Arbeitgeber.

Unsere Broschüre für Arbeitgeber

 

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Arbeiten mit Baby – wie ich mich zerreiße.

Oder auch nicht…

Nach zwei Jahren elterngarten wissen wir, wie es vielen Eltern in Elternzeit geht: sie möchten die Babyzeit genießen und vermissen gleichzeitig schnell ihr professionelles Leben. Dass gerade im ersten Jahr das Baby im Vordergrund steht ist für viele selbstverständlich. Jedoch: wie lebt die professionelle Seite weiter, ohne gefühlt zu verkümmern und eine unterschwellige Unzufriedenheit auszulösen? Im Folgenden erzähle ich von meinen eigenen Erfahrungen mit Arbeit während der Elternzeit und teile ein paar Elternzeit-taugliche Tipps.

Dabei geht es mir nicht um Karrieretipps oder Druck aus dem Arbeitsmarkt. Dieser Blogbeitrag ist für die interessant, die ihre Arbeit einfach lieben – und ihre Familie. Wie kannst Du es schaffen, ohne das Gefühl durch die Elternzeit zu gehen, dass etwas völlig zu kurz kommt?

Blick nach Innen

Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen hilft mir sehr. Ich beobachte, welche unterschiedlichen “Stimmen” in mir sprechen, welche Motive sie haben, ohne mich allzu sehr mit einer Partei zu identifizieren. Diese Distanz hat einen “heilenden” Effekt: so können  beispielsweise die liebevolle Mutter und die professionelle Beraterin nebeneinander leben, ohne gegeneinander einen inneren Kampf zu vollziehen. Sie haben unterschiedliche Ansichten und das dürfen sie auch gerne. In “internen Verhandlungen” vereinbaren wir einen Weg – wenn es sein muss täglich neu – und das übergeordnete Glück muss nicht zerbrechen. Im Coaching gehe ich mit KlientInnen hier tiefer ein. Das bringt immer Erkenntnisse hervor – über diverse Beweggründe der polarisierten Parteien und gemeinsame Lösungen.

Ich bin nun während meiner dritten Elternzeit weiter beruflich aktiv. Alleine schon, damit elterngarten weiter laufen kann. Aber vor allem, weil es Spaß macht und mich auf eine Art auch sehr glücklich macht. So habe ich auch noch einen kleinen Ausgleich neben dem Baby- und Familienalltag und mache etwas “sinnvolles” nur für mich. So führe ich auch noch weiterhin ein Leben jenseits der Familie, was ja für den arbeitenden Elternteil immer der Fall ist. Für den Elternteil zu Hause ist dies jedoch nicht selbstverständlich. So war das für mich jedoch nicht schon immer.

Jede Elternzeit eine andere Erfahrung

Meine professionelle Seite hatte während der ersten Elternzeit eine ganz schön schwere Zeit. Im Job war ich vorerst draußen, aber ich (bzw. meine professionelle Seite) vermisste bei allem schönen Baby-Alltag doch sehr all das, was ich an meinem Beruf so liebte: Kreativität, tolle Projekte, Austausch mit Kollegen, Erfolgserlebnisse, das Gefühl etwas bewirkt zu haben, direktes Feedback, Herausforderungen. Das wirkte sich als Unzufriedenheit aus – nicht nur die der professionellen Seite. Diese Unzufriedenheit betraf mein ganzes inneres System! Ich freute mich wieder aufs Arbeiten, war aber auch nicht wirklich gut vorbereitet auf Vereinbarkeitsthemen – hilfreiche “interne Verhandlungen” hatte ich damals noch nicht geführt. Kind Nr.2 war dann auch schnell unterwegs.

Die zweite Elternzeit war dann anders. Ein Coaching brachte mich zu guten Ideen und nicht zuletzt ist daraus elterngarten geworden. Ich war “trotz Elternzeit” wieder im Flow und konnte brach liegende Energie wieder kanalisieren – mein inneres System war wieder ausgeglichen. Ich startete u.a. eine Coaching-Weiterbildung, die mich persönlich und beruflich unbeschreiblich weit gebracht hat.

Jetzt in der dritten Elternzeit weiß ich um die üblichen Elternzeit-Gefahren. Ich wusste direkt, wie ich diese unwohlige Unzufriedenheit gar nicht erst entstehen lasse. Ich bin mittels eines „inneren Dialogs“ in erfolgreiche Verhandlungen mit meinen professionellen Seiten getreten und nun zufriedener denn je. Ich genieße den Babyalltag und muss mein “Arbeitstier” in mir auch nicht verkümmern lassen. Meine Haupterkenntnis: ein kleines Elternzeit-Projekt tut gut, macht zufrieden und verbessert bestenfalls sogar noch ein bisschen die Welt. 

Kleine alltagstaugliche Päckchen packen

Dieser Blog-Beitrag ist genau so entstanden – hauptsächlich sogar am Smartphone mit einer Notiz-App. Ich schrieb zuerst die Gliederung und dann habe ich Stück für Stück weiter geschrieben – beim spazieren hauptsächlich, die Kleine im Tragetuch dabei. Ich liebe das Schreiben, und wenn ich sonst nicht dazu komme, dann so. So läuft aktuell mein überwiegendes Tun für elterngarten.

Wichtig für mich ist, dass ich hier einen Ausgleich sehe. Viele Leute fragen mich: Du bist ja verrückt, wann machst Du das denn alles? Jedoch: ich investiere meist nicht viel Zeit auf einmal. Läppert sich aber, wenn ich dran bleibe. Hauptsache es macht Spaß, gibt Energie, ist Ausgleich und kein zusätzlicher Stressfaktor.

Jeder kann sein persönliches Elternzeit-Projekt starten

Was ist *Dein* Elternzeit-Projekt? Kennst Du Deinen Ausgleich, Deine Energiequelle, Deinen roten Faden durch die Elternzeit, der Deine anderen inneren Anteile bedient, wo doch sonst die Rolle “Mama/ Papa” so konkurrenzlos im Vordergrund steht?

Das Schöne an der Elternzeit: keiner erwartet etwas von Dir, alle stempeln Dich erst mal als Mama/ Papa mit Baby ab. Du hast viel Zeit zum nachdenken. Das Elterngeld deckt das Nötigste  ab. Du darfst jetzt ideell getrieben sein, nicht finanziell. Das, was Du tust, soll Sinn machen, zu Deiner Familie und Deinen Werten passen. Und wenn Du eine einzige freie Stunde am Tag hast – während das Baby schläft – dann möchtest Du sie sinnvoll investieren.

Jetzt kannst Du experimentieren, ausprobieren, testen. Jetzt kannst Du die Weichen legen für einen Neustart nach der Elternzeit. Du kannst Pläne machen. Du kannst die Basis für Dein eigenes Business legen oder neue Ideen mit Deinem Arbeitgeber ausprobieren. Du kannst Dich weiterbilden mit dem, was Dich interessiert.

Was ist Dein Herzensprojekt? Gibt es eine Energiequelle für Dich, die gerade nicht angezapft wird? Schreibst Du eigentlich gerne, liest Du gerne, lernst Du gerne, bist künstlerisch aktiv, kreativ? Aber Du kommst zu nichts?

Und wie packst Du das in Elternzeit-alltagstaugliche Päckchen?

Wie arbeite ich mit Baby, ohne Fremdbetreuung?

Mein Elternzeit-Projekt ist offensichtlich die Weiterführung von elterngarten. Doch wie arbeite ich denn gerade – mit Baby dabei, so mitten im Alltag? Wie sehen meine Päckchen aus?

Meine geliebte Notiz-App habe ich oben bereits erwähnt. Hier entstehen nicht nur Blog-Beiträge, wie dieser hier. Ich schreibe alles auf, was für mich wertvoll ist oder werden könnte: Ideen, ToDos, Gedichte, kurze Artikel. Manchmal schreibe ich auch hier e-Mails vor, weil mir das in der App bequemer ist und ich beliebig oft drüber lesen und korrigieren möchte (und nicht ausersehen auf den Send-Button komme).

Telefonate führe ich hauptsächlich draußen beim spazieren. Meetings kann ich auch wunderbar beim spazieren halten. Das mache ich nicht nur intern bei elterngarten. Ich habe auch schon entferntere Kooperationspartner und Kollegen zu einem Spaziergang eingeladen. Die Kleine ist dann immer im Tragetuch dabei. Eine ehemalige Klientin macht das übrigens ähnlich. Sie veranstaltet Kunstführungen mit Baby in der Trage. Anders, unkonventionell, aber kommt nach meinen Erfahrungen immer gut an.

Viel Kommunikation läuft auch über Sprachnachrichten. Das geht viel schneller als tippen und ist trotzdem asynchron. So kann man antworten, wann es passt. So sind schon richtige Konzepte entstanden.

Diverse Einzelcoachings und ein Elternzeit Basecamp habe ich auch schon von zu Hause aus durchgeführt. Das geht mit Baby im Tragetuch oder mittlerweile auch gerne auf der Decke oder dem Schoß wunderbar. Darf nur nicht zu viel sein.

Mit unserer elterngarten Coach Christine in München, die ja auch einen ebenso kleinen Nachwuchs hat, treffe ich mich auch gerne immer wieder persönlich. So haben wir unseren kleinen “Coworking Space mit Baby”.

Unser elterngarten Team hinter den Kulissen nutzt ein Community-Tool, in dem wir täglich kommunizieren. Wir teilen Tipps, Erkenntnisse, Ideen und auch Bedenken. Im Zweifel packt auch immer jemand an und bietet Unterstützung.

Außerdem hat sich für mich die Wunderlist-App bewährt, sie ist für mich Gold wert. So verzettle ich mich selten, ich kann dann einfach draufschauen und entscheiden, was gerade geht – und was in der verfügbaren Zeit gerade das Wichtigste und Machbarste ist.

Auch hier wieder: Klarheit ist an erster Stelle. Qualität zählt. Ich mache keine Termine, die nicht wichtig sind. Dafür ist mir meine Zeit mit Baby und Familie zu wichtig.

Ich lasse mir gerne helfen und scheue mich auch nicht zu fragen. So kann ich mich wirklich fokussieren. Bestimmte Dinge können andere besser und schneller als ich. Das heißt für mich “Outsourcing”: wir haben z.B. eine Haushaltshilfe, für die Buchhaltung und die IT wird regelmäßig Unterstützung eingekauft. 

Wenn ich müde bin, weil die Nacht anstrengend war, dann ruhe ich. Wenn ich mir bzw. irgendeine meiner Antreiberinnen in mir etwas vorgenommen hatte, dann ist das echt schwer. Schon wieder Pläne verschieben! Aber für mich ist es nachhaltiger, wenn ich nicht im Funktionier-Modus sondern im Lebe-Modus bin.

Abschied vom Perfekten

Ich möchte hier nichts vorspielen. Vieles geht gerade nicht. Vieles bleibt auf der Strecke: gute Bücher und auch den ein oder anderen tollen Auftrag oder Einladungen zu Veranstaltungen gehen flöten. Diejenigen, die aktuell an einem Basecamp teilnehmen, haben gerade erfahren, dass die Rechnungen etwas später als angekündigt versandt wurden. Jedoch: Damit habe ich Frieden geschlossen, auch wenn das nicht einfach war. Ich habe gelernt, dass damit wirklich nicht die Welt untergeht.

Außerdem: Ich kann mein Sein und Tun in und für die Familie weit mehr wertschätzen als während der ersten Elternzeit. Die Zeiten sind vorbei, dass ich abends im Bett liege und frustriert denke, ich hätte “nichts gemacht”. Ich kann meine Arbeit im Haushalt auch wertschätzen. 

Sowas geht nicht auf Knopfdruck. Das ist ein Wachstumsprozess. Sich selbst zuhören, Innere Selbstführung, innere Verhandlungen – das kann man lernen. Und die Elternzeit ist bestens dafür geeignet. Ich komme mit dem langsamen Tempo zurecht und sehe auch Vorteile in dieser Entschleunigung. Alles wird intensiver und jeder Moment ist für mich noch wertvoller. Ich begegne dem Glück im Alltag und habe aufgehört auf den nächsten Urlaub zu warten um durchzuschnaufen. Innehalten und Energie tanken kann ich jederzeit!

Liebe

Das mag jetzt vielleicht alles sehr unentspannt und leistungsgetrieben sein. Und ja, sicher schwingt da auch ein Leistungsanteil mit. Aber es handelt sich am Ende doch nur um eine Stunde am Tag, eine kleine regelmäßige Dosis. Der Hauptteil ist für mich ganz klar die Baby- und Familienzeit. Ich bin völlig verliebt in meine kleine Tochter (und natürlich die beiden Geschwister und meinen Mann…). Ohne diese Liebe würde das alles nicht funktionieren. Und auch diese Liebe braucht viel Zeit und Fürsorge. Man glaubt es kaum, aber die Stillzeit nutze ich in 99% der Fälle nicht fürs Handy und Facebook, denn diese innige und am Ende doch so kurzweilige Zeit möchte ich mir nicht mit Ablenkung entzaubern. Wir leben so unseren Flow und sind getragen und gehalten von einem starken Band, das uns unzertrennlich macht. Diese Bindung ist so innig und unbeschreiblich. Nichts von dem, was ich oben beschrieben habe, wäre mir was wert ohne dieses Vertrauen, dass wir zusammen gehören und für immer füreinander da sind.

Siehe auch

New Work mit Familie verknüpfen.

Wieviel Beruf darf in die Elternzeit? Erfahrungen in einem Business-Spiel mit Baby dabei.

Perfekt in den Elternzeitalltag einbaubar: unsere Elternzeit Basecamps. Lass Dich unterstützen bei der Suche Deines Elternzeit-Projekts – nachhaltig und zukunftsweisend.

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Danke für die Fotos an: Felicitas von Imhoff

“New Work” mit Familie verknüpfen

Was passiert, wenn wir „Familienfreundlichkeit“ mit den Konzepten der „Neuen Arbeitswelten“ zusammenbringen – und wie wir das tun

Teaser

Die Generation, die unsere Arbeitswelten zum Umdenken bringt, hat noch etwas zunehmend gemeinsam: Sie bekommen nun Kinder und gründen Familien. Eigentlich perfekt, denn familienfreundliche Maßnahmen lassen sich gut mit Konzepten der Neuen Arbeitswelt verbinden.

New Work

Foto: Felicitas von Imhoff

Mittlerweile schreiben etliche Studienergebnisse und Veröffentlichungen darüber, was Arbeitgeber der Zukunft tun und haben sollten, um ihre ArbeitnehmerInnen wirklich binden zu können. Der Grundtenor ist immer ungefähr der Gleiche: Identifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft ist Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Dafür ist ein Umdenken notwendig. Das Gehalt alleine zählt schon lange nicht mehr. Für die Leistungsträger sind Sinnhaftigkeit und Freude an der Tätigkeit wesentlich. MitarbeiterInnen möchten sich mit den Unternehmenszielen identifizieren können und im Job das tun, was sie auch „wirklich, wirklich wollen“ (vgl. Frithjof Bergmann). Sie fordern persönliche und berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten, eigenverantwortliches Handeln, Vertrauen und Wertschätzung, gesundes und stressfreies Arbeiten und einen hierarchie- und bereichsübergreifenden respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Mitarbeiter sind gerne überdurchschnittlich leistungsbereit, wenn das Team passt und geteilte Werte die Zusammenarbeit stärken. (vgl. bspw. Studie des Forums Arbeitsgesundheit mit der LMU München vom Herbst 2016)

New Work und Familie

Ein „Manko“ oder die „Chance“ kommt nun noch erschwerend oder herausfordernd hinzu: Die Arbeitnehmer-Generation, die dieses Umdenken in den Mainstream gebracht hat und die wesentlich an der Gestaltung der Neuen Arbeitswelt beteiligt ist, gründet gerade Familien. Denn auch das ist – auch wenn es gerne mal ausgeklammert wird – ein fester Bestandteil der Neuen Arbeitswelt und dessen, was ein großer Teil der aktuellen Generation der Leistungsträger „wirklich, wirklich will“. Deutschlandweit steigende Geburtenraten fordern die Arbeitgeber heraus – auch oder vielleicht gerade bei den so sehr vermissten Fachkräften im Auftrieb der Karriereleiter. Dabei genügt es offensichtlich nicht, sich „nur“ um die Ausweitung der Fremdbetreuungsmöglichkeiten zu kümmern. Eltern sind heute hier genau wie bei allen anderen Themen sehr werte- und sinngetrieben. Für viele Eltern kommt es selbst bei gegebener Möglichkeit nicht in Frage, das Kind mit einem halben Jahr in die Krippe zu geben oder die Fremdbetreuungszeit bis zum Abend auszuweiten. Das Herz der Eltern entscheidet hier offiziell mit, und das ruft nach Alternativen und möchte kompromissbehaftete Entscheidungen auf Kosten der Eltern-Kind-Bindung vermeiden.

Junge Eltern als Chance sich als Arbeitgeber weiterzuentwickeln

Arbeitgeber müssen daher über die Fremdbetreuung hinausdenken und dürfen hier aus einem Schatz an Ideen aus den zahlreichen (u.a. abgewandelten) Konzepten für die Neuen Arbeitswelten zurückgreifen. Wir begleiten als Berater und Coaches Eltern in Elternzeit, die diese besondere Zeit und den Abstand vom bisherigen Arbeitsleben nutzen, um innezuhalten und sich zu fragen, was sie „wirklich wirklich wollen“. Leider erleben wir immer wieder, dass die Eltern versucht sind während dieser Zeit über Selbstständigkeit nachzudenken oder wenigstens über den Wechsel ihres Arbeitgebers, da sie befürchten oder gar sicher sind mit ihren Vorstellungen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf taube Ohren zu stoßen.

Wie wäre es also, wenn Arbeitgeber junge Eltern als Chance sehen würden, um sich weiterzuentwickeln und in der Neuen Arbeitswelt zu positionieren? Der Arbeitgeber würde Leistungsträger und wertvolle Fachkräfte gewinnen und binden und erlebt statt Stress und Konflikten rund um den Eintritt in Elternzeit und den Wiedereinstieg einen Innovationsschub.

Wie Arbeitgeber die „Neue Arbeitswelt“ mit „Familienfreundlichkeit“ verbinden können

Viele Vorbilder gibt es in der Schnittmenge der „Neue Arbeitswelten“ und „Familienfreundlichkeit“ tatsächlich noch nicht. Folgende Möglichkeiten sehen wir für Arbeitgeber und Eltern.

Selbstverantwortung fördern

Eltern sollten nicht wie leider üblich weniger, sondern eher noch mehr Verantwortung zugeteilt bekommen. Sie entwickeln in ihrem Familienalltag automatisch ihre Fähigkeiten zu organisieren, effektiv und effizient zu sein. Am besten bekommen Eltern die Verantwortung für ein klar abgegrenztes Projekt zugeteilt – wenn dies nicht möglich ist, dann kann immer noch über Unterprojekte nachgedacht werden. Hier sollte man nie zu früh aufhören zu denken! Der unermesslich wertvolle Vorteil von Projektverantwortung ist die damit verbundene Freiheit zu entscheiden. Eltern entscheiden selbst über Meeting- und Bürozeiten und da meist sie der zeitliche Engpass sind, sollten sie die Planung einfach übernehmen. Auch Regeln, wie z.B. handy- oder e-mail-freie Zeiten, können selbstbestimmt zum Wohle aller vereinbart werden. So ersparen sie sich jede Menge Stress und Unmut unter Kollegen. Natürlich geht mit der Projektverantwortung auch eine klare Zielorientierung einher. Das Projekt wird nach Erfolg gemessen, nicht nach Stunden der Anwesenheit vor Ort. Gute Ideen für eine effizientere Umsetzung belohnen nicht nur die Eltern selbst, sondern sparen dem Arbeitgeber Kosten und Zeit. Voraussetzung für diese Art der Umsetzung ist ein Vertrauensvorschuss, der in der neuen Eltern-Generation mit Sicherheit dankend angenommen wird. Nicht ist motivierender als sich des Vertrauens des Arbeitgebers sicher zu sein und jeder würde sich bemühen vorzuzeigen, dass sich dieser Vertrauensvorschuss für alle Seiten lohnt.

Vernetzung fördern

Junge Eltern starten gerade neu durch: Sie sehen sich mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert und versuchen ihre neue Welt der Familie mit ihrem anspruchsvollen Job zu verbinden. Arbeitgeber sollten hier nicht nur den Austausch unter den jungen Eltern fördern – die treffen sich voraussichtlich auch gerne mal „privat“, denn Kinder verbinden. Hier kann ebenfalls weitergedacht werden: Eltern können interne Veranstaltungen planen und ihre Ideen für Familienfreundlichkeit direkt umsetzen. Ungeahnte Ideen werden über diese selbst organisierten Möglichkeiten Realität. Im Mittelpunkt der Vernetzungsaktivitäten steht der Austausch auf Augenhöhe. Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen auf jeweils unterschiedlichen Hierarchiestufen haben plötzlich etwas gemeinsam: Kinder und Familie. So entsteht Gesprächsstoff, der sich weiterentwickeln kann, und zwar business-mäßig formuliert: interdisziplinär und kreativ. Die Ideen werden weiterwachsen und das Business befruchten. Warum nicht auch die Kinder mitbringen?

Integration der Kinder fördern

Das geht für viele Arbeitgeber dann doch zu weit. Doch das Potenzial birgt ungeahnte Möglichkeiten. Nicht nur bei speziell organisierten Familientreffen der Unternehmen sollten Kinder dabei sein dürfen. Wir schauen auch in den „normalen“ Alltag: Was machen Eltern mit halb-kranken Kindern? Viele bringen sie doch in die KiTa mit der Folge, dass noch mehr Kinder angesteckt werden und sich das betroffene Kind auch nicht wirklich auskurieren kann. Dieser Kreislauf könnte für alle anders aussehen. Wenn sich Eltern mit deren Kindern angenommen und nicht falsch fühlen, werden neue Energien freigesetzt. Dinge entstehen, die anders nie entstanden wären.

Foto: Felicitas von Imhoff

Konkret heißt das: Kinderstimmen im Hintergrund bei Telefon- oder Videokonferenzen sollten erlaubt sein ohne verurteilende Blicke und Proteste. Wir haben wunderbare Erfahrungen gemacht mit unseren Kindern, die auch gut und gerne mal eineinhalb Stunden am Stück auf dem Schoß der Eltern sitzen, während diese fast ungestört über Video nicht nur am Geschehen teilhaben, sondern es auch tatkräftig mitgestalten konnten. Meine Kinder finden es mittlerweile normal, wenn ich skype, telefoniere oder mal am Laptop arbeite. Sie wissen, dass dies zum Alltag gehört genauso wie die Zubereitung des Mittagessens. Es ist alles eine Sache der Haltung. Wenn ich die Kinder nicht im Hintergrund verstecken muss, sondern sie ein offizieller und integrierter Bestandteil des ein oder anderen Arbeitstages sind, dann sind sowohl die Kinder als auch ich als auch die Auftraggeber entspannter. Kinder müssen nicht halbkrank fremdbetreut werden, können sich erholen und sind sogar tendenziell wieder schneller fit und gesund. Erfolgsrezept hierbei ist, dass ich mich für die Kinder nicht schämen muss, sondern offen damit umgehe. Das leistet sicher einen wesentlichen Beitrag zur Stressprophylaxe und lässt mich gegenüber meinen Kindern sowie gegenüber meinen Kollegen meistens ziemlich entspannt gegenübertreten. Durch den offenen Umgang mit der immer vorhandenen Schnittmenge aus „privat“ und „beruflich“ können wir Eltern mit der Energie gehen, statt viel Zeit und Nerven ins Verstecken und „weg organisieren“ zu investieren.

Persönlichkeitsentwicklung fördern

Das gilt natürlich allgemein, ist aber speziell während der Elternzeit und danach förderlich. Vielleicht ist die Stressgefahr in keiner anderen Lebensphase mehr so hoch, wie in der Zeit, in der junge Eltern das Leben mit kleinen Kindern und beruflichen Ambitionen zu verbinden versuchen. Wenn Arbeitgeber nun so weit gehen und Eltern eher mehr als weniger Verantwortung übertragen, dann hat dies offensichtlich hohe Ansprüche an die persönliche Weiterentwicklung. Viel Selbstverantwortung und Selbstorganisation setzt nicht zuletzt eine gute innere Selbstführung voraus. Das beugt garantiert einer oder mehreren Ladungen Stress vor, die gerne mal von einem Bereich in den nächsten überschwappen.

Elternzeit als ko-kreativen Prozess fördern

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt sind neben der Zeit mit dem Baby auch eine große Chance für Reflektion und zum Innehalten. Das ein oder andere New Work Unternehmen setzt bereits Sabbaticals um, in denen die „Auszeit“ der MitarbeiterInnen gefördert wird, um gerne auch mal Dinge zu hinterfragen und auf neue Ideen zu kommen. Die Elternzeit ist dabei noch völlig außerhalb des Radars, obwohl sie genauso viele Möglichkeiten des Abstand-gewinnens, Innehaltens und Hinterfragens bereithält. Die Elternzeit ist perfekt dafür, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen und sich zu fragen, was man „wirklich, wirklich will“. Mitarbeiter können hier ihre persönlichen und beruflichen Pläne erarbeiten und diese idealerweise auch offen mit ihrem Arbeitgeber besprechen und weiterentwickeln.

Querdenken fördern

Lineares Denken ist bei diesen ko-kreativen Prozessen während der Elternzeit oft eine Falle. Viele Eltern aus der Generation der Neuen Arbeitswelten kommen aus anspruchsvollen Berufen, die gerne auch mal mit viel Reisen zu tun haben oder mindestens eine hohe Flexibilität der zeitlichen Verfügbarkeit notwendig machen. Wir kommen dann nicht weiter, wenn wir fragen, wie man diesen gleichen Job nun mit weniger Wochenstunden ausüben könnte. Stattdessen könnte eine gute Frage sein: Was sind Deine Stärken, Deine (neuen) Bedürfnisse, Deine Wünsche und wie kannst Du uns unter den neuen Rahmenbedingungen einen neuen Mehrwert bringen?

Beispiele aus der Praxis

Foto: Felicitas von Imhoff

Während meiner erste Elternzeit war ich als Unternehmensberaterin zuerst mit dem üblichen Problem konfrontiert: Wie übe ich mit Kind denn meinen Beruf noch aus? Zum Glück ist mein Chef selbst Vertreter des Themas „New Work“ und wir hatten die Möglichkeit unser lineares Denken bewusst zur Seite zu legen. Statt festzustellen, dass ich als Beraterin wohl kaum ein Projekt oder einen Kunden finde, bei dem ich viel von zu Hause arbeiten kann und mein Kind um spätestens 15 Uhr in der Krippe abholen darf, bei dem ich nicht reisen werde und ich trotzdem anspruchs- und verantwortungsvoll arbeiten darf, haben wir einfach gemeinsam einen neuen Job für mich kreiert. Für eine begrenzte Zeit war ich zuständig für den Auf- und Ausbau eines Beratungsthemas und übernahm die interne Koordination. Ich koordinierte ein Team mit Beratern und leitete die Erstellung einer Studie und das Aufsetzen des Außenauftritts für das Thema. Es musste nie in Frage gestellt werden, ob meine Arbeit tatsächlich einen Mehrwert für meinen Arbeitgeber brachte. Und der Job passte perfekt zu meiner Lebensphase: mit kleinem Kind und Kind Nummer 2 war bereits unterwegs. Mein Arbeitgeber profitierte von seinem eigenen freien Denken. Wir hatten keine gesetzlich getriebenen Diskussionen zum Wiedereinstieg, sondern waren inhaltlich und kreativ unterwegs.

Meine zweite Elternzeit war nochmals ganz anders. Ich hatte eine konkrete Business-Idee, die mit sich brachte, dass ich sie unabhängig von meinem Arbeitgeber umsetze. Der ließ mich während meiner Elternzeit „dann mal machen“ und beobachtete und unterstützte sogar zeitweise meinen Gründungsprozess, da er die Idee selbst gut fand und auch teilweise in Anspruch nahm. Ich durfte erleben, wie ich das Gefühl haben durfte genug für meine Kinder da zu sein UND gleichzeitig einen anspruchsvollen Job zu haben. Das wünsche ich allen Eltern in Elternzeit und auch deren Arbeitgebern.

Fazit

Natürlich sind nicht alle Berufe geeignet für die Umsetzung dieser Vorschläge. Jedoch immer mehr, und vor allem die neu entstehenden, dienstleistungsintensiven und/ oder online-getriebenen Jobs der Neuen Arbeitswelt und aus der Industry 4.0. Alle Jobs, in denen gute Ideen und Ergebnisse (zunehmend) wichtiger sind als reine Präsenzzeit, können mit Familie noch weitergedacht werden. Denn denken können die „Eltern der Neuen Arbeitswelt“ extrem gut – egal wo, auch auf dem Spielplatz.

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Unsere aktuellen Elternzeit Basecamps bundesweit.

Wir unterstützen die New Work Families:
New Work, Agile, Arbeiten 4.0, digitale Transformation – all das sind Entwicklungen in der Arbeitswelt, die Raum schaffen, Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit völlig neu zu denken. Die Kampagne New Work Families ruft zu einem deutschlandweiten Austausch auf, um zu neuen Ansätzen und Modellen für bedürfnisorientierte Vereinbarkeit zu inspirieren oder diese sichtbar zu machen.

 

 

Ein Blick hinter die Kulissen: erste Elternzeit bei elterngarten

Und was ist mit elterngarten? Diese Frage wurde mir in den letzten Monaten öfters gestellt. Der Unterton war dabei in meiner Wahrnehmung immer der gleiche: Geht das denn weiter nach der Geburt Deines dritten Kindes? Wie soll das gehen?

Jetzt ist sie da, unsere kleine Tochter, letzte Woche gesund und proper geboren. Während ich das hier schreibe, liegt sie auf und neben mir, schläft oder trinkt und schaut einfach nur zuckersüß aus.

Ich genieße unsere Startzeit ins neue Leben, ihr neues Leben als Mensch, mein neues Leben als dreifache Mutter, unser neues Leben als “Großfamilie”.

Und was ist mit elterngarten?

Na spannender kann es ja gar nicht werden. Wir sind diejenigen, die mittlerweile deutschlandweit Möglichkeiten bieten die Elternzeit mit persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung zu verbinden. Wir vertreten die Meinung, dass Weiterentwicklung und Elternzeit keine Widersprüche sind – im Gegenteil. Wir stehen für gute Ideen während dieser besonderen Zeit, statt “entweder oder” integrieren wir die Kinder in unser Leben und das was uns als Menschen ausmacht – nicht nur als Eltern. Wir laden gerne kreative und professionelle Gedanken ein, während wir gleichzeitig ein Baby stillen, spazieren gehen oder Brei zubereiten. Dafür müssen wir nicht bis zum Ende der Elternzeit warten. Meine beiden vorangegangenen Elternzeiten waren für mich jeweils immer inspirierend und besonders. Aus der zweiten Elternzeit ist elterngarten entstanden. In der dritten Elternzeit wird sich elterngarten sicher noch weiterentwickeln und wer weiß, vielleicht wird ja noch das ein oder andere ganz neue Projekt geboren. Prämisse für mich ist immer, dass es mit meiner Familie vereinbar ist, dass es uns allen gut geht, wir gesund und ungestresst bleiben. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Elternzeiten ist vor allem: sich wenig vornehmen und dann dabei bleiben, das Richtige irgendwie tun, nicht irgendwas richtig tun.

Das Baby ist immer dabei und gehört zu allem dazu, es bestimmt meine Rahmenbedingungen, auch wenn es im Alltag oft nicht einfach ist. Ich erlebe, dass ein bisschen Ausgleich, ein paar kleine Projekte, gute Ideen oder mal ein berufliches Telefonat den Babyalltag durchaus bereichern können. Denn wir werden daran erinnert, wer wir sonst noch sind – neben Mutter oder Vater. Und damit will ich keine Wertung implizieren. (Darüber, was der Elternteil zu Hause “wert” ist, hatte ich in unserem letzten Blogbeitrag geschrieben.) Alles in Maßen natürlich. Prioritäten sind klar. Doch wer vor der Geburt einen guten Job hatte, der möchte oft gar nicht komplett darauf verzichten: professioneller Austausch, denken, analysieren, Ideen generieren, umsetzen, netzwerken. Ich weiß, dass ich hier für viele Eltern in Elternzeit spreche und damit auch an die Arbeitgeber appelliere: Eltern sollten die Möglichkeit bekommen, kleinere Projekte auch während der Elternzeit fortführen oder neu starten zu dürfen – wenn es passt, gut vereinbar ist mit den familiären Rahmenbedingungen und inhaltlich reizvoll genug.

Walk the talk.

Wo, wenn nicht direkt bei elterngarten, kann die Elternzeit auch entsprechend gelebt werden? Ich bin ja auch nur eine, dieses Jahr folgen immerhin noch zwei weitere Babys intern bei elterngarten!

Jetzt liege ich hier im Wochenbett mit dem Tablet in der Hand und schreibe meinen ersten Blogartikel in meinem neuen Leben. Und ich kann nur sagen, und dabei natürlich auch nur von mir persönlich sprechen: es ist wunderschön im Wochenbett zu sein, das kleine Wunder dabei, und gleichzeitig die Fühler nach draußen auszustrecken, in wohldosiertem Maß, das ich selbst bestimme und das täglich variieren kann. Ich möchte mir nichts vornehmen, aber ich möchte doch gerne die Möglichkeit haben schreiben und veröffentlichen zu dürfen, wenn eine gute Idee da ist. Und damit vielleicht die ein oder andere Mutter (und gerne auch Väter) zu inspirieren, es ebenfalls auszuprobieren. Elternzeit ist natürlich die Zeit des neuen Erdenbürgers, aber es ist auch die Zeit für Dich. Die perfekte Zeit zum reflektieren, zum innehalten, Ideen zu bekommen und diese auszuprobieren.

Und elterngarten läuft natürlich weiter!

Das Timing für meine Elternzeit ist perfekt, denn die Basis von elterngarten steht. Wir sind ein tolles deutschlandweites Team aus kreativen, engagierten und selbstbestimmt arbeitenden Coaches und Trainern.

Interne Antwortzeiten verlängern sich eventuell hier und da, im Team nehmen wir schon immer viel Rücksicht auf unsere jeweiligen Familiensituationen. Dabei spielt vor allem das Vertrauen eine große Rolle. Hier und da übernimmt halt auch mal jemand etwas, was eigentlich nicht im eigenen Aufgabenbereich liegt. Dabei zieht vor allem die Kraft der elterngarten-Idee: wir haben einfach Lust die Idee nach vorne zu bringen. Wir stehen im Dienst der Idee und da unterstützt uns die flexible Arbeitsweise in unseren internen Reihen.

Selbstbestimmtes Arbeiten, Vertrauen, Rücksicht – das leben und erleben wir. Wir testen was geht und wie weit und laden alle Interessierten ein uns dabei zu begleiten!

 

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