Profil des Trainers

Christine Winnacker

elterngarten München

Jahrgang 79, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (Jgg. 2011, 2013 und 2017), lebt in München-Sendling. Internationale Betriebswirtin und Personal- und Business Coach.
9 Jahre Berufserfahrung, auch in leitender Funktion mit Personalverantwortung für bis zu 40 Mitarbeiter. Spezialistin für Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufe, als Mutter von 2 Kindern und „Managerin eines kleinen Familienbetriebes“ längst nicht mehr nur im beruflichen Kontext.
1,5 Jahre Auslandsaufenthalt in Stanford, Kalifornien, USA, Rückkehr nach Deutschland und Umzug nach München im Mai 2012.
In 2014 abgeschlossene Weiterbildung als Personal- und Business Coach (SGD). Seit 2015 Weiterbildung zur Erziehungsberaterin.
Schwerpunkt in Ihren Coachings ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

“In meinem eigenen Lebenslauf habe ich mich lange vor allem auf meine berufliche Laufbahn konzentriert. Eine Work-Life-Balance gab es nicht und dieser Weg endete für mich im Burnout. Ich habe aus dieser schwierigen Zeit viel gelernt und weiß heute, wie es besser geht. Inzwischen habe ich drei Kinder und erlebe am eigenen Leib und in meinem Umfeld die vielfältigen Herausforderungen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In meiner Arbeit als Coach ist es mir darum sehr wichtig, Eltern darin zu bestärken Vereinbarkeit zu wagen. Mit der richtigen Organisation des Alltags, der Bereitschaft Kompromisse einzugehen und dem Mut auch unkonventionelle Modelle zu leben, können wir unser Berufs- und Familienleben so gestalten, dass es uns zufrieden, glücklich und ausgeglichen macht. Jeden Tag.“

Mehr über Christine auch in unserer Impuls-Serie: https://elterngarten.org/impulsserie-elternzeit-christine-winnacker/

Christine führt als elterngarten Coach untere anderem unsere Elternzeit Basecamps in München durch. Mehr Informationen dazu findest Du hier.

elterngarten Coach Julia Augenstein

Die Prinzessin auf der Erbse wird Mama – Impulse für hochsensible Mütter

Was ist eigentlich Hochsensibilität?

Wir kennen alle das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse, die so empfindlich war, dass sie selbst unter einer stattlichen Anzahl von Matratzen eine klitzekleine Erbse so intensiv gefühlt hat, dass sie sehr schlecht schlief. Darüber hinaus hatte sie am nächsten Tag auch grüne und blaue Flecken von der kleinen Erbse. Sie fühlte sich wie gerädert. So empfindsam war sie. Die Prinzessin auf der Erbse ist als Figur wohl eine „hochsensible“ junge Frau gewesen und konnte daher Reize intensivst wahrnehmen.

Hochsensibel sind Menschen, die eine „höhere sensorische Verarbeitungssensitivität“ haben. Sie erleben und verarbeiten Reize anders und intensiver[i]. Im Kern äußert sich Hochsensibilität bei vielen Menschen durch ein stärkeres Wahrnehmen der Außenwelt: von Geräuschen, Gerüchen, Stimmungen. Dies gilt genauso für innere Zustände: Schmerz, Hunger, Freude etc. Oft brauchen Hochsensible aufgrund dieser erhöhten Wahrnehmung mehr Zeit, um sich zu regenerieren. Inzwischen ist glücklicherweise immer mehr Menschen bewusst, dass Hochsensible zum Beispiel im Rahmen der Selbstfürsorge gut auf sich achten sollten. Aufgrund der vermehrten Reizwahrnehmung ist es wichtig, dass sie sich aus bestimmten Situationen immer wieder herausnehmen können.

Doch das ist gerade in einer hektischen Umwelt oft schwierig. Ich selbst, auch hochsensibel, vergesse das leider auch immer wieder. Und die Quittung kommt dann über den Körper und die Psyche: Eine erlebte sensorische Überlastung „bezahle“ ich oft mit Kraftlosigkeit, Abgeschlagenheit oder mit Infekten.

 

Heikel wird es, wenn Hochsensible Mutter werden

Wenn wir nochmal an unsere hochsensible Prinzessin auf der Erbse denken, wäre es nicht interessant, das Märchen weiterzuspinnen? Denn es hört ja an einem spannenden Punkt auf. Die Prinzessin hatte den Test bestanden und bekam den Prinzen. Und dann? „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!“ Höchstwahrscheinlich wurde sie Mama und gebahr eine(n) Trohnfolger (-in).

Damit sind wir an einem ebenso spannende wie heiklen Punkt: Wie verträgt sich das Konzept der Mutterschaft mit einer erhöhten Reizverarbeitung in der Hochsensibilität?

Wir können wohl festhalten, dass Kinder aus Sicht der Eltern eines der größten Geschenke sind, die wir bekommen können. Sie sind ein Wunder, das wir als Mama spüren, ertasten  und riechen können. Später halten wir dieses Geschenk – im wahrsten Sinne des Wortes – in den Händen: ein Baby-Vanille-Geruch, die kleinen Fingerchen, das uneingeschränkte Urvertrauen, mit dem sie sich uns entgegenstrecken. Auch hier ein Feuerwerk an großartigen, sensorischen Eindrücken. Und ein magisches Gefühl von Verbundenheit.

Viele Hochsensible sind starke „Geber“: Wie bereits festgestellt, können sie Freude sehr intensiv, ja geradezu euphorisch und tief wahrnehmen. Das ist jedoch aus meiner Erfahrung auch bitter nötig, wenn hier auch die Schattenseiten der Hochsensibilität zuschlagen.

 

Wunschvorstellung trifft auf hochsensible Realitität

Hochglanzwerbung mit glucksenden und brabbelnden Babys versprechen meist eine Elternzeit voller Wonne. Die Realität sieht oft anders aus: Schlafentzug, Weinen und Schreien, das gerade bei Babys schrill und laut sein kann. Dazu ein getakteter Tag mit Füttern und Wickeln. Das, was für „normale“ Mütter schon eine Tortur sein kann, potenziert sich bei Hochsensiblen in der Wahrnehmung. Und so brauchen viele Hochsensible aufgrund ihrer überforderten sensorischen Kapazität ausreichend Zeit sich zu regenerieren: Alleinsein, Ruhe tanken, schlafen. Das ist eine Strategie, die Hochsensiblen sehr dabei hilft, wieder Kraft zu tanken und sich zu zentrieren.

Damit hatte die Prinzessin auf der Erbse wahrscheinlich keine Probleme. Es war ja früher üblich, das eigene Kind von einer Amme aufziehen zu lassen. Somit gab es für die Prinzessin ruhige Nächte und auch Tage, wenn sie wollte. Aber wie können wir „Normalsterblichen“ dies umsetzen.

 

Tipp Nummer eins für hochsensible Mütter: Ausreichend schlafen!

Das erste und wichtigste, was mir meine Hebamme mitgab war: „Schlafe, wenn dein Kind schläft!“

Das sollte wohl jede Mutter tun. Leider wusste ich damals noch nichts von meiner „Gabe“ der Hochsensibilität und ignorierte diesen Ratschlag zu oft. Ich dachte tatsächlich, wenn ich schon nicht im klassischen Sinne „produktiv“ bin, dann sollte ich doch mindestens die Wohnung aufräumen, waschen usw., während mein Kind schläft. Das war eine ganz blöde Idee, die vielleicht mit dazu beigetragen hat, dass ich in eine postpartale Depression geschlittert bin.

Zwar bin ich nach einiger Zeit aus dieser Phase wieder herausgekommen. Es ist jedoch wichtig zu wissen ist, dass es bei hochsensiblen Frauen ein 8,5 mal höheres Risiko exisitiert, eine psychische Störung zu bekommen[ii].

 

Tipp Nummer zwei – Lass dir helfen, gib dein Kind ab!

Auch hier hatte es unsere Prinzessin wahrscheinlich leicht: Gutes Personal zum Säubern, Füttern, Einkleiden usw. hatte sie wohl. Und so konnte sie sich wohl gut regenerieren.

Unsere Realität sieht meist ganz anders aus: Zwar gibt es während der Elternzeit zum Glück durchaus gute Hilfsangebote von den Kirchen, den karitativen Vereinen oder von den  Städten und Kommunen: z.B. Leihomas, Projekte, in denen ehrenamtlich Frauen und Männer die Mütter unterstützen oder auch kostenlose Beratungsgespräche. Da kann man nur nachdrücklich nahelegen, diese Angebote als frischgebackene Mama auch anzunehmen.

 

Besonders (Über-)Fordernd: Der Spagat zwischen Familie und Beruf

Doch nach der Elternzeit sieht es meist schwieriger aus als im Märchen: Es gibt einen Spagat zwischen Karriere/Berufstätigkeit, Kindergarten, Schule, Elternabenden, Mama-Taxi zu Nachmittagsveranstaltungen, Aufräumen, Waschen, Lernen und und und… Natürlich teilen sich viele Paare diese Arbeiten immer besser auf. Aber die Realität sieht zur Zeit leider noch oft so aus, dass Frauen im Haushalt und bei den Kindern mehr Pflichten zusätzlich zu ihrer – meist teilzeitorientierten – Berufstätigkeit übernehmen.

Schwierig hieran für hochsensible Mütter ist die u.a. die rasche Abfolge der unterschiedlich, meist schnell getakteten Termine hintereinander mit sehr unterschiedlichen Anforderungen und „Umschalten“. Das ruft einen Stresslevel hervor und auch hierbei können sie „ausbrennen“, oft zum Unverständnis anderer.

 

 Zentrieren, aber wie?

Zwischen JEDER neuen Tätigkeit, die wir ausüben, 5 bis 10 Minuten Pause zum Ausruhen einbauen. Denn der Tag ist lang. Das kann bedeuten: Meditieren (Timer auf 5 min. stellen, einfach sitzen und atmen mit geschlossenen Augen und die kommenden und gehenden Gedanken beobachten) oder einfach an der frischen Luft spazieren gehen.

Letzteres hat mich oft gerettet. Unser erster Sohn war ein Schreikind. Nur wenn ich ihn draußen im Kinderwagen durch den Park geschoben habe, schlief er mittags ein. Ich hielt mich am Kinderwagen fest und war unendlich müde. Doch die frische Luft, die Natur und die Stille halfen mir meine leeren Batterien wieder aufzuladen.

 

Achtsamkeit als Rettungsanker

Achtsamkeitsübungen kann ich anderen hochsensiblen Müttern sehr ans Herz legen. Durch Atemübungen zentrieren wir uns wieder und können besser Grenzen nach außen setzen, da wir als Hochsensible oft zu empfangsbereit und durchlässig für andere sind. Das gilt insbesondere, wenn es zu Hause wieder mal um unaufgeräumte Zimmer geht oder lautstarke Streitereien unter Geschwistern an unseren Nerven gezerrt haben. Habt einfach mal den Mut euch zurückzuziehen und zu sagen: „Ich möchte jetzt für 10 Minuten ungestört sein.“ Das funktioniert auch gut im Auto auf dem Parkplatz vor einem Elternabend oder einer sonstigen Pflichtveranstaltung.

 

Der Fokus auf das Positive stärkt unsere Balance

Um nach einer unruhigen Nacht deinen Fokus auf das Positive zu legen, beginne den Tag mit einer Dankbarkeitsübung: Schreibe in Stichworten 5 Dinge auf, für die du dankbar bist und aus welchem Grund du es bist.

Du wirst sehen: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Wenn ich meinen Fokus auf etwas Schönes lenke, werde ich höchstwahrscheinlich auch diese Dinge vermehrt wahrnehmen.

Um einen noch größeren Effekt zu haben, kannst es auch leise oder laut „Danke!“ sagen. Versuche dabei das Gefühl von Wertschätzung oder Dankbarkeit in deinem Körper aufkommen zu lassen. Ich lege dabei gerne meine Hände auf meine Herzregion. Für manche mutet das sehr spirituell an. Diese Übung wird jedoch auch im klassischen Coaching gemacht.

Wir wissen inzwischen, dass unsere Emotionen entscheidend für unser Wohlbefinden sind. Wertschätzung und Dankbarkeit schütten einen ganzen Cocktail an Hormonen in unserem Körper aus, der unser Stresslevel spürbar senkt. Gleichzeitig stärken wir damit nachweislich auch unser Immunsystem[iii].

 

Noch mehr Tipps für hochsensible Mamas

Es gibt noch weitere Dinge, die wir hochsensiblen Mamas tun können, um aus der sensorischen Überlastung wieder herauszukommen:

Hier eine kleine Auswahl:

  • Abgrenzungsübungen machen[iv] und den Kindern klare Grenzen setzen, auch wenn es oft schwer fällt!
  • Achte darauf, was und wann du etwas isst. Gerade für hochsensible Mütter sind regelmäßige Mahlzeiten extrem wichtig. Ich werde, wie viele andere, oft schneller wütend, dünnhäutig und ungeduldig, wenn ich eine Mahlzeit ausfallen lasse. Ein Helfer in der Not unterwegs sind getrocknete Früchte und Nüsse. Die können wir immer dabeihaben.
  • Zu viel Alkohol erhöht die Überlastung nur noch und lässt uns schlechter schlafen. Gleiches gilt für zu viel Kaffee und Schwarztee.
  • Für ein gutes „Runterkommen“ empfehle ich den Duft von reinem ätherischem Lavendelöl. Ein paar Tropfen auf dem Kopfkissen (bitte nicht im Beisein des Babys oder Kindes!!)  oder im Badewasser wirken Wunder.  Wissenschaftler an der Uni Bochum haben herausgefunden, dass übrigens neben Lavendel auch Jasminduft so beruhigend wirkt wie Valium, nur ohne unangenehme Nebenwirkungen[v].
  • Höre entspannende Musik. Musik hat die Kraft Spannungen aufzuheben, zu inspirieren und zu heilen.
  • Die für mich wichtigste Empfehlung: Hab Spaß mit deinem(n) Kind(ern)! Es geht doch darum, in unseren Kindern Begeisterung und Neugierde für die Welt zu entfachen. Nichts ist heilsamer als unbeschwertes Kinderlachen. Auch für unser eigenes inneres Kind. Das darf dann mitlachen.

Ich hoffe, dass die Prinzessin auf der Erbse viel gelacht hat mit ihren Kindern. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Wahrscheinlich sogar hochsensibel und glücklich!

Wir werden bei unseren Kindern leider nicht durch einen ganzen Hofstaat unterstützt. Dafür dürfen wir frei unser eigenes Leben mit Kindern gestalten. Helfen lassen können wir uns auch. Wir müssen es nur tun.

 

Zur Autorin:

Julia Augenstein ist (elterngarten) Coach und lebt und arbeitet in der Region Düsseldorf/Köln/Bonn. Sie hilft v.a. Frauen und Müttern in ihrem Spagat zwischen Beruf, Berufung und Familie (wieder) glücklich zu werden.

 

 Zum Weiterlesen: 

[i] Nele Langosch: Persönlichkeit: Gibt es hochsensible Menschen? In: www.spektrum.de. Spektrum der Wissenschaft, 9. Juni 2016,abgerufen am 12. Januar 2019

[ii] Sandra Konrad, Philipp Yorck Herzberg: Psychometric Properties and Validation of a German High Sensitive Person Scale (HSPS-G). In: European Journal of Psychological Assessment. 7. April 2017, ISSN 1015-5759, S. 1–15, doi:10.1027/1015-5759/a000411 (hogrefe.com [abgerufen am26. Februar 2019]

[iii], S.41-52, Susanne Marx, Herzintelligenz kompakt, Kirchzarten bei Freiburg,  2015

[iv] https://www.zartbesaitet.net/Liebevoll_abgrenzen.pdf

[v] Hanns Hatt/Regine Dee, „Niemand riecht so gut wie du“, S. 266, 267,  München, 2018

Stärke deine Stärken und überwinde die ständige Selbstverbesserungs-Falle

Der Fokus liegt auf den Defiziten – meist seit der Schulzeit

Hand aufs Herz: wie oft haben wir uns schon innständig gewünscht, unsere Kinder mögen in der Schule positiver gefördert werden, ihre Stärken erkennen und ausbauen. Das gibt Elan und hilft dem Kind, das eigene Profil auszubilden. So kommt Freude und Selbstbewusstsein auf! Stattdessen erleben wir in unserer Schulpädagogik häufig ein Herumhacken oder -kritisieren an den vermeintlichen Schwächen.

Es fängt ja eigentlich noch viel früher an. Wer kennt nicht die Spielplatzgespräche: „Huch, dein Kind kann die Sprossen noch nicht hochsteigen?“ Und schon rattert unser Gedankenkarussell: „Sollte es das nicht längst können? Hätte ich mehr mit ihm trainieren sollen, Treppen zu steigen? Habe ich es genug gefördert?“ Oft haben wir einen Maßstab im Kopf, was unsere Kinder unserer Meinung nach oder auch gemäß der „Standards“ in diversen Erziehungsratgebern alles können sollten. Aber freuen wir uns und würdigen wir die Stärken und neuen Fähigkeiten unserer Kinder eigentlich ausreichend? Oder haben wir statt des erreichten Meilensteins gleich das nächste vermeintliche Verbesserungspotential entdeckt?

 

 

Als Mama bloß nichts falsch machen – und im Job sowieso nicht

Diesem Optimierungsblick auf unsere Kinder liegt oft die Überzeugung zugrunde, es mindestens richtig, am besten sogar perfekt machen zu wollen. Dies treibt uns dann in unserer Elternrolle selbst oft zu Höchstleistungen an. Und da schlagen wir jetzt den Bogen zu uns selbst. Wir perfektionieren uns in unserem privaten Umfeld wie auch in unserem professionellem Tun.

Ich selbst habe einmal eine größere Veranstaltung organisiert. Danach gab es ein mustergültiges Feedback meines Vorgesetzten. Viele Dinge, die hervorragend liefen und ein bis zwei Themen, die noch optimiert werden könnten. Im Ergebnis habe ich mich mit Feuereifer an die beiden zu optimierenden Themen herangemacht. Die Freude an der gelungenen Veranstaltung kam gar nicht so richtig auf. Stattdessen habe ich mich intensiv mit Themen beschäftigt, die mich wenig motivieren.

Wir verlieren das Positive und die erreichten Erfolge aus den Augen

Und ist es nicht oft so in unserem Leben: Die Erfolge werden gar nicht richtig eingebucht und gefeiert? Sie gehen fast schon als selbstverständlich unter und stattdessen konzentrieren wir uns auf die Dinge, die uns eventuell gar nicht richtig liegen, weil wir meinen, das gehöre dazu, das müssen wir auch noch hinkriegen, das müssen wir auch integrieren.

In diesem Kreislauf sinkt die Freude. Und im Ergebnis tun wir immer wieder genau die Dinge, die uns eben nicht energetisieren, die uns nicht liegen, die uns anstrengen und vielleicht sogar überfordern. Das lässt uns abstumpfen. Irgendwann fragen wir uns: Worin bin ich eigentlich richtig gut?

 

Stärkeninventur: Worin bin ich eigentlich RICHTIG gut?

In meinen Coaching-Sessions höre ich gerne genau hin, wie Menschen angetrieben werden, welche Erfolgstrigger sie einsetzen. Zuallererst lohnt es sich aber in vielen Fällen, eine „Stärkeninventur“ zu machen. Haben Sie schon einmal alles Positive zusammengesucht, was Sie an Feedbacks erhalten haben? Schauen Sie in Ihre Zeugnisse und -Beurteilungen. Fragen Sie Ihre Kollegen, Partner, Kinder, Freunde nach Ihren positiven Eigenschaften und Fähigkeiten. Für was schätzt man Sie besonders? Welches sind die 5 Eigenschaften und Stärken, die Anderen in den Sinn kommen, wenn man an Sie als Person denkt? Worin sind Sie für Andere ein Geschenk?

Und ja, es interessieren nur die positiven Eigenschaften. Meine letzte Klientin hat sich akribisch aufgemacht, Dokumente ausgewertet und ihr wichtige Menschen befragt. Sie hat dennoch vereinzelt negative Eigenschaften zurück gespiegelt bekommen. Sie sei oft zu aktionistisch und anstrengend. Aber Vorsicht: Auch in diesen vermeintlich negativen Rückmeldungen können positive Eigenschaften stecken.

Die positive Interpretation der oben genannten Rückmeldung könnte sein: Sie ist kreativ, ideenreich und hat viel Energie für deren Umsetzung. Vielleicht empfindet das Gegenüber es so, als sei dies übertrieben oder zu anstrengend für sie selbst. Aber dies ist eine persönliche Interpretation und hat möglicherweise mehr mit der Person selbst zu tun, die das Feedback gibt.

Natürlich, positive Eigenschaften können durch Übertreibung ihr Ziel verfehlen und dann negativ beurteilt werden. Doch dies gilt es mit den übrigen Feedbacks abzugleichen, zu hinterfragen und zu überprüfen. Vielleicht muss an der Übertreibung gearbeitet werden, damit die Stärke sich entfalten darf.

Die eigenen Fähigkeiten und Stärken genau zu kennen stärkt und motiviert

Nachdem wir im Coachingprozess solche Fragestellungen geklärt hatten, konnte meine Klientin sich im Spiegel vieler positiver Rückmeldungen selbst betrachten und einen harten Kern an positiven Eigenschaften und Fähigkeiten herausarbeiten, die definieren, was sie ausmacht und motiviert. Ihre strahlenden Augen verrieten, dass sie sich selbst lange nicht mehr so klar und mit einer liebenswerten Haltung der Selbstannahme gesehen hat.

An dieser Stelle können sich Menschen in Ihren Stärken und positiven Eigenschaften weiterentwickeln und ihr Profil herausarbeiten. Das ist eine hervorragende Ausgangsbasis, um weiter herauszufinden, was zu einem passt und was einen innerlich glücklich machen kann.

Wäre das nicht auch ein guter Ausgangspunkt für dich? Würde dir ein warmer Regen nicht einmal richtig gut bekommen? Sortiere deine Wertschätzungs-Schätze und spüre der Energie nach, die in dir liegt, wenn du deine Stärken stärkst.

 

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Saskia Deller, unserer elterngarten-Coach in der Region Rhein-Neckar.

Coaching für Mamas bei elterngarten – Wieso? Weshalb? Warum?

Wieso Coaching für Mamas? Ist das nicht eher was für Führungskräfte und Manager?

Immer mehr und weit verbreitet spricht die ganze Welt von „Coaching“. Was soll man sich darunter vorstellen? Ist der gute alte Begriff „Beratung“ denn nicht mehr gut genug oder veraltet? Warum wird er nicht verwendet, sondern dieser neumodische Begriff „Coaching“? Führungskräfte werden „gecoacht“, Sportler werden „gecoacht“ und neuerdings sogar Mamas. Sind es denn nicht vor allem Ratschläge und Tipps, die Mamas hören möchten? Warum müssen sie „gecoacht“ werden?

Weil es beim Coaching eben gerade nicht darum geht jemandem Ratschläge und Tipps zu erteilen, die bei anderen funktionieren aber zur betreffenden Person möglicherweise gar nicht passen.

Coaching ist keine Beratung – sondern Begleitung auf Augenhöhe!

Coaching hat das Ziel einen individuell passenden Lösungsansatz zu erarbeiten. Wenn du richtig hinschaust erkennst du, dass in „erarbeiten“ das Wort „Arbeit“ steckt – denn genau das ist Coaching: Arbeit! Arbeit mit dir selbst!

Im Coaching geht man davon aus, dass die Lösung für ein Problem tief im Inneren des Klienten bzw. des „Coachees“ (wenn wir schon bei den neumodischen Begriffen sind 😉) bereits vorhanden ist, dass nur der Zugang zur richtigen Antwort oder Handlungsstrategie noch fehlt.

Im Coaching gibt es kein Schema F – aber einen Weg zu deiner individuellen Lösung

Ein Coaching ist eine sehr wertvolle Hilfestellung um beispielsweise endlich eine Entscheidung zu treffen, neue Prioritäten zu setzen, seine Situation aus einer anderen Richtung zu betrachten, sich zu entwickeln oder zu verändern. Für diesen Weg benötigen die meisten Menschen keine Ratschläge, sondern Sicherheit und tiefe innere Überzeugung, das Richtige zu tun. Genau diese Sicherheit und Überzeugung für den „eigenen Weg“ soll und kann ein Coaching liefern.

Um warum nun genau für Mütter?

Der Alltag stellt viele Herausforderungen an uns Mamas.  Es ist nicht immer leicht die richtige Entscheidung zu treffen, um allen gerecht zu werden. Darum freue ich mich umso mehr, wenn ich meinen Frauen im Coaching Unterstützung bieten kann, damit sie Optionen für verschiedene Wege ausarbeiten, um dann eine Entscheidung zu treffen.  Wie z.B. eine interessante Führungsposition annehmen oder im gewohnten Job bleiben und mehr Zeit mit der Familie verbringen. Ich kann als Coach einen Blick von außen geben, ich helfe Struktur im Kopf herzustellen oder arbeite gemeinsam mit der Klientin heraus, was bei den aktuellen Rahmenbedingungen möglich ist und was nicht. Gemeinsam erstellen wir einen Handlungsplan für die nächsten Schritte.

Ist diese angeleitete „Arbeit mit dir selbst“ erfolgreich, geht die Klientin deutlich zufriedener, gelassener, mit zahlreichen Lösungsideen im Kopf und vielleicht sogar neuen Zielen aus dem Coaching heraus.

Dieser Artikel wurde geschrieben von Kristin Meng, elterngarten-Coach in Ludwigshafen

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