Tag Archives: Elternzeit

Über Partnerschaft, Elternzeit und Weiterentwicklung.

Was hat die Partnerschaft in unserem Blog verloren, wo es bei elterngarten doch um die persönliche und berufliche Weiterentwicklung geht?

In unseren Elternzeit Basecamps beobachten wir immer wieder, wie die Eltern (meist Mütter) beschreiben, wie wenig der (arbeitende) Elternteil präsent ist – nicht nur körperlich, sondern auch und vor allem in den vielen Überlegungen und Gedankenschleifen rund um die Frage „Wie geht es weiter mit mir?“. Alle Karten auf den Tisch: Im Alltag ruft die Arbeit, das Kind schreit, die Zeit drängt, Einkäufe müssen erledigt werden und nicht selten steht „ganz nebenbei“ noch ein Umzug an. In den ersten zwei Jahre nach der Geburt kann man von der Partnerschaft nicht allzu viel erwarten*. Es ist schon mal viel erreicht, wenn die Eltern als Team gut funktionieren. Doch „nur“ das Funktionieren reicht nicht, wenn beide Partner Ambitionen haben sich persönlich und beruflich weiterentwickeln zu wollen.

In unseren Elternzeit Basecamps und auch Einzelcoachings taucht immer wieder ein ähnliches Muster auf. Der zu Hause gebliebene Elternteil, meist eben die Mutter, verliert stetig an Selbstbewusstsein und wird zunehmend frustriert. Die Decke fällt auf den Kopf und der Mangel an Möglichkeiten für einen professionellen Austausch unter Erwachsenen tut sein Übriges dazu. Dabei spielt die Partnerschaft aus unserer Sicht eine tragende Rolle. Warum?

Vermisste Wertschätzung

Der Knackpunkt für zunehmende Frustration ist oft die vermisste Wertschätzung – wenn diese nicht vom Partner kommt, woher soll sie sonst kommen? Vom Kind zu Hause kann diese nicht erwartet werden. Da der Job wegfällt, fällt hier ein wesentlicher Feedbackkanal aus. Gerade engagierte und ambitionierte Eltern haben sich bisher stark über ihre Jobs identifiziert und ihren „Wert in der Welt“ am Beitrag für ihren Job und an ihren bisherigen Leistungen gemessen.

Oft haben die weiter arbeitenden Partner gar nicht auf dem Radar, dass das Thema „Wertschätzungsmangel“ so präsent ist. Und die betroffenen Eltern geben sich oft selbst zu wenig Wertschätzung für das, was sie tagsüber (und nachts) alles so wuppen. Wie oft haben wir das bei elterngarten schon gehört: „Haushalt, Baby und Co: das kann ja jeder, dafür habe ich nicht studiert.“ Und genau hier möchten wir einhaken, denn vielen Eltern könnte eine veränderte Haltung das Erleben der Elternzeit wesentlich verändern – und folglich eventuell das ganze Leben, denn Entscheidungen und Handlungen während und nach der Elternzeit sind entscheidend für alle weiteren Schritte und werden je nach Ausgangslage anders ausfallen.

Sich Freiräume schaffen

Die Qualität der Partnerschaft trägt also unserer Erfahrung nach wesentlich dazu bei, dass die Elternzeit als Feld der Möglichkeiten (für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung) und nicht als Sackgasse wahrgenommen wird. Partnerschaft sollte eine Energietankstelle sein*. Hier sollte Platz für Träume sein. Für gemeinsame – aber auch für persönliche und berufliche Träume. Hier sollten Freiräume geschaffen werden und Ermöglichung gelebt werden. Auf Augenhöhe, für Beide, dem Elternteil zu Hause und dem im Job. Doch wie soll das gehen im Elternzeit Alltag? Es ist viel leichter, dass der eine Elternteil den anderen Elternteil einfach „abhängt“.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Wertschätzung für die jeweiligen Rollen in der Familie sehr wesentlich ist für die erlebte Qualität der Elternzeit und nicht zuletzt für die Qualität der getroffenen Entscheidungen hinsichtlich weiterer Schritte mit der Familie und dem Beruf. Die Rolle der zu Hause bleibenden Person ist neu und die Partner müssen sich neu organisieren statt so weiterzumachen wie bisher nur gefühlt in eingeschränkter Form. Hier ist es gefährlich das Denken zu reduzieren auf die Aussage, dass ein Partner jetzt „zu Hause ist, nichts mehr leistet und weniger oder nichts mehr verdient“. Das ist zu kurz gesprungen. Der Partner zu Hause hat nun einen anderen Job mit einer anderen Vergütungslogik, er sollte sich auch über die neue Rolle definieren und identifizieren können, und nicht nur über das, was mal vor der Geburt war. Dabei sollten sich die Partner gegenseitig unterstützen.

Weiter denken: Sich ein eigenes System schaffen

Auch finanziell – denn in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem müssen wir uns in der Partnerschaft und vor allem in der Elternzeit unsere eigene Logik bauen. Oft erleben wir leider, dass Geld als implizites Machtmittel missbraucht* wird. Der Partner zu Hause, der nun weniger oder gar nichts mehr verdient, begibt sich in eine gefühlte Abhängigkeit vom arbeitenden Partner (was wiederum hinterlegt, dass der Elternteil zu Hause „nichts wert ist“…). Da das Basecamp bei uns auch etwas kostet und nicht alle Arbeitgeber eines zahlen, müssen TeilnehmerInnen sich oft die Teilnahme am Basecamp in der Familie „hart erkämpfen“ und haben zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen, da das ausgegebene Geld nicht ihres ist, sondern eine „Spende“ des Partners. Dass wir uns hier nur mit Glaubenssätzen beschäftigen und diese auch geändert werden können ist vielen nicht bewusst. Wie stark machen wir uns abhängig vom Wirtschaftssystem da draußen? Bzw. wie schaffen wir uns unser eigenes System, was besser zu unseren Werten passt – und sei es nur in unserem Mikrokosmos Familie.

Wenn die Partner wirklich daran interessiert sind sich gegenseitig in ihrer Entwicklung zu unterstützen, wenn sie trotz der finanziellen makro-systemisch bedingten schiefen Rahmenbedingungen auf Augenhöhe bleiben, dann entsteht ein anderes Selbstverständnis. Der weiter arbeitende Partner hat ein Kind und kann nur deswegen arbeiten und Karriere machen, weil der andere Partner ihm den Rücken freihält. Wieviel ist das dem arbeitenden Partner wert? Wieviel ist dem arbeitenden Partner wert, dass das Familienklima gesund ist? Dass Zufriedenheit überwiegt? Dass der Partner nicht gestresst ist? Die Kinder glücklich? Dass sich die Familie weiter gesund entwickeln kann? Dass alle zufrieden sind? Die meisten Partner würden sagen, dass das am allerwichtigsten ist. Und wenn sie tagsüber nicht dabei sind und nicht die kleinen und großen Wutanfälle, Küchenkatastrophen, durchgeschrienen Besorgungsfahrten oder verpatzten Mittagsschlafe erleben (was oft stressiger ist als die stressigsten Meetings im Office) dann ist Frage angebracht: „Was können wir wie füreinander tun, damit es uns gut geht?“ Aus unseren Erfahrungen können wir sagen, dass hier die Teilnahme an einem Basecamp oft schon mal ein großes Signal ist für das Leben auf Augenhöhe und das Interesse an der jeweiligen Weiterentwicklung des Partners – egal ob zu Hause oder im Job.

Die Partner sollten sich in den neuen jeweiligen Rollen erkennen und wertschätzen. Wenn sich die Partner ermöglichen, sich gegenseitig unterstützen mit den Ambitionen und Träumen und Plänen, dann kann auch die Elternzeit genutzt werden als Feld für Weiterentwicklung – für alle Beteiligten.

* Lesetipp, das neueste Buch unseres elterngarten Coach Sascha Schmidt:
„Wieder Paar sein – Erfüllte Zweisamkeit trotz Arbeit und Kind“

Dieser Artikel wurde in redigierter Form auch bei EditionF veröffentlicht:
Die Elternzeit stellt eine Beziehung auf Augenhöhe auf die Probe – das muss aber nicht sein

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„New Work“ mit Familie verknüpfen

Was passiert, wenn wir „Familienfreundlichkeit“ mit den Konzepten der „Neuen Arbeitswelten“ zusammenbringen – und wie wir das tun

Teaser

Die Generation, die unsere Arbeitswelten zum Umdenken bringt, hat noch etwas zunehmend gemeinsam: Sie bekommen nun Kinder und gründen Familien. Eigentlich perfekt, denn familienfreundliche Maßnahmen lassen sich gut mit Konzepten der Neuen Arbeitswelt verbinden.

New Work

Foto: Felicitas von Imhoff

Mittlerweile schreiben etliche Studienergebnisse und Veröffentlichungen darüber, was Arbeitgeber der Zukunft tun und haben sollten, um ihre ArbeitnehmerInnen wirklich binden zu können. Der Grundtenor ist immer ungefähr der Gleiche: Identifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft ist Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Dafür ist ein Umdenken notwendig. Das Gehalt alleine zählt schon lange nicht mehr. Für die Leistungsträger sind Sinnhaftigkeit und Freude an der Tätigkeit wesentlich. MitarbeiterInnen möchten sich mit den Unternehmenszielen identifizieren können und im Job das tun, was sie auch „wirklich, wirklich wollen“ (vgl. Frithjof Bergmann). Sie fordern persönliche und berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten, eigenverantwortliches Handeln, Vertrauen und Wertschätzung, gesundes und stressfreies Arbeiten und einen hierarchie- und bereichsübergreifenden respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Mitarbeiter sind gerne überdurchschnittlich leistungsbereit, wenn das Team passt und geteilte Werte die Zusammenarbeit stärken. (vgl. bspw. Studie des Forums Arbeitsgesundheit mit der LMU München vom Herbst 2016)

New Work und Familie

Ein „Manko“ oder die „Chance“ kommt nun noch erschwerend oder herausfordernd hinzu: Die Arbeitnehmer-Generation, die dieses Umdenken in den Mainstream gebracht hat und die wesentlich an der Gestaltung der Neuen Arbeitswelt beteiligt ist, gründet gerade Familien. Denn auch das ist – auch wenn es gerne mal ausgeklammert wird – ein fester Bestandteil der Neuen Arbeitswelt und dessen, was ein großer Teil der aktuellen Generation der Leistungsträger „wirklich, wirklich will“. Deutschlandweit steigende Geburtenraten fordern die Arbeitgeber heraus – auch oder vielleicht gerade bei den so sehr vermissten Fachkräften im Auftrieb der Karriereleiter. Dabei genügt es offensichtlich nicht, sich „nur“ um die Ausweitung der Fremdbetreuungsmöglichkeiten zu kümmern. Eltern sind heute hier genau wie bei allen anderen Themen sehr werte- und sinngetrieben. Für viele Eltern kommt es selbst bei gegebener Möglichkeit nicht in Frage, das Kind mit einem halben Jahr in die Krippe zu geben oder die Fremdbetreuungszeit bis zum Abend auszuweiten. Das Herz der Eltern entscheidet hier offiziell mit, und das ruft nach Alternativen und möchte kompromissbehaftete Entscheidungen auf Kosten der Eltern-Kind-Bindung vermeiden.

Junge Eltern als Chance sich als Arbeitgeber weiterzuentwickeln

Arbeitgeber müssen daher über die Fremdbetreuung hinausdenken und dürfen hier aus einem Schatz an Ideen aus den zahlreichen (u.a. abgewandelten) Konzepten für die Neuen Arbeitswelten zurückgreifen. Wir begleiten als Berater und Coaches Eltern in Elternzeit, die diese besondere Zeit und den Abstand vom bisherigen Arbeitsleben nutzen, um innezuhalten und sich zu fragen, was sie „wirklich wirklich wollen“. Leider erleben wir immer wieder, dass die Eltern versucht sind während dieser Zeit über Selbstständigkeit nachzudenken oder wenigstens über den Wechsel ihres Arbeitgebers, da sie befürchten oder gar sicher sind mit ihren Vorstellungen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf taube Ohren zu stoßen.

Wie wäre es also, wenn Arbeitgeber junge Eltern als Chance sehen würden, um sich weiterzuentwickeln und in der Neuen Arbeitswelt zu positionieren? Der Arbeitgeber würde Leistungsträger und wertvolle Fachkräfte gewinnen und binden und erlebt statt Stress und Konflikten rund um den Eintritt in Elternzeit und den Wiedereinstieg einen Innovationsschub.

Wie Arbeitgeber die „Neue Arbeitswelt“ mit „Familienfreundlichkeit“ verbinden können

Viele Vorbilder gibt es in der Schnittmenge der „Neue Arbeitswelten“ und „Familienfreundlichkeit“ tatsächlich noch nicht. Folgende Möglichkeiten sehen wir für Arbeitgeber und Eltern.

Selbstverantwortung fördern

Eltern sollten nicht wie leider üblich weniger, sondern eher noch mehr Verantwortung zugeteilt bekommen. Sie entwickeln in ihrem Familienalltag automatisch ihre Fähigkeiten zu organisieren, effektiv und effizient zu sein. Am besten bekommen Eltern die Verantwortung für ein klar abgegrenztes Projekt zugeteilt – wenn dies nicht möglich ist, dann kann immer noch über Unterprojekte nachgedacht werden. Hier sollte man nie zu früh aufhören zu denken! Der unermesslich wertvolle Vorteil von Projektverantwortung ist die damit verbundene Freiheit zu entscheiden. Eltern entscheiden selbst über Meeting- und Bürozeiten und da meist sie der zeitliche Engpass sind, sollten sie die Planung einfach übernehmen. Auch Regeln, wie z.B. handy- oder e-mail-freie Zeiten, können selbstbestimmt zum Wohle aller vereinbart werden. So ersparen sie sich jede Menge Stress und Unmut unter Kollegen. Natürlich geht mit der Projektverantwortung auch eine klare Zielorientierung einher. Das Projekt wird nach Erfolg gemessen, nicht nach Stunden der Anwesenheit vor Ort. Gute Ideen für eine effizientere Umsetzung belohnen nicht nur die Eltern selbst, sondern sparen dem Arbeitgeber Kosten und Zeit. Voraussetzung für diese Art der Umsetzung ist ein Vertrauensvorschuss, der in der neuen Eltern-Generation mit Sicherheit dankend angenommen wird. Nicht ist motivierender als sich des Vertrauens des Arbeitgebers sicher zu sein und jeder würde sich bemühen vorzuzeigen, dass sich dieser Vertrauensvorschuss für alle Seiten lohnt.

Vernetzung fördern

Junge Eltern starten gerade neu durch: Sie sehen sich mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert und versuchen ihre neue Welt der Familie mit ihrem anspruchsvollen Job zu verbinden. Arbeitgeber sollten hier nicht nur den Austausch unter den jungen Eltern fördern – die treffen sich voraussichtlich auch gerne mal „privat“, denn Kinder verbinden. Hier kann ebenfalls weitergedacht werden: Eltern können interne Veranstaltungen planen und ihre Ideen für Familienfreundlichkeit direkt umsetzen. Ungeahnte Ideen werden über diese selbst organisierten Möglichkeiten Realität. Im Mittelpunkt der Vernetzungsaktivitäten steht der Austausch auf Augenhöhe. Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen auf jeweils unterschiedlichen Hierarchiestufen haben plötzlich etwas gemeinsam: Kinder und Familie. So entsteht Gesprächsstoff, der sich weiterentwickeln kann, und zwar business-mäßig formuliert: interdisziplinär und kreativ. Die Ideen werden weiterwachsen und das Business befruchten. Warum nicht auch die Kinder mitbringen?

Integration der Kinder fördern

Das geht für viele Arbeitgeber dann doch zu weit. Doch das Potenzial birgt ungeahnte Möglichkeiten. Nicht nur bei speziell organisierten Familientreffen der Unternehmen sollten Kinder dabei sein dürfen. Wir schauen auch in den „normalen“ Alltag: Was machen Eltern mit halb-kranken Kindern? Viele bringen sie doch in die KiTa mit der Folge, dass noch mehr Kinder angesteckt werden und sich das betroffene Kind auch nicht wirklich auskurieren kann. Dieser Kreislauf könnte für alle anders aussehen. Wenn sich Eltern mit deren Kindern angenommen und nicht falsch fühlen, werden neue Energien freigesetzt. Dinge entstehen, die anders nie entstanden wären.

Foto: Felicitas von Imhoff

Konkret heißt das: Kinderstimmen im Hintergrund bei Telefon- oder Videokonferenzen sollten erlaubt sein ohne verurteilende Blicke und Proteste. Wir haben wunderbare Erfahrungen gemacht mit unseren Kindern, die auch gut und gerne mal eineinhalb Stunden am Stück auf dem Schoß der Eltern sitzen, während diese fast ungestört über Video nicht nur am Geschehen teilhaben, sondern es auch tatkräftig mitgestalten konnten. Meine Kinder finden es mittlerweile normal, wenn ich skype, telefoniere oder mal am Laptop arbeite. Sie wissen, dass dies zum Alltag gehört genauso wie die Zubereitung des Mittagessens. Es ist alles eine Sache der Haltung. Wenn ich die Kinder nicht im Hintergrund verstecken muss, sondern sie ein offizieller und integrierter Bestandteil des ein oder anderen Arbeitstages sind, dann sind sowohl die Kinder als auch ich als auch die Auftraggeber entspannter. Kinder müssen nicht halbkrank fremdbetreut werden, können sich erholen und sind sogar tendenziell wieder schneller fit und gesund. Erfolgsrezept hierbei ist, dass ich mich für die Kinder nicht schämen muss, sondern offen damit umgehe. Das leistet sicher einen wesentlichen Beitrag zur Stressprophylaxe und lässt mich gegenüber meinen Kindern sowie gegenüber meinen Kollegen meistens ziemlich entspannt gegenübertreten. Durch den offenen Umgang mit der immer vorhandenen Schnittmenge aus „privat“ und „beruflich“ können wir Eltern mit der Energie gehen, statt viel Zeit und Nerven ins Verstecken und „weg organisieren“ zu investieren.

Persönlichkeitsentwicklung fördern

Das gilt natürlich allgemein, ist aber speziell während der Elternzeit und danach förderlich. Vielleicht ist die Stressgefahr in keiner anderen Lebensphase mehr so hoch, wie in der Zeit, in der junge Eltern das Leben mit kleinen Kindern und beruflichen Ambitionen zu verbinden versuchen. Wenn Arbeitgeber nun so weit gehen und Eltern eher mehr als weniger Verantwortung übertragen, dann hat dies offensichtlich hohe Ansprüche an die persönliche Weiterentwicklung. Viel Selbstverantwortung und Selbstorganisation setzt nicht zuletzt eine gute innere Selbstführung voraus. Das beugt garantiert einer oder mehreren Ladungen Stress vor, die gerne mal von einem Bereich in den nächsten überschwappen.

Elternzeit als ko-kreativen Prozess fördern

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt sind neben der Zeit mit dem Baby auch eine große Chance für Reflektion und zum Innehalten. Das ein oder andere New Work Unternehmen setzt bereits Sabbaticals um, in denen die „Auszeit“ der MitarbeiterInnen gefördert wird, um gerne auch mal Dinge zu hinterfragen und auf neue Ideen zu kommen. Die Elternzeit ist dabei noch völlig außerhalb des Radars, obwohl sie genauso viele Möglichkeiten des Abstand-gewinnens, Innehaltens und Hinterfragens bereithält. Die Elternzeit ist perfekt dafür, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen und sich zu fragen, was man „wirklich, wirklich will“. Mitarbeiter können hier ihre persönlichen und beruflichen Pläne erarbeiten und diese idealerweise auch offen mit ihrem Arbeitgeber besprechen und weiterentwickeln.

Querdenken fördern

Lineares Denken ist bei diesen ko-kreativen Prozessen während der Elternzeit oft eine Falle. Viele Eltern aus der Generation der Neuen Arbeitswelten kommen aus anspruchsvollen Berufen, die gerne auch mal mit viel Reisen zu tun haben oder mindestens eine hohe Flexibilität der zeitlichen Verfügbarkeit notwendig machen. Wir kommen dann nicht weiter, wenn wir fragen, wie man diesen gleichen Job nun mit weniger Wochenstunden ausüben könnte. Stattdessen könnte eine gute Frage sein: Was sind Deine Stärken, Deine (neuen) Bedürfnisse, Deine Wünsche und wie kannst Du uns unter den neuen Rahmenbedingungen einen neuen Mehrwert bringen?

Beispiele aus der Praxis

Foto: Felicitas von Imhoff

Während meiner erste Elternzeit war ich als Unternehmensberaterin zuerst mit dem üblichen Problem konfrontiert: Wie übe ich mit Kind denn meinen Beruf noch aus? Zum Glück ist mein Chef selbst Vertreter des Themas „New Work“ und wir hatten die Möglichkeit unser lineares Denken bewusst zur Seite zu legen. Statt festzustellen, dass ich als Beraterin wohl kaum ein Projekt oder einen Kunden finde, bei dem ich viel von zu Hause arbeiten kann und mein Kind um spätestens 15 Uhr in der Krippe abholen darf, bei dem ich nicht reisen werde und ich trotzdem anspruchs- und verantwortungsvoll arbeiten darf, haben wir einfach gemeinsam einen neuen Job für mich kreiert. Für eine begrenzte Zeit war ich zuständig für den Auf- und Ausbau eines Beratungsthemas und übernahm die interne Koordination. Ich koordinierte ein Team mit Beratern und leitete die Erstellung einer Studie und das Aufsetzen des Außenauftritts für das Thema. Es musste nie in Frage gestellt werden, ob meine Arbeit tatsächlich einen Mehrwert für meinen Arbeitgeber brachte. Und der Job passte perfekt zu meiner Lebensphase: mit kleinem Kind und Kind Nummer 2 war bereits unterwegs. Mein Arbeitgeber profitierte von seinem eigenen freien Denken. Wir hatten keine gesetzlich getriebenen Diskussionen zum Wiedereinstieg, sondern waren inhaltlich und kreativ unterwegs.

Meine zweite Elternzeit war nochmals ganz anders. Ich hatte eine konkrete Business-Idee, die mit sich brachte, dass ich sie unabhängig von meinem Arbeitgeber umsetze. Der ließ mich während meiner Elternzeit „dann mal machen“ und beobachtete und unterstützte sogar zeitweise meinen Gründungsprozess, da er die Idee selbst gut fand und auch teilweise in Anspruch nahm. Ich durfte erleben, wie ich das Gefühl haben durfte genug für meine Kinder da zu sein UND gleichzeitig einen anspruchsvollen Job zu haben. Das wünsche ich allen Eltern in Elternzeit und auch deren Arbeitgebern.

Fazit

Natürlich sind nicht alle Berufe geeignet für die Umsetzung dieser Vorschläge. Jedoch immer mehr, und vor allem die neu entstehenden, dienstleistungsintensiven und/ oder online-getriebenen Jobs der Neuen Arbeitswelt und aus der Industry 4.0. Alle Jobs, in denen gute Ideen und Ergebnisse (zunehmend) wichtiger sind als reine Präsenzzeit, können mit Familie noch weitergedacht werden. Denn denken können die „Eltern der Neuen Arbeitswelt“ extrem gut – egal wo, auch auf dem Spielplatz.

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Unsere aktuellen Elternzeit Basecamps bundesweit.

Wir unterstützen die New Work Families:
New Work, Agile, Arbeiten 4.0, digitale Transformation – all das sind Entwicklungen in der Arbeitswelt, die Raum schaffen, Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit völlig neu zu denken. Die Kampagne New Work Families ruft zu einem deutschlandweiten Austausch auf, um zu neuen Ansätzen und Modellen für bedürfnisorientierte Vereinbarkeit zu inspirieren oder diese sichtbar zu machen.

 

 

Saison-Start elterngarten bundesweit – Neues Video!

Wir sind total gespannt auf die neue Saison. Unseren Urlaub und die Kindergartenferien haben wir nicht nur für Ausflüge mit der Familie genutzt. Wir, Tanja und Tanja, waren kreativ und haben ein Video für elterngarten gebastelt. Wir wollten in 90 Sekunden erklären, warum wir die Elternzeit für so eine besondere Zeit halten und wie wir Eltern die Elternzeit durch ein Angebot bereichern, das es bisher in dieser Form bundesweit noch nicht gibt. Wir freuen uns auf Feedbacks zum Video!

Was jetzt definitiv noch fehlt ist der explizite Verweis darauf, dass wir nach und nach in immer mehr Städten in Deutschland zu finden sind. Offiziell sind ja schon München, Bonn, Bochum, Dortmund und Berlin mit am Start. Hamburg, Leipzig und Köln begeben sich gerade Richtung Startlöcher. Die Städte haben wir weniger nach den Eltern in Elternzeit ausgesucht. Das hat sich ganz ehrlich gesagt einfach ergeben durch unser Netzwerk und bekannte Coaches, die gerne die elterngarten-Idee mit voran treiben möchten.

Im Hintergrund laufen daher gerade die „Train-the-Trainer-Sessions“ zum Elternzeit Basecamp. Das Konzept geben wir an die mitmachenden Coaches weiter inklusive aller Arbeitsblätter, die wir in München erstellt haben und Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben. Wir hatten letzte Woche den ersten Call „in der großen Runde“ und freuen uns auch auf den gemeinsamen Austausch rund um unsere Erfahrungen mit den Elternzeit Basecamps in den jeweiligen Städten. Das heißt mal wieder beginnt eine neue spannende Phase bei elterngarten und wir sind gespannt auf die nächsten gemeinsamen Schritte.

Interesse am Elternzeit Basecamp in Deiner Nähe? Hier sind die aktuellen Angebote. Und es lohnt sich das mitzuverfolgen, denn es kommen ja stetig neue Standorte dazu! Hier kannst Du Dich zu unserem Newsletter anmelden.

Das Elternzeit Basecamp geht in die erste Runde!

Die Sessions 1 bis 5 sind alle in diesem Beitrag zusammen gefasst und chronologisch von oben geschrieben. Für die Session 4 vom 03.05. bitte runterscrollen!

12.04.2016 Basecamp Session 1

Session 1 12.04.2016
Session 1 12.04.2016

Ein ganz besonderer Tag bei elterngarten! Das erste Basecamp startete heute Vormittag am Kapuzinerplatz mit einer vollen Runde: 6 Teilnehmerinnen treten mit uns die 5-wöchige Reise an und bauen in einem begleiteten Prozess in Form eines Gruppencoachings durch Christine Winnacker und Tanja Misiak an ihrem jeweils eigenen Modell für ein zufriedenes Leben mit Job und Familie.

Rein ins Arbeiten!

Die Kids waren zum größten Teil mit dabei und sind zwischen 7 Wochen und 14 Monaten alt. Die Teilnehmerinnen sind alle Mütter, in vier Fällen mittlerweile sogar zweifach. Womit wir schon mittendrin sind. Diese eine Rolle nimmt bei allen sehr viel Zeit in Anspruch – das hat die Elternzeit ja auch an sich. Jedoch, vielleicht braucht diese Rolle an der ein oder anderen Stelle auch gefühlt mal zu viel Zeit? Was sind wir denn alle sonst noch so?

Jetzt sind wir schon mittendrin im Arbeiten. Denn – da war jede Teilnehmerin vorgewarnt: wir haben die Tools, die Teilnehmerinnen sollen damit arbeiten. Deswegen hatte jeder schon im Vorfeld der ersten Session eine Hausaufgabe bekommen. Alle hatten sich bereits im Vorfeld über ihre aktuellen dominanten und auch „runtergefahrenen“ Rollen Gedanken gemacht. Wir stellten uns gegenseitig unsere Rollen vor und lernten uns dabei auch ein bisschen besser kennen. Unsere BWLerin in der Runde hat sogar ein Excel-Sheet genutzt und ausgerechnet, dass sie aktuell bei ca. 170 % liegt, wenn sie ihre Rollen auf die zeitlichen Ansprüche verteilt… 🙂

Vielfalt der Gruppe

Erste Basecamp Session 12.04.16Super-bereichernd ist die Vielfalt unserer Gruppe, denn rein schon bezogen auf die  Ausbildungen bringen die Teilnehmerinnen bereits ein breites Spektrum an Hintergründen mit: zwei Unternehmensberaterinnen aus dem IT- und Finanzbereich, eine ehemalige Führungskraft mit Start-up in der Kunstbranche, eine selbstständige Graphikdesignerin, eine sportbegeisterte Lehrerin, eine Marketingangestellte und promovierte Biologin. Die Hobbys sind entsprechend bunt und vielfältig. Eine klare Gemeinsamkeit dieser Gruppe ist das Interesse an großen und kleinen und langen und kurzen Reisen.

Und natürlich: das Interesse an der bewussten Auseinandersetzung mit sich selbst in der neuen Rolle als ein- oder zweifache Mutter und dem Herausarbeiten an Möglichkeiten für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Und zwar so, dass es realistisch ist, dass man „nicht in ein Burn-Out rast wie einige meiner Kollegen“, dass „man der Mutterrolle gerecht wird“ und auch den eigenen Ansprüchen an „Karriere und Beruf“. Es ist wirklich ein extrem anspruchsvoller Spagat, den wir da alle gehen. Den meisten/ allen mangelt es nicht an Ideen, sondern an Zeit und auch der körperlichen Verfassung den Ideen und Ansprüchen Raum zu geben. Hatte man vor der Geburt einen anspruchsvollen und auch irgendwie sehr erfüllenden Job (oder gleich vier…), nimmt jetzt eine Rolle so viel Zeit in Anspruch, dass eine Balance teilweise nicht erlebt werden kann. Diese teils schlummernden da nicht ausgelebten Energien analysierten wir gemeinsam und erschufen uns einen Überblick der ganzen Ressourcen im Raum, die teilweise ziemlich weit „runtergefahren“ sind – aber (!) die trotzdem noch da sind und auch beizeiten reaktiviert werden können. „Synergien schaffen“ war heute vielleicht eine der schönsten Erkenntnisse.

Fazit der ersten Session

Vereinbarkeitscoach Christine Winnacker in ActionIch bin überwältigt im positiven Sinne von der Vielfalt und sicht- und unsichtbaren Power, die heute hier durch die Teilnehmerinnen repräsentiert war. Ich freue mich auf die nächsten gemeinsamen Schritte, bei denen sich nun jede Teilnehmerin um ihr eigenes Lebensmodell kümmert, Ansprüche formuliert, sortiert, priorisiert. Wir sind auf einem Weg in eine persönliche Klarheit, die im Basecamp entstehen soll – das ist unser Anspruch als Organisatoren! Wahrscheinlich werden nicht alle Ideen und Ansprüche ab sofort bedient, denn jeder Tag hat nur 24 Stunden, aber wir entscheiden für uns persönlich in Klarheit und ganz bewusst, was jetzt dran ist und was später.

Natürlich gab es wieder eine Hausaufgabe, die uns dann in die zweite Session überleitet. Wir treffen uns zwar jetzt nur dienstags vormittags, doch die Themen sollen auch zwischendrin unbewusst weiter arbeiten und bewusst bearbeitet werden. Ich bin gespannt auf die nächste Runde und freue mich schon darauf zu hören, wie bei uns jeweils die erste Session nachgehallt ist.

Ergänzt am 19.04.2016: Basecamp Session 2

Zweite Basecamp-Session! Heute Morgen kommen wir wieder zusammen, sehen uns zum ersten Mal zum zweiten Mal! Wir sind jeweils ganz interessiert, wie die erste Session nachklingt. Ich schreibe mit Respekt für jede Teilnehmerin, erzähle bewusst nicht zu viel – aber hoffentlich auch nicht zu wenig für interessierte LeserInnen!

Perspektivwechsel bereichert

Alle hatten ihre Hausaufgaben gemacht auf unterschiedlichste Art: direkt nach der letzten Session oder gestern Abend auf dem letzten Drücker. 🙂

Christine hat auch Spaß :-)
Christine hat auch Spaß 🙂

Wir widmen uns ganz dem Perspektivwechsel und ermutigten schon für die Hausaufgabe unsere Teilnehmerinnen dazu, mal andere als alltagsübliche Perspektiven einzunehmen. Dabei geht es immer noch um das Thema Stärken/ Ressourcen. Wir streckten nun die Fühler aus hin zu bekannten und unbekannten Größen von Heute und Früher, von nah und fern. Was sehen wir in ihnen, und noch spannender: was würden sie in uns sehen? Wir trauen uns uns darauf einzulassen. Das erfordert mal mehr oder weniger Überwindung. Uns besuchten im Raum (imaginär natürlich!) tolle Persönlichkeiten und inspirierten uns: Männer und Frauen, die Geschichte schreiben oder schrieben, genau so wie AlltagsheldInnen. Es gab Schnittmengen und Unterschiede. Alles zusammen häufte sich zu einem Schatz an Ressourcen an, aus denen sich dann gegen Ende der Session noch mal jede für sich persönlich ihre eigenen Erkenntnisse zum Thema „Meine Stärken“ aufschreiben und sie auf eigene Erfahrungen herunter brechen konnte. 

Insgesamt war ich sehr beeindruckt von der Vielfalt und Fülle, die in dieser Gruppe zusammen kommt. Sorry, ich wiederhole mich, aber das passiert halt im Zustand der Beeindrucktheit! 

Stillarbeit - Reflektion am Ende der Session
Stillarbeit – Reflektion am Ende der Session

Diese Fülle kann niemand alleine erschaffen. Bei uns kommt oft die Frage an, ob Gruppen- oder Einzelcoaching besser wäre – es gibt ja beide Möglichkeiten. Es hat beides ganz eigene Vorteile, denen wir uns demnächst auch mal in einem eigenen Blogbeitrag widmen werden. Ein Vorteil des Gruppencoachings ist auf jeden Fall die Fülle und Vielfalt, die zusammen kommt. Daraus konnten heute alle Anwesenden schöpfen.

Sinn unserer Übung war den Blick zu erweitern. Was konnten sich die Teilnehmerinnen mit dem erweiterten Blick erarbeiten?

Überleitung zum Träumen

Ich hoffe, dass die Runde nun gut nachwirkt bei jeder Teilnehmerin. Es ist eine Überleitung zum nächsten Basecamp-Schritt, bei dem wir jetzt so langsam und begleitet mal den Boden verlassen und ins Träumen kommen. Keine Angst, die Teilnehmerinnen sind vorgewarnt. Alle werden wieder auf den Boden zurückgeholt, aber jetzt in der kommenden Hausaufgabe geht es ums Träumen. Wir haben empfohlen, sich schon ab sofort mit der Hausaufgabe zu beschäftigen: immer mal zwischendurch etwas ins Smartphone zu klimpern, Notizen zu machen, auch gerne mal dem Baby davon zu erzählen. So kann alles wirken und neue Strukturen annehmen. Wir locken ganz bewusst aus der Komfortzone heraus. Damit erzielen wir Ergebnisse oder Ideen und Erkenntnisse, die sonst nicht entstehen würden. Das kostet natürlich teilweise Überwindung, aber das macht nichts – gehört dazu! Wir freuen uns auf die nächste Session. Wir freuen uns träumen zu dürfen und sind gespannt, was dann passiert.

Die Kids

Die Kinder haben heute gut mitgemacht und wir finden es sehr nett, dass sie die Mamas auch mal um sich selbst drehen lassen. Diese 90 Minuten sind für alle voll okay. Und liebe Kids, die Mamas werden Euch sehr dankbar sein. Wer weiß, was bald anders/ besser (?) läuft als in Vor-Basecamp-Zeiten? Schauen wir mal, nicht zu viel vorwegnehmen, ich freue mich jetzt erst mal auf den nächsten Schritt unserer gemeinsamen Reise.

Ergänzt am 26.04.2016: Basecamp Session 3

Weiter geht’s mit unserer Reise und wir trauen uns nun so langsam vom Boden abzuheben. Über unsere Stärken wissen wir mittlerweile sehr gut Bescheid. Jetzt ging es um unsere Werte, die unsere zukünftigen kleinen und großen Entscheidungen beeinflussen. Sich deren bewusst zu werden macht so einige Entscheidungen klarer – was sich unter Umständen aufs ganze restliche Leben auswirken kann…

Wir arbeiten

Session 3 26.04.2016Mit einem einheitlichen Frageformat erarbeiteten sich die Teilnehmerinnen zwischen der letzten und der heutigen Session Aktivitäten in der Zukunft. Dabei ging es gar nicht unbedingt um die konkrete Aktivität und auch gar nicht um die konkrete Zukunft. Es ging mehr um die Bedürfnisse dahinter. Das, was uns wichtig ist und entlang dem wir zukünftig unsere Entscheidungen treffen möchten. Wir sammelten mit der ganzen Gruppe und profitierten wieder stark von der Vielfalt. Sehr viel kam zusammen, die komplette Wand war voll mit Karten. Alles Futter und Inspiration für das Wrap-up der Session: Mit einem Übungsblatt formulierten wir uns nun einen Auftrag an uns selbst und schöpften dabei aus der Fülle an Werten, Verben und Bereichen an der Wand.

Es machte heute riesigen Spaß ein bisschen in die Zukunft vorzufühlen. Am schönsten war der ein oder andere Blick, der dabei durch den Raum huschte: ganz verschmitzt und durchaus mal frech, oder sehr bestimmt, oder strahlend, hoffnungsfroh oder zuversichtlich, oder ganz tief ins eigene Innere schauend – alles Blicke jenseits des „normalen“ Kind-Haushalt-Mama-Tunnelblicks. Wie schön :-). Ein „Darf ich das jetzt wirklich?“: klar, dafür gibt’s dieses Format. Um Pläne zu schmieden, die eine super Basis für ein zufriedenes Leben mit Beruf und Familie bilden. Das ist für Euch und Eure Kinder, Eure Familie und alle, die mit Euch arbeiten werden. Wenn Ihr zufrieden seid, dann ist das auch für Euer Umfeld eine gute Basis.

Gruppendynamik

So langsam kommen wir auch in der Gruppe an, wir haben uns schon ein wenig kennengelernt, es gibt die ersten Running Gags. Die Kinder schauen zu oder wuseln herum, auch sie scheinen schon Bescheid zu wissen. Wenn mal was quietscht, dann stört es nicht, das kennt man ja von zu Hause. Die Mütter arbeiten sehr konzentriert an ihren Themen. Das ist DIE Gelegenheit, wir nutzen die Zeit effektiv.

Wieder eine Hausaufgabe: eine Hinführung zu der Formulierung unserer Vision. Jetzt dürfen wir mal so richtig fliegen – bevor wir dann in der fünften Session auf den Boden zurück kommen und unsere Gärten ansäen. Wir freuen uns auf nächste Woche!

Ergänzt am 03.05.2016: Basecamp Session 4

Heute sind wir geflogen. Wir haben als Hausaufgabe Filme gedreht (keine Angst – nur die Regie geplant, keine Produktion), bei denen unsere früheren oder heutigen Traumberufe als Inspiration dienten. Dabei ging es mal wieder nicht um das, nach dem die Aufgabe auf dem ersten Blick klingt. 

Tanja in Session 4Christine konnte heute dank eines Magen-Darm-Virus bei ihrem Großen nicht dabei sein. Es hat sie unglaublich gefuchst, gerade bei den Filmen nicht dabei gewesen zu sein. Aber Sicherheit geht vor – und man sieht es zahlt sich für die Notfälle auch aus die Sessions zu zweit zu machen. Wir waren gut vorbereitet und hoffen auf Verständnis bei den Teilnehmerinnen, dass Tanja heute ausnahmsweise alleine durch die Session geführt hatte!

Notizen machen am Ende„Wenn Peter von Paul erzählt, verrät Peter mehr über sich als über Paul.“ Der Vorteil einen Film zu drehen ist erst einmal, dass man nicht so direkt über sich redet und sich statt dessen denken kann: „es ist ja nur ein Film!“. Wir erzählten uns also heute einander lustige, spannende, ehrgeizige, verliebte, schöne oder soziale Geschichten und sammelten, was das wiederum mit uns zu tun hatte. Dabei sammelten wir unsere Lieblings-Zustände an der Wand und bauten einen großen Schatz auf, aus dem jede am Ende zwecks Zusammenfassung der eigenen Erkenntnisse schöpfen konnte. Dies alles war eine Hinführung zum Träumen. Denn die Hausaufgabe wird sicher die anspruchsvollste der bisherigen Hausaufgaben sein – aber auch die letzte! 🙂 Wir beschreiben unseren Alltag im Jahr 2020. Und zwar unter der Prämisse, das alles bis dahin einfach nur so „flutscht“. Dabei schöpfen wir von den heutigen Notizen und dem „Material“, das wir uns in den letzten vier Sessions erarbeitet haben. Unser nächstes Treffen findet dann im Mai 2020 statt. Zumindest mal für die nächste halbe Stunde, die wir uns sehen. Danach geht es zurück auf den Boden. Also Mädels, viel Spaß beim kreativ-sein!

Finale Session 5 (10.05.)

Die letzte Basecamp Session ist im neuen Blogbeitrag vom 10. Mai geschildert!

Nächstes Basecamp ist schon terminiert.

Und für die, die heute nicht dabei sein konnten. Das nächste Basecamp ist bereits terminiert ab dem 31.05. Wir bieten wieder einen Frühbucherrabatt, also schaut doch mal rein.

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Geschafft! :-) Schnupperseminar am Kapuzinerplatz

25.02.2016 Schnuppern am Kapuzinerplatz
25.02.2016 Schnuppern am Kapuzinerplatz

Hallo München!

Jetzt komme ich gerade von unserem ersten Schnupperseminar am Kapuzinerplatz. Unser zweiter Standort, an dem wir nun präsent sind.

Ich fühle mich zufrieden, aufgeräumt und voller Zuversicht, dass es den anderen heute Anwesenden ähnlich ergeht. Wir waren ursprünglich eine volle Gruppe mit 8 Teilnehmerinnen (wir warten immer noch auf den ersten Vater als Teilnehmer…), wobei eine Mutter wegen krankem Kind kurzfristig absagen musste.

Nach einer kurzen und mal wieder sehr dynamischen Vorstellungsrunde übernimmt unsere erfahrene Vorzeige-Vereinbarkeitscoach Christine den Staffelstab und lässt uns gemeinsam unsere Lebensbereiche erarbeiten, die wir gerne mal etwas und anders unter die Lupe nehmen möchten.

Heute sind es acht, und zwar diese hier: Beruf, Partnerschaft, Mama/ Erziehung, Freizeit/ Hobbys, Ehrenamt/ Soziales Engagement, Gesundheit/ Ernährung, Finanzen/ finanzielle Unabhängigkeit, Persönliche Weiterentwicklung.

Uns wird Zeit gegeben, in uns zu gehen, inne zu halten, und uns in unsere verschiedenen Rollen und Lebensbereiche einzufinden. Mit dem „Tool“ aus Christine’s Coaching-Koffer visualisierten wir unseren Ist-Zustand: wo sind wir zufrieden, wo nicht so ganz, wo wollen wir unbedingt etwas tun? Wo dulden wir die „Unperfektheit“?

Durch die Visualisierung überraschten wir uns teilweise selbst. War man am Anfang doch sicher: „weiß ich schon alles, ist doch klar…“ sehen wir doch ein oder ein paar Aspekte, die für uns in der Visualisierung dann doch etwas anders aussehen. Wir wundern aus, lassen die Visualisierung wirken, schauen auf die Blätter der anderen Mütter.

Wir teilen unsere Erkenntnisse miteinander. Auf der einen Seite sehen wir doch so einige Parallelen zum Leben der anderen Mütter. Auf der anderen Seite hat heute wieder jede von uns ganz eigene Aspekte mitgebracht. Wie sieht es mit meinen eigenen Ideen aus? Was kann ich tun, um in einem zu kurz gekommenen Lebensbereich (persönliche Weiterentwicklung?!) trotz Kind oder gerade wegen Kind doch etwas mehr zu tun, wenn es mir so wichtig ist? Wie machen das die anderen? Was könnte ich denn mal in meinem Alltag ausprobieren?

Das Seminar war viel zu schnell zu Ende. Wir konnten uns heute ein Bild davon machen, wie bei elterngarten gearbeitet wird. Wir können unsere Visualisierung mitnehmen und sie weiter auf uns wirken lassen: „Jetzt erst mal sacken lassen.“ Wir nehmen uns die neuen Impulse mit: wie wir uns vielleicht selbst überrascht haben und was ich als Inspiration von den anderen Teilnehmerinnen mitnehmen kann.

Einige äußerten den Wunsch, dass wir nun in dieser Gruppe weiter arbeiten. So einiges konnte nur angerissen werden und die nächsten Themen liegen auf dem Tisch. Vor allem in Richtung berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Passende Coaching-Werkzeuge haben wir reichlich. Daher freuen wir uns nun auf das Follow-up mit einer Gruppencoaching-Serie für alle diejenigen, die bei den Schnupperseminaren dabei waren und weiter machen möchten. Mehr dazu in Kürze hier auf der Website.

Achja, und mal wieder ein großes Lob an die Kinder, die dabei waren: heute waren es zwei große (inklusive Christine’s Helena!), 2,5 Jahre alt, und zwei Kleine, 0,5 Jahre alt. Sie dulden es ziemlich entspannt, dass auch mal die Mama mit eigenen Themen dran ist. Wir fühlen uns bekräftigt mit unserer Start-up Idee: Lass mal die Mamas über Babythemen hinaus blicken, es wird allen gut tun: der zufriedenen Mama, aber auch dem Kind und dem Umfeld.

Gerne können die anderen Teilnehmerinnen hier oder auf Facebook kommentieren!