Stefanie Vomhof

Impulszeit Elternzeit – Im Gespräch mit Stefanie Vomhof

Stefanie ist unsere elterngarten Coach für die Standorte Köln und Bonn. Sie ergänzt unser Team perfekt und wir können uns jetzt auf tolle Basecamps im Rheinland freuen!

Erzähle uns kurz,  wer du (heute) bist.

Heute bin ich eine 38jährige „Mompreneur“ – selbständig und freiberuflich,  mit zwei Kindern und in einer Patchworkfamilie lebend. Ich arbeite leidenschaftlich gern,  wobei sich gerade in den letzten Jahren mein Blick aufs Berufsleben doch deutlich gewandelt hat. Früher war ich karrierebewusst,  heute versuche ich,  möglichst viel freie Zeit mit meiner Familie zu verbringen,  in der ich mir auch keine Gedanken über das nächste Handyklingeln machen möchte. Geld verdienen muss sein,  aber sinnstiftend soll es sein. Yoga,  Meditation und „die Dinge dazwischen“ haben großen Platz in meinem Leben erhalten.

Die Elternzeit war für dich eine prägende Zeit. Erzähl mal,  warum war das so? 

Ich hatte zwei Elternzeiten,  eine mit 25 und eine mit 35 Jahren. In der ersten hat mich das Mutter-Sein förmlich aus meinem Leben geworfen,  alle anderen gingen auf Parties,  ich versuchte,  mein Studium und unser Leben zu finanzieren. Hat geklappt,  ich habe nämlich,  als mein Sohn 4 Monate alt war,  meine Personalagentur gegründet und viel von zuhause aus gearbeitet. Ohne es damals so vor Augen zu haben,  war das der erste Schritt zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In der zweiten Elternzeit kam jedoch auch die Frage auf,  ob Erfolg im Job wirklich alles ist. Wie gern hätte ich da das Angebot von Elterngarten schon gekannt (aber das gabs da noch nicht)! Ich bin aufgebrochen – nach zähem Ringen mit mir selbst,  mit den Zukunftsängsten,  die man so hat,  wenn man alte Job-Brücken abbrechen möchte,  aber neue Wege zur Lebensfinanzierung noch nicht beschritten hat,  und auch mit der allgemeinen Ansicht „Schuster bleib bei deinen Leisten“ – und meine langersehnte Ausbildung zum systemischen Coach gemacht. Ja,  der Entschluss,  ein neues Berufsleben zu beginnen,  braucht Zeit um wirklich ins Leben zu kommen,  es ist ein Weg und das Ziel ist nicht von heute auf morgen erreicht. So freue ich mich,  dass ich nun auch bald Yogalehrerin (für Kinder und Erwachsene) bin und so meiner Vorstellung vom schönen,  inspirierendem und inspiriertem Leben wieder ein Stück näher gekommen bin. Lebenslang lernen und flexibel bleiben,  das halte ich für zwei wichtige Grundsätze!

Hattest du ein „Impulserlebnis“? Was hat dazu geführt,  dass du das tust,  was du in deiner Elternzeit und danach getan hast?

Ich denke oft an die zweite Elternzeit zurück und daran,  wie oft ich das Gefühl der Dankbarkeit spürte. Dankbar für diese beiden Kinder,  dafür,  dass ich erleben darf,  wie ein Mensch sein Leben beginnt. Damit verbunden war oft der Gedanke,  dass man nur ein Leben hat und ein Zurückblicken auf mein eigenes Leben bis dahin. Ja,  ich denke,  das Gewahrwerden der Tatsache,  dass man nur dieses eine Leben hat,  hat mich sehr angespornt,  es auch so zu leben wie ich es mir wünsche.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben,  die jetzt gerade in Elternzeit sind? 

Mal inne zu halten,  zurückzublicken und auch in Frage zu stellen – große „Nebengeschenke“ der Elternzeit,  wie ich finde. Das ganze Leben wandelt sich in dieser doch recht kurzen Zeit – Neugeborene bringen so viele Bedürfnisse mit sich,  die Eltern dazu zwingen,  die alten Pfade zu verlassen und Platz zu schaufeln für den neuen Erdenbürger. Dann hat sich nach ein paar Wochen alles eingespielt und DANN gibt es plötzlich diese Momente,  wo man selbst mal wieder Zeit hat. Nutzt diese Zeit,  denn sie ist so kostbar! Und mit „nutzen“ meine ich nicht,  dass mit der Brechstange der Tag vollgepackt werden muss,  sondern tut auch was für euch. Und sei es,  nur mit der heißen Tasse Tee am Fenster zu sitzen und die Gedanken mal schweifen zu lassen. Sich zu erlauben,  auch mal „offroad“ zu denken… ich liebe es.

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