Impulsserie Elternzeit mit Saskia Dürr

Saskia

Saskia habe ich zum ersten Mal auf der Bühne gesehen, als mein Kleiner ein halbes Jahr alt war und wir mit der Familie ein Babykonzert in München besucht haben. Wie schön, dass ich jetzt die Gelegenheit hatte, sie im Rahmen unserer elterngarten Impulsserie zu interviewen. Und wir dürfen sogar 1 x 2 Karten für das Münchner Konzert am Sonntag um 14 Uhr verlosen und 1 x 2 Karten für das Konzert im November in Berlin. Mehr Infos dazu unter dem Interview! Saskia erzählt hier über ihre eigene Elternzeit, wie sie ihren Job an die neuen Rahmenbedingungen mit kleinem Kind angepasst hat (und nicht andersherum…) und was sie anderen Eltern in Elternzeit mitgeben kann. Viel Spaß beim Lesen!

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Mein Name ist Saskia Dürr, ich habe einen 4jährigen Sohn, bin alleinerziehend und veranstalte inzwischen hauptberuflich selbstständig Baby- und Kinderkonzerte.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Die 10 Jahre vor der Geburt meines Kindes habe ich hauptberuflich selbstständig als Rhetorik- und Kommunikationstrainerin mit eigenem Institut gearbeitet. Jeden Tag in einer anderen Stadt und das von 8-19h, das war mit Baby nicht mehr zu wuppen. Ich habe seit der Geburt festgestellt, dass ich eine neue Empathie entwickelt habe, wie fast jede Mutter, nehme ich mal an. Ich spüre mehr, was andere, vor allem Kinder brauchen, auch wenn sie es nicht sagen (können). Und es ist mir ein inneres Bedürfnis geworden: Liebe, Geborgenheit und vor allem Zeit meinem Kind schenken zu können. Gerade die ersten 3 Jahre habe ich gemerkt, wie wichtig meine reine Anwesenheit für mein Kind ist. Wenn andere sagen: „Mach doch mal was für Dich“, antworte ich immer: „Aber das mache ich ja für mich! Mir persönlich ist es wichtig, für das Kind da zu sein. Ich mache das für mich! Sonst würde ich mich nicht gut fühlen, wenn ich weiß, das Kind leidet.“  Aus einer Laune heraus habe ich vor 3 Jahren das erste Babykonzert in München organisiert, es war sofort ausverkauft! Zu erleben, wie klassische Live-Musik auch die Allerkleinsten fasziniert und ihre Eltern entspannt, ist einfach wunderschön! Jetzt veranstalte ich bereits Babykonzerte in München, Berlin und Nürnberg. Und das kann ich so gut mit meinem Kind vereinbaren. Wir flyern zusammen auf Spielplätzen, in Parks und auf Babyflohmärkten, mein Kind ist dabei und wir haben trotz der Arbeit zusammen Spaß. Besonders am Konzerttag fühlt er sich immer sehr gebraucht und es macht ihm Spaß, winzige Aufgaben zu übernehmen und mit mir schon immer mit auf der Bühne die Begrüßung und Verabschiedung zu machen. Für ein sehr schüchternes, introvertiertes Kind finde ich das eine ganz besondere Leistung! Er will von sich aus vor den vielen Eltern stehen – ich habe ihn nie gezwungen. So kann ich alles verbinden: Arbeit, Kind und gleichzeitig noch „Lebens-Training“.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Im ersten Lebensjahr meines Kindes habe ich noch einige Seminare gehalten. Vater und Kind waren im Hotel dabei und in jeder (!) Pause habe ich gestillt und abends noch gespielt und die Nächte ein Baby beruhigen müssen, dass Mama dennoch tagsüber sehr vermisst hat. Seminare halten ist ein sehr energieaufwändiger Job – und dann noch „nebenbei“ Mutter – ich hab das rein körperlich nicht lange geschafft – seelisch auch kaum. Ich halte jetzt nur noch abends Vorträge zur optimalen Mann-Frau-Kommunikation, meinem Experten-Thema. Ich bin so dankbar, dass die Babykonzerte – Klassik auf der Krabbeldecke von Anfang an so ein großer Erfolg waren. Ich muss zwar auch viel für diesen Erfolg arbeiten, aber ich kann es viel besser mit meinem Mama-Sein verbinden. Wenn der Kleine schläft, arbeite ich. Inzwischen ist er halbtags im Kindergarten, da arbeite ich auch. Und nachmittags sind wir zusammen viel unterwegs und ich hab IMMER Flyer und Plakate dabei. So geht es uns beiden gut.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Hört auf Euer Herz! Lasst Euch nicht sagen, dass „das Kind da durch muss“, dass „Ihr an Euch selbst denken müsst“. Jeder ist anders, jeder hat ein anderes Kind, jeder weiß am Besten, was er und sein Kind brauchen. Und wenn das Kind noch nicht so weit ist, dass es fremdbetreut werden kann, dann ist es für alle wichtiger, ihm diese Zeit noch zu schenken. Ich höre so oft, dass aber sonst die Karriere den Bach heruntergeht, dass sonst das Haus nicht abbezahlt werden kann, dass man ja gar nicht mehr so viele Freunde trifft. Ja – aber die wirklich kurzen Kleinkinderjahre, in denen wir mit Bindung und Liebe die Kinder für ein ganzes Leben stabil machen können, die ersetzt uns kein materieller Besitz, kein Karrieretreppchen und gute Freunde sind immer da, die anderen sind keine. Kindern ist das Eigentum, Vermögen und die Karriere ihrer Eltern egal, sie wollen sich geliebt und beschützt fühlen. Dazu brauchen sie unsere Präsenz.

Wenn man wirklich möchte, kann man immer etwas Neues für sein Leben kreieren, dass auch zum Kind passt. Ich kenne so viele Mamas, die seit dem Mama-Sein etwas arbeiten, dass mit Kindern zu tun hat und diese auch integriert. Ich selbst bin dankbar, auch etwas für mich gefunden zu haben. Vielleicht gebe ich eines Tages wieder mehr Seminare, vielleicht auch nur noch Vorträge, mal sehen. Aber im Moment sind die Babykonzerte ein wunderschönes Projekt, dass mir hilft, für mein Kind da sein zu können.

Die nächsten Babykonzerte sind:

München: 16. Oktober 2016, 14 Uhr
Nürnberg: 23. Oktober 2016, 14 Uhr
Berlin: 06. November 2016, 11 Uhr

Informationen und Eintrittskarten unter www.babykonzert.de.

xxx Verlosung! xxx
Wir verlosen 1 x 2 Freikarten für das Münchner Babykonzert am 16. Oktober und 1 x 2 Freikarten für das Berliner Babykonzert am 06. November. Dafür einfach eine e-Mail an info@elterngarten.org mit Betreff „Babykonzert <Standort> (München oder Berlin) und einem kurzen Kommentar, wie Du auf dieses Interview aufmerksam geworden bist.

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