Saskia Deller

Saskia’s Interview inspiriert wahrhaftig, rückblickend kommt so viel zusammen: Konzern-Karriere, 3 Kinder,  Weltreise, diverse Wiedereinstiegserfahrungen, der Sprung in die Selbstständigkeit, die Kooperation mit elterngarten. Wir freuen uns sehr über diese tolle Bereicherung im Team und die neuen Elternzeit Basecamps in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Hallo! Mein Name ist Saskia Deller. Ich lebe mit meinem Mann und drei Kindern (*2004, 2008, 2011) in der Barockstadt Bruchsal, zwischen Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe.

Mit Deller Coaching bin ich seit 2013 selbständiger Business Coach und berate Menschen, die sich persönlich und beruflich weiter entwickeln wollen: http://deller-coaching.weebly.com/

Um zu erzählen, wer ich heute bin, möchte ich beschreiben, wer ich war, bevor unsere Kinder kamen: Ich hatte zwei Studiengänge abgeschlossen, BWL und Psychologie, hatte viel praktische und internationale Erfahrung in verschiedenen Personalbereichen im Gepäck und einen gelungenen Berufseinstieg als Internationale Personal-Trainee und anschließend Führungskraft in Großkonzernen. Mein Mann und ich waren beide mobil und auch bezüglich unserer Arbeitszeit sehr flexibel. Arbeitszeiten bis 21:00 h waren eher die Regel. Gefühlt lag die Arbeits-Welt vor uns. Dennoch war es mir als Leiterin Personalentwicklung vor unserem ersten Kind ein Rätsel, wie wir beides, Beruf und Familie, wirklich in Einklang bringen könnten.

Heute bin ich 3 Kinder und eine Menge Erfahrung reicher und sehr glücklich mit meiner quirligen Familie. Ich liebe es, unsere Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und ein Stück mit prägen zu dürfen. Auch beruflich motiviert es mich sehr, Dinge wachsen zu lassen und zu gestalten. Durch die Kinder habe ich gelernt, Prioritäten klarer zu setzen, dem Job einerseits Wichtigkeit zu geben, aber andererseits auch, sich abzugrenzen und die eigenen oder familiären Bedürfnisse und Ziele auszutarieren. Inzwischen finde ich: Das ist in jeder Lebensphase neu notwendig: Die aktuellen Chancen und Herausforderungen auszuloten und dann bei der Lösungserarbeitung Kopf und Herz miteinander in Einklang zu bringen – bis ein stimmiges Lösungsbild entsteht.

Die Zeit mit ganz kleinen Kindern ist besonders intensiv und wertvoll. Beruflich gibt diese Zeit des Innehaltens ebenfalls Raum, um neue Konzepte, Pläne und Lebensziele zu entwickeln oder zu testen.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Mit den Kindern habe ich immer wieder loslassen gelernt, im Augenblick zu leben und Chancen der jeweiligen Phasen zu nutzen. Privat haben wir das umgesetzt, indem wir beispielsweise 2009/10 mit einem Baby und einem Kindergartenkind eine Weltreise unternommen haben.

Wir mussten unsere eigenen Befürchtungen überwinden und mit unseren Arbeitgebern die Auszeiten vereinbaren ohne zu wissen, wie unsere berufliche Rückkehr anschließend genau aussehen würde. Auch von außen prasselten Vorbehalte und Erwartungen auf uns ein. Aber es hat sich gelohnt: wir hatten einfach eine phantastisch innige Familienzeit mit vielen internationalen Erfahrungen und intensiver Nähe zur Natur.

Beruflich bin ich beim ersten Kind sehr schnell in gleitend aufbauender Teilzeit wieder eingestiegen. Ein Service Center konzipieren und als Führungskraft zur Umsetzung bringen – genau mein Ding. Nach dem zweiten Kind und Weltreise konnte ich meine Führungstätigkeit weiter ausbauen und bis zu 80% in Teilzeit arbeiten. Bis dahin eine sehr gelungene Mischung aus Beruf und Elternrolle. Mit dem dritten Kind wurden die Dinge anders. Ich habe mir eine dreijährige Elternzeit gegönnt, um wirklich für alle drei Kinder mit ihren verschiedenen Bedürfnissen gut da sein zu können. In der Zeit kam die Idee, dass ich die Auszeit für eine Horizonterweiterung und Fortbildung nutzen möchte. Ich startete meine Coaching-Ausbildung und machte mich mit Deller Coaching selbständig. Eine wichige Lernerfahrung war dabei: „Ich gestalte meine eigene Entwicklung und warte nicht darauf bis andere mich gestalten.“

So konnte ich intensiv lernen, Menschen ohne Wertung und ressourcenorientiert zu begleiten.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Nach dem Ende der letzten Elternzeit habe ich die ganz große Herausforderung als Führungskraft in Vollzeit angenommen: ein fachliches Schulungszentrum mit 30 Mitarbeitern weiter auszubauen. Wir haben uns als ganze Familie voll auf die neuen Herausforderungen eingestellt. Jedes Familienmitglied hat auf seine Weise seinen Beitrag geleistet, damit dies möglich werden konnte. Und natürlich haben wir uns Unterstützung von außen geholt. Wir waren Spitz auf Knopf bestens durchorganisiert. Dann – nach einem knappen Jahr musste ich feststellen: das ging an meine Grenzen. Mein Körper hat mir plötzlich sehr deutliche Signale gesendet. Heute weiß ich, es ist gut, seine Grenzen rechtzeitig zu erkennen und nach außen auch ein direktes und deutliches ’nein‘ zu kommunizieren. Wenn ich achtsam und wohlwollend zu mir selbst bin, bekomme ich Signale eher mit und kann meine Ressourcen feiner aussteuern.

Als selbständiger Coach mit den Schwerpunkten Laufbahnberatung und Work-Life-Balance glaube ich, gerade junge Eltern gut in der Frage begleiten zu können: was passt jetzt zu uns?

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Ihr steht mitten in einer wunderbaren Lebensphase, in der es sich lohnt, inne zu halten. Das Hier und Jetzt und vor allem den oder die kleinen Menschen zu genießen und ihre individuellen Bedürfnisse wahrzunehmen. Und auch qualitativ nachzuspüren: was hat sich jetzt geändert? Gibt es neue Bedürfnisse und Möglichkeiten? Geht es meinem Partner gut?

Beruflich habt Ihr eine erste Leistungsphase hinter Euch. Jetzt ergibt sich durch das Elternsein eine Unterbrechung und Neudefinition der eigenen Rolle. Vor Euch liegt die „Rushour des Lebens“. Beruf und Kinder werden gleichzeitig die meiste Lebensenergie einfordern. Da ist es gut zu wissen, dass man sich selbst steuert und das persönlich richtige im passenden Umfang tut.

Ich möchte Euch einladen, auf eine Entdeckungsreise zu gehen: Welche Lebensaufgaben schlummern noch in mir? Was sind meine Träume? Was hält mich davon ab? Was könnte ich heute schon dafür tun? Und wann ist der richtige Zeitpunkt, einen Traum ins Leben zu holen?

Wenn Ihr im Basecamp gedanklich einen Plan entwickelt und Euer Herz dabei höher schlägt, seid Ihr auf dem richtigen Weg! Dabei möchte ich Euch gerne unterstützen.

Und übrigens: Eure Partner und Arbeitgeber profitieren ebenfalls von Eurer Klarheit, auf dem richtigen Kurs zu sein…

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