Nina Gradinger

Herzlich Willkommen Nina im elterngarten Team. Wir freuen uns über die Verstärkung aus Nürnberg! Nina hat uns einfach angeschrieben, weil sie bei elterngarten mitmachen wollte. Telefongespräche folgten und schnell war klar: es passt einfach. Nina hat nun das Train-the-Trainer für das Elternzeit Basecamp absolviert und wird die Basecamps ab September in Nürnberg anbieten. Hier erzählt sie von ihrer eigenen Elternzeit und was sie daraus gemacht hat.

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Das Schöne ist, ich bin dieselbe wie vor Jahren, nur mit mehr Erfahrungen im Gepäck und ein bisschen reifer. Ich bin Nina, 35 Jahre jung, glücklich verheiratet und Mutter eines kleinen Sohnes (2015). Während meiner Schwangerschaft und Elternzeit habe ich eine zweijährige systemische Coaching-Ausbildung gemacht und bin nun selbstständig als Beraterin und Coach tätig. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen die Beratung von Führungskräften in ihren beruflichen Arbeitsfeldern und von Eltern in ihren veränderten Rollen. Ich liebe es, in diesen beiden Rollen zu leben und zu arbeiten, das Muttersein und das Management.

Als praktischer Mensch bin ich gern im Geschehen mitten drin. Das war schon immer so, daher war für mich auch schnell klar, dass Lernen mit und von Menschen immer im Vordergrund stehen werden. Das hat schon mit dem BWL-Studium an der Dualen Hochschule begonnen und ging dann auch als Führungskraft im HR und Vertrieb weiter.

Ich habe für dm-drogerie markt sowie für einen spanischen Modekonzern gearbeitet, und von beiden Organisationen konnte ich viel über handlungsorientierte und praxisnahe Arbeitsformen lernen. Diese Erfahrungen, gebündelt mit der Coaching-Ausbildung, verkörpern mein Verständnis von Beratung.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Zu Beginn der Elternzeit war ich noch ständig mit meinem Handy in der Hand unterwegs und wartete auf „wichtige“ Anrufe, von Führungskräften mit Fragen und Problemen, die gelöst werden müssen. Naja aber da kam plötzlich nichts mehr, keiner rief an und wollte etwas von mir, und so wurde ich von jetzt auf morgen entschleunigt. Es dauerte einige Zeit, bis ich loslassen und die Elternzeit genießen konnte und in der Mutterrolle ankam; umso schöner war es dann, mich ganz meinem Sohn zu widmen und die Familienzeit zu genießen. Und so konnte ich dann auch die vergangenen Jahre reflektieren und überlegen, wie es für mich weitergehen könne. Ich wollte auch nach der Elternzeit für meinen Sohn da sein und nicht mehr rund um die Uhr arbeiten, aber dennoch war es mir wichtig, etwas zu bewegen und Menschen in ihrer Entwicklung weiterzubringen.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Ich hatte schon sehr lange die Idee der Selbstständigkeit und habe sie immer aufgeschoben. So habe ich die Elternzeit genutzt, an diesen Plänen zu arbeiten. Dabei hat mir die Coaching-Ausbildung sehr geholfen. In dieser Zeit konnte ich meine Gedanken dahin lenken, meine Werte und Lebensvorstellungen zu konkretisieren.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Die Veränderung von der Partnerschaft zur Familie ist sehr einschneidend und bewegend, die Welt steht Kopf und vieles muss neu sortiert werden. Das kleine Baby fordert so viel von einem und die Zeit für sich und den Partner schrumpft gegen Null. Ich rate jedem, während der Elternzeit sich an seine Ressourcen zu erinnern, die ihn schon sein ganzes Leben getragen haben. Sie sind nicht weg, sie müssen nur reaktiviert und angepasst werden. Jeder findet seinen Weg, der auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist, und wenn es auch mal länger dauert, dann vertraue dir. Ich bin überzeugt, dass in jedem schon eine Idee steckt, manchmal fehlt nur der Mut oder ein Impuls zu deren Umsetzung.

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