Melanie Couson

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Hallo Hamburg! Mit Melanie bietet elterngarten nun auch in Hamburg Elternzeit Basecamps an. Liebe Melanie, wir freuen uns so sehr, dass wir Dich als Teil von elterngarten gewinnen konnten. Danke für unser schönes Gespräch, in dem Du uns von Deiner eigenen Elternzeit erzählt hast und darüber, welche Veränderungen Du warum und wie angegangen bist.

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Mein Name ist Melanie Couson. Ich bin Ärztin, Fotografin und Coach für Mütter. Mit meinem Mann und unseren beiden Söhnen (*2012 und *2014) lebe ich nach vielen Jahren in der Großstadt in einem kleinen Dorf bei Hamburg. Von dort aus unterstütze ich Mütter, die nach der Geburt ihres Kindes in eine persönliche und/oder berufliche Krise geraten sind und sich über ihren weiteren Lebensweg und ihre Prioritäten neue Klarheit verschaffen wollen.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Ich habe natürlich selbst erlebt, dass mein ganzes vorheriges Leben plötzlich Kopf stand und ich habe mich damit unerwartet schwer getan. Mein Mann ist viel auf Reisen und wir haben keine Familie vor Ort, da wäre es recht unrealistisch gewesen direkt nach der Elternzeit wieder in einen Klinikjob mit Diensten etc. einzusteigen – und ich wollte das auch gar nicht. Was ich genau wollte, das war mir aber lange Zeit auch nicht klar. Ich wollte arbeiten, das auf jeden Fall. Ich hatte so einen diffusen Wunsch das mit viel mehr Ruhe zu tun als das in so einer Klinik möglich ist, und wollte trotzdem noch viel Zeit für meine Kinder haben. Ich wollte auch meine kreative Ader ausleben können, weil mich das einfach glücklich macht. Ich habe schon immer geschrieben, fotografiert, gebastelt und Cello gespielt, als Krankenhausärztin war ich dafür aber meistens viel zu ausgelaugt.

MelanieCousonIch habe mir ziemlich lange den Kopf zerbrochen, wie das alles möglich sein sollte. Durch Zufall fand ich eine passende Coachingausbildung und wusste sofort, das ist es, da kann ich alles zusammenbringen. Ziemlich schnell war dann auch klar, dass ich mit Müttern arbeiten möchte. Ich bin ein Stück weit getrieben davon gerade ihnen zu einem glücklicheren, stimmigerem Leben zu verhelfen, weil das allen zu Gute kommt – allen voran ihren Kindern. Und weil es heutzutage so eine große Herausforderung ist. Die meisten von uns waren vorher, glücklicherweise, unabhängige und selbstbestimmte Frauen – bis das erste Kind kam und plötzlich jeder meinte zu wissen, was jetzt unbedingt zu tun und zu lassen sei. Noch dazu sind diese Meinungen, was Mutterschaft betrifft, oft vollkommen widersprüchlich. So passiert es, dass wir uns gerade in dieser Phase in einem Leben verheddern, das vielleicht gar nicht so richtig zu uns passt.

Als ich dann auf den elterngarten stieß, dachte ich hey, das ist ja genau das, was ich will! Da will ich mitmachen! Ich freue mich riesig jetzt tatsächlich ein Teil davon zu sein und für elterngarten das erste Basecamp in Hamburg zu planen.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Bei mir war es eher eine ganze Reihe von kleinen „Impulserlebnissen“, die ich gar nicht immer als solche wahrgenommen habe. Das waren Bücher, die mir in die Hände fielen, Blogs, die ich las, immer mit Hinweisen, dass es da draußen schon andere gab, die das geschafft hatten, was ich mir an beruflichen Träumen „zusammengesponnen“ hatte. Sehr inspirierend fand ich z.B. Johanna vom PinkepankShop oder Stefanie Luxat von OhhhMhhh. Ich musste das schon ziemlich oft lesen um wirklich daran glauben zu können, dass es geht. Was für mich auch enorm hilfreich war, war unser Umzug aufs Land. Die Stille, und viele, viele Waldspaziergänge. Ich liebe Hamburg, aber ich habe tatsächlich diese Ruhe gebraucht um herauszufinden, was mir wirklich wichtig ist.

In gewisser Weise mache ich jetzt gar nicht so viel anderes als vorher, aber meine Haltung zu mir selbst und zum Leben hat sich verändert.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Egal, um welches Thema es geht, nur Ihr selbst könnt wissen, was für Eure Familie das Richtige ist. Lasst Euch nicht verunsichern und setzt Euch selbst auch mal an erste Stelle. Zufriedene Eltern, die ihren Bedürfnissen und Interessen Raum geben, sind so viel wertvoller für ein Kind als frustrierte Eltern, die sich widerwillig aufopfern. Denkt daran, dass Ihr auch ein Beispiel für ihr späteres Leben seid. Dass diese Umstellung am Anfang schwierig ist, ist normal. Aber die Elternzeit in Deutschland bietet eine tolle Möglichkeit sich ganz bewusst damit auseinanderzusetzen, wie Ihr Euer Leben mit Kind/Kindern gestalten möchtet.

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