Katrin Neiß

Katrin Neiß

Impulszeit Elternzeit – Im Gespräch mit Katrin Neiß

Katrin und Tanja von elterngarten sind sich auf Facebook in mehreren Gruppen immer wieder begegnet. Nach einigen Telefonaten mit Katrin, Tanja Klein und Tanja Misiak wussten wir, dass und wie wir zusammen arbeiten möchten! Katrin bietet ab September ein Elternzeit Basecamp in Berlin-Schöneberg an. Im Gespräch mit elterngarten erfahrt Ihr mehr über Katrin:

Erzähle uns kurz wer Du (heute) bist.

Mein Name ist Katrin Neiß. Ich lebe mit meinem Mann und unseren beiden Söhnen (*2006 und *2011) in Berlin. Als leidenschaftlicher Coach und Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite und unterstütze ich – u.a. auch aufgrund eigener Erfahrungen – hauptsächlich Mütter, die sich während und nach der Elternzeit beruflich neu orientieren möchten. Auch helfe ich Mütter, die nach einem schwierigen Geburtserlebnis Halt und Stärke suchen. Meine Vision ist es, dass wir Mütter mit positiver Kraft, großem Selbstbewusstsein und unbändiger Lebensfreude unseren ganz eigenen beruflichen Herzensweg gehen. Denn ich bin davon überzeugt, wenn wir das tun, was unserem Herzen entspricht, dann sind wir auch gute Vorbilder für unsere Kinder. Dazu möchte ich mit meinen Coachings und Kursen beitragen. Nähere Infos über mich und meine Arbeitsweise findest Du hier.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Oh ja, das war wirklich eine prägende Zeit für mich und bei beiden Kindern ganz unterschiedlich:
Als ich mit meinem ersten Sohn in Elternzeit ging, hatte ich fest vor, nach einem Jahr zu meinem vorherigen Job zurückzukehren. Ich habe als Geisteswissenschaftlerin (Romanistik, Germanistik und Politikwissenschaft) viele Jahre nach meinem Examen im Bereich Veranstaltungsmanagement, Marketing und PR gearbeitet. Zuletzt bei einem relativ kleinen Unternehmen der Medizintechnikbranche. Selbstverständlich habe ich auch während der Elternzeit Kontakt zu meinem Unternehmen gehalten. In dieser Zeit passierte sehr viel. Denn das Unternehmen wurde aufgekauft, und es kam ein neuer Vorstandsvorsitzender, der einen neuen Marketingleiter mitbrachte. Mein vorheriger Chef hatte also plötzlich ganz andere Aufgaben. Als ich dann nach einem Jahr zurückkommen wollte, gab es meinen Job so nicht mehr. Außerdem wollte ich ja wie vereinbart in Teilzeit zurückkommen. Plötzlich hieß es, dass ich das, was ich vorher gemacht hatte, doch sowieso nicht in Teilzeit ausüben könne. Ich stand da mit dem Rücken zur Wand und wusste erstmal nicht mehr weiter. Da kam mir ein großer Zufall zu Hilfe und ich konnte bei einer europäischen Institution mit einem zunächst befristeten Vertrag in Teilzeit arbeiten. Das hat mir auch erstmal sehr gut gefallen. Als ich dann aber mit meinem zweiten Sohn schwanger war und es außerdem klar war, dass ich keinen Ortswechsel ins Ausland wollte – das wäre mit einem unbefristeten Vertrag verbunden gewesen – war für mich klar, dass ich beruflich etwas Anderes machen wollte. Nur was?

Hattest Du ein Impulserlebnis? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Ja, es war wirklich ein richtiges Impulserlebnis. Genau zu diesem Zeitpunkt, als ich mir darüber Gedanken gemacht habe, was ich eigentlich wirklich will, fiel mir das Buch von Barbara Sher „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste was ich will“ in die Hände. Ich machte ein paar Übungen daraus und meldete mich spontan bei einem VHS-Coaching-Schnupperkurs an. Nach der schwierigen Geburt meines ersten Kindes, machte ich mir Gedanken um die zweite Geburt. Dieses Thema brachte ich in den Kurs mit ein und machte die Erfahrung, dass es oft „nur“ unsere Gedanken sind, die uns blockieren. Ich bekam meinen Sohn ein paar Monate später genau so wie es für mich richtig war. Und für mich stand fest, dass ich noch viel mehr über unsere innere Gedankenwelt und unbewusste Glaubenssätze erfahren wollte.

Und so begann ich mit dem ersten Modul der Ausbildung. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass es eine absolut erfüllende Aufgabe ist, Menschen als Coach liebevoll und wertschätzend zu begleiten und zu unterstützen. Und mehr noch. Ich hatte es eigentlich schon mein ganzes Leben lang getan. Denn wie oft hatten Freunde und Bekannte zu mir gesagt: „Ich habe das noch keinem erzählt, aber Dir vertraue ich es an.“ Und jetzt lernte ich dazu auch die richtigen Methoden kennen. Wie genial! Ich hatte das Gefühl endlich das gefunden zu haben, was ich von Herzen gerne machen wollte.

Was möchtest Du Müttern und Vätern mitgeben?

Nutze diese wichtige Zeit auch für Dich und mache Dir Gedanken darüber was Du wirklich beruflich machen möchtest. Hör dabei auf Deine innere Stimme! Das machen wir noch viel zu selten. Alles spielt sich nur in unseren Köpfen ab. Wir „zerdenken“ förmlich alles und zerbrechen uns dabei die Köpfe. Aber wenn wir nur grübeln kommen wir nicht weiter. Ich bin davon überzeugt, dass nur Liebe und Leidenschaft uns den Antrieb geben, länger bei einer Sache zu bleiben. Deshalb frag Dich: Wofür brenne ich? Wann lacht mein Herz? Schreib Dir das auch auf. Beobachte Dich selbst.

Und auch ganz wichtig. Tu Dich mit anderen zusammen. Du wirst sehen, Du bist nicht allein mit diesen Gedanken. Viele Mütter und auch Väter merken in der Elternzeit, dass sie das, was sie vorher beruflich gemacht haben nicht mehr machen wollen oder auch können. Sieh die Elternzeit als willkommene Pause an. Und denk daran, geht es der Mutter (dem Vater) gut, geht es auch dem Kind (den Kindern) gut. 🙂

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