Julia Augenstein

Herzlich Willkommen, liebe Julia. Wieder eine echte Bereicherung für unser elterngarten-Team. Mit ihren Coaching-Weiterbildungen und dem beruflichen Hintergrund bietet sie die besten Voraussetzungen für gelungene Elternzeit Basecamps in Düsseldorf und Neuss und zukünftig auch in Bonn. Hier erzählt Julia von ihrem Weg in die Selbstständigkeit und ihren beiden sehr prägenden Elternzeiten, in denen jeweils das Coaching bereits eine große Rolle gespielt hat.

Erzähle uns kurz wer Du (heute) bist.

Ich heiße Julia Augenstein und lebe mit meinem Mann und unseren beiden Söhnen (*2005, *2010) in Neuss bei Düsseldorf. Gerade habe ich mir den Traum der Selbständigkeit erfüllt. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Thema „Talente entfalten“ und „Berufung finden“. Ich arbeite als systemischer Coach, elterngarten Coach, Trainerin sowie freie Karriereberaterin im Rhein-Ruhr-Gebiet und freue mich darüber, meine Zeit jetzt noch freier einteilen zu können. Heute genieße ich nachmittags die Zeit mit meinen Kindern, lümmele mit ihnen auch mal auf dem Sofa herum und begleite sie im Abenteuer Leben intensiver.

Meine Mission ist: Herauszufinden, was sich meine Klienten wirklich wünschen und sie zu unterstützen auch ihre Wünsche wahr werden zu lassen! So können sie mit neu entdeckten Ressourcen Herausforderungen und Krisen meistern und damit Freude am Leben finden.

Ich habe die letzten 16 Jahre im Bereich HR/Vertrieb in den unterschiedlichsten Rollen im Konzern und im Mittelstand gearbeitet (als Führungskraft, Trainerin, Consultant, Coach etc.). Ursprünglich bin ich ausgebildete Volljuristin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht und Personalmanagement-Ökonomin. Schnell wurde mir nach der juristischen Ausbildung klar, dass ich lieber integrativ als in konfliktorientierten Auseinandersetzungen tätig werden möchte. Schritt für Schritt Weg folgte ich meinem Wunsch in diese Richtung.

Für mich spielt die Achtsamkeit eine sehr große Rolle, ich nutze sie für mich im Familienalltag als auch für meine Arbeit beim Kunden. Ich habe selbst einen internationalen Hintergrund und werde mittelfristig die Elternzeit Basecamps auch in englisch anbieten.

Und was gibt es über mich noch sonst Wissenswertes? Ich liebe hervorragenden Tee, fremde Länder und exotisches Essen. Ich lasse aber nichts auf einen guten westfälischen Eintopf (ohne Fleisch) kommen!

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Die Elternzeit habe ich beim ersten Kind zunächst nicht als werbekompatible rosa Wolke erlebt. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine „dunkle Zeit“, zumal Kilian im Dezember geboren wurde. Ich war gefühltermaßen die erste im Freundes- und Bekanntenkreis, die ein Kind bekommen hatte und gleichzeitig arbeitete mein Mann in einer Großkanzlei rund um die Uhr. Damals fühlte ich mich in der Situation alleine. Die ganzen Kurse wie Pekip, Babyschwimmen, Rückbildung etc. gingen erst nach einer ganzen Weile los. Dort drehte sich selbstverständlich alles um das Thema „Kind“. Ich suchte nach einem zusätzlichen Austausch für mich, den ich nicht benennen konnte. Ich sehnte mich nach einem Forum, in dem es um mich, meine sich ändernden Werte, meine Orientierungslosigkeit und Fragestellungen für die Zukunft und Karriere ging. Leider gab es damals das Format „elterngarten“ noch nicht.

Die zweite Elternzeit habe ich dann glücklicherweise als viel „hellere“ und innige Zeit mit meinen Kindern erlebt. Wir waren mit der Geburt nach Neuss gezogen. Das war einerseits sehr schön: Wir hatten mehr Platz. Andererseits ließ ich mein Umfeld – wenn auch nur ein paar Kilometer – zurück. Und obwohl ich bereits mehr Erfahrung in der Rolle als Mutter eines Neugeborenen hatte, wünschte ich mir ein Netzwerk für meine aktuellen Fragen und Herausforderungen an dem neuen Ort.

Hattest Du ein Impulserlebnis? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

In der ersten Elternzeit war ich bei einem Coach, die mir half, auftauchende Konflikte mit meiner Ursprungsfamilie zu beleuchten, die zeitnah mit der Geburt unseres Sohnes hochkamen. Ich weiß noch, wie ich dort saß und den innigen Wunsch spürte, ich möchte auch Coach werden! Das kam mir damals ganz weit weg vor. Den Mut dazu fasste ich in der zweiten Elternzeit und begann eine Coachingausbildung in Bonn. Das war eine großartige Entscheidung und der Start meiner Reise zu mir selbst. Getreu dem elterngarten-Motto: Werde die, die du bist! Ich kam zu dem Lebensmotto zurück, das mich schon in der Schule fasziniert hatte: „Das Leben eines Menschen ist das, was seine Gedanken daraus machen!“ (Marc Aurel). Jetzt hieß es nur noch meine eigenen Gedanken in die Richtung auszurichten, die ich auch wirklich wollte. Ich war begeistert von der Wirkung von Coaching und auch der Möglichkeit mein Umfeld anders zu betrachten und zu handeln. Es dauerte dann noch ein paar Jahre bis ich den Sprung ins „kalte Wasser“ wagte. Viele Glaubenssätze blockierten damals noch meine wahren Wünsche und Sehnsüchte. Doch dann kam der Sprung. Und wisst ihr was, das Wasser war dann viel wärmer als gedacht und das Zehnmeter-Brett entpuppte sich als Einerblock……

Was möchtest Du Müttern und Vätern mitgeben?

Die Elternzeit ist eine großartige Chance! Es gibt wohl kaum eine Zeit, in der die persönliche Lernkurve so intensiv ist. Wir lernen an unsere Grenzen zu kommen und diese auszudehnen. Was für ein Abenteuer! Ich denke noch manchmal an all die Nächte, all die Krankheiten, die Verzweiflung, nicht schlafen zu können. Und dann kommen diese wunderbaren Bilder mit dieser unfassbaren Innigkeit und Nähe mit dem Baby; der Liebe, die Tag für Tag wächst. Es ist wirklich ein Wunder und Geschenk, diese kleinen Wesen Tag für Tag zu begleiten und heranwachsen zu sehen. Meine Kinder, meine Familie haben mir die Möglichkeit gegeben mich noch einmal „neu“ zu erfinden. Ich war in der Lage, eigene Verletzungen aus der Vergangenheit zu erkennen und heilen zu lassen. Dafür bin ich ihnen unglaublich dankbar und das habe ich mit der Unterstützung von Coaching geschafft. Ich konnte Muster durchbrechen und Glaubenssätze erneuern.

Ich glaube, das Beste, was Mütter und Väter ihren Kindern auf dem Weg ins Leben mitgeben können, ist die Arbeit an sich selbst. Wir haben am lebenden Modell bei unseren Eltern und engen Bezugspersonen und Peers gelernt. Doch das sind nicht immer unsere eigenen ausgebildeten Verhaltensmuster und eigenen Werte.

Jetzt heißt es zu schauen, wer bin ich wirklich und was brauche ich zum Glücklichsein? Ein tolles Instrument hierfür ist z.B. das wingwave-Coaching. Damit können wir in wirklich kurzer Zeit – manchmal reicht schon eine Sitzung – belastende Verhaltensweisen oder Themen lösen.

Und das Tolle ist: Unsere Kinder geben uns sogleich Feedback, ob wir „richtig“ liegen oder nicht. Je entspannter wir sind, desto entspannter das Kind.

Ich bin die erste Elternzeit mit einer Unmenge an Büchern angegangen und habe mich nicht getraut auf meinen Bauch zu hören. Inzwischen würde ich jeder Mama und jedem Papa sagen: Traut euren Wahrnehmungen und eurem Gespür! Es gibt immer wieder neue Strömungen in Literatur und Wissenschaft, die euer Tun in gerade in Frage stellen oder unterstützen. Es ist wichtig, erstmal der inneren Stimme zu trauen. Was nicht heißt, dass externe Unterstützung nicht auch sinnvoll sein kann.

Nutzt diese Zeit das Wunder „Wachstum“ zu genießen: eures und das eures Kindes!

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