Impulsserie Elternzeit Dr. Angelina Bockelbrink

Angelina Bockelbrink

Impulszeit Elternzeit – Im Gespräch mit Dr. Angelina Bockelbrink

Angelina und Tanja von elterngarten sind sich in diversen sozialen Netzwerke im Internet immer wieder begegnet. Irgendwann konnten sie sich dann in München auch mal persönlich kennenlernen und sie freuen sich jetzt riesig auf das Elternzeit Basecamp in Berlin, welches Angelina erstmals ab September 2016 anbieten wird. Hier das Gespräch im Rahmen der elterngarten Impuls-Serie:

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Mein Name ist Angelina Bockelbrink. Ich bin promovierte Medizinerin, Entspannungstrainerin und ganzheitlich-systemischer Coach. Zudem bin ich Mutter von drei relativ kleinen Kindern, so dass ich die Schwierigkeiten Leben, Familie, Partnerschaft und Job unter einen Hut zu bringen aus eigener Erfahrung kenne. Als Entschleunigungscoach unterstütze ich Mütter, damit sie endlich wieder mehr Zeit für sich haben und ihr selbstbestimmtes Leben voller Power und Vitalität genießen können. Hier geht’s zu meiner Website.

Die Elternzeit war für Dich eine prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Meine Kinder habe ich erst relativ spät bekommen, als ich schon lang mit dem Studium fertig war und bereits einige Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik beschäftigt war. Schon vor der Geburt meines ersten Kindes war mir klar, dass ich bald wieder in den Job zurückkehren wollte.

Als mein Sohn also neun Monate war, begann ich innerhalb meiner Elternzeit wieder ein paar Stunden in meinem alten Job zu arbeiten.

Mein Sohn ging gern zur Tagesmutter und ich bekam schnell wieder verantwortungsvolle Aufgaben. Ich konnte viel im Homeoffice tun und es wurde weitgehend akzeptiert, dass ich nicht nachmittags um vier an Besprechungen teilnahm.

Dennoch bin ich nie wieder richtig in meinem Job angekommen. Meine Tätigkeit erfüllte mich nicht mehr mit Freude oder einem Gefühl von Sinn, wie es vorher immer gewesen war. Ich war auch nicht gewillt die gewohnte Menge an Energie hineinzustecken. Und mit der Zeit erfasste mich eine starke Unzufriedenheit, die ich anfangs nicht mal richtig erklären konnte. Irgendwann wartete ich nur noch ab bis zum Beginn des nächsten Mutterschutzes und kehrte dann auch nie mehr in diesen Job zurück.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast? 

Erst in dieser zweiten Elternzeit wurde mir richtig bewusst, dass sich meine Werte und meine Ziele mit den Kindern gewaltig verschoben hatten. Ich wollte etwas tun, dass unmittelbar andere Menschen unterstützt ein besseres und zufriedeneres Leben zu führen. Und ich wollte schon allein für meine Kinder einen Beitrag zu einer besseren, lebenswerteren Welt leisten. Diese Bedürfnisse waren in keiner Weise mit meinem vorherigen Job zu vereinbaren, weshalb ich mich dann weiterqualifizierte zur Entspannungstrainerin und zum zertifizierten Coach.

Was möchtest Du Müttern und gerne auch Vätern mitgeben, die jetzt gerade in Elternzeit sind?

Wenn ich anderen Eltern nur einen Tipp geben dürfte, so würde ich jedem raten, sich möglichst von allen Erwartungshaltungen zu lösen, und zwar von eigenen Erwartungen oder Vorsätzen genauso wie von äußeren Erwartungen. Mit dem ersten Kind ändert sich viel mehr im eigenen Leben, als man vorher abschätzen kann, da braucht man die Freiheit und den Raum sich zu verändern.

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