Bettina Trojan

Impulszeit Elternzeit – Im Gespräch mit Rechtsanwältin Bettina Trojan.

Bettine Trojan ist Rechtsanwältin mit den Schwerpunkt Elternzeit und Elterngeld. Wir freuen uns, dass wir uns kennengelernt haben, da sich ihre Arbeit mit unserer Arbeit in den Elternzeit Basecamps so gut ergänzt. Lest hier mehr über Bettina Trojan und wie sie durch ihre eigenen drei Elternzeiten ihren beruflichen Schwerpunkt legte.

Erzähle uns kurz, wer Du (heute) bist.

Als selbständige Rechtsanwältin seit 2001 sowie Mutter von drei Kindern (2006, 2009 und 2015), die zeitlich so geboren wurden, dass für jedes eine rechtlich völlig unterschiedliche Grundlage (Erziehungsgeld, Elterngeld und Elternzeit, ElterngeldPlus und die flexiblere Elternzeit) galt, kann ich – neben meiner professionellen Beratung und Vertretung – auch aus eigener Erfahrung vom Umgang mit der Elternzeit und der Elterngeld(Plus) berichten.

Mitgeben möchte ich werdenden Eltern, dass sie sich frühzeitig umfassend informieren und beraten lassen sollten, um alle Möglichkeiten, die es für sie in der Elternzeit und beim Elterngeld gibt, ausschöpfen zu können. Aber auch, um in dieser Zeit, Ihr Kind sowie auch die eigene „neue Elternzeit“ für sich zu genießen, aber gleichzeitig ggf. auch neue Blicke und Wege auf die eigene berufliche und individuelle Situation zu wagen und sich trauen, diese zu gehen.

Weiteres zu mir und meiner Tätigkeit auf:

www.elternzeit-elterngeld.de

www.eltern-geld-plus.de

www.kanzlei-TM.de

Elternzeit war für Dich prägende Zeit. Erzähl mal davon, warum war das so?

Als ich vor rund 10 Jahren mit meinem ersten Sohn schwanger war, damals schon selbständige Anwältin spezialisiert auf Arbeits- und Urheber-/Medienrecht, wurde das Elterngeld für alle Kinder ab dem 01.01.2007 beschlossen. Zunächst war sehr froh und überrascht wie schnell das Gesetz umgesetzt wurde, bis ich dann bemerkte, dass mein Sohn 2 Wochen zu früh geboren wird, damit ich in den Genuss des Elterngeldes gelangen kann. Das war ärgerlich. Dementsprechend beschäftigte ich mich mit meinem eigenen Fall und hoffte ggf. durch eine Klage zumindest an einen Teil des Elterngeldes zu gelangen. Leider fand ich heraus, dass auch eine Klage bis zum Bundesverfassungsgericht in meinem Fall nichts genutzt hätte. Andere versuchten dies und unterlagen, wie ich es vorausgesehen hatte.

Hattest Du ein „Impulserlebnis“? Was hat Dich dazu geführt, das zu tun, was Du in der Elternzeit und danach getan hast?

Nun war ich aber durch meinen eigenen Fall „topfit“ im Thema Bundeselterngeld- und -elternzeitgesetz (BEEG), Elterngeld und auch Elternzeit und Mutterschutz(geld) und stellte bei allen Mutter-Kind-Kursen, auf dem Spielplatz, in der Kita etc, dass jeder sein eigenes „Problemthema“ in diesem Themenbereich hat. Daraufhin habe ich einen Teil meiner Spezialisierung (Elternzeit ist ein Bereich des Arbeitsrechts) auf diesen Bereich ausgerichtet:

Ich berate und vertrete außergerichtlich und auch gerichtlich bis zur höchsten Instanz Elternteile, die sich beim Elterngeld gegenüber dem Staat (Sozialrecht) oder aber bei der Elternzeit gegenüber dem Arbeitgeber (Arbeitsrecht) nicht gerecht behandelt fühlen. Weiterhin bilde ich inszwischen Arbeitgeber, Personaler ebenso wie Behördenleiter und –mitarbeiter der Elterngeldstellen und Hebammen in diesem Themenkreis fort.

Es geht mir insbesondere darum, dass meiner Meinung nach wirklich gute Instrumente – das Elterngeld, die Elternzeit sowie auch der Wiedereinstieg in Teilzeit während der Elternzeit – richtig und individuell passend von Arbeitnehmern und Arbeitgebern genutzt werden. Es ist ein Gewinn für Elternteile, die Arbeitnehmer sind, aber ebenso für Arbeitgeber, die schon viel in ihre Mitarbeiter und Führungskräfte investiert haben, wenn dies reibungslos und geschieht. Hier sehe ich meine Aufgabe, die ich seit 2006 gerne und mit immer weiter wachsender Nachfrage auch aus Arbeitgebersicht wahrnehme.

Ebenso vertrete ich aber auch vehement z.B. beim Elterngeld gegenüber Behörden und dann auch vor Gerichten Elternteile, die nicht das ihnen zustehende Elterngeld erhalten. Hier konnte ich schon vor dem Bundessozialgericht Grundsatzurteile erstreiten und damit vielen Elternteilen eine entspanntere Elternzeit und auch teilweise einen leichteren Einstieg in die Selbständigkeit sichern.

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