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„New Work“ mit Familie verknüpfen

Was passiert, wenn wir „Familienfreundlichkeit“ mit den Konzepten der „Neuen Arbeitswelten“ zusammenbringen – und wie wir das tun

Teaser

Die Generation, die unsere Arbeitswelten zum Umdenken bringt, hat noch etwas zunehmend gemeinsam: Sie bekommen nun Kinder und gründen Familien. Eigentlich perfekt, denn familienfreundliche Maßnahmen lassen sich gut mit Konzepten der Neuen Arbeitswelt verbinden.

New Work

Foto: Felicitas von Imhoff

Mittlerweile schreiben etliche Studienergebnisse und Veröffentlichungen darüber, was Arbeitgeber der Zukunft tun und haben sollten, um ihre ArbeitnehmerInnen wirklich binden zu können. Der Grundtenor ist immer ungefähr der Gleiche: Identifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft ist Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Dafür ist ein Umdenken notwendig. Das Gehalt alleine zählt schon lange nicht mehr. Für die Leistungsträger sind Sinnhaftigkeit und Freude an der Tätigkeit wesentlich. MitarbeiterInnen möchten sich mit den Unternehmenszielen identifizieren können und im Job das tun, was sie auch „wirklich, wirklich wollen“ (vgl. Frithjof Bergmann). Sie fordern persönliche und berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten, eigenverantwortliches Handeln, Vertrauen und Wertschätzung, gesundes und stressfreies Arbeiten und einen hierarchie- und bereichsübergreifenden respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Mitarbeiter sind gerne überdurchschnittlich leistungsbereit, wenn das Team passt und geteilte Werte die Zusammenarbeit stärken. (vgl. bspw. Studie des Forums Arbeitsgesundheit mit der LMU München vom Herbst 2016)

New Work und Familie

Ein „Manko“ oder die „Chance“ kommt nun noch erschwerend oder herausfordernd hinzu: Die Arbeitnehmer-Generation, die dieses Umdenken in den Mainstream gebracht hat und die wesentlich an der Gestaltung der Neuen Arbeitswelt beteiligt ist, gründet gerade Familien. Denn auch das ist – auch wenn es gerne mal ausgeklammert wird – ein fester Bestandteil der Neuen Arbeitswelt und dessen, was ein großer Teil der aktuellen Generation der Leistungsträger „wirklich, wirklich will“. Deutschlandweit steigende Geburtenraten fordern die Arbeitgeber heraus – auch oder vielleicht gerade bei den so sehr vermissten Fachkräften im Auftrieb der Karriereleiter. Dabei genügt es offensichtlich nicht, sich „nur“ um die Ausweitung der Fremdbetreuungsmöglichkeiten zu kümmern. Eltern sind heute hier genau wie bei allen anderen Themen sehr werte- und sinngetrieben. Für viele Eltern kommt es selbst bei gegebener Möglichkeit nicht in Frage, das Kind mit einem halben Jahr in die Krippe zu geben oder die Fremdbetreuungszeit bis zum Abend auszuweiten. Das Herz der Eltern entscheidet hier offiziell mit, und das ruft nach Alternativen und möchte kompromissbehaftete Entscheidungen auf Kosten der Eltern-Kind-Bindung vermeiden.

Junge Eltern als Chance sich als Arbeitgeber weiterzuentwickeln

Arbeitgeber müssen daher über die Fremdbetreuung hinausdenken und dürfen hier aus einem Schatz an Ideen aus den zahlreichen (u.a. abgewandelten) Konzepten für die Neuen Arbeitswelten zurückgreifen. Wir begleiten als Berater und Coaches Eltern in Elternzeit, die diese besondere Zeit und den Abstand vom bisherigen Arbeitsleben nutzen, um innezuhalten und sich zu fragen, was sie „wirklich wirklich wollen“. Leider erleben wir immer wieder, dass die Eltern versucht sind während dieser Zeit über Selbstständigkeit nachzudenken oder wenigstens über den Wechsel ihres Arbeitgebers, da sie befürchten oder gar sicher sind mit ihren Vorstellungen bei ihrem aktuellen Arbeitgeber auf taube Ohren zu stoßen.

Wie wäre es also, wenn Arbeitgeber junge Eltern als Chance sehen würden, um sich weiterzuentwickeln und in der Neuen Arbeitswelt zu positionieren? Der Arbeitgeber würde Leistungsträger und wertvolle Fachkräfte gewinnen und binden und erlebt statt Stress und Konflikten rund um den Eintritt in Elternzeit und den Wiedereinstieg einen Innovationsschub.

Wie Arbeitgeber die „Neue Arbeitswelt“ mit „Familienfreundlichkeit“ verbinden können

Viele Vorbilder gibt es in der Schnittmenge der „Neue Arbeitswelten“ und „Familienfreundlichkeit“ tatsächlich noch nicht. Folgende Möglichkeiten sehen wir für Arbeitgeber und Eltern.

Selbstverantwortung fördern

Eltern sollten nicht wie leider üblich weniger, sondern eher noch mehr Verantwortung zugeteilt bekommen. Sie entwickeln in ihrem Familienalltag automatisch ihre Fähigkeiten zu organisieren, effektiv und effizient zu sein. Am besten bekommen Eltern die Verantwortung für ein klar abgegrenztes Projekt zugeteilt – wenn dies nicht möglich ist, dann kann immer noch über Unterprojekte nachgedacht werden. Hier sollte man nie zu früh aufhören zu denken! Der unermesslich wertvolle Vorteil von Projektverantwortung ist die damit verbundene Freiheit zu entscheiden. Eltern entscheiden selbst über Meeting- und Bürozeiten und da meist sie der zeitliche Engpass sind, sollten sie die Planung einfach übernehmen. Auch Regeln, wie z.B. handy- oder e-mail-freie Zeiten, können selbstbestimmt zum Wohle aller vereinbart werden. So ersparen sie sich jede Menge Stress und Unmut unter Kollegen. Natürlich geht mit der Projektverantwortung auch eine klare Zielorientierung einher. Das Projekt wird nach Erfolg gemessen, nicht nach Stunden der Anwesenheit vor Ort. Gute Ideen für eine effizientere Umsetzung belohnen nicht nur die Eltern selbst, sondern sparen dem Arbeitgeber Kosten und Zeit. Voraussetzung für diese Art der Umsetzung ist ein Vertrauensvorschuss, der in der neuen Eltern-Generation mit Sicherheit dankend angenommen wird. Nicht ist motivierender als sich des Vertrauens des Arbeitgebers sicher zu sein und jeder würde sich bemühen vorzuzeigen, dass sich dieser Vertrauensvorschuss für alle Seiten lohnt.

Vernetzung fördern

Junge Eltern starten gerade neu durch: Sie sehen sich mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert und versuchen ihre neue Welt der Familie mit ihrem anspruchsvollen Job zu verbinden. Arbeitgeber sollten hier nicht nur den Austausch unter den jungen Eltern fördern – die treffen sich voraussichtlich auch gerne mal „privat“, denn Kinder verbinden. Hier kann ebenfalls weitergedacht werden: Eltern können interne Veranstaltungen planen und ihre Ideen für Familienfreundlichkeit direkt umsetzen. Ungeahnte Ideen werden über diese selbst organisierten Möglichkeiten Realität. Im Mittelpunkt der Vernetzungsaktivitäten steht der Austausch auf Augenhöhe. Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen auf jeweils unterschiedlichen Hierarchiestufen haben plötzlich etwas gemeinsam: Kinder und Familie. So entsteht Gesprächsstoff, der sich weiterentwickeln kann, und zwar business-mäßig formuliert: interdisziplinär und kreativ. Die Ideen werden weiterwachsen und das Business befruchten. Warum nicht auch die Kinder mitbringen?

Integration der Kinder fördern

Das geht für viele Arbeitgeber dann doch zu weit. Doch das Potenzial birgt ungeahnte Möglichkeiten. Nicht nur bei speziell organisierten Familientreffen der Unternehmen sollten Kinder dabei sein dürfen. Wir schauen auch in den „normalen“ Alltag: Was machen Eltern mit halb-kranken Kindern? Viele bringen sie doch in die KiTa mit der Folge, dass noch mehr Kinder angesteckt werden und sich das betroffene Kind auch nicht wirklich auskurieren kann. Dieser Kreislauf könnte für alle anders aussehen. Wenn sich Eltern mit deren Kindern angenommen und nicht falsch fühlen, werden neue Energien freigesetzt. Dinge entstehen, die anders nie entstanden wären.

Foto: Felicitas von Imhoff

Konkret heißt das: Kinderstimmen im Hintergrund bei Telefon- oder Videokonferenzen sollten erlaubt sein ohne verurteilende Blicke und Proteste. Wir haben wunderbare Erfahrungen gemacht mit unseren Kindern, die auch gut und gerne mal eineinhalb Stunden am Stück auf dem Schoß der Eltern sitzen, während diese fast ungestört über Video nicht nur am Geschehen teilhaben, sondern es auch tatkräftig mitgestalten konnten. Meine Kinder finden es mittlerweile normal, wenn ich skype, telefoniere oder mal am Laptop arbeite. Sie wissen, dass dies zum Alltag gehört genauso wie die Zubereitung des Mittagessens. Es ist alles eine Sache der Haltung. Wenn ich die Kinder nicht im Hintergrund verstecken muss, sondern sie ein offizieller und integrierter Bestandteil des ein oder anderen Arbeitstages sind, dann sind sowohl die Kinder als auch ich als auch die Auftraggeber entspannter. Kinder müssen nicht halbkrank fremdbetreut werden, können sich erholen und sind sogar tendenziell wieder schneller fit und gesund. Erfolgsrezept hierbei ist, dass ich mich für die Kinder nicht schämen muss, sondern offen damit umgehe. Das leistet sicher einen wesentlichen Beitrag zur Stressprophylaxe und lässt mich gegenüber meinen Kindern sowie gegenüber meinen Kollegen meistens ziemlich entspannt gegenübertreten. Durch den offenen Umgang mit der immer vorhandenen Schnittmenge aus „privat“ und „beruflich“ können wir Eltern mit der Energie gehen, statt viel Zeit und Nerven ins Verstecken und „weg organisieren“ zu investieren.

Persönlichkeitsentwicklung fördern

Das gilt natürlich allgemein, ist aber speziell während der Elternzeit und danach förderlich. Vielleicht ist die Stressgefahr in keiner anderen Lebensphase mehr so hoch, wie in der Zeit, in der junge Eltern das Leben mit kleinen Kindern und beruflichen Ambitionen zu verbinden versuchen. Wenn Arbeitgeber nun so weit gehen und Eltern eher mehr als weniger Verantwortung übertragen, dann hat dies offensichtlich hohe Ansprüche an die persönliche Weiterentwicklung. Viel Selbstverantwortung und Selbstorganisation setzt nicht zuletzt eine gute innere Selbstführung voraus. Das beugt garantiert einer oder mehreren Ladungen Stress vor, die gerne mal von einem Bereich in den nächsten überschwappen.

Elternzeit als ko-kreativen Prozess fördern

Die ersten Wochen und Monate nach der Geburt sind neben der Zeit mit dem Baby auch eine große Chance für Reflektion und zum Innehalten. Das ein oder andere New Work Unternehmen setzt bereits Sabbaticals um, in denen die „Auszeit“ der MitarbeiterInnen gefördert wird, um gerne auch mal Dinge zu hinterfragen und auf neue Ideen zu kommen. Die Elternzeit ist dabei noch völlig außerhalb des Radars, obwohl sie genauso viele Möglichkeiten des Abstand-gewinnens, Innehaltens und Hinterfragens bereithält. Die Elternzeit ist perfekt dafür, sich Gedanken über die Zeit danach zu machen und sich zu fragen, was man „wirklich, wirklich will“. Mitarbeiter können hier ihre persönlichen und beruflichen Pläne erarbeiten und diese idealerweise auch offen mit ihrem Arbeitgeber besprechen und weiterentwickeln.

Querdenken fördern

Lineares Denken ist bei diesen ko-kreativen Prozessen während der Elternzeit oft eine Falle. Viele Eltern aus der Generation der Neuen Arbeitswelten kommen aus anspruchsvollen Berufen, die gerne auch mal mit viel Reisen zu tun haben oder mindestens eine hohe Flexibilität der zeitlichen Verfügbarkeit notwendig machen. Wir kommen dann nicht weiter, wenn wir fragen, wie man diesen gleichen Job nun mit weniger Wochenstunden ausüben könnte. Stattdessen könnte eine gute Frage sein: Was sind Deine Stärken, Deine (neuen) Bedürfnisse, Deine Wünsche und wie kannst Du uns unter den neuen Rahmenbedingungen einen neuen Mehrwert bringen?

Beispiele aus der Praxis

Foto: Felicitas von Imhoff

Während meiner erste Elternzeit war ich als Unternehmensberaterin zuerst mit dem üblichen Problem konfrontiert: Wie übe ich mit Kind denn meinen Beruf noch aus? Zum Glück ist mein Chef selbst Vertreter des Themas „New Work“ und wir hatten die Möglichkeit unser lineares Denken bewusst zur Seite zu legen. Statt festzustellen, dass ich als Beraterin wohl kaum ein Projekt oder einen Kunden finde, bei dem ich viel von zu Hause arbeiten kann und mein Kind um spätestens 15 Uhr in der Krippe abholen darf, bei dem ich nicht reisen werde und ich trotzdem anspruchs- und verantwortungsvoll arbeiten darf, haben wir einfach gemeinsam einen neuen Job für mich kreiert. Für eine begrenzte Zeit war ich zuständig für den Auf- und Ausbau eines Beratungsthemas und übernahm die interne Koordination. Ich koordinierte ein Team mit Beratern und leitete die Erstellung einer Studie und das Aufsetzen des Außenauftritts für das Thema. Es musste nie in Frage gestellt werden, ob meine Arbeit tatsächlich einen Mehrwert für meinen Arbeitgeber brachte. Und der Job passte perfekt zu meiner Lebensphase: mit kleinem Kind und Kind Nummer 2 war bereits unterwegs. Mein Arbeitgeber profitierte von seinem eigenen freien Denken. Wir hatten keine gesetzlich getriebenen Diskussionen zum Wiedereinstieg, sondern waren inhaltlich und kreativ unterwegs.

Meine zweite Elternzeit war nochmals ganz anders. Ich hatte eine konkrete Business-Idee, die mit sich brachte, dass ich sie unabhängig von meinem Arbeitgeber umsetze. Der ließ mich während meiner Elternzeit „dann mal machen“ und beobachtete und unterstützte sogar zeitweise meinen Gründungsprozess, da er die Idee selbst gut fand und auch teilweise in Anspruch nahm. Ich durfte erleben, wie ich das Gefühl haben durfte genug für meine Kinder da zu sein UND gleichzeitig einen anspruchsvollen Job zu haben. Das wünsche ich allen Eltern in Elternzeit und auch deren Arbeitgebern.

Fazit

Natürlich sind nicht alle Berufe geeignet für die Umsetzung dieser Vorschläge. Jedoch immer mehr, und vor allem die neu entstehenden, dienstleistungsintensiven und/ oder online-getriebenen Jobs der Neuen Arbeitswelt und aus der Industry 4.0. Alle Jobs, in denen gute Ideen und Ergebnisse (zunehmend) wichtiger sind als reine Präsenzzeit, können mit Familie noch weitergedacht werden. Denn denken können die „Eltern der Neuen Arbeitswelt“ extrem gut – egal wo, auch auf dem Spielplatz.

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Unsere aktuellen Elternzeit Basecamps bundesweit.

Wir unterstützen die New Work Families:
New Work, Agile, Arbeiten 4.0, digitale Transformation – all das sind Entwicklungen in der Arbeitswelt, die Raum schaffen, Familienfreundlichkeit und Vereinbarkeit völlig neu zu denken. Die Kampagne New Work Families ruft zu einem deutschlandweiten Austausch auf, um zu neuen Ansätzen und Modellen für bedürfnisorientierte Vereinbarkeit zu inspirieren oder diese sichtbar zu machen.

 

 

Bayern2 besucht elterngarten

In München findet ein Elternzeit Basecamp nach dem anderen statt. Weitere Städte übernehmen das Konzept und bieten zunehmend mehr Basecamps für „ihre“ Eltern in Elternzeit an. Grund genug fürs Radio sich das mal genauer anzuschauen. Warum gehen Eltern mit ihren Babys zu elterngarten und nutzen ihre Elternzeit nicht nur für Krabbelgruppe und co, sondern auch für ein intensives Gruppencoaching?

Die Bayern2 Redakteurin durfte bei einer Basecamp-Session im Januar mitlauschen und befragte Teilnehmerinnen, Tanja als Gründerin von elterngarten und Christine als Basecamp-Coach zu ihren Erfahrungen. Es kam sogar eine ehemalige Teilnehmerin dazu, deren Basecamp bereits einige Monate zurück lag. Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit der Zeit danach und wie sie letztendlich ihren Wiedereinstieg organisiert hat. Ist sie ihrer Basecamp-Vision ein Stück näher gekommen? Auch eine aktuelle Teilnehmerin spricht darüber, warum sie am Elternzeit Basecamp teilnimmt und wie sie es aktuell erlebt. Christine erläutert unser Elternzeit Basecamp Konzept und Tanja erzählt davon, wie die elterngarten-Idee entstanden ist, wie die Anfänge vor mehr als einem Jahr waren und welchen Beitrag heute elterngarten für Eltern, Arbeitgeber und Gesellschaft leistet.

Wir sind sehr gespannt, was aus über einer Stunde Hör-Material letztendlich in den 3,5 Minuten gelandet ist, die im Rahmen des Bayern2 Notizbuchs am 21.02.2017 zwischen 10 und 12 Uhr ausgestrahlt werden. Hier geht es zum Radio-Streaming von Bayern2. Hier kannst Du Dich für einen Termin-Reminder eintragen und gemeinsam hören wir in unserer Facebook-Community, was Bayern2 über elterngarten berichtet.

Nachtrag: Beitrag auch als Podcast verfügbar!

Hier geht es zum Bayern2 Podcast.

Blogbeitrag aus dem Hamburger Basecamp – Werde die, die Du bist

Melanie Couson ist unsere elterngarten Coach in Hamburg. Sie hat diesen Blogbeitrag nach der ersten Session des Hamburger Basecamps geschrieben. Im Original ist er auf der Seite von Melanie Couson nachzulesen. Danke Melanie für den tollen und energiegeladenen Blogbeitrag!

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Letzte Woche ist mein erstes Elternzeit Basecamp für den elterngarten in Hamburg gestartet. Die Idee dahinter ist, dass Mütter (und Väter) in Elternzeit sich in einem Gruppencoachingprozess mit ihren Wünschen und Zielen für ihr Familienleben auseinandersetzen. Zum ersten Mal begleite ich fünf Frauen dabei und schon der Start hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Vor mir saßen fünf kluge und hochqualifizierte Frauen, die vor der Elternzeit erfolgreich in ihren jeweiligen Berufen gearbeitet hatten – allerdings waren auch 70-Stunden-Wochen und Arbeit bis tief in die Nacht ganz normal. Mit Kind keine Option. In der ersten Session geht es darum sich die eigenen Stärken wieder bewusst zu machen, alte und neue. Wenn wir das Gefühl haben den ganzen Tag nur noch Windeln zu wechseln und unser Baby in den Schlaf zu schuckeln, wenn ein guter Tag einer ist an dem wir es geschafft haben zu duschen UND die Zähne zu putzen – dann geht uns nach einer Weile das Gefühl dafür verloren, was wir alles schon geschafft haben und weiterhin jeden Tag schaffen.

Als die Teilnehmerinnen so erzählten und auf Karten an der Wand immer mehr Stärken gesammelt wurden, da fand ich es mal wieder zum Haareraufen, was der Arbeitswelt da eigentlich an Potential verlorengeht. Und das nur weil sich die 40-Wochenstunden-Präsenz (Minimum) plus maximale Flexibilität so hartnäckig hält, obwohl es doch gerade in unseren heutigen Welt so viele andere Lösungen geben könnte. Obwohl längst allen klar ist, dass kein Mensch 8 Stunden am Tag – geschweige denn noch länger – produktiv sein kann, werden die Kraft, die Ideen und die frische Perspektive von Frauen verschenkt, bloß weil sie auch für ihre Kinder da sein wollen. Manche haben Glück, die allermeisten eher nicht. Aber darauf wollte ich gar nicht hinaus, denn daran können wir nur bedingt etwas ändern (darauf komme ich später zurück).

Mir ist mal wieder klargeworden, dass die Elternzeit viele in eine Krise stürzt. Und Krisen sind etwas Gutes (auch wenn ich jedem, der mir das in meiner eigenen Elternzeit-Krise hätte verkaufen wollen, wahrscheinlich eine Bratpfanne um die Ohren gehauen hätte). Aber wenn wir auf unser bisheriges Leben zurückblicken, woran sind wir am meisten gewachsen? An den Zeiten in denen alles fluffig war, alles superglatt lief? Oder an den Zeiten, in denen wir mit geplatzten Träumen, mit Rückschlägen und mit Verlusten konfrontiert waren? In der Krise haben wir das Gefühl, dass das, was unser Leben bisher zusammengehalten hat, um uns herum weg bricht. Uns war nicht bewusst, wieviel Stabilität und Sicherheit uns dieser Job gegeben hat – bis wir plötzlich von morgens bis abends allein mit Baby zu Hause sitzen und gar nicht so glücklich darüber sind wie wir uns das vorgestellt haben. Aber das Gute daran ist: wenn alles um uns herum weg bricht, bricht auch viel von dem weg, das eigentlich gar nicht richtig zu uns gehört hat. Übrig bleibt die, die wir wirklich sind.

Manche Teilnehmerinnen haben das schon vorsichtig angedeutet. Eigentlich war ich gar nicht so glücklich darüber 70 Stunden in der Woche zu arbeiten. Eigentlich ist meine Partnerschaft schon damals viel zu kurz gekommen. Eigentlich hab ich mich mit dem Job viel zu sehr identifiziert. Eigentlich wollte ich immer was anderes machen, hab mich aber nicht getraut.

Darin liegt die große Chance in der Elternzeit. Für viele ist es nicht einfach auszuhalten, dieses Gefühl irgendwie „ausgebremst“ zu sein. Gerade wenn man vorher mit vollen Terminkalendern, beruflichen Erfolgen und vielleicht noch vielen Reisen gelebt hat. Aber wir müssen erst einmal – zumindest halbwegs – zum Stehen kommen, wenn wir Klarheit für unseren weiteren Weg gewinnen wollen. Wer macht das schon, wenn er gerade mitten im Hamsterrad steckt?

img_4532Wenn wir in der Krise langsam verstehen, was uns eigentlich immer so angetrieben hat, was wir wollen, was wir nicht mehr wollen, welche Sehnsüchte in uns schlummern, die wir nicht weiter unterdrücken können – dann bekommen wir auch eine ganz andere Verhandlungsposition. Mit der Klarheit in diesen Fragen können wir z. B. auf unsere Partner und auch auf unsere Arbeitgeber ganz anders zugehen. Wenn wir wissen, was uns wirklich wichtig ist, was verhandelbar ist und was nicht, treten wir ganz anders auf. Dann bedeutet das manchmal, dass der Arbeitgeber uns entgegenkommt, weil er merkt, dass wir nur so gut arbeiten können. Oder aber, dass man sich von einem Arbeitgeber trennt, einen neuen Job sucht oder doch den Schritt in die Selbständigkeit wagt. Vielleicht bedeutet es, dass man mit dem Partner eine feste Zeit vereinbart in der man ungestört malen kann, einfach weil es so gut tut. Oder dass man sich doch die Babysitterin gönnt, nur um mal in Ruhe eine Runde im Park drehen zu können.

Und um auf die Veränderung der Arbeitswelt zurück zu kommen: ich glaube/hoffe, dass Arbeitgeber es sich in Zukunft nicht leisten können werden, auf familienunfreundlichen Arbeitsmodellen zu beharren. Ich glaube/hoffe, dass allein die demographische Entwicklung da ihr Übriges tun wird. Bis dahin allerdings ist das Beste, was wir tun können, uns selbst absolut klar darüber zu werden, wer wir sind, was wir wollen und was nicht. Und uns dann an die Aufgabe machen, unsere Lebensumstände dem anzupassen.

Und jetzt frage ich Dich: Wie erlebst Du/hast Du Deine Elternzeit erlebt? Was hast Du über Dich gelernt? Konntest Du Deine Wünsche nach der Elternzeit umsetzen? Wenn nein, was glaubst Du woran das lag?

Autorin: Melanie Couson, elterngarten Coach Hamburg

So war’s im dritten Münchner Elternzeit Basecamp!

Münchner Elternzeit Basecamp Oktober 2016
Münchner Elternzeit Basecamp Oktober 2016

Die letzte Session eines Elternzeit Basecamps ist immer sehr bewegend. Wir haben uns zwar „nur“ 5 mal 90 Minuten getroffen. Doch unsere Arbeit im Basecamp Prozess geht ans Eingemachte und wir lernen uns dadurch doch relativ intensiv kennen. Wir teilen mit uns unsere Stärken, unsere Bedürfnisse und Werte, unsere Vorstellungen von beruflicher Karriere und von einem schönen und stressfreien Familienleben. Durch das Setting im Gruppencoaching-Prozess gehen wir durch eine intensive Selbsterfahrung, die wir von den anderen Gruppenteilnehmerinnen widergespiegelt bekommen. Erkenntnisgewinn ist dabei eigentlich garantiert.

IMG_4178Jede Elternzeit-Basecamp Gruppe ist anders und legt selbst unterschiedliche Schwerpunkte. So kam in dieser Gruppe das „Aufräumen und Ausmisten“ von einigen Teilnehmerinnen: Ballast abwerfen und sich von dem trennen, was uns in unserer heutigen Lebenssituation mit Kind nur noch stört und Energie verschwendet. Ansonsten sind die Frauen heute mit sehr konkreten Schritten nach Hause gegangen, was sie persönlich und beruflich nun „in Angriff“ nehmen möchten. Bei einer Teilnehmerin steht jetzt ein Gespräch mit dem Arbeitgeber an mit einem „besseren“ Vorschlag, wie sie sich intern „trotz Teilzeit“ weiterentwickeln könnte. Der Arbeitgeber war da von sich aus eher unkreativ. IMG_4171Bei einer anderen Teilnehmerin steht die Planung eines Umzugs in eine neue Stadt an. Eine Teilnehmerin möchte sich einen neuen Job in einem bestimmten Bereich umschauen, der für sie während des Basecamps von wachsender Bedeutung war. Eine Teilnehmerin möchte sich neben ihrer beruflichen Planung für die Selbstständigkeit auf den Immobilienmarkt wagen. Auch das private Leben hatte in den Visionen und der Planung der nächsten Schritte einen großen Platz. Welche Betreuung stellt man sich vor, wie lang und ab wann? Die Absprachen mit dem Partner, das Übereinanderlegen der Vorstellungen bzw. IMG_4180das Planen von Überzeugungsstrategien für den Ehemann :-). In einem waren die Teilnehmerinnen einig: Es hat sich gelohnt, sich diese Gedanken in diesem strukturierten Basecamp-Prozess zu machen. Dafür sind wir ja auch da! Unsere Unterlagen und Übungen sind professionell aufbereitet und ermöglichen einen intensiven Prozess des Innehaltens, Reflektierens und Gestaltens.

Insgesamt haben wir wieder einen ganz tollen 5-wöchigen Prozess erlebt und wir bedanken uns bei den Teilnehmerinnen für Euer Vertrauen. Wir wünschen Euch nun alles Gute für Eure nächsten und auch langfristigen Schritte!

Und danke Helen für Dein Video Statement, wie Du und Dein Kleiner das Elternzeit Basecamp erlebt haben!

Die nächsten Elternzeit Basecamps findest Du hier.

Mehr Infos zum Basecamp gibt es hier.

Ein Erfahrungsbericht von einem Elternzeit Basecamp gibt es hier.

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Erkenntnisse aus unseren Elternzeit Basecamps

161004_IMG_7544Heute fand die zweite Session unseres aktuell laufenden Elternzeit Basecamps statt. Einige „Muster“ wiederholen sich doch immer wieder, auch wenn der Teilnehmerkreis in jedem Elternzeit Basecamp ein anderer ist und jede Gruppe ihren eigenen Charakter hat. Wir haben bereits unglaublich viele „Learnings“ im ersten elterngarten-Jahr gesammelt, viele Begegnungen, persönliche Geschichten und ein zunehmender Erfahrungsschatz gehen in unsere Arbeit in den Basecamps ein. Und es ist kein Witz, im Hintergrund basteln wir schon an einem elterngarten-Buch, in dem wir unsere Erfahrungen in mehr Tiefe und Details beschreiben. Dieses Buch soll genauso wie elterngarten auch allen Eltern in Elternzeit eine Inspirationsquelle dafür sein, was in der Elternzeit jenseits von Haushalt und Kind auch noch dran sein könnte. Über einige diese „Muster“ reflektiere ich in diesem Beitrag und nehme damit gerne schon mal ein paar Geschichten vom Buch vorweg.

Geteilte Erfahrungen sind halb so schlimm, z.B. die: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag „nichts geschafft“ – was sagt uns das?

Das ist schon harter Tobak. Doch so Gedanken treiben uns. Und das darf auch mal angesprochen werden. „Unsere“ Frauen sind teilweise schon ziemlich deprimiert mit den sonstigen Angeboten für die Elternzeit und wir bekommen so viele dankbare Rückmeldungen, dass es uns „endlich“ gibt. Wir möchten ja gar nichts gegen Pekip und Krabbelgruppen sagen, aber Elternzeit ist eben nicht „nur das“, nur „auch das“. Nicht nur Baby, nicht nur Haushalt, nicht nur Familienalltag.

„Unsere“ Frauen haben meistens schon viel Berufserfahrung, sind beruflich aufgestiegen, haben Studium und Weiterbildungen erlebt, Führungsverantwortung übernommen, 60+-Wochenstunden erlebt, tolle Projekte gerissen und den Kick von Erfolg genossen. Sie würden sich vielleicht nicht als „Karrierefrauen“ bezeichnen mit ihrer typisch weiblichen Bescheidenheit. Aber die Ansprüche, die die Frauen antreiben, lassen „objektiv“ oft anderes implizieren.

„Unsere Frauen“ sind engagiert und ambitioniert. Jede auf ihre eigene Art, in ihrem eigenen beruflichen Umfeld. Pläne sind groß, an Ideen mangelt es meist nicht. Der Knackpunkt ist die Umsetzung. Mit Kind ist das alles schwieriger. Denn man ist eben jetzt nicht nur Unternehmensberaterin, Trainerin, Führungskraft, etc. Sondern man ist auch Mutter. Und zwar von einem kleinen bedürftigen Kind, das viel Zeit beansprucht und diese auch bekommen soll.

IMG_3599So gerät einiges außer Kontrolle, und genau darüber haben wir heute auch gesprochen. Baby krank, unruhige Nacht gehabt, schlecht gelauntes Kind? Und mal wieder die Enttäuschung: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag „nichts geschafft“. Eine Mutter schilderte heute wie frustrierend es ist eine Business Idee zu haben und keine Möglichkeit zu finden, das „mal endlich richtig anzugehen“. Denn das Mittagessen muss gekocht werden und die Wäsche gewaschen. Mann unterwegs, Großeltern wohnen nicht in der gleichen Stadt. Das Chaos breitet sich im Haushalt so schnell aus, dass einem die eine Stunde, die man doch mal in eine Recherche gesteckt hat, direkt wieder auf die Füße zu fallen droht. Reaktion in unserer Runde: Keine schiefen Blicke der anderen Frauen, einfach nur Verständnis und Mitgefühl.

Glaubenssätze benennen entzieht ihnen die Kraft und macht Raum für neue Möglichkeiten

In unseren Elternzeit Basecamps hat all das Platz. Wir reden offen über unsere verlorene Kontrolle, Karrierepläne, kreative Ideen und Selbstverwirklichungsträume. Und die garantierte Erkenntnis: anderen geht es auch so. Und es gibt Möglichkeiten, mit all dem gefühlten „Chaos“ besser umzugehen, mit den eigenen Ansprüchen selbstbewusster zu jonglieren. Meist sind es nicht nur äußere Stellschrauben. Wir haben hier einen Rahmen über unsere inneren Glaubenssätze zu reflektieren und innere Antreiber zu erkennen, die uns bis zu ihrer Benennung fest im Griff hatten. Jetzt haben wir die Möglichkeit sie bewusster einzusetzen und schaffen uns vor allem auch mehr innere Freiheiten. Das kann ganz grundsätzliche Veränderungen anstoßen. Alles auf dem Weg zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit im täglichen Spagat zwischen Familie und Beruf.

Elternzeit für sich nutzen – ein Tabu wird zu einer Kraft spendenden Energiequelle

Was für mich wirklich die schönste Erfahrung ist sind die strahlenden Augen der Frauen – vor allem in der vierten Session, in der es um die Vision von Beruf und Familie geht. Die Frauen bekommen jetzt den Raum, die Zeit und die Tools geschenkt, sich ganz bewusst mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Zielen und Plänen auseinanderzusetzen, sowie mit inneren Glaubenssätzen und Blockaden, mit denen wir uns oft selbst im Weg stehen. Trotz oder gerade mit Kind. Denn die Elternzeit ist die perfekte Zeit fürs Innehalten und zu hinterfragen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder doch etwas verändern möchte. Wie gesagt, trotz oder gerade wegen Kind.

Bewusste Entscheidungsprozess während der Elternzeit – nicht erst danach

IMG_3601Oft sind bei uns auch die Zweifach-Mütter. Auch wieder eine Erzählung von unserer heutigen Session. Eine Zweifachmama, die bisher einen verantwortungsvollen Job im Online-Marketing Bereich inne hatte, erzählte heute von ihrer Erfahrung mit dem ersten Kind. Karriere ging nach der ersten Elternzeit weiter, Wiedereinstieg im siebten Monat, Kind bis 19 Uhr in Fremdbetreuung. „Das will ich nicht mehr machen“. Wie möchte ich wirklich leben mit Familie und Karriere? Sehr oft kommen auf uns Mütter zu, die bedauern, dass es elterngarten „zu ihrer Elternzeit“ noch nicht gegeben hat. Es ist vergleichslos wertvoll, bewusste Entscheidungsprozesse zur persönlichen und beruflichen Veränderung in die Elternzeit zu legen – und diese nicht auf die Zeit danach zu verschieben, wenn das Hamsterrad schon wieder angesprungen ist.

Daher arbeiten wir gerade daran, das elterngarten-Konzept auch Eltern jenseits von München zur Verfügung zu stellen. Es hakt noch etwas an der Bekanntheit. Doch unsere Ausrichtung ist klar. Wir möchten deutschlandweit jeder Frau, die sich hier angesprochen fühlt, die Möglichkeiten von elterngarten bieten. Das Elternzeit Basecamp gehört für sie vielleicht in ein paar Jahren genauso selbstverständlich zur Elternzeit wie der Rückbildungskurs.

Daher, wir bedanken uns für Euer Vertrauen und Eure dankbaren Rückmeldungen und freuen uns natürlich übers teilen und weitererzählen: an alle, die gerade das Glück haben in Elternzeit zu sein!

PS: Willst Du über Veranstaltungen, neue Blogbeiträge und Interviews auf dem Laufenden bleiben? Dann melde Dich zu unserem Newsletter an.

PPS: Wir bedanken uns bei den derzeitigen Teilnehmerinnen für die Erlaubnis, die Fotos aus der Session nutzen zu dürfen!

 

elterngarten – ein Blick hinter die Sommerkulissen

Sommerpause! Die nächsten Elternzeit Basecamps sind erst wieder ab September terminiert und auch auf Impuls-Sessions verzichten wir im Hochsommer. Hin und wieder steht mal ein Einzelcoaching an, doch insgesamt sind wir bei elterngarten gerade mehr hinter den Kulissen aktiv. Wir nutzen die „freie“ Zeit für die Vorbereitung der nächsten elterngarten-Phase. Die vielen Anfragen aus anderen Städten haben uns dazu gebracht, dass wir unseren ursprünglichen Plan etwas angepasst haben. Statt noch mehr Ideen in München umzusetzen, setzen wir erst mal eine Idee in weiteren Städten um. Und die weiteren Ideen haben wir abgespeichert und nur verschoben – nicht aufgehoben!

Cova d'en Xoroi, Menorca
Cova d’en Xoroi, Menorca

Angelina und Katrin für Berlin und Tanja für Bonn sind ja bereits auf unserer Website zu finden. Wir unterhalten uns darüber hinaus aber auch gerade sehr intensiv mit weiteren Coaches und werden in den nächsten Wochen noch Elternzeit Basecamps in Hamburg, Leipzig, Bochum und vielleicht weiteren Städten anbieten. Das war tatsächlich nicht unser Plan, als wir im April mit dem ersten Elternzeit Basecamp in München gestartet sind. Aber das Konzept des Basecamps bewährt sich, Nachfrage ist da, die Website ist da, Konzept ist da, Coaches sind da… Nutzen wir den Schwung, den wir gerade haben!

So erleben wir gerade ein Community-Building mehrerer Coaches, die bereits Erfahrungen in Zusammenarbeit mit Müttern/ Eltern haben und gerne ein aktiver Teil des elterngarten-Netzwerks werden. Es ist klar, wir sind immernoch im Start-up Modus. Die Coaches, die jetzt ein Teil des Netzwerks werden, wollen mit gestalten, mit aufbauen und sind wirklich – wie wir es jetzt nennen – „Coaches der ersten Stunde“. Es ist also durchaus sehr sehr spannend gerade bei uns hinter den Sommerkulissen…

Aber auch ganz operative Sachen stehen an. So überarbeiten wir gerade unseren Flyer für das Elternzeit Basecamp und arbeiten mit einer Zeichnerin zusammen an einem tollen Elternzeit-Video. Auch ein gemeinsames Buchprojekt haben wir angestoßen – dazu werden wir gerne beizeiten auch noch mehr verraten.

Also, von Langeweile keine Spur. Abgesehen davon, dass im August der Kindergarten zu hat und nur mit Unterstützung der erweiterten Familie das ein oder andere gemacht werden kann. Wir waren Anfang Juli für 2 Wochen mit meiner Familie in Menorca (siehe Bild) und ich habe eine gute (aufgetankte) Energie-Basis für einen Sommermix aus elterngarten-„Arbeit“ und Familie. Darauf freue ich mich jetzt sehr und wünsche allen elterngarten-Followern einen ebenfalls schönen und gerne auch ebenso kreativen Sommer. Ich freue mich immer über Grüße aus der Welt und die ein oder andere Anmeldung und Anfrage für die Basecamps ab September!

Und vielleicht bieten wir im nächsten Hochsommer dann mal ein Elternzeit Basecamp in einem schönen Familienhotel an? Das Setting wäre perfekt und der Urlaub ist eigentlich auch perfekt um sich Gedanken über die Zeit nach der Elternzeit machen. Denn eines steht fest: Elternzeit verändert – persönlich und beruflich. Wir freuen uns bald noch mehr Eltern in ihren Veränderungsprozessen begleiten zu dürfen, tolle Impulse zu geben und dann die Umsetzung toller Basecamp-Ideen bei unseren „Alumni“ mitverfolgen zu dürfen.

Liebe Grüße an die Leser 🙂 Tanja (Misiak)

Elternzeit Basecamp in Berlin-Schönefeld mit Katrin Neiß ab 09.09.

Elternzeit Basecamp in Berlin-Friedrichshain mit Dr. Angelina Bockelbrink ab 09.09.

Elternzeit Basecamp in Bonn mit Tanja Klein ab 27.09.

Elternzeit Basecamp in München mit Christine Winnacker und Tanja Misiak ab 27.09.

Weitere Basecamps folgen….

Zweites Elternzeit Basecamp ist gestartet!

Heute erlebten wir einen neuen Auftakt eines weiteren Elternzeit Basecamps. Christine Winnacker und elterngarten-Gründerin Tanja Misiak sind gut vorbereitet und gleichzeitig voller Neugierde und Spannung. Wer wird denn dieses Mal zusammen kommen? Wer hat sich denn dieses Mal angemeldet, um mit uns einen Gruppencoaching Prozess über 5 Wochen zu durchlaufen? Außer den Namen und dem Alter der Kinder wissen wir vorher noch nichts über die Teilnehmerinnen.

Wir erarbeiten uns heute und in den kommenden Wochen unsere Basis für ein zufriedenes Leben mit Beruf und Familie, beantworten uns selbst wichtige Fragen zwischen Kind und Karriere und treffen bewusste Entscheidungen für unser nächsten kleinen und großen Schritte. Mehr über die Inhalte des Elternzeit Basecamps findet ihr hier.

Hintergrundinfos zum Elternzeit Basecamp

Das erste Elternzeit Basecamp hat im April/ Mai statt gefunden. Ausführliche Blog-Berichte inklusive eines Video-Beitrags einer Teilnehmerin am Ende des Prozesses findet Ihr hier. elterngarten bietet die Elternzeit Basecamps aktuell immer am Kapuzinerplatz an. Gemäß der elterngarten-Formate kommen zu uns Eltern in Elternzeit und bringen ihre Kinder mit. Die Kinder liegen oder sitzen direkt bei uns oder wuseln in unserer Mitte herum. Für 90 Minuten halten sie das in der Regel supergut durch. So haben wir ein Format erschaffen, mit dem persönliche und berufliche Weiterentwicklung und (Neu-)Orientierung in den Elternzeit-Alltag integrierbar ist. Aufgrund der hohen Nachfrage bieten wir die Basecamps nun laufend an. Ein erster Arbeitgeber ist jetzt auch mutig genug gewesen und hat einer Mitarbeiterin das Basecamp gesponsert. Dazu bald mehr. Auch bald mehr über die Elternzeit Basecamps jenseits von München. So wird es ab Juni eines in Bonn geben und ab September gibt es auch was in Berlin. Also freut Euch Eltern in Elternzeit, auch außerhalb von München!

Wer ist dieses Mal dabei?

Zweites Elternzeit Basecamp
Zweites Elternzeit Basecamp

Ein kleiner Überblick, wer denn dieses Mal zusammen gekommen ist: Mamas mit vielen Ideen und Plänen und zu wenig Zeit zum umsetzen. Denn der intensive Elternzeit-Alltag lässt wenig Raum für die Rollen jenseits der Rolle „Mama“. Zu diesem Elternzeit Basecamp haben sich wieder Mamas gefunden, die aktuell den Großteil ihrer Zeit für Haushalt und Kinder verbringen und gleichzeitig aber auch Ambitionen haben, über diese Elternzeit-alltagsübliche Beschäftigungen hinaus zu denken, zu wünschen und sich zu organisieren. Alle Mamas erzählten von ihrem Leben vor Kind 1 oder Kind 2: zwei Unternehmensberaterinnen sind unter den Teilnehmerinnen, eine Rundfunk- und Fernsehredakteurin, eine Marketing-Managerin und eine Familien- und Sozialberaterin und Coach (ja, auch Coaches lassen sich coachen!). Die Kinder, die dabei sind, sind zwischen 10 Wochen und 12 Monaten alt. Zwei Teilnehmerinnen möchten nicht auf Fotos zu sehen sein, was wir natürlich gerne akzeptieren! Um allen Interessierten einen ansatzweisen Eindruck zum Basecamp zu geben, gibt es ein Foto mit einem Bubble und den Verweis auf die Blog-Einträge zum letzten Basecamp.

Fazit zur ersten Session des zweiten Basecamps

Ich bin wieder begeistert über die vielfältigen beruflichen und privaten Hintergründe der Teilnehmerinnen. Das ermöglicht ein breites Spektrum an Perspektiven und die Frauen können sich gut gegenseitig inspirieren. Wir werden die kommenden Wochen wieder aus unseren Komfort-Zonen heraus gelockt. Wir laden uns gegenseitig ein, jenseits unserer Tellerränder hinaus zu denken und uns eine persönliche Vision zu formulieren. Die Vision gibt uns Energie, wird beflügelnd wirken und uns Klarheit für unsere Ausrichtung bei anstehenden Entscheidungen bringen. Naja, ein Mann ist schon wieder nicht dabei. Persönliche und berufliche Weiterentwicklung während der Elternzeit ist offensichtlich doch sehr ein Frauen-Thema. Jetzt freuen wir uns auf die kommenden vier Wochen und auf gut gestellte und anregende Fragen und Übungen!

Ergänzung zum 07.06.2016:
Tine und TanjaHeute hat die zweite Session des zweiten Elternzeit Basecamps statt gefunden. Wer konkreteres über den Ablauf der verschiedenen Sessions erfahren möchte, dem empfehlen wir den Erfahrungsbericht der ersten Runde. Über die heutige Session gibt es „nur“ einen Facebook-Post.

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Das Elternzeit Basecamp geht in die erste Runde!

Die Sessions 1 bis 5 sind alle in diesem Beitrag zusammen gefasst und chronologisch von oben geschrieben. Für die Session 4 vom 03.05. bitte runterscrollen!

12.04.2016 Basecamp Session 1

Session 1 12.04.2016
Session 1 12.04.2016

Ein ganz besonderer Tag bei elterngarten! Das erste Basecamp startete heute Vormittag am Kapuzinerplatz mit einer vollen Runde: 6 Teilnehmerinnen treten mit uns die 5-wöchige Reise an und bauen in einem begleiteten Prozess in Form eines Gruppencoachings durch Christine Winnacker und Tanja Misiak an ihrem jeweils eigenen Modell für ein zufriedenes Leben mit Job und Familie.

Rein ins Arbeiten!

Die Kids waren zum größten Teil mit dabei und sind zwischen 7 Wochen und 14 Monaten alt. Die Teilnehmerinnen sind alle Mütter, in vier Fällen mittlerweile sogar zweifach. Womit wir schon mittendrin sind. Diese eine Rolle nimmt bei allen sehr viel Zeit in Anspruch – das hat die Elternzeit ja auch an sich. Jedoch, vielleicht braucht diese Rolle an der ein oder anderen Stelle auch gefühlt mal zu viel Zeit? Was sind wir denn alle sonst noch so?

Jetzt sind wir schon mittendrin im Arbeiten. Denn – da war jede Teilnehmerin vorgewarnt: wir haben die Tools, die Teilnehmerinnen sollen damit arbeiten. Deswegen hatte jeder schon im Vorfeld der ersten Session eine Hausaufgabe bekommen. Alle hatten sich bereits im Vorfeld über ihre aktuellen dominanten und auch „runtergefahrenen“ Rollen Gedanken gemacht. Wir stellten uns gegenseitig unsere Rollen vor und lernten uns dabei auch ein bisschen besser kennen. Unsere BWLerin in der Runde hat sogar ein Excel-Sheet genutzt und ausgerechnet, dass sie aktuell bei ca. 170 % liegt, wenn sie ihre Rollen auf die zeitlichen Ansprüche verteilt… 🙂

Vielfalt der Gruppe

Erste Basecamp Session 12.04.16Super-bereichernd ist die Vielfalt unserer Gruppe, denn rein schon bezogen auf die  Ausbildungen bringen die Teilnehmerinnen bereits ein breites Spektrum an Hintergründen mit: zwei Unternehmensberaterinnen aus dem IT- und Finanzbereich, eine ehemalige Führungskraft mit Start-up in der Kunstbranche, eine selbstständige Graphikdesignerin, eine sportbegeisterte Lehrerin, eine Marketingangestellte und promovierte Biologin. Die Hobbys sind entsprechend bunt und vielfältig. Eine klare Gemeinsamkeit dieser Gruppe ist das Interesse an großen und kleinen und langen und kurzen Reisen.

Und natürlich: das Interesse an der bewussten Auseinandersetzung mit sich selbst in der neuen Rolle als ein- oder zweifache Mutter und dem Herausarbeiten an Möglichkeiten für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Und zwar so, dass es realistisch ist, dass man „nicht in ein Burn-Out rast wie einige meiner Kollegen“, dass „man der Mutterrolle gerecht wird“ und auch den eigenen Ansprüchen an „Karriere und Beruf“. Es ist wirklich ein extrem anspruchsvoller Spagat, den wir da alle gehen. Den meisten/ allen mangelt es nicht an Ideen, sondern an Zeit und auch der körperlichen Verfassung den Ideen und Ansprüchen Raum zu geben. Hatte man vor der Geburt einen anspruchsvollen und auch irgendwie sehr erfüllenden Job (oder gleich vier…), nimmt jetzt eine Rolle so viel Zeit in Anspruch, dass eine Balance teilweise nicht erlebt werden kann. Diese teils schlummernden da nicht ausgelebten Energien analysierten wir gemeinsam und erschufen uns einen Überblick der ganzen Ressourcen im Raum, die teilweise ziemlich weit „runtergefahren“ sind – aber (!) die trotzdem noch da sind und auch beizeiten reaktiviert werden können. „Synergien schaffen“ war heute vielleicht eine der schönsten Erkenntnisse.

Fazit der ersten Session

Vereinbarkeitscoach Christine Winnacker in ActionIch bin überwältigt im positiven Sinne von der Vielfalt und sicht- und unsichtbaren Power, die heute hier durch die Teilnehmerinnen repräsentiert war. Ich freue mich auf die nächsten gemeinsamen Schritte, bei denen sich nun jede Teilnehmerin um ihr eigenes Lebensmodell kümmert, Ansprüche formuliert, sortiert, priorisiert. Wir sind auf einem Weg in eine persönliche Klarheit, die im Basecamp entstehen soll – das ist unser Anspruch als Organisatoren! Wahrscheinlich werden nicht alle Ideen und Ansprüche ab sofort bedient, denn jeder Tag hat nur 24 Stunden, aber wir entscheiden für uns persönlich in Klarheit und ganz bewusst, was jetzt dran ist und was später.

Natürlich gab es wieder eine Hausaufgabe, die uns dann in die zweite Session überleitet. Wir treffen uns zwar jetzt nur dienstags vormittags, doch die Themen sollen auch zwischendrin unbewusst weiter arbeiten und bewusst bearbeitet werden. Ich bin gespannt auf die nächste Runde und freue mich schon darauf zu hören, wie bei uns jeweils die erste Session nachgehallt ist.

Ergänzt am 19.04.2016: Basecamp Session 2

Zweite Basecamp-Session! Heute Morgen kommen wir wieder zusammen, sehen uns zum ersten Mal zum zweiten Mal! Wir sind jeweils ganz interessiert, wie die erste Session nachklingt. Ich schreibe mit Respekt für jede Teilnehmerin, erzähle bewusst nicht zu viel – aber hoffentlich auch nicht zu wenig für interessierte LeserInnen!

Perspektivwechsel bereichert

Alle hatten ihre Hausaufgaben gemacht auf unterschiedlichste Art: direkt nach der letzten Session oder gestern Abend auf dem letzten Drücker. 🙂

Christine hat auch Spaß :-)
Christine hat auch Spaß 🙂

Wir widmen uns ganz dem Perspektivwechsel und ermutigten schon für die Hausaufgabe unsere Teilnehmerinnen dazu, mal andere als alltagsübliche Perspektiven einzunehmen. Dabei geht es immer noch um das Thema Stärken/ Ressourcen. Wir streckten nun die Fühler aus hin zu bekannten und unbekannten Größen von Heute und Früher, von nah und fern. Was sehen wir in ihnen, und noch spannender: was würden sie in uns sehen? Wir trauen uns uns darauf einzulassen. Das erfordert mal mehr oder weniger Überwindung. Uns besuchten im Raum (imaginär natürlich!) tolle Persönlichkeiten und inspirierten uns: Männer und Frauen, die Geschichte schreiben oder schrieben, genau so wie AlltagsheldInnen. Es gab Schnittmengen und Unterschiede. Alles zusammen häufte sich zu einem Schatz an Ressourcen an, aus denen sich dann gegen Ende der Session noch mal jede für sich persönlich ihre eigenen Erkenntnisse zum Thema „Meine Stärken“ aufschreiben und sie auf eigene Erfahrungen herunter brechen konnte. 

Insgesamt war ich sehr beeindruckt von der Vielfalt und Fülle, die in dieser Gruppe zusammen kommt. Sorry, ich wiederhole mich, aber das passiert halt im Zustand der Beeindrucktheit! 

Stillarbeit - Reflektion am Ende der Session
Stillarbeit – Reflektion am Ende der Session

Diese Fülle kann niemand alleine erschaffen. Bei uns kommt oft die Frage an, ob Gruppen- oder Einzelcoaching besser wäre – es gibt ja beide Möglichkeiten. Es hat beides ganz eigene Vorteile, denen wir uns demnächst auch mal in einem eigenen Blogbeitrag widmen werden. Ein Vorteil des Gruppencoachings ist auf jeden Fall die Fülle und Vielfalt, die zusammen kommt. Daraus konnten heute alle Anwesenden schöpfen.

Sinn unserer Übung war den Blick zu erweitern. Was konnten sich die Teilnehmerinnen mit dem erweiterten Blick erarbeiten?

Überleitung zum Träumen

Ich hoffe, dass die Runde nun gut nachwirkt bei jeder Teilnehmerin. Es ist eine Überleitung zum nächsten Basecamp-Schritt, bei dem wir jetzt so langsam und begleitet mal den Boden verlassen und ins Träumen kommen. Keine Angst, die Teilnehmerinnen sind vorgewarnt. Alle werden wieder auf den Boden zurückgeholt, aber jetzt in der kommenden Hausaufgabe geht es ums Träumen. Wir haben empfohlen, sich schon ab sofort mit der Hausaufgabe zu beschäftigen: immer mal zwischendurch etwas ins Smartphone zu klimpern, Notizen zu machen, auch gerne mal dem Baby davon zu erzählen. So kann alles wirken und neue Strukturen annehmen. Wir locken ganz bewusst aus der Komfortzone heraus. Damit erzielen wir Ergebnisse oder Ideen und Erkenntnisse, die sonst nicht entstehen würden. Das kostet natürlich teilweise Überwindung, aber das macht nichts – gehört dazu! Wir freuen uns auf die nächste Session. Wir freuen uns träumen zu dürfen und sind gespannt, was dann passiert.

Die Kids

Die Kinder haben heute gut mitgemacht und wir finden es sehr nett, dass sie die Mamas auch mal um sich selbst drehen lassen. Diese 90 Minuten sind für alle voll okay. Und liebe Kids, die Mamas werden Euch sehr dankbar sein. Wer weiß, was bald anders/ besser (?) läuft als in Vor-Basecamp-Zeiten? Schauen wir mal, nicht zu viel vorwegnehmen, ich freue mich jetzt erst mal auf den nächsten Schritt unserer gemeinsamen Reise.

Ergänzt am 26.04.2016: Basecamp Session 3

Weiter geht’s mit unserer Reise und wir trauen uns nun so langsam vom Boden abzuheben. Über unsere Stärken wissen wir mittlerweile sehr gut Bescheid. Jetzt ging es um unsere Werte, die unsere zukünftigen kleinen und großen Entscheidungen beeinflussen. Sich deren bewusst zu werden macht so einige Entscheidungen klarer – was sich unter Umständen aufs ganze restliche Leben auswirken kann…

Wir arbeiten

Session 3 26.04.2016Mit einem einheitlichen Frageformat erarbeiteten sich die Teilnehmerinnen zwischen der letzten und der heutigen Session Aktivitäten in der Zukunft. Dabei ging es gar nicht unbedingt um die konkrete Aktivität und auch gar nicht um die konkrete Zukunft. Es ging mehr um die Bedürfnisse dahinter. Das, was uns wichtig ist und entlang dem wir zukünftig unsere Entscheidungen treffen möchten. Wir sammelten mit der ganzen Gruppe und profitierten wieder stark von der Vielfalt. Sehr viel kam zusammen, die komplette Wand war voll mit Karten. Alles Futter und Inspiration für das Wrap-up der Session: Mit einem Übungsblatt formulierten wir uns nun einen Auftrag an uns selbst und schöpften dabei aus der Fülle an Werten, Verben und Bereichen an der Wand.

Es machte heute riesigen Spaß ein bisschen in die Zukunft vorzufühlen. Am schönsten war der ein oder andere Blick, der dabei durch den Raum huschte: ganz verschmitzt und durchaus mal frech, oder sehr bestimmt, oder strahlend, hoffnungsfroh oder zuversichtlich, oder ganz tief ins eigene Innere schauend – alles Blicke jenseits des „normalen“ Kind-Haushalt-Mama-Tunnelblicks. Wie schön :-). Ein „Darf ich das jetzt wirklich?“: klar, dafür gibt’s dieses Format. Um Pläne zu schmieden, die eine super Basis für ein zufriedenes Leben mit Beruf und Familie bilden. Das ist für Euch und Eure Kinder, Eure Familie und alle, die mit Euch arbeiten werden. Wenn Ihr zufrieden seid, dann ist das auch für Euer Umfeld eine gute Basis.

Gruppendynamik

So langsam kommen wir auch in der Gruppe an, wir haben uns schon ein wenig kennengelernt, es gibt die ersten Running Gags. Die Kinder schauen zu oder wuseln herum, auch sie scheinen schon Bescheid zu wissen. Wenn mal was quietscht, dann stört es nicht, das kennt man ja von zu Hause. Die Mütter arbeiten sehr konzentriert an ihren Themen. Das ist DIE Gelegenheit, wir nutzen die Zeit effektiv.

Wieder eine Hausaufgabe: eine Hinführung zu der Formulierung unserer Vision. Jetzt dürfen wir mal so richtig fliegen – bevor wir dann in der fünften Session auf den Boden zurück kommen und unsere Gärten ansäen. Wir freuen uns auf nächste Woche!

Ergänzt am 03.05.2016: Basecamp Session 4

Heute sind wir geflogen. Wir haben als Hausaufgabe Filme gedreht (keine Angst – nur die Regie geplant, keine Produktion), bei denen unsere früheren oder heutigen Traumberufe als Inspiration dienten. Dabei ging es mal wieder nicht um das, nach dem die Aufgabe auf dem ersten Blick klingt. 

Tanja in Session 4Christine konnte heute dank eines Magen-Darm-Virus bei ihrem Großen nicht dabei sein. Es hat sie unglaublich gefuchst, gerade bei den Filmen nicht dabei gewesen zu sein. Aber Sicherheit geht vor – und man sieht es zahlt sich für die Notfälle auch aus die Sessions zu zweit zu machen. Wir waren gut vorbereitet und hoffen auf Verständnis bei den Teilnehmerinnen, dass Tanja heute ausnahmsweise alleine durch die Session geführt hatte!

Notizen machen am Ende„Wenn Peter von Paul erzählt, verrät Peter mehr über sich als über Paul.“ Der Vorteil einen Film zu drehen ist erst einmal, dass man nicht so direkt über sich redet und sich statt dessen denken kann: „es ist ja nur ein Film!“. Wir erzählten uns also heute einander lustige, spannende, ehrgeizige, verliebte, schöne oder soziale Geschichten und sammelten, was das wiederum mit uns zu tun hatte. Dabei sammelten wir unsere Lieblings-Zustände an der Wand und bauten einen großen Schatz auf, aus dem jede am Ende zwecks Zusammenfassung der eigenen Erkenntnisse schöpfen konnte. Dies alles war eine Hinführung zum Träumen. Denn die Hausaufgabe wird sicher die anspruchsvollste der bisherigen Hausaufgaben sein – aber auch die letzte! 🙂 Wir beschreiben unseren Alltag im Jahr 2020. Und zwar unter der Prämisse, das alles bis dahin einfach nur so „flutscht“. Dabei schöpfen wir von den heutigen Notizen und dem „Material“, das wir uns in den letzten vier Sessions erarbeitet haben. Unser nächstes Treffen findet dann im Mai 2020 statt. Zumindest mal für die nächste halbe Stunde, die wir uns sehen. Danach geht es zurück auf den Boden. Also Mädels, viel Spaß beim kreativ-sein!

Finale Session 5 (10.05.)

Die letzte Basecamp Session ist im neuen Blogbeitrag vom 10. Mai geschildert!

Nächstes Basecamp ist schon terminiert.

Und für die, die heute nicht dabei sein konnten. Das nächste Basecamp ist bereits terminiert ab dem 31.05. Wir bieten wieder einen Frühbucherrabatt, also schaut doch mal rein.

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Bude voll – Dominika’s Impuls-Session „Bloggen als Mama“

Erste Impuls-Session bei elterngarten

elterngarten Impuls-Sessions

Heute war die erste Impuls-Session. Nur ganz kurz, weil das ist neu: Impuls-Sessions sind für Eltern von Eltern in Elternzeit. Hier treffen wir uns als „Experten auf freiem Fuß“ und tauschen uns interdisziplinär aus zu Themen, für die wir Experten sind bzw. über die wir mehr wissen wollen. Während die anderen alle im Büro sitzen und ihrem Alltagsalltag folgen, können wir unsere Elternzeit nutzen und über unseren bisherigen Tellerrand hinaus schauen. Und das alles mit Kind, denn das darf bei uns mitkommen. Mehr dazu gibt es in einem Blog-Beitrag vom März: Vielfalt und Kreativität in der Elternzeit.

Dominika startet in ihrer Elternzeit mit dem Bloggen

In der Elternzeit mit Bloggen angefangen

Heute drehte sich alles um das Thema bloggen. Dominika berichtete von ihrem Einstieg in die Bloggerwelt während ihren Elternzeiten. Sie erzählte vom Aufbau ihres polnischen Blogs (Polka w Monachium) in der ersten Elternzeit als reines Hobby und dann den Aufbau des zweiten Blogs (From Munich with Love) in der zweiten Elternzeit mit der Perspektive, sich damit auch konkrete berufliche und private Chancen aufzubauen.

Was wir heute lernen konnten

Dominika erzählte uns, was wir idealerweise brauchen für den Aufbau eines Blogs und welche Voraussetzungen ein erfolgreicher Blog erfüllen muss. Sie teilte mit uns ihre Erfahrungen mit dem Schreiben und der Wahl von guten Inhalten und was sie dabei alles gelernt hat (und das ist jede Menge!). Es ging um die Vereinbarkeit des Bloggens mit dem Familienalltag und Erfahrungen mit Aufbau und Design, mit technischem Support (den man unter Umständen doch mal braucht), mit Netzwerken, Anerkennung und Expertenstatus, Verlinkungen in Social Media, Besucherzahlen, Fans, Umgang mit Kooperationen und -oh- die spannende Frage: „Wie kann ich damit Geld verdienen?“.

Eine Feststellung stand klar im Raum: das geht alles nicht von allein, es ist „harte Arbeit“, Professionalität ist gefragt. Man muss sich Zeit einplanen und darf auch die vielen Aufgaben neben dem reinen Schreiben und Artikel online stellen nicht unterschätzen.

Resümee

Die Bude war voll: Dominika und Tanja plus 10 Gäste (inklusive der erste Mann bei elterngarten 🙂 und erste elterngarten-Wiederholungstäter) plus 5 Kids (die mal wieder ziemlich entspannt waren mit dem Wissen, dass die Mama jetzt mal was anderes tut als normalerweise dienstags vormittags…). Viele Fragen wurden gestellt, einiges diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und das Wichtigste: Impulse gab es so einige. Vielleicht entsteht ja nun der ein oder andere neue Blog oder neue Rubriken und Aktivitäten in schon aufgebauten Blogs oder sonstige Business-Ideen im Online-Bereich.

Ich als Tanja von elterngarten bin glücklich: Impulse geben und schauen was daraus entsteht, das ist ein wundervoller Job und so kann es weiter gehen. Die nächsten Impuls-Sessions sind schon in der Pipe und werden in den nächsten Tage online gestellt. Es wird um Wiedereinstieg gehen, Gesundheit und Ernährung, die Produktion von guten Videos. Weitere Ideen sind gerade am brodeln. Und dies ist auch ein Aufruf an die Eltern in Elternzeit dort draußen, die gerne auch mal eine Impuls-Session anbieten möchten. Meldet Euch gerne bei elterngarten. Ich freue mich von Euch zu hören!

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Geschafft! :-) Schnupperseminar am Kapuzinerplatz

25.02.2016 Schnuppern am Kapuzinerplatz
25.02.2016 Schnuppern am Kapuzinerplatz

Hallo München!

Jetzt komme ich gerade von unserem ersten Schnupperseminar am Kapuzinerplatz. Unser zweiter Standort, an dem wir nun präsent sind.

Ich fühle mich zufrieden, aufgeräumt und voller Zuversicht, dass es den anderen heute Anwesenden ähnlich ergeht. Wir waren ursprünglich eine volle Gruppe mit 8 Teilnehmerinnen (wir warten immer noch auf den ersten Vater als Teilnehmer…), wobei eine Mutter wegen krankem Kind kurzfristig absagen musste.

Nach einer kurzen und mal wieder sehr dynamischen Vorstellungsrunde übernimmt unsere erfahrene Vorzeige-Vereinbarkeitscoach Christine den Staffelstab und lässt uns gemeinsam unsere Lebensbereiche erarbeiten, die wir gerne mal etwas und anders unter die Lupe nehmen möchten.

Heute sind es acht, und zwar diese hier: Beruf, Partnerschaft, Mama/ Erziehung, Freizeit/ Hobbys, Ehrenamt/ Soziales Engagement, Gesundheit/ Ernährung, Finanzen/ finanzielle Unabhängigkeit, Persönliche Weiterentwicklung.

Uns wird Zeit gegeben, in uns zu gehen, inne zu halten, und uns in unsere verschiedenen Rollen und Lebensbereiche einzufinden. Mit dem „Tool“ aus Christine’s Coaching-Koffer visualisierten wir unseren Ist-Zustand: wo sind wir zufrieden, wo nicht so ganz, wo wollen wir unbedingt etwas tun? Wo dulden wir die „Unperfektheit“?

Durch die Visualisierung überraschten wir uns teilweise selbst. War man am Anfang doch sicher: „weiß ich schon alles, ist doch klar…“ sehen wir doch ein oder ein paar Aspekte, die für uns in der Visualisierung dann doch etwas anders aussehen. Wir wundern aus, lassen die Visualisierung wirken, schauen auf die Blätter der anderen Mütter.

Wir teilen unsere Erkenntnisse miteinander. Auf der einen Seite sehen wir doch so einige Parallelen zum Leben der anderen Mütter. Auf der anderen Seite hat heute wieder jede von uns ganz eigene Aspekte mitgebracht. Wie sieht es mit meinen eigenen Ideen aus? Was kann ich tun, um in einem zu kurz gekommenen Lebensbereich (persönliche Weiterentwicklung?!) trotz Kind oder gerade wegen Kind doch etwas mehr zu tun, wenn es mir so wichtig ist? Wie machen das die anderen? Was könnte ich denn mal in meinem Alltag ausprobieren?

Das Seminar war viel zu schnell zu Ende. Wir konnten uns heute ein Bild davon machen, wie bei elterngarten gearbeitet wird. Wir können unsere Visualisierung mitnehmen und sie weiter auf uns wirken lassen: „Jetzt erst mal sacken lassen.“ Wir nehmen uns die neuen Impulse mit: wie wir uns vielleicht selbst überrascht haben und was ich als Inspiration von den anderen Teilnehmerinnen mitnehmen kann.

Einige äußerten den Wunsch, dass wir nun in dieser Gruppe weiter arbeiten. So einiges konnte nur angerissen werden und die nächsten Themen liegen auf dem Tisch. Vor allem in Richtung berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Passende Coaching-Werkzeuge haben wir reichlich. Daher freuen wir uns nun auf das Follow-up mit einer Gruppencoaching-Serie für alle diejenigen, die bei den Schnupperseminaren dabei waren und weiter machen möchten. Mehr dazu in Kürze hier auf der Website.

Achja, und mal wieder ein großes Lob an die Kinder, die dabei waren: heute waren es zwei große (inklusive Christine’s Helena!), 2,5 Jahre alt, und zwei Kleine, 0,5 Jahre alt. Sie dulden es ziemlich entspannt, dass auch mal die Mama mit eigenen Themen dran ist. Wir fühlen uns bekräftigt mit unserer Start-up Idee: Lass mal die Mamas über Babythemen hinaus blicken, es wird allen gut tun: der zufriedenen Mama, aber auch dem Kind und dem Umfeld.

Gerne können die anderen Teilnehmerinnen hier oder auf Facebook kommentieren!

 

Gibt’s nicht? Dann mach‘ ich das jetzt

Ich bin Tanja und zurzeit in meiner 2. Elternzeit mit Sohn Benjamin, der jetzt 21 Monate alt ist. Benjamin ist seit eineinhalb Monaten teilweise vormittags in der Krippe und ich nutze die Übergangszeit zu meinem Job als Unternehmensberaterin für die Realisierung der Idee, die sich in mir während des Lebens zu Hause mit Benjamin entwickelt hat.

Ich habe festgestellt, dass die Elternzeit in vielen Situationen zu sehr abgewertet wird. Klar, auf der Oberfläche haben die Arbeitgeber nichts von der Elternzeit, nur den Verlust eines guten Mitarbeiters/ einer Mitarbeiterin für schlimmstenfalls über ein oder mehrere Jahre. Und auch viele Eltern klagen darüber, dass sie im Alltagstrott gefangen sind und Opfer der Wäscheberge, Krankheitswellen und nicht durch-geschlafenen Nächten in der Familie sind. Dabei wird das Hirn zu wenig angestrengt und anspruchsvolle intellektuelle Tätigkeiten haben keinen Raum mehr.

Dabei hat die Elternzeit neben der innigen Zeit mit dem Kind auch noch so viel positives für den Elternteil, der zu Hause bleibt. Ich habe gerade in meinen Elternzeiten so viel gelernt und erlebt. Und zwar nicht nur, wie ich möglichst effizient und effektiv den Haushalt organisiere und dabei noch eine liebevolle Basis für die Entwicklung meiner Kinder gestalte. Mir hat auch der zeitliche und räumliche Abstand zu meinem bisherigen arbeitsintensiven Leben sehr gut getan. Elternzeit habe ich als eine geschenkte Auszeit erlebt, in der ich meine Werte reflektiere und mir intensiv darüber Gedanken mache, wie ich mich persönlich und beruflich weiter entwickeln möchte.

Dann habe ich nach etwas gesucht, das mich in meiner beruflichen und persönlichen Lebensplanung und Weiterentwicklung unterstützt. Wochenendkurse, Abendkurse, Fernkurse… das alles geht nur ohne Kind oder dann, wenn das Kind schläft und ich viele andere Aufgaben zu erledigen habe. Richtig Elternzeit-alltagstauglich ist nichts davon. Dann habe ich mit einem Freund einen Coachingprozess durchgemacht. Doch ich musste für jede Session selbst eine Babysitterin organisieren und ein Coaching ist auch nicht günstig. Ich kenne viele Eltern in Elternzeit, die ebenfalls ihr Leben reflektieren und überlegen, wie sie sich, ihr Familien- und Berufsleben organisieren und wie sie sich weiterentwickeln können.

So habe ich beschlossen, eine Plattform aufzubauen für all die Eltern, denen es auch so geht, inklusive mir. Wir können hier entdecken, ausprobieren, planen, weiter entwickeln… Und wir können uns in diesen Prozessen die Kosten teilen, die Kinderbetreuung und Trainer/ Coaches gemeinsam organisieren.

Ich habe keine Ahnung, wie sich der elterngarten nun weiter entwickelt. Aber die Idee will entstehen und die Arbeit daran ist beflügelnd und macht Spaß. Sicher werde ich damit nicht reich im finanziellen Sinne. Aber wenn der elterngarten einigen oder gerne auch vielen Eltern neue Impulse für ein gesundes, ausgeglichenes und nachhaltiges Leben und eine gut ausgesuchte Weiterentwicklung bietet, dann wäre ich mächtig stolz auf dieses Projekt…!

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