Monat: Oktober 2016

So war’s im dritten Münchner Elternzeit Basecamp!

Münchner Elternzeit Basecamp Oktober 2016
Münchner Elternzeit Basecamp Oktober 2016

Die letzte Session eines Elternzeit Basecamps ist immer sehr bewegend. Wir haben uns zwar „nur“ 5 mal 90 Minuten getroffen. Doch unsere Arbeit im Basecamp Prozess geht ans Eingemachte und wir lernen uns dadurch doch relativ intensiv kennen. Wir teilen mit uns unsere Stärken, unsere Bedürfnisse und Werte, unsere Vorstellungen von beruflicher Karriere und von einem schönen und stressfreien Familienleben. Durch das Setting im Gruppencoaching-Prozess gehen wir durch eine intensive Selbsterfahrung, die wir von den anderen Gruppenteilnehmerinnen widergespiegelt bekommen. Erkenntnisgewinn ist dabei eigentlich garantiert.

IMG_4178Jede Elternzeit-Basecamp Gruppe ist anders und legt selbst unterschiedliche Schwerpunkte. So kam in dieser Gruppe das „Aufräumen und Ausmisten“ von einigen Teilnehmerinnen: Ballast abwerfen und sich von dem trennen, was uns in unserer heutigen Lebenssituation mit Kind nur noch stört und Energie verschwendet. Ansonsten sind die Frauen heute mit sehr konkreten Schritten nach Hause gegangen, was sie persönlich und beruflich nun „in Angriff“ nehmen möchten. Bei einer Teilnehmerin steht jetzt ein Gespräch mit dem Arbeitgeber an mit einem „besseren“ Vorschlag, wie sie sich intern „trotz Teilzeit“ weiterentwickeln könnte. Der Arbeitgeber war da von sich aus eher unkreativ. IMG_4171Bei einer anderen Teilnehmerin steht die Planung eines Umzugs in eine neue Stadt an. Eine Teilnehmerin möchte sich einen neuen Job in einem bestimmten Bereich umschauen, der für sie während des Basecamps von wachsender Bedeutung war. Eine Teilnehmerin möchte sich neben ihrer beruflichen Planung für die Selbstständigkeit auf den Immobilienmarkt wagen. Auch das private Leben hatte in den Visionen und der Planung der nächsten Schritte einen großen Platz. Welche Betreuung stellt man sich vor, wie lang und ab wann? Die Absprachen mit dem Partner, das Übereinanderlegen der Vorstellungen bzw. IMG_4180das Planen von Überzeugungsstrategien für den Ehemann :-). In einem waren die Teilnehmerinnen einig: Es hat sich gelohnt, sich diese Gedanken in diesem strukturierten Basecamp-Prozess zu machen. Dafür sind wir ja auch da! Unsere Unterlagen und Übungen sind professionell aufbereitet und ermöglichen einen intensiven Prozess des Innehaltens, Reflektierens und Gestaltens.

Insgesamt haben wir wieder einen ganz tollen 5-wöchigen Prozess erlebt und wir bedanken uns bei den Teilnehmerinnen für Euer Vertrauen. Wir wünschen Euch nun alles Gute für Eure nächsten und auch langfristigen Schritte!

Und danke Helen für Dein Video Statement, wie Du und Dein Kleiner das Elternzeit Basecamp erlebt haben!

Die nächsten Elternzeit Basecamps findest Du hier.

Mehr Infos zum Basecamp gibt es hier.

Ein Erfahrungsbericht von einem Elternzeit Basecamp gibt es hier.

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Erkenntnisse aus unseren Elternzeit Basecamps

161004_IMG_7544Heute fand die zweite Session unseres aktuell laufenden Elternzeit Basecamps statt. Einige „Muster“ wiederholen sich doch immer wieder, auch wenn der Teilnehmerkreis in jedem Elternzeit Basecamp ein anderer ist und jede Gruppe ihren eigenen Charakter hat. Wir haben bereits unglaublich viele „Learnings“ im ersten elterngarten-Jahr gesammelt, viele Begegnungen, persönliche Geschichten und ein zunehmender Erfahrungsschatz gehen in unsere Arbeit in den Basecamps ein. Und es ist kein Witz, im Hintergrund basteln wir schon an einem elterngarten-Buch, in dem wir unsere Erfahrungen in mehr Tiefe und Details beschreiben. Dieses Buch soll genauso wie elterngarten auch allen Eltern in Elternzeit eine Inspirationsquelle dafür sein, was in der Elternzeit jenseits von Haushalt und Kind auch noch dran sein könnte. Über einige diese „Muster“ reflektiere ich in diesem Beitrag und nehme damit gerne schon mal ein paar Geschichten vom Buch vorweg.

Geteilte Erfahrungen sind halb so schlimm, z.B. die: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag „nichts geschafft“ – was sagt uns das?

Das ist schon harter Tobak. Doch so Gedanken treiben uns. Und das darf auch mal angesprochen werden. „Unsere“ Frauen sind teilweise schon ziemlich deprimiert mit den sonstigen Angeboten für die Elternzeit und wir bekommen so viele dankbare Rückmeldungen, dass es uns „endlich“ gibt. Wir möchten ja gar nichts gegen Pekip und Krabbelgruppen sagen, aber Elternzeit ist eben nicht „nur das“, nur „auch das“. Nicht nur Baby, nicht nur Haushalt, nicht nur Familienalltag.

„Unsere“ Frauen haben meistens schon viel Berufserfahrung, sind beruflich aufgestiegen, haben Studium und Weiterbildungen erlebt, Führungsverantwortung übernommen, 60+-Wochenstunden erlebt, tolle Projekte gerissen und den Kick von Erfolg genossen. Sie würden sich vielleicht nicht als „Karrierefrauen“ bezeichnen mit ihrer typisch weiblichen Bescheidenheit. Aber die Ansprüche, die die Frauen antreiben, lassen „objektiv“ oft anderes implizieren.

„Unsere Frauen“ sind engagiert und ambitioniert. Jede auf ihre eigene Art, in ihrem eigenen beruflichen Umfeld. Pläne sind groß, an Ideen mangelt es meist nicht. Der Knackpunkt ist die Umsetzung. Mit Kind ist das alles schwieriger. Denn man ist eben jetzt nicht nur Unternehmensberaterin, Trainerin, Führungskraft, etc. Sondern man ist auch Mutter. Und zwar von einem kleinen bedürftigen Kind, das viel Zeit beansprucht und diese auch bekommen soll.

IMG_3599So gerät einiges außer Kontrolle, und genau darüber haben wir heute auch gesprochen. Baby krank, unruhige Nacht gehabt, schlecht gelauntes Kind? Und mal wieder die Enttäuschung: Mama voller Pläne und am Ende vom Tag „nichts geschafft“. Eine Mutter schilderte heute wie frustrierend es ist eine Business Idee zu haben und keine Möglichkeit zu finden, das „mal endlich richtig anzugehen“. Denn das Mittagessen muss gekocht werden und die Wäsche gewaschen. Mann unterwegs, Großeltern wohnen nicht in der gleichen Stadt. Das Chaos breitet sich im Haushalt so schnell aus, dass einem die eine Stunde, die man doch mal in eine Recherche gesteckt hat, direkt wieder auf die Füße zu fallen droht. Reaktion in unserer Runde: Keine schiefen Blicke der anderen Frauen, einfach nur Verständnis und Mitgefühl.

Glaubenssätze benennen entzieht ihnen die Kraft und macht Raum für neue Möglichkeiten

In unseren Elternzeit Basecamps hat all das Platz. Wir reden offen über unsere verlorene Kontrolle, Karrierepläne, kreative Ideen und Selbstverwirklichungsträume. Und die garantierte Erkenntnis: anderen geht es auch so. Und es gibt Möglichkeiten, mit all dem gefühlten „Chaos“ besser umzugehen, mit den eigenen Ansprüchen selbstbewusster zu jonglieren. Meist sind es nicht nur äußere Stellschrauben. Wir haben hier einen Rahmen über unsere inneren Glaubenssätze zu reflektieren und innere Antreiber zu erkennen, die uns bis zu ihrer Benennung fest im Griff hatten. Jetzt haben wir die Möglichkeit sie bewusster einzusetzen und schaffen uns vor allem auch mehr innere Freiheiten. Das kann ganz grundsätzliche Veränderungen anstoßen. Alles auf dem Weg zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit im täglichen Spagat zwischen Familie und Beruf.

Elternzeit für sich nutzen – ein Tabu wird zu einer Kraft spendenden Energiequelle

Was für mich wirklich die schönste Erfahrung ist sind die strahlenden Augen der Frauen – vor allem in der vierten Session, in der es um die Vision von Beruf und Familie geht. Die Frauen bekommen jetzt den Raum, die Zeit und die Tools geschenkt, sich ganz bewusst mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen, Zielen und Plänen auseinanderzusetzen, sowie mit inneren Glaubenssätzen und Blockaden, mit denen wir uns oft selbst im Weg stehen. Trotz oder gerade mit Kind. Denn die Elternzeit ist die perfekte Zeit fürs Innehalten und zu hinterfragen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder doch etwas verändern möchte. Wie gesagt, trotz oder gerade wegen Kind.

Bewusste Entscheidungsprozess während der Elternzeit – nicht erst danach

IMG_3601Oft sind bei uns auch die Zweifach-Mütter. Auch wieder eine Erzählung von unserer heutigen Session. Eine Zweifachmama, die bisher einen verantwortungsvollen Job im Online-Marketing Bereich inne hatte, erzählte heute von ihrer Erfahrung mit dem ersten Kind. Karriere ging nach der ersten Elternzeit weiter, Wiedereinstieg im siebten Monat, Kind bis 19 Uhr in Fremdbetreuung. „Das will ich nicht mehr machen“. Wie möchte ich wirklich leben mit Familie und Karriere? Sehr oft kommen auf uns Mütter zu, die bedauern, dass es elterngarten „zu ihrer Elternzeit“ noch nicht gegeben hat. Es ist vergleichslos wertvoll, bewusste Entscheidungsprozesse zur persönlichen und beruflichen Veränderung in die Elternzeit zu legen – und diese nicht auf die Zeit danach zu verschieben, wenn das Hamsterrad schon wieder angesprungen ist.

Daher arbeiten wir gerade daran, das elterngarten-Konzept auch Eltern jenseits von München zur Verfügung zu stellen. Es hakt noch etwas an der Bekanntheit. Doch unsere Ausrichtung ist klar. Wir möchten deutschlandweit jeder Frau, die sich hier angesprochen fühlt, die Möglichkeiten von elterngarten bieten. Das Elternzeit Basecamp gehört für sie vielleicht in ein paar Jahren genauso selbstverständlich zur Elternzeit wie der Rückbildungskurs.

Daher, wir bedanken uns für Euer Vertrauen und Eure dankbaren Rückmeldungen und freuen uns natürlich übers teilen und weitererzählen: an alle, die gerade das Glück haben in Elternzeit zu sein!

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PPS: Wir bedanken uns bei den derzeitigen Teilnehmerinnen für die Erlaubnis, die Fotos aus der Session nutzen zu dürfen!