Monat: September 2015

Mutter in Teilzeit – kann nichts anspruchsvolles sein??

Wie oft habe ich z.B. schon gehört, dass die Mama, die jetzt nur noch in Teilzeit arbeitet, viel weniger anspruchsvolle Tätigkeiten beim Arbeitgeber zu verantworten hat. Und die Mama auch damit einverstanden ist, sie ist ja nur ein Teilzeit da, was kann sie schon erwarten? Man bekommt halt nicht mehr so viel mit. Aber muss das sein?

Was ich gerade beim Aufbau des elterngartens erlebe ist was ganz anderes. Erst mal brenne ich für die Idee, der Aufbau macht mir riesigen Spaß. Etwas aufzubauen, was später Dutzenden anderen Müttern oder Vätern das Leben erleichtert oder verschönert, ist für mich auch eine sinnvolle Aufgabe. Wenn Benjamin mittags schläft, dann freue ich mich auf die Stunde, die ich am elterngarten weiter arbeiten kann. Das komplette Konzept habe ich mit Benjamin zusammen entwickelt. Im Alltag mit ihm kamen immer wieder Ideen, die ich schnell in mein Smartphone geklimpert habe, damit sie auf dem Weg nicht verloren gehen. Klar, das ist jetzt auch relativ einfach, ich kann mich voll mit der Idee identifizieren und ich bin mitten in der Situation, in der sich die befinden, die ich mit dem elterngarten adressiere…

Hatte ich dann mal wieder eine Stunde oder mehr am Stück Zeit, konnte ich die Ideen verbinden in einem Text oder einer Mail und sie aufschreiben. Die Ideen sprudeln, ohne dass es zu anstrengend oder erschöpfend wird. Im Gegenteil, das Projekt trägt mich durch den Alltag, es beflügelt mich. Der elterngarten soll andere Mütter (und gerne auch Väter) inspirieren, ebenso „ihre“ Aufgaben zu finden, die sie beflügeln und durch den Alltag tragen. Es gibt genug „sinnvolle“ Aufgaben zu tun auf dieser Welt. Man muss eben nur mal Raum und Zeit und ein paar gute Methoden haben diese um herauszufinden, was am besten passt.

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Gibt’s nicht? Dann mach‘ ich das jetzt

Ich bin Tanja und zurzeit in meiner 2. Elternzeit mit Sohn Benjamin, der jetzt 21 Monate alt ist. Benjamin ist seit eineinhalb Monaten teilweise vormittags in der Krippe und ich nutze die Übergangszeit zu meinem Job als Unternehmensberaterin für die Realisierung der Idee, die sich in mir während des Lebens zu Hause mit Benjamin entwickelt hat.

Ich habe festgestellt, dass die Elternzeit in vielen Situationen zu sehr abgewertet wird. Klar, auf der Oberfläche haben die Arbeitgeber nichts von der Elternzeit, nur den Verlust eines guten Mitarbeiters/ einer Mitarbeiterin für schlimmstenfalls über ein oder mehrere Jahre. Und auch viele Eltern klagen darüber, dass sie im Alltagstrott gefangen sind und Opfer der Wäscheberge, Krankheitswellen und nicht durch-geschlafenen Nächten in der Familie sind. Dabei wird das Hirn zu wenig angestrengt und anspruchsvolle intellektuelle Tätigkeiten haben keinen Raum mehr.

Dabei hat die Elternzeit neben der innigen Zeit mit dem Kind auch noch so viel positives für den Elternteil, der zu Hause bleibt. Ich habe gerade in meinen Elternzeiten so viel gelernt und erlebt. Und zwar nicht nur, wie ich möglichst effizient und effektiv den Haushalt organisiere und dabei noch eine liebevolle Basis für die Entwicklung meiner Kinder gestalte. Mir hat auch der zeitliche und räumliche Abstand zu meinem bisherigen arbeitsintensiven Leben sehr gut getan. Elternzeit habe ich als eine geschenkte Auszeit erlebt, in der ich meine Werte reflektiere und mir intensiv darüber Gedanken mache, wie ich mich persönlich und beruflich weiter entwickeln möchte.

Dann habe ich nach etwas gesucht, das mich in meiner beruflichen und persönlichen Lebensplanung und Weiterentwicklung unterstützt. Wochenendkurse, Abendkurse, Fernkurse… das alles geht nur ohne Kind oder dann, wenn das Kind schläft und ich viele andere Aufgaben zu erledigen habe. Richtig Elternzeit-alltagstauglich ist nichts davon. Dann habe ich mit einem Freund einen Coachingprozess durchgemacht. Doch ich musste für jede Session selbst eine Babysitterin organisieren und ein Coaching ist auch nicht günstig. Ich kenne viele Eltern in Elternzeit, die ebenfalls ihr Leben reflektieren und überlegen, wie sie sich, ihr Familien- und Berufsleben organisieren und wie sie sich weiterentwickeln können.

So habe ich beschlossen, eine Plattform aufzubauen für all die Eltern, denen es auch so geht, inklusive mir. Wir können hier entdecken, ausprobieren, planen, weiter entwickeln… Und wir können uns in diesen Prozessen die Kosten teilen, die Kinderbetreuung und Trainer/ Coaches gemeinsam organisieren.

Ich habe keine Ahnung, wie sich der elterngarten nun weiter entwickelt. Aber die Idee will entstehen und die Arbeit daran ist beflügelnd und macht Spaß. Sicher werde ich damit nicht reich im finanziellen Sinne. Aber wenn der elterngarten einigen oder gerne auch vielen Eltern neue Impulse für ein gesundes, ausgeglichenes und nachhaltiges Leben und eine gut ausgesuchte Weiterentwicklung bietet, dann wäre ich mächtig stolz auf dieses Projekt…!

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Eltern-Kind-Gruppen und was ich da gelernt habe…

Was denke ich mir? Können sich Eltern über „ihre“ Themen austauschen, wenn die Kinder im gleichen Raum sind?

Meine Erfahrung ist, dass man mitten im Alltag durchaus ein paar auch gerne bahnbrechende Impulse erhält, wenn man mal aus dem Funktionier-modus herauskommt und den jeweiligen Situationen ihre Qualität anerkennt.

Ich möchte heute vor allem über Hilla schreiben und was ich bei ihr gelernt habe. Wir haben uns vor vier Jahren kennengelernt, als ich für meinen ersten Sohn Leonard eine Eltern-Kind-Gruppe in Baierbrunn suchte, wo wir bald darauf hingezogen sind. Ich fand Hilla im Internet als Leiterin von Eltern-Kind-Gruppen unter dem Dach des Waldorf-Kindergartens in Baierbrunn. Ich war mit Leonard über ein Jahr regelmäßig jeden Freitag Vormittag dort. In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt. Hilla hat ein unglaubliches Repertoire und vor allem eine unfassbare Klarheit, was die Bedürfnisse der Kleinen und auch der Großen (der Eltern) angeht. Sie kann die zwischenmenschlichen Dynamiken (unter Kindern, unter Eltern, zwischen Eltern und Kindern) so klar auffassen: machen lassen oder intervenieren und entscheiden, wann was sinnvoll ist.

Mit Benjamin war ich dann ebenfalls in der Eltern-Kind-Gruppe bei ihr und letztendlich haben mir die Erfahrungen in den Gruppen den Impuls für die Gründung des elterngartens gegeben. Es ging immer wieder ans Eingemachte, das gefiel mir besonders gut. Hilla machte auf lehrreiche Situationen aufmerksam und brachte uns ins Reflektieren. Die Impulse halfen uns unseren Alltag bei Bedarf zu ändern, unser Miteinander mit dem Kind, unser Leben als Paar mit dem Partner, unsere Rollen, manchmal sogar unser ganzes bisheriges Leben zu reflektieren und zu überlegen, wie es weitergehen soll nach der Elternzeit. Als (systemisch) ausgebildete Einzel-, Paar- und Familienberaterin und selbst 4-fache Mutter und verheiratete Ehefrau hat sie einfach einen super Hintergrund, aus dem sie schöpfen kann. Es ist schwer in Worte zu fassen, das muss man einfach erlebt haben. Und wenn das vielleicht butterweich klingen mag, ist das vielleicht die grundlegendste und beste Basis für ein glückliches und gesundes Familienleben ohne unter- oder überirdische Spannungen. Und eine glückliche Familie hat meistens auch glückliche Kinder und Eltern. Was wiederum die Basis für alles ist.

Dementsprechend fühlte ich mich total geehrt, als Hilla mir anbot mich bei der Konzipierung des elterngartens zu unterstützen. Am Anfang bat ich sie immer wieder um Hilfe und Ideen, letztendlich stieg sie voll ein und hat bei uns im elterngarten den Hut auf für das Wohl der Eltern, Kinder und die Organisation der Kinderbetreuung. Unsere Basis sind unsere Erfahrungen in den Eltern-Kind-Gruppen. Ja, es ist möglich, dass die Eltern zu ihren Themen kommen. Das Format muss nur stimmen, das Angebot für die Kinder, die zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen, und die Ausrichtung der Eltern. Ich freue mich nun darauf, die „Hilla-Erfahrungen“ im elterngarten auf bestimmte Themen auszuweiten und den Eltern neue Möglichkeiten zu geben für ihre berufliche und persönliche Lebensplanung und Weiterentwicklung.

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